Abnehmen? Nicht wirklich nötig Kürbis ist das Gemüse überhaupt
Okt 01

Ein bisschen Sünde muss sein …
Ich bin verrückt – verrückt nach Schokolade. Egal ob Vollmilch oder Bitter, Tafel, Riegel oder Praline. Ich habe mich durch alle Sorten und Varianten durchgefuttert, hemmungslos Stückchen für Stückchen in meinem Mund verschwinden lassen und mich selbstvergessen dem Schokoladenrausch hingegeben. Einem Stückchen Schokolade kann ich eben um nichts in der Welt widerstehen.


Samstags ist mein Schokoladentag. Ich gehe auf die Jagd. Mein Revier ist ein Schokoladenlädchen in der Innenstadt und das Objekt meiner Begierde ist rechteckig, dunkelbraun und eine echte Versuchung.
An der Tür meines Eldorados begrüßt mich kein geringerer als Montezuma, der letzte König der Azteken. Wenn auch nur als Holzstatue, aber doch mit der Aura eines ehemals großen Herrschers. Montezuma war ein Schokoladenfan, er soll täglich mehr als 50 Tassen Schokolade getrunken haben. Und es war sein trauriges Schicksal, das uns die Schokolade nach Europa brachte. Der spanische Conquistador Hernando Cortéz hatte ihn und sein Volk unterworfen und lieferte bei seiner Rückkehr nach Spanien seinem König das Gold der Azteken: die Kakaobohne. Doch die Geschichte der Schokolade geht in der Zeit noch viel weiter zurück.

Noch vor Beginn unserer Zeitrechnung, etwa 600 vor Christus, wussten die Mayas, dass sich mit den Früchten der Kakaobäume Köstliches zubereiten ließ

So viel zur langen Geschichte der Schokolade. Ich betrete also mein kleines Schokoladenparadies, schleiche mich an den Regalen entlang, vorbei an unzähligen Tafeln Schokolade mit Nüssen, mit Rosinen, mit Marzipan, mit Nougat, Krokant, Orangen, Pfeffer, Chili oder sogar Knoblauch – ja, die Schokoladenhersteller lassen sich in letzter Zeit immer neue, teilweise gewöhnungsbedürftige Sorten einfallen.
Ich selbst mag am liebsten die pure schwarze Tafel. Schwärzer noch als schwarz und bloß aus gutem Kakao. Schlicht, genial und einfach ein Wahnsinnsgenuss.

Mittlerweile habe ich mich zu einem Experten in Sachen Schokolade herangegessen. Auf der Suche nach meiner Lieblingsschokolade habe ich mich nämlich durch alles durchgenascht, was mir in die Finger kam – ein wundervoller Zeitvertreib und eine prima Geschmacksschule. Hier also meine Ergebnisse.

Eine gute Schokolade hat einen seidigen, fleckenlosen Glanz und kracht schön, wenn man sie bricht. Schokolade duftet nicht aufdringlich, sondern angenehm voll und rund. Auf der Zunge muss sie samtweich zergehen und gleichmäßig schmelzen. Wenn sie sandig ist oder am Gaumen kleben bleibt, haben Sie sicherlich nicht die beste Schokolade erwischt

Gute Qualität erkennt man schon an den Inhaltsstoffen, die auf der Verpackung stehen.
Schokolade besteht im Grunde nur aus der Kakaomasse, Kakaobutter und Zucker – und das war’s. Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und ähnliches haben eigentlich nichts in der Schokolade zu suchen. Es ist aber eine Kunst, aus den wenigen Rohstoffen tatsächlich ein richtig gutes Stück Schokolade zu machen. Und weil das eine handwerkliche Meisterleistung ist, lassen Sie sich kurz erzählen, wie eine Schokolade entsteht. Also:

  • Nachdem die Säcke mit den getrockneten Kakaobohnen bei den Chocolatiers eingetroffen sind, werden sie geröstet, anschließend gebrochen und dann fein zermahlen
  • Durch das Mahlen tritt die Kakaobutter aus den Zellen und vermischt sich mit den festen Kakaobestandteilen. Es entsteht eine tiefbraune, zähflüssige Kakaomasse
  • Dann wird feiner Zucker dazu gegeben und Milchpulver, wenn Milchschokolade daraus werden soll
  • Mehrere Stahlwalzen zerreiben die Mischung zu einer flüssigen Masse
  • Zum Chonchieren kommt die Masse schließlich in einen großen, beheizten Trog. Das Chonchieren ist ein wichtiger Schritt in der Schokoladenherstellung, es bedeutet, dass sich durch tagelanges Rühren Feuchtigkeit und sämtliche Bitterstoffe verflüchtigen und sich so das volle Aroma entfalten kann
  • Der Zusatz von Kakaobutter macht die Schokoladenmasse butterweich und samtig zart
  • Diese feine, flüssige Masse ist nun endlich soweit, in Form gegossen zu werden

Ja, und das Endergebnis liegt in meiner Hand. Im hintersten Eckchen des Ladens habe ich sie gefunden. Feine Edelbittertäfelchen in einer hinreißend schönen Verpackung – ich könnte auf die Knie fallen.
Schokoladenabstinenzlern, die meine Lobpreisungen hier für völlig überzogen halten, möchte ich kurz auf ganz neutralem, ja sogar wissenschaftlichem Boden, meine Schoko-Manie erklären.


Schokolade macht nämlich glücklich
Das hat die Wissenschaft erwiesen und ich kann dies durch köstliche Selbstversuche bestätigen. Schokolade erhöht für mehrere Stunden die Ausschüttung an Serotonin, eine Art Gute-Laune-Stoff. Koffein und das verwandte Theobromin wirken anregend und killen den Frust. Und das – nicht erschrecken – Phenyläthylamin ist ein echter Glücksbringer. Es wirkt auf unser Lust- und Glücksempfinden und katapultiert mich regelmäßig in den siebten Himmel. Schließlich zaubern Endorphine dem Schokoladenfreund ein glückliches Lächeln auf die Lippen.
Dieses strahlende Lächeln liegt auch auf meinem Gesicht, als ich Samstagnachmittag endlich meine Täfelchen nach Hause trage. Ich setze mich in meinen Kuschelsessel, höre das feine, leise Knistern des Silberpapiers, mit einem satten Krachen erobere ich mir das erste Stück, es wandert auf dem Weg in meinen Mund an den Lippen vorbei, hinterlässt einen Hauch von zartem Schmelz, zergeht auf meiner Zunge, gibt endlich sein Aroma preis und – ach, ein Schokoladenrausch ist einfach wunderbar.

Sorten
Vollmilch: Die beliebteste Sorte. Mild im Geschmack, da Teile des Kakaos durch Milchbestandteile ersetzt werden.
Halbbitter: Kräftiges Aroma. Hier sind mindestens 50 % reiner Kakao enthalten.
Edelbitter: Sie besteht zu 71 bis 85 % aus reinem Kakao.
Weiße Schokolade: Sie wird nur aus der farblosen Kakaobutter, Milch und Zucker und ohne Kakaoanteil hergestellt. Achtung: wird beim Schmelzen schnell klumpig und fest.

Achtung!
Beim Kauf darauf achten, dass nur Kakaobutter und keine pflanzlichen Billigfette wie Palmöl, Kokosfett, Borneo-Talg verwendet wurden.

Wissen über Kakao
Kakaobäume gedeihen nur in tropischen Klimazonen. Eine Kakaofrucht wiegt etwa ein halbes Kilo. In ihren bohnenförmigen Samen sitzen die Kakaokerne – der Rohstoff für die Schokolade. Die Samenkerne werden nach der Ernte in Kästen gefüllt und mit Bananenblättern abgedeckt, dabei fangen sie an zu fermentieren. Die Gerbstoffe oxidieren, die Kerne färben sich dunkel und das typische Kakaoaroma entwickelt sich. Anschließend werden die Kakaobohnen getrocknet und treten ihre Reise in die Verarbeitungsländer an.

Schoko-Sucht
Damit der himmlische Schokoladengenuss die schlanke Linie nicht gefährdet, rate ich zu Edelbitter. Sie ist nicht nur weniger kalorienhaltig als ihre zuckersüße Vollmilch-Schwester, sie regt deutlich weniger die Insulinausschüttung an und veranlasst nicht dazu, eine ganze Tafel Schokolade auf einmal zu vernaschen. Vielmehr gewährt sie den Genuss, der langsam auf der Zunge zergeht.
Und dafür genügt tatsächlich ein einziges kleines Stückchen!

Valentinstag
Am 14. Februar ist es wieder einmal soweit. Die Menschen schenken einander Blumen und Schokolade …
Aber Schokolade soll von der allerfeinsten Sorte sein. Sie muss diesen zarten Schmelz besitzen, der höchsten Genuss von gemeinem Konsum unterscheidet. Denn der Valentinstag ist ein besonderer Tag, erdacht, damit man seine liebsten Menschen verwöhnen kann. Vielleicht aber ist er (eigentlich) ein Schokoladentag …

Artikel: Bioline-Magazin (Catharina K.)


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