Gut zu(m) Fuß Angst vor den Wechseljahren
Aug 26

Nun gehen wir ja mit dem Begriff Gesundheit ganz flott um, manchmal auch gedankenlos. Tagtäglich können wir folgende Szene beobachten: „Guten Tag Herr Nachbar, wie geht es ?“, „oh, guten Tag Frau Nachbarin, danke gut!“ Antworten Sie doch einmal, „schlecht!“, wenn es denn stimmt. Es ist durchaus möglich, daß Sie mit dieser Antwort Ihren Nachbarn völlig irritieren. Auf  allen Glückwunschkarten, die Geburtstagskinder, Jubilare oder Hochzeitspaare erhalten, steht ganz oben der Wunsch nach Gesundheit. Den Kranken wünschen wir Gesundheit sowieso – das ist auch gut so und wichtig.  Aber – wann sind wir gesund?  Wenn uns nichts weh tut? Wenn nichts zwickt und beißt? Verständlicherweise fühlt sich ein chronisch Kranker, oder ein Schmerzpatient „gesund“, wenn er ein paar Stunden oder gar Tage ohne Symptome ist. Schauen wir einmal, wie die WHO – Weltgesundheits Organisation den Begriff „Gesundheit“ definiert:

Gesundheit ist ein Zustand völligen körperlichen, seelischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens


Das heißt, sie ist ein harmonisches Zusammenspiel aller Organe, Drüsen, Nerven und Sinne – also ein Gleichklang zwischen Körper, Geist und Seele

Wenn wir vergleichsweise die antiken Medizinschulen nach dem Begriff Gesundheit befragen, dann liest sich das so:
Aufzählung

  • Klaglose Funktion aller Lebensvorgänge, klaglose Funktion aller innerer Organe und des Bewegungsapparates
  • Die Fähigkeit, sich äußeren Umständen anzupassen, ohne Unbehagen zu empfinden
  • Die Möglichkeit, Emotionen auszuleben oder zumindest mit ihnen fertig zu werden
  • Ein körperliches und seelisches Gleichgewicht in Harmonie mit dem planetaren und kosmischen Umfeld

Schauen wir uns diese alte Definition doch einmal an, und zwar aus heutiger Sicht:
Klaglose Funktion aller inneren Organe und des Bewegungsapparates
Unsere Organe tun ihre Arbeit. Beispiel: Unser Herz. Es schlägt so vor sich hin und pumpt das Blut durch unseren Körper (was übrigens Höchstleistung ist). Es ist das Beste, wenn Sie diesen Lebensmotor gar nicht wahrnehmen. Während meines Laborpraktikums hörte ich einmal vor vielen Jahren folgenden Dialog zwischen meinem Chef und einem Patienten: Auf die Frage meines Chefs „was macht ihr Herz?“ bekam er zur Antwort „das spüre ich gar nicht“. „Das ist gut so“, meinte mein Chef. Nanu - mein Herz nicht spüren, dachte ich. Klar, wenn es vor Freude oder Aufregung oder nach großer Anstrengung spürbar klopft, dann ist das normal, aber ansonsten macht es seine Arbeit ganz unauffällig. Wenn das Herz sich erst einmal holpernd und stolpernd bemerkbar macht, dann sollte ich den Arzt aufsuchen.
Vom Herz zum Magen, der verdaut (fast) alles, die Lunge regelt den Austausch zwischen Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxydabgabe, die Leber produziert Gallensäure zur Verdauung, nicht zu viel – sonst läuft sie über, und dann haben wir entsprechende Beschwerden. Die Bauchspeicheldrüse produziert das lebensnotwendige Insulin. Unser „Gerüst“ hält uns mit Muskeln, Bänder, Sehnen zusammen, unsere Füße tragen uns durchs Leben, usw. Ich könnte hier noch viele Beispiele aufzählen, aber gehen wir doch einmal weg vom organischen und wenden uns dem sozialen Wohlbefinden zu.


Die Fähigkeit, sich äußeren Umständen anzupassen
Fangen wir bei den Kindern an. Die ersten Lebensmonate und Jahre verbringt das Kind meistens in der Obhut der Eltern. Dann kommt der erste Schritt der Abnabelung. Das Kind kommt in den Kindergarten. Was das bedeutet, habe ich an eigenem Leib erfahren. Der Kindergarten lag genau gegenüber meinem Elternhaus – nur ein paar Schritte entfernt. Was habe ich für einen Terror gemacht, wenn meine Mutter mich „ablieferte“. Ich habe alles zusammen geschrien. Wahrscheinlich habe ich da meine Stimme trainiert.
Aber Spaß beiseite. Ich hatte solche Sehnsucht nach meiner Mutter und Angst „verlassen“ zu werden, daß ich das Essen verweigerte und nachts nicht schlafen konnte. Meine Abneigung gegen den Hort hielt nicht lange an, ich gewöhnte mich schnell ein und konnte sicher sein „Mami kommt ja wieder!“ Und außerdem, ein Kindergarten lehrt soziales Verhalten, und ein eigenwilliges Einzelkind, wie ich es offensichtlich war, lernt, daß sich nicht alles um eine kleine Person dreht. Diese kurzzeitigen, aber schmerzhaften Trennungen waren somit die ersten „Lebenskrisen“, letztendlich habe ich mich damit bereits dem sozialen Wohlbefinden genähert.
Der zweite Schritt der Abnabelung ist die Einschulung. Hier sind schon andere Ängste zu bewältigen. In diesem Alter hat ein Kind schon „Ich-Bewußtsein“. Fragen wie: Was erwartet mich, wer ist dort mit in meiner Klasse, wird man mich mögen, wird der Lehrer sehr streng sein, usw.. Dieser Lebensumbruch kann die Seele ungemein belasten. Auch hier werden Erfahrungen zeigen, ob jemand imstande ist, die Umstellung gut wegzustecken, oder ob sich erste Symptome von morgendlicher Übelkeit, Schlaflosigkeit, Nervosität länger halten und somit das soziale Wohlbefinden nachhaltig gestört bleibt.

Ein Beispiel aus der Erwachsenenwelt
Ein Ortswechsel steht bevor. Die Lebensumstände haben es so gewollt, Familie Müller muß aus ihrem heißgeliebten beschaulichen Heimatort in eine fremde Großstadt ziehen. Während sich Herr Müller locker in die neue Arbeits-Situation einfindet, tut sich Frau Müller sehr schwer. Sie leidet unter der Trennung vom Gewohnten, kann Freunde und Verwandte nicht loslassen und trauert der Vergangenheit nach. Zum Glück finden die Kinder schnell neue Freunde und durch deren Eltern bekommt Frau Müller Anschluß an neue Nachbarn und schon bald fühlt sie sich auch hier wie zu Hause. Sie wird eingebunden in soziale Arbeiten eines Frauenkreises, realisiert ihren Wunsch nach sportlicher Aktivität, und genießt das Joggen und Tennisspielen  mit den neuen Freundinnen.

Sie hat eine wunderbare Erfahrung gemacht, nämlich, daß Veränderungen durchaus spannend, lehrreich und bereichernd sein können

Dennoch, ihren Heimatort besucht sie immer wieder gerne, auch wenn sie nur all zu gerne mit Freude ihren alten Bekannten erzählt, wie gut sie es in ihrer neuen Heimat getroffen hat.

„Emotionen ausleben“ am Beispiel Trauer in bezug auf soziales Wohlbefinden
Der Tod eines geliebten Menschen erschüttert sicher erst einmal das soziale Wohlbefinden. Aber das Leben lehrt uns, daß sich die Erde weiterdreht und wir uns mit ihr drehen müssen. Das Wichtigste ist, ausreichend Trauerarbeit zu leisten. Wir müssen nicht um jeden Preis „unseren Mann“ stehen,  den Verlustschmerz unterdrücken, eine „Stärke“ zeigen, die nur möglich ist, indem der Schmerz unterdrückt wird, - nein im Gegenteil. Hier ist Mut gefordert, Mut und Zeit zu trauen und nach genügendem Abstand das Leben neu zu betrachten. So gehen wir gestärkt daraus hervor.

Ein körperliches und seelisches Gleichgewicht in Harmonie mit dem planetaren und kosmischen Umfeld
Das heißt: Bewußtsein darüber, daß wir nichts trennen können, daß alles EINS ist.
Wir können nicht gesund bleiben, wenn wir unseren Planeten zerstören indem wir unsere Luft verpesten, die Meere verseuchen, die Böden belasten, usw..

Ich liebe „mein“ Leben auf unserer Erde mit allen Facetten und trotz des Wissens um Not und Leid. Ich habe Mitgefühl für das Elend und ich verabscheue Kriege und Fanatismus auf unserem Planeten.
Wir haben die Möglichkeit, unsere kleine Welt so zu gestalten, daß wir zufrieden und harmonisch unser Leben leben können.

Es liegt ausschließlich an uns, den Körper naturgemäß zu versorgen und zu pflegen. Wenn wir dazu noch auf Veränderungen in unserem Leben, ob sie traurig oder unangenehm sind, positiv reagieren, sie als Chance für eine Weiterentwicklung betrachten,  dann bleiben wir gesund an Körper, Geist und Seele.

Artikel: Bioline-Magazin (Jeanette Schiemann)


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