Pannacotta mit Waldfrüchten Was ist Luxus?
Dez 01

Schon beim Informationsabend teilte mir Herr Ruf fest entschlossen mit, daß er von mir alles über Trennkost lernen möchte. Meine Antwort war: Ja, sehr gerne. Zunächst müsse er sich jedoch Zeit zum Beratungsgespräch nehmen. Er stimmte zu. Damit fing für mich die Herausforderung an.
Herr Ruf hatte aufgrund seiner Lebensumstände Ansprüche, denen ich Rechnung tragen wollte. Das heißt, ich machte mich auf den Weg, für ihn geeignete Räumlichkeiten zu finden. Herr Ruf ist nämlich Rollstuhlfahrer. Nach kurzer Zeit hatte ich sowohl für das Beratungsgespräch als auch für die Seminarabende die passenden Räume gefunden. Beim Beratungsgespräch überraschte mich mein Interessent von neuem. Er sagte mir klipp und klar, daß er erst ein Vierteljahr später am Seminar teilnehmen könne. Er sei derzeit noch zu sehr von anderen Aktivitäten beansprucht. Weil mich die entschlossene Art von Herrn Ruf beeindruckte, ließ ich mich auf die lange Verzögerung ein.
Die Monate verstrichen, der November nahte. Und Herr Ruf kam tatsächlich. Jetzt war ich sehr gespannt darauf, wie er die Trennkost anwenden würde.
Beim Beratungsgespräch hatten wir festgelegt, daß er 10 kg abnehmen möchte. Wir gingen gemeinsam davon aus, daß er länger brauchen würde als andere, da er ja keine körperliche Bewegung hatte. Die Zeit der Festigung und der Stabilisierung der Etappenziele haben wir normal berechnet.

Erschwerte Bedingungen
Von Herrn Ruf hatte ich von Anfang an den Eindruck, daß er sehr konsequent sein könne.
Schon seit seiner frühen Kindheit leidet er an Muskeldystrophie. Seit seiner Kinderzeit benutzte er den Rollstuhl. Jedoch konnte er mit 12 Jahren daraus noch gelegentlich aussteigen und z. B. sich mit dem Fahrrad fortbewegen. Als er 13 Jahre alt war, hatte er jedoch einen Fahrradunfall, der sein Leben gravierend verändert hat. Der Unfall wirkte sich bei ihm auf Hüft-, Knie- und Fußgelenke aus. Sein linkes Bein stand nun nach innen, so daß er mit 17 Jahren am linken Fuß operiert werden mußte. Dabei konnte das untere Sprunggelenk versteift sowie ein relativ starker Muskel von der Innenseite des Fußes in die Mitte verpflanzt werden. Er kann seitdem sein Fußgelenk zwar nach oben und nach unten hin bewegen, das gesamte linke Bein kann aber nur noch Standbein sein.
Seit seinem 18. Lebensjahr sitzt Herr Ruf nun ständig im Rollstuhl. Einhergehend mit der genetisch bedingten Muskeldystrophie, leidet er seit seinem 19. Lebensjahr auch noch an einer Hüftdysplasie. Die Hüftdysplasie macht sich bei ihm durch heftige Schmerzen bemerkbar, was natürlich noch dadurch verstärkt wird, daß er in seinen gesamten Bewegungsabläufen stark eingeschränkt ist. Dennoch ist er halbtags berufstätig.

Herr Ruf meistert seinen Alltag auf bewundernswerte Weise

Jedoch benötigt er Assistenz und Unterstützung in vielen pflegerischen Bereichen des Alltags. Aus diesem Grund muß er bis auf die Arbeitszeit rund um die Uhr von Helfern betreut werden.

Bisherige Diätversuche blieben erfolglos
Schon öfter wollte Herr Ruf abnehmen und sich sinnvoll ernähren. Verschiedene Diäten blieben jedoch langfristig ohne Erfolg.
Bevor Herr Ruf zu meiner Trennkostgruppe kam, hatte er verschiedene Angebote ausprobiert, z.B. Pulver oder Empfehlungen aus aktueller Werbung. Sobald er jedoch wieder wie gewohnt seine Nahrung zusammenstellte, konnte er erreichte Gewichtsreduktionen nicht mehr halten und nahm bald wieder zu.
Er hielt aufgrund solcher deprimierenden Erfahrungen Ausschau nach einer dauerhaften Lösung. Sein Interesse wurde schließlich auf die Trennkost gelenkt.
Herr Ruf hoffte, sich mit der Gewichtsreduktion auch eine Erleichterung in Bezug auf seine Hüftdysplasie verschaffen zu können. Sein weiteres Ziel ist, daß die Muskelkonsistenz entschlackt wird.

Es ist inzwischen leicht und schnell das angestrebte Ziel erreicht worden, auch ohne sportliche Bewegung
Wie sein Betreuer mir erzählt hat, sieht man das ganz deutlich an den Hosen, die jetzt um einiges weiter sind. Er könne sich heute gar nicht vorstellen, daß diese Hosen, bevor er mit der Trennkost begonnen hatte, gut ausgefüllt waren.

Die Betreuer machen mit
Seine Betreuer sind für uns ebenfalls bereichernd. Jeder von ihnen weiß etwas anderes zu berichten, und jeder von ihnen setzt sich im Interesse von Herrn Ruf und mit wachsendem eigenem Interesse mit der Trennkost auseinander.
Herr Ruf kann aufgrund seiner schweren Behinderung nicht selbst kochen. Und die Helfer dürfen sich nun in die Trennkostküche einarbeiten.
Gleich zu Anfang hat sich Herr Ruf das Buch „So wirst du schlank für immer” von Ingrid Schlieske, besorgt und dieses seinen Betreuern in die Hand gedrückt.
Diese lernten z.B. auch Kichermehlspätzle zuzubereiten. Eines Abends um 19 Uhr klingelte bei mir zu Hause das Telefon und ein Helfer von Herrn Ruf meldete sich. Ganz stolz berichtete er mir, daß man sich gerade eine Spätzlemaschine zugelegt hätte. Und jetzt sollte sie ausprobiert werden. Nur mit dem Teig klappt es nicht so, wie es auf dem Beipackzettel von der Maschine beschrieben stand. Mich erreichte also ein „SOS”.
Ich konnte helfen und wir fanden heraus, woran es lag.
Am Seminarabend dann erzählte mir Herr Ruf, daß sie sich mit der Menge etwas vertan hätten. Er hätte etwa eine Woche lang Spätzle essen müssen.
Herr Ruf selbst fühlt sich in der Gruppe sehr wohl. Ihm gefällt das Klima, die Atmosphäre. Es ist schön für ihn, daß er sich einbringen kann. Beim zweiten Treffen kam von ihm der begeisterte Satz:

„Ich fühle mich fit wie ein Turnschuh. Mir geht es gut. Mit keiner anderen Diät zuvor habe ich das erfahren dürfen. Das Konzept stimmt einfach. Und ich finde es besonders gut, daß ich so viele verschiedene Rezepte ausprobieren kann.“

Über meinen Mann, der auch gelegentlich das Seminar hält oder am Schluß oft dazukommt, meint Herr Ruf: „Ich denke, daß Sie ein nettes Team sind. Hinter einer starken Frau steht ein starker Mann.” So wie er das von sich gab, will ich es an dieser Stelle einfach mal so stehen lassen. Es hat mich jedenfalls sehr berührt.

Gesundheitliche Verbesserungen
Seit sich Herr Ruf trennköstlich ernährt, wurde er des öfteren darauf angesprochen, wie gut er aussähe. Aber auch psychisch hat er sich verändert, er fühlt sich heute viel gelassener.
Er sagt: „Wenn ich gelassener bin, habe ich mehr Mut.”
Äußerlich gesehen hat sich auch seine Haut verbessert.
Bei seinen krankengymnastischen Übungen kann er jetzt ebenfalls die Früchte seiner Ernährungsumstellung ernten. Er ist deutlich beweglicher geworden. Seine Kraft in den Muskeln ist größer, und zeitweise hat er viel mehr Ausdauer.
Bei seiner Hüftdysplasie bringen ihm die Anwendungen der Salben Beinwell Haussalbe und Beinwell Fußsalbe, die ich ihm zusätzlich empfohlen habe, große Erleichterung. Beide hat er inzwischen fest in sein Pflegeprogramm eingebaut.

Herr Ruf über sich:
„Trennkost – ein Traum!“
Mein Name ist Bernhard K. Ruf. Seit ungefähr 12 Jahren wohne ich in einer Privatwohnung in Freiburgs Osten, bin Rollstuhlfahrer und ständig an Neuem interessiert. Vor allem bin ich für erfolgversprechende, grundlegende und sinnvolle Veränderungen zu haben. Eine Umstellung meiner Ernährung kam da gerade zur rechten Zeit. Seit langem finde ich dadurch wieder neue Kraft und Energie zu einem glücklicheren Leben.
Da ich seit einiger Zeit schwerstbehindert bin und deshalb relativ wenig Bewegung habe, war ich auf der Suche nach einer Form der Ernährung, bei der ich ein ausgewogenes und abwechslungsreiches System finden konnte.
Sicher war es kein Zufall, daß ich dabei auf Trennkost stieß, denn diese Ernährung bietet mir eine ungeahnte Vielfalt von Möglichkeiten. Durch diese Lebensweise konnte ich auch um die zehn von meinen wohl gehüteten, aber völlig überflüssigen Kilos abgeben.
Das zeigt mir: Dies war eine Entscheidung in die richtige Richtung.
Nie zuvor konnte ich mich derart wohlfühlen in meiner Haut. Ich bin seit der Umstellung im letzten November noch aktiver und leistungsfähiger geworden. Ich bin restlos überzeugt und begeistert! Ihr Bernhard K. Ruf

Artikel: Bioline-Magazin (Nejla Bürger)


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