Rösti mit Schafskäse und Paprikagemüse Ginseng
Jan 22

Tormentill wird auch Blutwurz genannt (Potentilla erecta)
Diese alte Heilpflanze hat ihren Namen, weil ihr Rhizom sich an den Schnittstellen oder Brüchen rasch blutrot färbt. Das liegt daran, dass die enthaltenen Gerbstoffe sich durch Sauerstoffeinwirkung in farbige Verbindungen umwandeln.

Umgangsprachliche Namen

  • Terpentill
  • Aufrechtes Fingerkraut
  • Rohrwurz
  • Rotwurz
  • Blutbrech
  • Blutkraut
  • Ruhrwurz
  • Buchwehwutzen
  • Roter Ginsel

Heilwirkung
Berühmt ist die Pflanze für ihre blutstillende Wirkung, die auf ihre blutgerinnenden Eigenschaften zurückzuführen ist.
Aber auch bei entzündlichen Erkrankungen in Mund und Rachenraum findet sie ihren Einsatz. Dazu werden Pinselungen der Mund- und Rachenschleimhaut durchgeführt, oder Spülungen, sowie Gurgeln.
In alten Schriften wird Tormentill zur Behandlung von Entzündungen, Abszessen, Drüsenschwellungen und Hauterkrankungen empfohlen. Zur Behandlung eignen sich Umschläge mit einer Abkochung aus der getrockneten Wurzel.
Innerlich genommen leistet Tormentill bei akuten Durchfallerkrankungen, deren Ursache zunächst ungeklärt ist, gute Dienste.
Blutwurz wirkt zusammenziehend, austrocknend und hemmend auf das Wachstum von Bakterien und Viren (durch Laborversuche nachgewiesen).


Vorkommen
Tormentill findet man auf Magerwiesen, aber auch in der Heide und im Moor.
Es wächst auch in Laub-, Misch- und Nadelwäldern. Es liebt stickstoffarme, leicht saure Böden. Seine vier hübschen gelben Blütenblätter sind zu einer kleinen Blume auf dünnem, aufgebogenem Stiel angeordnet, die Blätter sind unverkennbar handförmig fünfteilig mit jeweils 2 – 6 groben Zähnen.

Verwendung
Das Rhizom (Wurzelstock) wird im Herbst ausgegraben, von den dünnen Wurzeln befreit (abgeschnitten), nach Reinigung mit der Bürste kleingeschnitten, gewaschen und schließlich getrocknet. Die getrockneten Wurzelstücke können als Abkochung dienen oder zu Pulver vermahlen werden.

Zubereitung
Tee: 1/2 TL zerkleinertes, getrocknetes Blutwurzrhizom wird mit 150 ml kaltem Wasser angesetzt, kurz aufgekocht und nach dem Abkühlen auf Handwärme durchgesiebt.
Bei Durchfallerkrankungen: bis zu 3 x täglich eine Tasse leicht erwärmten Tee zwischen den Mahlzeiten trinken. Akut: 1 bis 2 TL Pulver und Wasser nachtrinken.

Tinktur:
kann man in der Apotheke kaufen. Sie wird mit 10 bis 20 Tropfen auf ein Glas Wasser zum Spülen der Mund- und Rachenschleimhaut verwendet.
Bei Entzündungen des Zahnfleisches: wird Tormentill-Tinktur mit Myrrhetinktur vermischt und mit einem Pinsel auf das Zahnfleisch aufgetragen

Erfahrungsberichte

Erste Hilfe
Tormentill gehört schon lange als wichtiges Heilmittel in meine Kräuterapotheke. Besonders für die Erste Hilfe ist es unverzichtbar. Es stillt Blutungen und dient der Desinfektion. Dazu streue ich Wurzelpulver auf die betroffenen Stellen.

Durchfall
Die Layouterin des BIOLINE Magazins litt kürzlich an heftigem Durchfall. Wegen des heranrückenden Abgabetermins an die Druckerei war sie in arger Bedrängnis. Dank Tormentill-Wurzelpulver, das sie einnahm und ein Glas Wasser hinterher trank, war sie rasch die Beschwerden los. Sie brauchte gleich nach der Einnahme für vier Stunden die Toilette nicht aufzusuchen.


Die Fingerkuppe war ab
Mein Sohn wollte Holz hacken. Dabei schlug er sich die Fingerkuppe ab. Es war zwar nur die äußerste Spitze, aber es blutete heftig und schmerzte sehr. Ich streute sogleich Tormentillpulver auf die Verletzung und verband den Finger. Schnell ließen Blutung und Schmerz nach. Diese Methode empfiehlt sich auch bei Abschürfungen oder wenn man sich an einer Reibe verletzt hat.

Zahnfleischbluten
Dem Rat, Zahnfleischbluten mit Tormentill zu behandeln, sind viele meiner Bekannten mit guten Ergebnissen gefolgt. Dazu wird Tormentilltinktur (Apotheke) einfach auf die Zahnbürste getropft und das Zahnfleisch wird damit massiert.

Reiseapotheke
Tormentill empfiehlt sich gegen Durchfall und andere Verdauungsbeschwerden, sowie zur Ersten Hilfe bei Verletzungen unbedingt für die Reiseapotheke.
Autorin: Hidelgard Kita
Kräuterfrau

Buchtipps zu diesem Artikel:
Dr. Küche und Dr. Gaten


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