Vital und voller Kraft dabei von bester Gesundheit Die Reise nach Rom
Apr 16

Die meisten Menschen hegen einen tiefen Groll gegen bestimmte Mitmenschen.
Sie wissen nicht, daß diese bitteren Gedanken für sie selbst eine gesundheitliche Selbstmontage darstellen. Sie sind es, deren eigenes Leben vergiftet wird. Es ist immens wichtig, Haß- und Rachegedanken loszulassen, um dadurch Heilung für Körper und Seele zu ermöglichen.

Erhard G. hatte für seine Schwester keine guten Gedanken. Er fühlte sich von ihr hintergangen und übervorteilt.
Seine Schwester Susanne, hatte die gemeinsame Mutter dazu gebracht, ihr ein Grundstück zu übertragen, auf dem Erhard G. selbst geplant hatte, für sich und seine Familie ein Heim zu errichten. Nun waren alle seine Pläne zunichte gemacht. Erhard G. erhielt statt dessen das Elternhaus von seiner Mutter, in dem sie sich für eine kleine Einliegerwohnung nur das Wohnrecht gesichert hatte.
Erhard G. mußte nun in dem alten Haus, das so gar nicht seinen Vorstellungen entsprach, notgedrungen Umbauten vornehmen, damit es den Bedürfnissen seiner Familie einigermaßen entsprach.
Gemeinsam mit seiner Frau diskutierte er sehr oft über die ganze Angelegenheit. Beide waren auf Susanne mehr als ärgerlich. Ja, man ging sich seither sogar gänzlich aus dem Weg.
Susanne hatte mehrfach um ein klärendes Gespräch ersucht. Erhard G. jedoch war genauso wie seine Frau, wenig bereit, die leidige Angelegenheit mit ihr zu erörtern. Bei Geburtstagen oder anderen Familienfesten sagte man sich höflich „Guten Tag“, mehr nicht.
Erhard G. war der Überzeugung, Susanne hätte es nicht verdient, von ihm weiter als Schwester behandelt zu werden. Dabei hatten sie sich doch als Kinder so gut verstanden. Nun ging man sich völlig aus dem Weg.
Das Problem war nur, daß Erhard G. seit dem „Verrat“ seiner Schwester, wie er es nannte, gar nicht mehr richtig froh sein konnte.
Aber auch der Mutter mochte er das eigenmächtige Handeln nicht nachsehen.
Zudem litt er an allerhand körperlichen Beschwerden wie ständig wieder auftretenden Magengeschwüren, rheumatischen Beschwerden und Kopfschmerzen. Nachdem ihm kein Arzt bislang helfen konnte, suchte Erhard G. eine Heilpraktikerin auf. Auch von ihr erhoffte er sich eigentlich keine große Besserung seines Zustandes. Nachdem sich diese seinen Krankheitsweg hatte erzählen lassen, fragte sie ihn auch nach seinem Leben und den Problemen, die ihn vielleicht bedrückten. Dabei erzählte Erhard G. auch von seinem Ärger über seine Schwester und seine Mutter. Allerdings verstand er nicht recht, was die Fragen mit seinen Krankheiten zu tun haben könnten. Die Heilpraktikerin, die ihm homöopathische Mittel verschrieb und einige Akupunktursitzungen vornahm, riet ihm jedoch eindringlich, sich mit seiner Schwester auszusprechen und, wenn möglich, zu versöhnen.
Und der Mutter sollte er verzeihen.
Sie war der festen Auffassung, daß der schlechte Gesundheitszustand von Erhard G. auf eine schleichende Selbstvergiftung zurückzuführen war, der durch den Groll auf seine Schwester und die Mutter verursacht war.


Auch Isolde L. konnte ihren Haß auf ihren Mann einfach nicht loslassen.
Sie mußte sich vor zwei Jahren von ihrem Mann scheiden lassen, weil dieser sich in eine jüngere Frau verliebt hatte. Isolde L. wähnte sich bis zu diesem Zeitpunkt in ihrer Ehe gut aufgehoben. Sie führte genau das Leben, das sie sich immer vorgestellt hatte. Ihre zwei Kinder waren wohl geraten und machten den Eltern viel Freude. Die Familie wohnte in einem schönen Haus und hatte keine finanziellen Sorgen. Der Mann von Isolde L. bekleidete eine sehr gute leitende Position in einer zukunftsorientierten Firma.
Nachdem die Kinder etwas größer geworden waren, absolvierte Isolde L. noch einmal eine Ausbildung und arbeitete jetzt stundenweise in einer Werbeagentur. Das machte ihr großen Spaß und brachte zusätzliche Anerkennung.
Insgesamt war das Leben rund und abwechslungsreich gewesen.
Das Ehepaar hatte einen großen Freundeskreis gehabt und viele gesellschaftliche Pflichten wahrgenommen.
Niemals hätte Isolde L. damit gerechnet, aus diesem weichen Nest zu fallen.
Es begann damit, daß ihr Mann Gerhard immer später nach Hause kam. Zudem war er oftmals über das Wochenende weg, oder kam an manchen Nächten gar nicht nach Hause. Immer hatte er plausible Erklärungen dafür und nannte als Grund Umstrukturierungen in seiner Firma.
Eines Tages eröffnete Gerhard Isolde, daß es eine andere Frau in seinem Leben gäbe und er sich trennen wollte. Er versprach, ihren und der Kinder Lebensunterhalt auf großzügige Weise zu regeln.
Isolde L. fiel in ein tiefes, dunkles Loch. Sie war nicht mehr imstande, berufstätig zu sein und saß nur noch deprimiert zu Hause herum. Wenn ihr Mann auftauchte, um seine Sachen abzuholen oder sich mit Wäsche zu versorgen, beschimpfte sie ihn derart, daß er bald gänzlich wegblieb.
Auch die Kinder waren mehr unterwegs als daheim, wo die Atmosphäre so deprimierend war.
Nachdem Isolde L. auf energisches Betreiben ihres Mannes endlich geschieden wurde, gab es in ihrem Kopf nur noch rabenschwarze Gedanken und eben diesen Haß. Sie konnte für ihren Mann keinen guten Gedanken mehr aufbringen. Auch die Kinder, die ja zeitweise bei ihrem Vater weilten, wurden von ihr mit abwertenden Bemerkungen über den Vater versehen.
Insgesamt fühlte Isolde L. kaum noch Lebensfreude. Der Freundeskreis hatte sich im Laufe der Zeit aufgelöst oder war zu Gerhard und seiner jetzigen Partnerin übergewechselt.
Auch diesen Umstand verübelte Isolde L. ihrem Geschiedenen. Ihre seelische Lage war derart negativ, daß sie zeitweise selbstmordgefährdet war. Ihr Hausarzt überwies sie deshalb an einen Psychotherapeuten.
Nachdem dieser sich die Jammergeschichte von Isolde L. geduldig angehört hatte, war für ihn klar, daß diese sich selbst grausam niedermachte und dem Haß erlaubt hatte, ihr ganzes Leben zu überschatten.
Es begann demzufolge eine Therapie, die darauf gerichtet war, daß Isolde L. sich von allen bitteren Gedanken verabschiedete und sich wieder auf das eigene Leben, auf die eigene Zukunft besinnen konnte.

Vera K. ärgerte sich bei jeder Gelegenheit, und zwar über alles und über jeden
Sie ärgerte sich über Menschen, von denen sie enttäuscht war, sie ärgerte sich über sich selbst, wenn ihr eine Aufgabe nicht gelungen schien, sie ärgerte sich über eine unfreundliche Bedienung im Restaurant, sie ärgerte sich über das Wetter, darüber, daß der Nachbar seinen Rasen nicht von Unkraut befreite. Sie fand ärgerlich, daß Bekannte nicht freundlich genug grüßten, und sie war so richtig sauer über die ganze Ungerechtigkeit in der Welt.
Das ganze Leben von Vera K. war überfrachtet von Ärger. Dies sah man auch ihrer finsteren und etwas verkniffenen Miene an.
Vera konnte sich über gar nichts so richtig freuen, weil sie gleich mutmaßte, daß sich bei selbst positiven Aspekten sicherlich doch auch ein Haken finden lassen müsse.
Im übrigen gönnte sie sich auch nicht allzuviel. Sie kaufte sich z.B. nur dann etwas anzuziehen, wenn sie dies unbedingt brauchte. Auch Nahrung hatte bei ihr nicht viel mit Genuß zu tun, sondern ausschließlich mit der Notwendigkeit, sich zu versorgen.
Immer meinte sie, mehr stände ihr nicht zu und sie müsse sparen. Luxus hielt sie für unnötig und für völlig überflüssig.
Sie war es sich einfach nicht wert, sich selbst zu verwöhnen.
Vera K. war zwar mit einem netten Mann verheiratet. Aber auch dieser lebte neben ihr ein bescheidenes Leben. Wollte er sich mal ein Gläschen Wein oder eine Zigarre gönnen, dann führte das regelmäßig zu unangenehmen Auseinandersetzungen.
Das Ehepaar hatte sich mit dieser sparsamen Art ein eigenes Häuschen erwerben können. Jedoch wurde das karge Leben immer weitergeführt, obwohl sie kinderlos geblieben waren und über ein sicheres Einkommen verfügten.
Es hätte an sich genügend Grund für ein zufriedenes Leben vorhanden sein müssen. Vera K. entschied sich aber dafür, dem Leben die negativsten Seiten abzugewinnen.
So ist es kein Wunder, daß sie ständig an Gelenkschmerzen litt und ihre Rückenschmerzen kaum noch erlaubten, daß sie ihrer Hausarbeit wie gewohnt nachging. Auch darüber ärgerte sich Vera K. und hegt einen tiefen Groll gegen das Alter, dem sie nun ihre gesundheitlichen Mängel zuschrieb, und sie war zornig über die Ungerechtigkeit des Schicksals.
Niemand konnte Vera K. bislang davon überzeugen, daß sie ihren ständigen Ärger loslassen müsse, um zu einem unbelasteten Leben kommen zu können.

Alle drei Beispiele sprechen von Unversöhnlichkeit

Wenn die Betroffenen befragt werden, weshalb sie den Haß und Ärger nicht verabschieden können, so erhält man die Antwort, „weil der andere es nicht verdient hat“.
Es wird dabei völlig übersehen, daß der andere, nämlich als Gegenstand des Ärgers, von diesem Haß gar nicht viel mitbekommt.

Dafür aber lassen sich diese negativen Gefühle bitter im eigenen Körper nieder und machen ihn krank. Sie vergiften Körper und Seele und verhindern dadurch Heilung.

Es ist durchaus normal, sich zu ärgern, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt.
Wenn dieser Ärger jedoch anhält und das ganze Leben überschattet, dann entsteht ein derart tiefer Groll, daß man weder unbeschwert glücklich sein kann, noch über eine ungestörte Gesundheit verfügt.

Das Vergeben ist eine der wichtigsten Heilmethoden und die Voraussetzung dafür, daß Heilung in unserem Körper und unserer Seele wirken kann

Wie aber ist es anzustellen, wenn doch der Ärger so tief sitzt?
Im extremen Fall ist es sicherlich ratsam, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Aber auch selbst läßt sich einiges tun.
Wer sich von Ärger und Wut befreien möchte, muß sich deutlich klar machen, daß er damit nicht seine eigene Ehre verletzt und dem Auslöser eine unverdiente Belohnung seines negativen Verhaltens angedeihen läßt, sondern daß man sich die Chance einräumt, eine wichtige Medizin zu nutzen.


Loslassen also heißt die Lösung.
Im Fall von Erhard G. kann nur durch ein Gespräch Klärung erfolgen. Er sollte sich mit seiner Schwester zusammensetzen und sich ihre Beweggründe für das Handeln genau anhören. Auch wenn er diese nicht nachvollziehen kann, sollte er versuchen, sie zu verstehen.
Mit seinem Elternhaus hingegen muß er sich nun arrangieren, will er darin glücklich sein. Dafür wäre es ratsam, sich eine Liste anzufertigen, um all die positiven Dinge, die das Wohnen in diesem Haus mit sich bringt, aufzuschreiben. Da wäre z.B. der wunderschöne eingewachsene Garten, die Oma im Haus für die Kinder und die vielen Erinnerungen an seine Kindheit, die mit dem Haus zusammenhängen. Solange er dieses Haus aber negativ sieht, wird es ihm auch negativ begegnen.
Der Mutter sollte er ganz einfach dankbar sein, daß er durch ihre Hilfe zu einem schönen Haus gekommen war, das einzig dem Fleiß und der Tüchtigkeit der Eltern zu verdanken war.

Ausschlaggebend für das Installieren neuer Gefühle seiner Schwester und der Mutter, aber auch seinem Haus gegenüber, ist einzig und allein seine Absicht, die Situation so zu akzeptieren, wie sie ist und das beste daraus zu machen.

Vera K.
hingegen muß sich dringend aus ihrer Isolation begeben. Ihre Rachegedanken verbieten ihr, ein schönes Leben zu führen. Sie übersieht dabei, daß sie nicht ihren geschiedenen Mann straft, den sie doch aber eigentlich mit Haß treffen möchte, sondern ausschließlich sich selbst. Diese Haltung beweist ein Bedürfnis nach Selbstzerstörung. Vera K. muß sich mit Hilfe ihres Psychologen darüber klar werden, was sie sich wert ist, und daß es jetzt Zeit ist, sich für all das zu entschädigen, was sie durch ihre tiefe Trauer und negativen Gefühle versäumt hat.
Für sich und ihre Kinder muß sie nun langsam wieder zu einer positiven Haltung kommen. Dies ist nur zu erreichen, wenn sie alle bösen und destruktiven Gedanken in Bezug auf ihren geschiedenen Mann loslassen kann. Dies muß sie sich als ihre wichtigste Medizin verschreiben.

Isolde L.
wird sich in ihrer Haltung wenig beeinflussen lassen. Dabei ärgerte sie sich selbst, niemand anders ärgerte sie.
Isolde L. hat an und für sich ein schönes Leben und allen Grund, sich zu freuen. Jedoch ist sie der festen Überzeugung, daß nur durch Verzicht Besitz und Sicherheit zu erreichen ist.
Lebensfreude ist dabei ausgeschlossen. Sie denkt auch nicht daran, daß ihre Haltung anderen Menschen gegenüber ein negatives Feedback bewirkt. Dieses aber wiederum ist immer wieder neuer Anlaß, sich zu ärgern.
Isolde L. kann eine Umkehr in ihrem Leben nur dann erreichen, wenn sie bereit ist, sich von dem Ärger zu verabschieden und in ihrem Kopf die positiven Dinge zu notieren und nicht die negativen.

Das Vergeben heißt auf keinen Fall, daß man so tut, als gäbe es keinen Grund für Wut oder dafür, daß man verletzt worden ist

Auch hat man durchaus das Recht, eine Beziehung abzubrechen, wenn Verletzungen sehr tiefgreifend waren. Dennoch ist es ratsam, v o r h e r ehrlichen Herzens zu vergeben.

Vergeben heißt Verstehen und dadurch seinen inneren Frieden zu finden.
Wer ständig über seine Leidensgeschichten nachdenkt, versieht sie mit immer neuer Energie, mit negativer nämlich.
Dieses Vorgehen hat eine ähnliche Wirkung, wie wenn man täglich eine kleine Dosis Gift zu sich nähme und im Laufe der Zeit seinen Körper schleichend vergiften würde.
Wer den Entschluß faßt zu vergeben, ist gut darin beraten, zunächst bei sich selbst zu beginnen.
Jeder von uns wirft sich vieles vor. Jeder von uns hat dunkle Punkte in seinem Leben, die er gerne ungeschehen machen möchte.

Und wir haben immer wieder das Gefühl, daß wir dies oder jenes nicht verdient hätten.

Fangen wir also bei uns selber an, akzeptieren wir, daß wir nur Menschen sind, mit allen Fehlern und mit Ecken und Kanten.
Da passieren Mißgeschicke einfach. Die aber brauchen wir uns und anderen nicht nachzutragen.
Mit dem Vergeben beginnt ein anderes Leben, ein gesundes Leben, daß nicht überlagert ist von Bitterkeit und Groll.

Sehr hilfreich für den Vergebungs-Weg sind Affirmationen. Das sind tägliche Übungen von kreativen Formulierungen, die ständig wiederholt werden sollten, damit sie Wirkung zeigen. Ein Vorschlag dafür ist z.B.: Ich liebe mich und ich akzeptiere mich, so wie ich bin.

Seit einiger Zeit macht eine fabelhafte Methode von sich reden, die Umstimmung bei Ängsten, Wut, Enttäuschung und anderen emotionalen Gefühlen ermöglicht. Diese Methode heißt EFT – Emotional Freedom Techniques. Dabei werden Meridian-Punkte beklopft. Oftmals in einer einzigen Sitzung fühlt man sich befreit von z.B. Höhenangst, Phobien, Haß, Wut, Groll, Enttäuschung, Ängsten aller Art.

Emotionale Blockaden können aufgehoben werden. Somit wird der Weg frei gemacht für seelische und körperliche Heilung. Das beste an dieser Methode ist, daß man sie selbst durchführen kann.

EFT
Emotional Freedom Techniques
Diese einzigartige Heilweise kommt aus Amerika und ist von dem Psychotherapeuten Callahan entwickelt und von Craig zu seiner jetzigen, einfachen Form durch Studien belegt worden. Diese Anwendungen haben ihren Ursprung in der Kinesiologie. Einfaches Tappen auf bestimmte Meridianpunkte bewirkt eine Umstimmung der seelischen Blockaden, die den gesunden Energiefluß behindern.
Es gibt verschiedene Therapeuten, die mit dieser Methode behandeln. In Selbsthilfekursen kann sie jedoch auch erlernt werden.

Autorin: Ingrid Schlieske

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