Löwenzahn “Taraxacum officinale” Schaun mer mal …!
Feb 03

Meine Körperhaltung ist eine wichtige Botschaft an mich selbst und an meine Mitmenschen

Man hört heutzutage kaum noch die Ermahnung unserer Großmutter, die wir als Kinder ständig im Ohr hatten:
„Sitz gerade, laß Dich nicht hängen, achte auf Deinen Rücken!“ Dabei wäre es doch so wichtig, wie noch nie zuvor, junge Menschen darauf hinzuweisen, daß die aufrechte Haltung mitbestimmt, wie der Lebensweg, ja sogar der Schicksalsweg verläuft. Ich will jetzt nicht weiter auf den gesundheitlichen Wert einer Wirbelsäule hinweisen, die „im Lot” ist. Das kann an anderer Stelle geschehen.
Vielmehr soll hier einmal beleuchtet werden, welche psychischen Auswirkungen eine schlaffe, schiefe oder nachlässige Haltung hat.


Ich bin es nämlich selbst, der dem eigenen Körper signalisiert, wie die eigene Befindlichkeit auszusehen hat

Sitze, stehe, gehe ich aufrecht mit stolz erhobenem Kopf, die Schultern zurückgenommen, den Brustkorb herausgestreckt, fühle ich mich auf der Stelle besser.

Das Signal, das mein Körper von mir empfängt, lautet:
Ich bin stolz
Ich bin ein Sieger
Mir gelingen die Dinge, die ich anfasse
Ich bin von mir überzeugt
Ich stehe über den Dingen
Ich bin gesund
Ich bin voller Kraft

Das Signal, das meine Umwelt empfängt, lautet:
Da kommt ein erfolgreicher Mensch
Diesem Wesen kann man vertrauen
Er/sie kann sich durchsetzen
Er/sie traut sich etwas zu
Er/sie ist ausdauernd
Er/sie ist „aufrecht”
Hier erhalte ich Schutz

Meine Mitmenschen beurteilen mich zunächst nach meiner Haltung. Hier entsteht häufig der allererste Eindruck.

Eine Person kommt daher. Blitzschnell wird sie eingeschätzt: Wie sieht sie aus, wie mag ihr Charakter sein, was ist sonst von ihr zu halten?

Nicht umsonst spricht man z.B. von „geduckter Haltung”, sie verkörpert in unserer Vorstellung oft Verschlagenheit oder Angst. Oder der Mensch „läßt sich hängen”. Die Mutmaßung liegt dann nahe, daß man einen Looser vor sich hat, der sich leicht fürchtet oder vor Verantwortung davonläuft.
Andere zeigen „Haltung”!
Diese stehen wie ein Baum. Lassen sich auch in Krisenzeiten nicht erschüttern.

Die stattliche Spaziergängerin
Ein interessantes Erlebnis führte mir einst die Bedeutung der Körperhaltung deutlich vor Augen. Über viele Jahre hin betreute ich Trennkost-Urlauber in einem schönen Kurhaus-Hotel in Bad Salzhausen. Bei gutem Wetter saßen wir alle nach dem Sport auf der Sonnenterrasse und diskutierten über gesunde Ernährung.
Eines Nachmittags saßen meine Gruppe mit etwa 20 Teilnehmern und ich in der Sonne und feierten gemeinsam bei einer Tasse Tee die ersten Erfolge in Sachen Gewichtsreduktion. Denn dies war ja für die meisten Urlauber der Grund gewesen, an dem Urlaubsseminar teilzunehmen. “Jeder einzelne hatte eine Riesensehnsucht nach seiner Idealfigur und der verloren gegangenen Attraktivität” Die realen, oder aber auch die nur vermeintlich vorhandenen Überpfunde hatten oft viele Jahre überschattet und wurden meist sogar als Grund für Enttäuschungen angesehen, die sich im Privatleben oder im Berufsleben summiert hatten.
Wohl niemand in der Runde war mit sich, seinem Wohlgefühl oder erst recht nicht mit seinem Äußeren zufrieden.
Freilich drehten sich unsere Gespräche um genau dieses Thema und darum, wie langfristig für Abhilfe gesorgt werden könnte.


Schlankheit, Schlankheit – ja das war der Dreh- und Angelpunkt aller Wünsche, Träume, Vorstellungen und Gespräche

Was nutzte mein Vorhalt, daß ein ganzes Bündel von Maßnahmen erforderlich sei, um ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Die schlanke Figur sei doch nur ein Punkt unter vielen Möglichkeiten.
Ich redete mir den Mund fusselig, wenn ich versicherte, daß die Wirkung eines Menschen nicht ausschließlich von der Anzahl seiner Pfunde abhinge. Das Wesen, das Strahlen seiner Augen, der ganze Gesichtsausdruck würde eine Rolle spielen. Und eben die Haltung.
Meine Gruppe aber mochte darüber nichts hören.

Schließlich hatte man sich darauf verlassen, daß mit den schmelzenden Pfunden das Maß an Glück zunehmen würde

Plötzlich tauchte, wie von mir bestellt, eine schöne Frau an der Terrassentür auf.
Sie war groß, füllig und in ein duftiges, maisgelbes Gewand gehüllt, das ihre üppige Figur umspielte. Es reichte bis zur Mitte ihrer braunen Waden. Ihre nackten Füße steckten in goldledernen Sandalen. Die blonden Haare hatte die Frau zu einem dicken Knoten in ihrem Nacken geschlungen.
Diese Sonnenfee ging, nein sie schwebte stolz, mit hoch erhobenen Kopf, an uns vorbei.
Ihr schöner Gang war so spektakulär, daß das Männeken, das mit ihren Taschen hinter ihr her eilte, kaum wahrzunehmen war.

Meine ganze Gruppe schaute hingerissen die Frau an. Als sie an uns vorbeiging, drehten sich die Hälse nach ihr um. Mit zum Teil offenem Mund wurde ihr nachgesehen.

Welch eine Erscheinung!

Dabei war die Dame noch nicht einmal schön im heute genormten Sinn. Erst recht nicht blutjung. Vielleicht zählte sie 45 oder 48 Lenze. Aber sie war überaus eindrucksvoll, und alle Anwesenden bewunderten den königlichen Gang und die Ausstrahlung der Frau.
Atemberaubend – so fanden wir ihren Auftritt.
Wir sahen uns alle an und wir lachten uns an. Es mußte nichts mehr gesagt werden. Jeder in der Runde hatte die Frau bewundert, und jeder hatte sich so seine Gedanken darüber gemacht, was ihr Erscheinen in uns auslöste.
Nein, eine Figur, wie sie allen vorschwebte, hatte sie sicherlich nicht.

Aber diese Haltung…!

Gang und Haltung der Spaziergängerin vermittelten diesen überaus attraktiven Eindruck, der alle Anwesenden regelrecht in ihren Bann gezogen hatte.

Die Ausstrahlung eines Menschen wird von seiner Haltung bestimmt. Diese Magie steht jedem von uns zur Verfügung.
Wie man das für sich selbst auch erreichen kann?
Wie sagten schon unsere Großmütter?
Wie Du kommst gegangen, so wirst Du empfangen…!

Artikel: Bioline-Magazin (Ingrid Schlieske)


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