Mai 24

Da stand ich mal wieder im Stau. Daß eine Autobahn zu bestimmten Zeiten nur noch vom Namen her eine Schnellstraße ist, diese Erfahrung haben sicherlich die meisten Menschen schon mehr als einmal gemacht. Und dieses Mal betraf es auch mich. Auf dem Weg zum Wochenend-Seminar befanden sich einige Baustellen, wußte ich schon aus den Verkehrsnachrichten. Ich hatte mich demzufolge bereits auf Verzögerungen eingestellt.
Sicher, ich reise gerne möglichst schnell von A nach B. Ich freue mich ja auf das, was mich am Ziel erwartet.
Aber verlorene Zeit, das soll für mich die Fahrt auf keinen Fall bedeuten.
Vor Jahren war ich mit solchen Situationen noch völlig anders umgegangen. Wenn der zähe Verkehrsfluß einen sich anbahnenden Stau erahnen ließ, sträubten sich mir schon sämtliche Haare und ich überlegte fieberhaft, wie ich diesem Übel entgehen könnte. Innerlich damit beschäftigt, mir alternative Routen in Erinnerung zu rufen, setzte ich mich unter Zeitdruck. Dabei bewunderte ich insgeheim diejenigen, die mit stoischer Gelassenheit an den Stau heranfuhren, und auch nicht noch einmal schnell die Spur wechselten, in der Hoffnung, diese würde sich ein bißchen schneller bewegen. Ich sah, wie sie sich dann gemütlich räkelten und streckten und danach interessiert in die anderen Wagen schauten und mir freundlich lächelnd zunickten.

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Nov 21

An den Menschen, die in meine Seminare kommen oder Sitzungen bei mir nehmen, fällt mir immer wieder eine Sache deutlich auf: Sie alle sind mit sich selber immer viel zu streng und auf alle Fälle viel strenger als mit anderen.
Während sie bei anderen großzügig freundlichere Maßstäbe ansetzen, verzeihen sich die Menschen ihre eigenen Fehler immer viel schwerer und selbst ganz kleine unbedeutende Schwächen werden angerechnet. Die Folge ist ständige Selbstkritik und Unzufriedenheit mit sich selbst.

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