Pommes statt Salat Lernen wie die Gedächtnis-Weltmeister
Mrz 27

Das Neurose-Phasenmodell, das allen Psychologen bekannt ist, gibt interessante Einblicke in die Entstehung von Persönlichkeitsstörungen.
Für mich als Therapeutin ist es immer wichtig, Ursachenforschung zu betreiben, will ich entscheiden, wie einem Patienten möglichst effektiv geholfen werden kann.
Dazu lasse ich mir die aktuellen Beschwerden ausführlich schildern. Selbstverständlich berücksichtige ich immer, dass seelische Ursachen der Grund sind, auch für körperliche Erkrankungen in Betracht zu kommen, ja sogar meistens an der Krankheitsentstehung direkt beteiligt sind.
Solche Ursachen liegen oftmals weit zurück, in der Kindheit zum Beispiel, oder sogar in der Säuglingszeit. Selten sind sie den Betroffenen noch erinnerlich, oder sie werden der momentanen Befindlichkeit nicht zugeordnet, oder überhaupt damit in Zusammenhang gebracht.


Neurotische Störungen
werden oft zu so genannten „Neurosen“. Diese ergeben sich aus infantilen Konflikten, die weit in die Kindheit zurückreichen können. Neurosen haben in der Regel keine organischen Ursachen, sondern rühren aus einer Fehleinschätzung von Beziehungen und Situationen her, die zu psychischen Symptomen führen. Diese wiederum sind häufig Ursache von organischen Erkrankungen.

Neurotische Konflikte
Dazu zählen:
Nähe-Distanz-Konflikte
Abhängigkeits-Konflikte
Aggressions-Konflikte
Trennungs-Konflikte
Selbstwert-Konflikte

Verlauf der Störungen
Von Neurotischen Störungen sind etwa 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung betroffen. Den Hauptanteil haben dabei Erwachsene. Das drückt sich dann überwiegend in Suchtverhalten, Persönlichkeitsstörungen, kriminellem Verhalten aus und führt nicht selten zu Suizid.
Die Manifestation der Störungen vollzieht sich meistens zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr und hat seinen Gipfel in der 3. Lebensdekade.
Die Prognose ist bei Behandlung an sich günstig, führt jedoch häufig zu Rückfällen.

Paarberatung
In meiner Praxis arbeite ich bevorzugt mit der Meridian-Energie-Therapie. Sehr erfolgreich setze ich beispielsweise Meridianklopfen ein, wenn ich Familien in Bezug auf Kindererziehung berate oder Paaren in Konfliktsituationen beistehe. Um eine solche Paarberatung bat mich kürzlich eine Patientin, Melanie K., nachdem sie mit meiner Unterstützung ihr starkes Übergewicht reduzieren konnte.

Bei ihrer Behandlung schon hatte sich gezeigt, dass die überzähligen Pfunde in Wahrheit eine Schutzfunktion in ihrem Leben hatten und ein Ausdruck ihrer Ohnmacht dem Ehemann gegenüber waren

Mein Bestreben während der gesamten Therapie war, meine Patientin zu stärken und ihr Selbstbewusstsein aufzubauen. Dazu gehört auch, dass sie ihr Verhalten dem Ehemann gegenüber vollkommen veränderte. Der nämlich trieb sie regelrecht in Verzweiflung mit seiner Pedanterie, seinem Ordnungstick, besonders aber, wie er seine Familie in allen ihren Handlungen kontrollierte. Sie und ihre drei halbwüchsigen Kinder mussten über alle Wege, besonders aber über die kleinsten Geldausgaben Rechenschaft ablegen. Das ging soweit, dass die Klientin, die halbtags berufstätig war, ihren eigenen Verdienst komplett an ihn abliefern musste, um sich Haushaltsgeld, auf den Pfennig abgezählt, zuteilen zu lassen. Sogar die Verwendung des Taschengeldes wurde akribisch überwacht.
Es versteht sich, dass Frau K. sehr unter diesem Herrschaftsverhalten ihres Gatten litt. Ansonsten schilderte sie ihn als liebevoll, fürsorglich und sie führte ein durchaus harmonisches Leben mit ihm. „Wenn bloß diese Geizmacke nicht wäre …!“


Aus Erfahrung weiß ich, dass es nicht ausreicht, nur die Angehörigen zu behandeln, wenn die Hauptperson eine so tief greifende Persönlichkeitsstörung aufweist, wie das offensichtlich bei Herrn K. der Fall war

So riet ich meiner Patientin, ihren Mann davon zu überzeugen, mich in meiner Praxis aufzusuchen. Dies gelang ihr auch, nachdem sie ihm klar gemacht hatte, dass sie sehr unglücklich sei und mit ihm gemeinsam an ihrer Ehe arbeiten wolle.

Herr K. zeigte sich mir gegenüber für die Probleme seiner Frau wenig einsichtig. Allerdings beantwortete er mir bereitwillig alle Fragen nach  seinen Erfahrung nach seiner Kindheit. Und da wurden wir schnell fündig.
Mein neuer Patient war ohne Vater aufgewachsen. Der hatte die Familie verlassen, als er noch ein Baby war. Die Mutter, die völlig mittellos zurückgeblieben war, musste alleine für ihn und seine zwei älteren Geschwister aufkommen. Damit sie arbeiten gehen konnte, wurde Herr K. zeitweise in einem Heim untergebracht. Die Geschwister blieben bei den Großeltern. Das Kind hat die Mutter, die noch lebt, durchaus als liebevoll empfunden, aber meistens war sie völlig überarbeitet und er sah sie in seinen ersten Jahren definitiv nur selten.

Nun ist es aber gerade diese Zeit bis zum dritten Lebensjahr, in der sich emotionale Sicherheit, Urvertrauen durch Nähe, Wärme und Geborgenheit entwickelt

Die ersten zwei Jahre eines Menschen nennt man seine „orale Phase“ Zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr, während der „analen Phase“ lernt das Kind seine Autonomie zu entwickeln, herzugeben und zu nehmen. Kommt es zu Defiziten in dieser Zeit, können Starrheit im Denken und Handeln, sowie Geiz und Kontrollzwang die Folge sein. Und genau hier waren die Ursachen des heutigen Verhaltens von Herrn K. zu finden.

Bei der eigenen Berichterstattung auf Grund meiner Befragung zeigte sich der Klient tief bewegt. Ihm war nie so sehr bewusst gewesen, dass seine Kleinkindzeit tatsächlich recht traurig gewesen war.
Er konnte sich dann auch auf das Meridianklopfen einlassen, dessen Anwendung und Wirkung ich ihm genau erklärte.
Herr K. war nicht wenig erstaunt, wie gut er sich nach dieser einen Doppelsitzung fühlte.

„Mir ist, als wäre eine Riesenlast von mir genommen!“

Er wollte sich überlegen, ob er eine ganze Therapie bei mir absolvieren wollte. Jetzt erst hatte er sich vorgenommen, an den Problemen erst einmal selbst zu arbeiten, die seine Familie so offensichtlich belasteten.

Bisher hat sich Herr K. bei mir nicht wieder gemeldet. Von seiner Frau, die mich weiter regelmäßig aufsucht, weiß ich, dass ihr Eheleben sich enorm verbessert hat. Auch als Vater ist Herr K. längst nicht mehr so streng.

Es befriedigt mich jedesmal ungemein, wenn ich erleben dar, dass die Behandlung einer Person, der ganzen Familie zugute kommt. Das verstehe ich unter Familien-Coaching. Meridianklopfen macht es möglich.

Die Neurose-Entwicklung
Das Phasenmodell in Kurzform
1. Orale Phase (bis 2. Lebensjahr)
Nähe, Wärme, Geborgenheit, Sicherheit, Bindung
Bei Störung
Nähe-Distanzproblem, Psychosomatik, depressiv, süchtig

2. Anale Phase (2. bis 3. Lebensjahr)
Entwicklung von Autonomie, Selbstwertgefühl, Geben, Nehmen
Bei Störung
Starrheit im Denken und Handeln, Pedanterie, zwanghaft

3. Ödipale Phase (4. bis 6. Lebensjahr)
Erfahren sexueller Unterschiede
Bei Störung
Partnerprobleme, Phobien

4. Latenzphase (6. bis 10. Lebensjahr)
Verhalten in Gruppen, Orientieren an Vorbildern
Bei Störung
Verhaltensstörung, Bindungsprobleme, Leistungsschwäche

5. Genitale Phase (10. bis 16. Lebensjahr)
Austesten von Trieb, Möglichkeiten, Grenzen, Idealbildung
Mögliche Störung
Sexualängste, Suchtmanifestation, Scham, Schuld

Autorin: Conny Fies
Heilpraktikerin, Meridian-Energie-Therapeutin

Buchtipp:
Japanisches Heilströmen
CranioSacral-Therapie: Sanfte Hände lösen Schmerzen


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