Sep 20

Jeder Mensch weiß, dass er sterben muss, nur der Hypochonder denkt ständig darüber nach, woran.
Wehe, er hat einen ganz ordinären Schnupfen, oder Durchfall, oder irgendetwas sicher Unangenehmes und auch Schmerzhaftes – mein Liebster ist dann nicht auszuhalten. Er jammert, als würde ihm gleich der Kopf abgeschlagen – und er lässt sich von mir bedienen. Einen Tee darf ich ihm bringen und ein Süppchen oder einen Zwieback – und dann wieder einen Tee und vielleicht eine Kleinigkeit zum Naschen. Mit dem Wunsch nach Naschereien hält er sich allerdings zurück, das sieht ja so aus, als sei der Appetit zurückgekehrt, als ginge es ihm besser. Es darf auch nicht zu laut sein in seiner Nähe, ich sollte am besten den Mund halten. Also sage ich nur leise vor mich hin: „Dieser Hypochonder“ – wie man das so sagt, wenn jemand kränklich ist, aber keine offenen Wunden zu sehen sind, keine Narben, er kein Fieber hat und auch nicht unheilbar krank ist.

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