Die Hagebutte Kichererbsen-Eintopf
Mai 26

Schlank auf Dauer
Die Zahlen sind besorgniserregend. Die Deutschen sind zu dick und werden immer dicker. Über 60 Prozent der deutschen Männer und jede zweite Frau bringen mehr auf die Waage, als gut ist für sie, und auch unsere Kinder werden rund und immer runder. Diätfahrpläne und Fitness-Studios haben Hochkonjunktur und fast jede Woche gibt es eine neue Erkenntnis, eine Pille, eine Diät, die angeblich Wunder wirken soll. Doch die Bevölkerung nimmt immer weiter zu. Die Verwirrung ist verständlicherweise groß. Was und wie sollen Übergewichtige und Gesundheitsbewusste denn essen? Und wie lässt sich das Ganze noch mit Genuss und Lust auf Essen verbinden? Denn Essen soll sättigen und Freude bereiten, sonst hält der Mensch nichts lange durch.

Welche Ernährung macht und hält also nun wirklich schlank, vital und gesund?
Betrachtet man einmal die derzeit hauptsächlich praktizierten Diät- und Ernährungsprogramme, so kann man diese in drei Kategorien einteilen.

Low Cal
Kalorien zählen
Wer mehr verbraucht als er zu sich nimmt, nimmt ab. Diese These wurde in den dreißiger Jahren nach einem kurzen Beobachtungszeitraum aufgestellt und beherrscht die Ernährungsdiskussion seither. Inzwischen werden die Zweifel an der Wirksamkeit dieses Systems immer lauter, denn nachhaltigen Erfolg haben die allerwenigsten Menschen damit gehabt. Der Grund dafür ist, dass Kalorie nicht gleich Kalorie ist.

Fett plus einfache Kohlenhydrate (in Zucker, Getreideprodukten, Kartoffeln) beispielsweise schlägt sich wesentlich stärker auf den Hüften nieder als die gleiche Kalorienanzahl aus Gemüse und Obst

Wer auf Dauer zu wenig isst, bringt unter Umständen seinen gesamten Stoffwechsel durcheinander und nimmt dann überhaupt nicht mehr ab, oder nur noch, wenn er fast nichts mehr zu sich nimmt.
Und – ständige Reduktionskost macht auf Dauer unzufrieden, außerdem kommt man dabei auch nicht von schlechten Ernährungsgewohnheiten los.


Low Fat
Wenig Fett
Die These aus den achtziger Jahren besagt, dass es das Fett ist, das dick macht und man bei hohem Verzehr von Kohlenhydraten aber satt und schlank bleibt. Darauf stützt sich auch die in Deutschland aktuelle Ernährungspyramide. Kartoffeln und Getreideprodukte bilden dabei die Basis und stellen einen großen Anteil an der Ernährung dar. Fett wird bei diesem System stark eingeschränkt.

Obwohl die diversen Low Fat-Varianten einen richtigen Boom zur Folge hatten, in den Regalen der Supermärkte in Form von „light“- und „Low Fat“-Produkten eine wahre Revolution auslösten, stellt nun die Wissenschaft erstaunt fest, dass die Menschen trotzdem immer dicker werden

Der Grund: Kohlenhydrate beeinflussen (im Gegensatz zu Eiweiß und Fett) den Blutzuckerspiegel. Insbesondere einfache Kohlenhydrate (in Brot, Zucker, Kartoffeln) regen die Insulinausschüttung und damit indirekt leider auch die Bildung von Speckpölsterchen besonders stark an. Außerdem machen sie Lust auf mehr. Der Mensch tut sich schwer, auf die Essbremse zu treten, der Teller Spaghetti kann also manchmal einfach nicht groß genug sein.

Sportler brauchen viel einfache Kohlenhydrate
Sie bleiben dennoch schlank, weil sie Kohlenhydrate durch die Muskelarbeit direkt in Energie umwandeln. Leider aber ist diese Nachricht falsch interpretiert worden. Nudeln, Vollkornbrot und Co gehörten bislang auf jeden Diätplan, weil sie doch angeblich „schlank“ und „stark“ machen, statt dessen halfen sie, wenn im Überfluss gegessen, die Fettdepots des Körpers zu füllen.

Low Carb
Wenig Kohlenhydrate
Diese These, Kohlenhydrate machen dick, Eiweiß und Fett könnten ungehindert gegessen werden, schlug ein wie eine Bombe und fand zunächst auch viele Anhänger. Am radikalsten wirbt hier die Atkins-Diät für Eiweiß satt. Massenweise Eier, Fleisch und reichlich Fett bei der Zubereitung, kein Brot, keine Nudeln, kein Reis, und erst im Laufe der Zeit ein Quäntchen Obst und Gemüse, ließen allerdings Gesundheitsbewussten die Haare zu Berge stehen. Man sah förmlich den Cholesterinspiegel und das Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen ansteigen. Ein solches Ernährungsprogramm wird daher auch von keinem namhaften Ernährungsexperten wirklich empfohlen, aber immer noch kontrovers diskutiert. Die heutigen, weniger extremen Abwandlungen, die sich auf den glykämischen Wert als Dreh- und Angelpunkt der Ernährung fokussieren, wie Glyx, Logi, South Beach und Montignac, sind dabei moderater. Allen gemeinsam: Der Verzicht auf „dicke“ Kohlenhydrate wird propagiert.
Allerdings inzwischen in etwas ausgewogenerer Form.

Übereinstimmend aber wird, wenn auch in unterschiedlicher Quantität, der Verzehr von wertvollen, pflanzlichen Fetten, Obst, Gemüse und Salat von allen Ernährungsexperten empfohlen


Denn, so argumentieren viele Ernährungswissenschaftler, der Mensch ist für den Verzehr von Eiweiß und wertvollen Kohlenhydraten (z.B. in Gemüse, Salat, Obst) geschaffen. Seit der Steinzeit haben wir uns, genetisch gesehen, kaum verändert. Und damals gab es eben Früchte, Wurzeln und hin und wieder ein Stück Fleisch, aber keine Brötchen, keine Nudeln und keinen raffinierten Zucker, und natürlich weder Fast Food noch Tütensuppe!

Heißt es nun also umdenken? Aber wohin? Welcher Weg ist der richtige und welche Variante der unterschiedlichen Ernährungsphilosophien ist auf Dauer auch wirklich umsetzbar? Nie wieder Spaghetti beim Italiener, kein Brot und keine Pellkartoffeln? Oder nie wieder Camembert oder Sahne aufs Dessert? Für viele ganz und gar nicht vorstellbar.

Trennkost, was sonst?

Für viele Übergewichtige ist die Zeit der Gewichtsreduktion nur schwer durchzuhalten.
Wenn aber schon der Weg zum Wohlfühlgewicht so beschwerlich ist, wie soll dann die Ernährung auf Dauer aussehen, wenn man sein endlich erreichtes Gewicht halten will?
Wer will sich schon gänzlich von liebgewordenen Gewohnheiten trennen? Wer zum Beispiel gerne Nudeln isst, mag nicht sein Leben lang darauf verzichten, und wer gerne mal den fetten Käse auf dem Brötchen hat oder beim Anblick eines leckeren Stücks Obsttorte glänzende Augen bekommt, wird keine Ernährung durchhalten, die ihm sein Leben lang eben dieses verbietet.

Deshalb heißt der Schlüssel zur Gesundheit und Schlankheit intelligente Ernährungsumstellung statt Diät

Gewichtsreduktion jedoch kann nur mit reduzierten Portionen erfolgen.
Wer die Fettverbrennung zusätzlich anheizen möchte, tut dies am besten durch mehr Bewegung.
Empfehlenswert dabei ist, nicht ganz auf liebgewonnene Genüsse zu verzichten. Bei einer vernünftigen Umstellung heißt das, jene Nahrungsmittel ganz oder weitgehend wegzulassen, die keinen hohen gesundheitlichen Wert haben, und sie nicht mehr als Hauptbestandteil der Ernährung zu betrachten, sondern ihnen den Stellenwert eines seltenen Genussmittels einzuräumen. Es geht also nicht um eine zeitlich begrenzte „Dürreperiode“, sondern von Anfang an um cleveres Ernährungsmanagement.

Das Prinzip der Trennkost
Was zunächst als Ernährungsform gegen die schleichende Übersäuerung des Körpers gedacht war, ist heute für Tausende von Menschen die gesunde Alternative zu Pülverchen und dubiosen Diäten geworden, die doch nur wieder zum gefürchteten Jo-Jo-Effekt führen würden. Mit einer ausgewogenen und vollwertigen Trennkost lässt sich nicht nur gesund und genüsslich abnehmen, man kann ein Leben lang sein Wohlfühlgewicht halten und muss langfristig auf kaum etwas verzichten.

Trennköstler setzen weniger auf strenge Verbote, als auf sinnvolle Zusammenstellung, dabei essen sie fast alles, denn in der Trennkost gibt es nur wenige Nahrungsmittel, von denen gänzlich abgeraten wird. Dabei orientiert sich die vollwertige Trennkost schon lange an den Empfehlungen, die neuerdings von vielen Ernährungswissenschaftlern bestätigt werden. Sie enthält nämlich schon immer alle Elemente, die momentan im Rahmen von erfolgreichen Ernährungsprogrammen zu finden sind. Weg von dem Übermaß an Zucker und weißen Backwaren, täglich reichlich Obst, Gemüse, Salat und eine Ergänzung tierischer Nahrungsmittel durch hochwertige pflanzliche Eiweißlieferanten wie Soja und Tofu.

Daneben wird genussvolles Essen in Ruhe, tägliche Bewegung oder Sport und ausreichendes Trinken empfohlen

Die vollwertige Trennkost nach dem Konzept der Schule für Fitneß und Ernährung propagiert keine einseitige Fixierung. Vielmehr ist es möglich, auf moderate Art seine Ernährungsgewohnheiten Schritt für Schritt umzustellen. Also keine Ratz-Fatz-Wunderkur, man muss anfänglich schon ein bisschen Zeit investieren. Aber das lohnt sich, und die Gesundheit profitiert auch.

Trennkost ist Entlastungskost
Die TRENNUNG der Lebensmittel erfolgt danach, welche VOR-Verdauung sie benötigen. Dadurch wird bereits vor dem Verzehr sortiert, was dafür Säure oder was dafür Base benötigt.
Durch die Entlastung des Verdauungssystems und das Wiederfinden der eigenen Sättigungsgrenze wird man auf ganz natürliche Weise wieder an das richtige Essverhalten herangeführt. Die richtige Kombination der Lebensmittel macht’s eben.

Sogar das Abnehmen funktioniert genussvoll, man braucht natürlich den Willen, umzudenken und ein paar Nahrungsmitteln einen anderen Stellenwert einzuräumen als bisher. Dann ist das Ergebnis einfach trenn-köstlich!

Somit ist Trennkost die wahre Trendkost. Seit Jahrzehnten erprobt und erfolgreich, und weit davon entfernt, ein kurzfristiger Hype zu sein. Sie ist vielmehr ein Klassiker.
Alles, was mir schmeckt und mir gut tut, im richtigen Maß. Mein Tisch ist reichlich gedeckt – mit der Trennkost!


So einfach ist Trennkost zu praktizieren
Neben der TRENNUNG von Lebensmitteln nach ihrem VOR-Verdauungsweg gehören folgende Punkte dazu:

  • Ein hoher Anteil von Obst, Gemüse, Salat
  • Regelmäßige Zufuhr von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren in Form von hochwertigen, kalt gepressten Ölen
  • Wenig tierische Fette
  • Weniger tierisches Eiweiß, dieses von artgerecht gezogenen Tieren aus natürlicher Zucht
  • Kein Übermaß an konzentrierten Kohlenhydraten, besonders in Bezug auf Zucker und weißes Mehl
  • Getreideprodukte möglichst vollwertig, aber sparsam verwenden
  • Den Speisezettel so vielseitig wie möglich gestalten
  • Bevorzugt das Gemüse aus der Region, je nach Saison, verwenden
  • Am Tag sollten neben anderen Getränken 1,5 bis 2 Liter Wasser getrunken werden
  • Decken des Protein-Bedarfs zum großen Teil über pflanzliches Eiweiß, z.B. Sojaprodukte

Was sind Kohlenhydrate
Kohlenhydrate sind Zuckerbausteine, die den Blutzuckerspiegel konstant halten und das Gehirn mit Energie versorgen. Sie können in Eiweiß oder Fett, je wie der Bedarf des Körpers ist, umgewandelt werden. Bei einem Überkonsum von Zucker, Getreideprodukten und Kartoffeln sind diese Kohlenhydrate der Hauptgrund für Übergewicht, weil der Körper den Überschuss als Fettdepots anlegt.

Der Glykämische Index (GI)
Das ist ein Zuckerfaktor im Blut, der darüber bestimmt, welche Nahrung dick macht und welche nicht. Je weniger das Lebensmittel den Blutzuckerspiegel in die Höhe treibt, desto niedriger ist die Bewertungszahl.
Beispiele:
Trauben – GI 46, Rosinen – GI 64, Weißbrot – GI 70, Kirschen – GI 20, Bier – GI 110, weißer Reis – GI 72, Nudeln – GI 40, Müsli – GI 70, Pommes Frites – GI 75, Ananas – GI 65, Haferflocken – GI 40, Pilze – GI 15, Sojamilch – GI 31, Bitterschokolade – GI 22, Gemüse – GI ca. 15, Pellkartoffeln – GI 62, Pflaume – GI 39, Birne – GI 39, Apfel – GI 38, frische Feigen – GI 35, getrocknete Aprikosen – GI 31

Empfehlenswert für die schlanke Linie sind Nahrungsmittel mit einem GI von 1 bis 55. Dazu gibt es Tabellen im Buchhandel

Artikel: Bioline-Magazin (Cornelia Härtl)


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