Ergotherapie Du bist großartig!
Nov 15

In meinen Trennkostseminaren, aber auch in meinen Beratungsstunden für Farb- und Stilberatung, begegnet mir jetzt eine völlig neue Qualität von Frauenpower, wie es sie noch vor 10 Jahren beispielsweise nur vereinzelt gab. Heute nämlich sieht das ganz anders aus.
Frauen gehen plötzlich eigene Wege und suchen sich ihre wahre Bestimmung, die sich oft deutlich von den eingefahrenen Gleisen unterscheidet, die bislang ihr Leben bestimmt hatten.
Meine Seminarteilnehmerin, Frau Pühler, ist ein solches Beispiel. Ihre Geschichte macht Mut und zeigt, dass es nicht nur der Jugend vorbehalten ist, sich auf eine schöne Zukunft freuen zu dürfen. Aber das soll sie selbst erzählen:



Margita P. Um 70 Pfund er – leichter – t

Mein zweites Leben begann eigentlich traurig. Dennoch waren genau die Begebenheiten, die mich fast verzweifeln ließen, der Auftakt zu einem Lebensabschnitt, der geradewegs aufwärts führt.
Ich spreche von meiner Scheidung nach 28 Jahren Ehe. Niemals hätte ich damit gerechnet. Denn unser Leben verlief in ruhigen, gleichmäßigen Bahnen. Aber es war, das weiß ich jetzt, ein wenig langweilig geworden. Doch dann erhielt ich eine zweite Chance.
Aber ich will der Reihe nach erzählen. Schließlich geht es um meine Pfunde, wie ich sie mir angefuttert hatte, und wie es mir gelang, sie wieder loszuwerden.
Das Dilemma begann damit, dass ich als 7-Monats-Kind geboren wurde. Ich war so zart und empfindlich, dass meine Eltern von Anfang an sorgsam darauf achteten, dass ich auch ja genug zu essen bekam. Ein Jahr nach meiner Geburt kam meine Schwester zur Welt. Sie war als Kind schwer krank. Von einer Kinderlähmung blieb bis heute eine kleine Behinderung zurück.
Unsere Eltern hatten also zwei Sorgenkinder, die besonderer Fürsorge bedurften. Wir beide wurden danach extrem behütet und ebenso sorgfältig gefüttert. Oh Wunder, bei meiner Schwester hatten die gehaltvollen Portionen nicht die geringsten Auswirkungen. Ich beneidete sie meine gesamte Kindheit hindurch um ihre ranke, schlanke Figur, denn bei mir schlug jede Kalorie an und verankerte sich auf meinem Körper.

Zwar ähnelten wir zwei uns eigentlich wie Zwillinge. Nur – die eine war dick und die andere war dünn

Wie ich mich dabei fühlte, kann sicherlich jeder nachempfinden.
Als ich meine Lehre als Bankkauffrau begann, erwachte plötzlich mein Ehrgeiz. Ich probierte einige Diäten und nahm auch tatsächlich ab.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es für mich war, erstmalig modische, meinem Alter entsprechende Kleidung kaufen zu können.
Ja, und in dieser „schlanken Zeit“ lernte ich meinen Mann kennen.
Leider hatte ich in ihm keinen Verbündeten, was gesunde Ernährung und eine schlanke Linie anbetraf. Ganz im Gegenteil. Er aß für sein Leben gerne.

In unserer Ehe wurde also gefuttert, was das Zeug hielt

Rücksicht auf die Gesundheit nahmen wir dabei nicht. Vielmehr bevorzugten wir große Fleischportionen und nahrhafte Pizzen mit üppigem Belag. Wen wunderte es, dass wir ein kugelrundes Ehepaar wurden. Diese Rundungen wurden von uns gehegt und gepflegt. Wir lebten unser Hobby, das reichhaltige Essen, so richtig aus. Dafür gingen wir oft mit Freunden aus. Es versteht sich, dass auch etwas zum Essen getrunken wurde. Auch das hat uns sicherlich einige Zusatzkilos eingebracht.

Meine Schreibtischschublade in der Bank war immer gut gefüllt mit süßen Verführungen wie Schokolade, Keksen und diversen Riegelchen. Besonders in Stress- und Überlastungssituationen griff ich reichlich oft in diese Schublade. So manches Pfündchen rührte aus dieser Quelle, die ich immer sorgfältig nachfüllte.

Leider stellten sich bei meinem Mann und mir im Laufe der Zeit einige gesundheitliche Probleme ein. Bei mir schmerzten Knie und die Hüften derart, dass ich sogar für längere Zeit bettlägerig war. Hinzu kam, dass ich keine Treppen steigen konnte. Mir blieb dabei buchstäblich die Luft weg. Und das bereits, wenn ich nur ein einziges Stockwerk überwinden musste. Und meinen Mann plagten schwere Rheuma-Beschwerden.
Jetzt im Rückblick fällt mir erst auf, wie wenig Energie ich damals hatte. Aber diese war mir im Laufe der Jahre anscheinend abhanden gekommen, ohne dass ich das recht bemerkte.

Irgendwie dachte ich, dass man ja schließlich älter wird und damit automatisch auch die Kräfte nachlassen.
Dabei war ich erst Anfang 40 ..!

Aus meinem Arbeit-Ess-Alltags-Ehe-Trott wurde ich jäh gerissen, denn mein Mann hatte sich in eine andere Frau verliebt und wollte sich scheiden lassen. Für mich stürzte der Himmel ein!
Heute frage ich mich, um welchen Himmel ich eigentlich bangte.
Denn neulich traf ich meinen „Ehemaligen“ und konnte völlig emotionslos ein Schwätzchen mit ihm halten. Besonders glücklich sah er nicht aus, mein Verflossener, und sein Rheuma setzte ihm, wie er sagte, ziemlich zu.
Am liebsten hätte ich mich bei ihm bedankt für mein jetziges Leben. Denn er war es, der mir die Chance dazu gegeben hatte. Wenngleich ich den Übergang ziemlich abrupt und schmerzlich erlebt hatte.

Wären wir zusammen geblieben, hätten wir uns kränklich und innerlich unzufrieden in unsere Zukunft „rollen“ können. Ein invalides Alter hätten wir dann zwar gemeinsam erlebt, aber gewiss nicht, ohne unsere Pflegeversicherungen in Anspruch nehmen zu  müssen


Sie finden das übertrieben und zu hart?
Nein, ich selbst habe es am eigenen Leib erfahren, was für Körper und Seele zu erreichen ist, wenn die Ernährung umgestellt und konstruktives Denken installiert wird, statt ständig das Klagelied zu singen, und wenn ein bisschen Bewegung ins Leben kommt.
Heute habe ich alle Wehwehchen der Vergangenheit vergessen und fühle mich glücklich und ausgefüllt wie nie. Und das kam so:
In dem Trennungsjahr vor meiner Scheidung nahm ich vor lauter Kummer etliche Kilos ab. Nach der Scheidung jedoch futterte ich wieder drauf los, was das Zeug hielt. Ich tröstete mich mit Süßem, Fettem und vielen Kohlenhydraten. Mir war in dieser Zeit erstmal alles egal. Ich brauchte ganz einfach Trost. Schnell jedoch gingen die Warnlampen bei mir an.

Ich erlebte, wie ich mich richtig hinein aß in Depressionen, Energielosigkeit und mir dabei wieder Pfund um Pfund zulegte

Ich musste mich jetzt entscheiden!
Und diese Entscheidung fiel zu meinen Gunsten aus. Mir war plötzlich klar, wie jung ich noch war und dass die beste Zeit meines Lebens vor mir liegen konnte, wenn ich nur wollte.

Und wie ich wollte!

Dann ging plötzlich alles ganz schnell. Von Trennkost hatte ich schon in unserer Zeitung gelesen. Die Freundin meiner Schwester erzählte mir ganz begeistert von einem Kurs, den sie bei einer Frau Rauh besuchte. Interessiert nahm ich zur Kenntnis, dass diese Freundin bereits eine bemerkenswert schlanke Taille erreicht hatte.
Also verabredete ich ein Treffen mit besagter Frau Rauh.
In einem ausführlichen Gespräch erläuterte diese mir das Trennkostkonzept der Schule für Fitness und Ernährung, nach dem sie lehrte.
Kurz entschlossen meldete ich mich an.
In den ersten Wochen staunte ich nicht schlecht. Hatte ich in Sachen Ernährung in der Vergangenheit denn alles falsch gemacht?
Offensichtlich. Denn heute bestimmen Obst, Gemüse, Salate und Soja meinen Speiseplan. Süßigkeiten und Kuchen gibt es nur noch gelegentlich, genauso wie Fleisch und Wurst. Der Lohn für mein neues Ernährungsmanagement ist ein völlig neues Körpergefühl und eine nie gekannte Lebenslust.
Ich trennte mich in 12 Monaten von sage und schreibe 35 Kilo, also 70 Pfund.
Oft kann ich es kaum glauben, dass die schlanke und attraktive Person, die mich aus dem Spiegel anschaut, ja ich selbst bin.

Völlig unerwartete „Nebeneffekte“ meines neuen Lebens sind eine nie gekannte Widerstandskraft gegen Bakterien und Viren

Alles um mich herum ist vergrippt, schnieft und hustet. Ich selbst aber erfreue mich einer besseren Gesundheit als je zuvor. Ich habe das Gefühl, dass alle Wege unaufhaltsam nach oben führen.
Im Trennkost-Seminar lernte ich meine jetzige Freundin kennen. Zufälliger Weise ist auch sie Bankkauffrau. Ich habe das Gefühl, wir sind Seelenverwandte. Wir haben uns gesucht und folgerichtig auch gefunden.
Sogar das Flirten macht mir wieder Spaß. Eine kurze Liebelei hat leider nicht das gehalten, was ich mir gerne davon versprochen hätte.
Aber – ich durfte mich wieder ganz Frau fühlen. Und zwar in einer Weise, wie ich das vorher nicht in mir vermutet habe.
Ich weiß, auch ein passender Lebenspartner wartet irgendwo auf mich und wird mir gewiss begegnen.

Einige nette Begebenheiten aus jüngerer Zeit wiesen mich auf meine positive Veränderung hin

  • Meine Mutter hatte neulich ihren 65. Geburtstag. Mein Onkel begrüßte mich dort mit dem Namen meiner Schwester. Er hatte mich tatsächlich ohne meine Körperlast nicht erkannt und mich mit ihr verwechselt
  • Eine Freundin lud mich kürzlich telefonisch zu ihrer Geburtstagsparty ein. Als ich ihr gratulierte, stutzte sie und sagte: „Du, ich habe dich tatsächlich nur an deiner Stimme erkannt“
  • Ich besuchte sonntags eine Ausstellung. Dort traf ich eine Bekannte aus früheren Zeiten und sprach sie an: „Hallo Ammi!“ Sie guckte verständnislos und bat mich, ihrer Erinnerung behilflich zu sein: „Sag mir bitte, wer du bist, ich erkenne dich im Moment nicht“

Ach übrigens: Ich habe mich natürlich vollständig neu eingekleidet. Das alleine schon ist für mich Verpflichtung, nie mehr zuzunehmen. Noch einmal in eine neue Garderobe zu investierten, würde meinen finanziellen Ruin bedeuten.
Aber – Kleider kaufen ist jetzt das reinste Vergnügen. Wo ich mich früher nach gewaltigen Kleidergrößen (48 bis 50) umsah, drehe und wende ich mich heute vor dem Spiegel und probiere schlanke Größen 40 an!

Ja und der Sport?
Zugegeben, sportlich war ich nie. Aber einmal wöchentlich gehe ich jetzt zum Tai Chi. Diese Übungen geben mir Ruhe, Gelassenheit und trainieren gleichzeitig Muskeln und Gelenke. Und – ich flitze heute flink die Treppen rauf und runter, die ich kürzlich nur mühevoll und keuchend erklimmen konnte.

Meine neue Gemütslage empfinde ich auch als Geschenk. Ich sehe jetzt alles von einer anderen Warte aus. Mehr Großzügigkeit anderen gegenüber und viel mehr Liebe zu mir selbst gehört nun zu meinem Leben. So achte ich darauf, dass es mir gut geht und dass ich nicht nachlasse in meinem Management für die eigene Sache


Mein Ernährungstipp
Ich esse jetzt nur noch wenig Fleisch, dafür gibt es grundsätzlich Gemüse, Salat und Soja. Die Süßigkeiten sind fast gänzlich gestrichen. Mittags gibt es im Büro Vollkornbrot oder Eiweißbrötchen mit Käse, Lachs oder Avocado.

Trinkmenge
Ich habe früher nicht genug Wasser getrunken. Darauf achte ich heute sehr sorgfältig. Das viele Kaffeetrinken habe ich mir gänzlich abgewöhnt. Ich gönne mir dafür Getreidekaffee und presse frische Obst- und Gemüsesäfte.

Der Schönheitstipp
Um meine Persönlichkeit zu unterstreichen und beim Garderobenkauf keine Fehler zu machen, habe ich mir bei Frau Rauh eine Farb- und Stilberatung genehmigt. Ich hatte mich immer für einen Herbsttyp gehalten. Zu meiner Überraschung aber werde ich dem Frühling zugeordnet. Meine Farben sind also Apricot, Naturtöne, Kupfer, Brauntöne und schöne Olivschattierungen.
Früher hatte ich Schwarz und Blau bevorzugt. Jetzt weiß ich, dass das nicht die idealen Varianten für mich sind. Ein bisschen Mut brauchte ich allerdings, um mein bräunliches Dunkelblond in leuchtend kupferblondes Haar umzufärben.

Neue Hobbys
Um meine Veränderung komplett zu machen, beschäftige ich mich nun mit Heilsteinen nach der hlg. Hildegard von Bingen. Dafür sammle ich Edelsteinherzen und habe schon stolze 59 Stück.
Aber Herzen müssen es sein!
Auch das Dichten macht mir nun Spaß. So leiste ich für diverse Veranstaltungen meine Beiträge, indem ich die Festgedichte verfasse.

Artikel: Bioline-Magazin (Angelika Rauh)


Verwandte Beiträge:
  • Mein Weg zur Trennkost
  • Mit 64 fit wie ein Turnschuh
  • Neera-Trinkfasten für Trennköstler
  • Was zeichnet eine gesunde Ernährung eigentlich aus?
  • Übersäuerung

  • \\ tags: , , ,

    Kommentar abgeben

    Bitte Einloggen um einen Kommentar abzugeben.