Liebe ist ein höchst effizienter Lernprozeß Dill - (Anethum gravoelens)
Sep 04

Die „liebe“ Sonne?
Plädoyer für einen guten Stern
Karl Steinweiser hatte sich zurückgelegt und war auf seinem Liegestuhl ein wenig eingedöst, als ihn ein spitzer Schrei aufschreckte. Denn dieser Schrei stammte von seiner kleinen Tochter - das hört man als Vater - die nicht weit von seiner Veranda am Strand spielte. Mit einem Satz sprang er über die Brüstung und rannte zum Wasser. Er sah sie in der Hocke sitzen, die Arme über dem Kopf verschränkt, während ihre Schreie immer leiser wurden. Und plötzlich tat sich der Himmel über ihr auf. Ein riesiges Loch öffnete sich und ein Feuerwerk von gleißenden Sonnenstrahlen zuckte hernieder, so, als wenn sie gezielt auf seine Tochter abgefeuert würden. Er erstarrte und mußte mit ansehen, wie sie im Feuerball völlig aufgelöst wurde und nichts von ihr auf dem Strand zurückblieb, bis auf einen kleinen schwarzen Fleck im gesinterten Sand.
„Karl, Karl!“ rief eine Stimme und schweißnaß richtete er sich auf. Er war zu Hause in seinem Bett. Neben ihm, im Dunkel, seine Frau, die ihn zu beruhigen versuchte und Licht machte. Er war in Deutschland und nicht in Neuseeland, wohin er nächsten Monat mit seiner Familie auswandern wollte.
Als er am Morgen ins Büro kam, ließ er sich mit seiner Agentur verbinden und machte das gesamte Projekt „Auswandern nach Neuseeland“ rückgängig, so sehr wirkte sein Alptraum nach, der ihn verunsichert und in drastischer Weise die Gefahren des Ozonlochs über dem fünften Kontinent vor seine träumenden Augen geführt hatte.


So ungefähr könnte es einem ergehen, wenn man alle Horrornachrichten über das Ozonloch verinnerlichen würde, das, wo immer es sich ausbreitet, gefährliche Sonnenstrahlen ungebremst und ungefiltert auf die Erde gelangen läßt. Wohlgemerkt, wir wollen die möglichen Gefahren nicht verniedlichen, aber doch ein Plädoyer für die Sonne halten, ohne die wir nicht existierten und alles andere, was auf der Erde so kreucht und fleucht, auch nicht.

Schönes Wetter heute

Wer genießt es nicht, wenn die Sonne scheint? Wer fühlt sich nicht wohl, wenn warmes Sonnenlicht auf seine Haut trifft und ihn wohlig warm einhüllt?

Es gibt Menschen, die stehen morgens völlig anders auf, wenn die Sonne durchs Fenster scheint und würden lieber liegen bleiben, wenn nur ein grauer Himmel zu sehen ist, der eher zum Weiterschlafen animiert.

Was ist also dran, an den Gefahren und was können wir tun, um uns das „Erlebnis Sonne“ zu erhalten?

Ohne Sonne geht gar nichts

Das Sonnenlicht, das in ca. 8 Minuten von unserem „Hausstern“ bei uns eintrifft ist ein Mix aus verschiedensten elektromagnetischen Strahlen, von denen nur ein kleiner Teil für unser Auge sichtbar ist. Sichtbares Licht enthält alle Farben von Rot bis Violett. Röntgenstrahlen, infrarote- oder ultraviolette Strahlung können wir dagegen nicht sehen. Und dennoch wirken sie auf uns, wenn wir uns ihnen aussetzen.
- Das Röntgenlicht kennen wir vom Arzt, wenn er eine Aufnahme macht. Es ist so energiereich, daß es durch unseren Körper hindurchgeht und einen Film schwärzt, der hinter uns in einer Cassette belichtet wird.
- Infrarotstrahlung spüren wir als Wärme auf der Haut. Sie ist lange nicht so energetisch, wie die Röntgenstrahlung.
- Was unsere Haut regelrecht verbrennen kann, sind dagegen die ultravioletten Strahlungsanteile, die weniger Energie als Röntgen- aber mehr als die warmen Infrarotstrahlen haben.
Und hier gilt es aufzupassen!
Denn es gibt „gute“ und „schlechte“ ultraviolette Strahlung, wenn wir unsere Haut und deren Lichtverträglichkeit einmal als Maßstab nehmen.

Ultraviolette Strahlen
Sie machen „nur“ ca. 5 % des gesamten Sonnenlichtes aus, das auf die Erde trifft.

UVA-Licht
Ultraviolett-A mit einer Wellenlänge von 320 bis 400 nm (nm = Nanometer = der milliardste eines Meters).
Dieses Licht ist nicht gefährlich und macht darüber hinaus den größten Teil des gesamten UV-Lichtes aus, nämlich 90%. Man müßte sich ca. der 1000-fachen Menge UVA Licht aussetzen, um den gleichen Effekt zu bekommen, wie die der energierreicheren UVB-Einwirkung auf die Haut.

UVB-Strahlung

Ultraviolett-B (Wellenlänge von 290 bis 320 nm).
Dieses Licht rötet die Haut. Die Rötung, fachlich Erythem, erfolgt durch Erweiterung der Blutgefäße, wodurch der Blutdurchfluß erhöht wird. Das ist eine erste Abwehrmaßnahme des Körpers gegen die schädliche Strahlung und dient zugleich dem Temperaturausgleich.
UVB- man nennt sie auch Sonnenbrandstrahlen - dringen nämlich in die Haut ein und lösen verschiedene Mechanismen aus.
So werden Melanozyten angeregt, vermehrt Pigmente zu bilden, die Haut wird braun. Bis dies geschieht, müssen allerdings zwischen 6 und 12 Minuten vergehen, je nach Hauttyp. Wer sich kürzer sonnt, wird keinen Effekt erzielen.
Die Hornhaut wird allmählich dicker, was ebenfalls dem Schutz des „Organs Haut“ dient. Wer diese Phasen einer schonenden Bräunung überstanden hat, kann sich ohne Schutzmittel drei- bis viermal so lange in der Sonne aufhalten, wie ein Neuling, der ja meist „braun wie ein Kalkeimer“ auf die Insel kommt.


UVC-Strahlung
gelangt praktisch nicht auf die Erde, da es durch die Ozonschicht der Atmosphäre absorbiert wird. Ein echter, wissenschaftlicher Nachweis, daß diese Schicht durch Treibgase aus Spraydosen oder durch Abgase von hochfliegenden Überschallflugzeugen verändert und durchlässiger wird, konnte bisher nicht erbracht werden. Wer oder was also für das zweifellos immer größer werdende Ozonloch über der südlichen Hemisphäre verantwortlich ist, ist also noch ungewiß. Jugend, forscht!
Die energiereiche UVC Strahlung (200 bis 290 nm) wird auf der Erde künstlich erzeugt und zur Keimtötung bei der Herstellung von Medikamenten und medizinischen Instrumenten genutzt.

Sonnenschutzfaktor
Doch zurück zu den Sonnenbrandstrahlen. Wie lange darf man denn  überhaupt in die Sonne, ohne die Gefahren für die Gesundheit unseres größten Organs heraufzubeschwören, von denen wir immer so viel hören?
Auf Meereshöhe sind es ca. 20 Minuten (Hauttyp!), die wir ohne Reue in der Sonne verbringen dürfen. Je höher man steigt, z. B. im Gebirge, desto kürzer wird diese Zeit, da die UVB-Strahlung immer intensiver wird.

Vergessen darf man dabei nicht, durch Beobachtung von Reaktionen unseren Hauttyp richtig einzuschätzen

Auch Spiegelungen und Reflektionen sind nicht zu unterschätzen, sie erhöhen die Strahlung und verkürzen damit die Aufenthaltszeit in der Sonne.
Wer länger und ohne Gefahren die wohligwarmen Sonnenstrahlen genießen will, muß sich eines Sonnenschutzmittels bedienen, von denen die Stiftung Warentest eine Reihe getestet und festgestellt hat, daß die preiswerteren ihren Dienst genauso (gut) tun, wie die teueren Mittel. Information spart Geld!

Wir lassen uns die Sonne nicht vermiesen!

Daß Sonnenlicht auch heilen kann, weiß man erst seit kurzem. Daß es angenehm und gesund ist, sich in der Sonne aufzuhalten, wußten die Menschen – als Lichtwesen - schon immer, weshalb viele ja auch, zumindest wenn sie älter werden, in südliche Länder umsiedeln.

Wer die Spielregeln beachtet, braucht die Sonne nicht zu fürchten, vielmehr kann er sie für die Gesundheit nutzen!

Es kommt darauf an, wie wir uns der Sonne nähern, denn wer sich nicht an die Spielregeln hält, wird böse Überraschungen erleben können.

Positive Wirkungen des Sonnenlichts
- Das Wunder des Sehens, das uns alle visuellen Eindrücke vermittelt – von der Idylle eines Waldsees bis hin zum Actionfilm.
- Bildung von Vitamin D3 -  dient dem Knochenaufbau und beugt der D3 Rachitis vor.
- Positiver Einfluß auf den Hormonhaushalt. Wir spüren, wenn das Wohlbehagen bei richtiger Dosierung einsetzt. Auch der Umkehrschluß gilt:
- Deutliches Wohlbefinden, ohne negative Nebenwirkungen, ist eine sichere Indikation für die richtige Sonnendosis.
- Verbesserung des Austauschs von Sauerstoff und Kohlendioxid in der Lunge.
- Beschleunigung des Blutflusses führt zu einer schnelleren Entsorgung von schädlichen Stoffen aus dem Blut.
- Durch die Erweiterung der Blutgefäße fällt der Blutdruck und kann im Idealfall bis zu 15% gesenkt werden.
- Die Sonne hilft auch psychisch labilen Patienten, die, wie beobachtet wurde, besonders in der sonnenarmen Jahreszeit anfällig sind. Für sie wurde eine eigene Sonnentherapie entwickelt.

Die Sonne ist die Mutter allen Lebens

Die „liebe Sonne“. Bei den alten Ägyptern als Gottheit verehrt, ist die Mutter allen Lebens auf dieser Welt. Es wäre doch eigenartig, wenn ausgerechnet sie ihre Kinder fräße. Lassen wir uns deshalb nicht beirren:

Die Sonne läßt uns leben, wenn wir mit ihr leben wollen!

Wir sollten sie allerdings nicht unterschätzen, wenn wir uns nach Süden aufmachen, um ihr noch näher zu sein. Genießen wir ihre wohlige Wärme und nutzen ihre Energie, die uns Kraft und neue Freude am Leben geben kann, auch und gerade dann, wenn wir älter werden.

Oder wie drückte es Wolf Schneider aus, Buchautor und Gastgeber beim NDR3 Talk „Drei nach Neun“, als er kürzlich, als Resident der Insel, vom Mallorca-Magazin interviewt wurde?

„Alt werden müssen wir wohl alle, aber nicht unbedingt bei schlechtem Wetter.“

In diesem Sinne grüßt bei strahlendem Sonnenschein, Ihr
Dr. Hans Peter Wibbing


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