Mai 12

„Die Bierschläuche essen den Meerrettich deswegen nicht gern, weil das beste Bier darauf nicht gut schmecket“
So sagte man schon in früheren Zeiten. Diese schlichte Feststellung leuchtet mir sofort ein: Meerrettich ist dermaßen scharf, daß neben ihm kein anderes Geschmacksempfinden möglich ist, jedenfalls nicht neben dem frisch geriebenen.
Denn dessen Geruch und Geschmack reizt auch zu Tränen.
Vor Jahren, in einem Wiener Restaurant, fühlte ich den Meerrettich hinter meinem Rücken nahen, denn ich fing an zu weinen, noch bevor er auf dem Tisch stand. Der frisch geriebene Kren, so heißt der Meerrettich in Österreich, ist mit gekochtem Schinken ein österreichisches Ostergericht.
Die unvermeidlichen Tränen, manchmal auch ein Brennen in den Augen, werden durch das scharfe Senföl verursacht, das im Meerrettich enthalten ist, neben Glucosinolaten und dem Vitamin C.
Meerrettich ist reicher an scharfem, flüchtigen Öl als alle übrigen Kreuzblütler, wie z.B. Rettich, Radieschen, Kresse oder Senf.

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