Jun 17

oder:

Wie macht man aus einer Mücke einen Elefanten

„Mittwoch, 18.15 Uhr, da geschah es wieder. Ein kleiner Klick genügte, eine Situation, so alltäglich, daß sie sich gar nicht zu er-zählen lohnte, wenn nicht,  ja, wenn sie nicht dazu geführt hätte, daß ich 5 Minuten später eine Furie war.
Was war geschehen?
Christians Spielkamerad sollte in einer Viertelstunde abgeholt werden, und ich ging ins Kinderzimmer, um ihnen zu sagen, daß sie noch schnell aufräumen sollten, da Stefans Mutter gleich käme. Schon auf dem Flur rief ich: „Aufräumen, Martina kommt gleich!“ und dachte dabei, sie haben so schön zusammen gespielt, da helfe ich beim Aufräumen.
Doch als ich ins Zimmer trat, traute ich meinen Augen nicht. Die Legokiste lag ausgekippt auf dem Boden und das Schiff, an dem wir gestern so lange gebaut hatten, war kaputt. Mitten in dem Durcheinander lagen Bücher und Puzzlesteine.   Über zwei Stühlen hing die Wolldecke von Christians Bett. Das Deckbett lugte darunter hervor und einige Stofftiere. Das Kopfkissen und noch ein paar Tiere lagen rechts in der Zimmerecke.
„Wir haben Arche Noah gespielt“  riefen die beiden mit erhitzten Gesichtern, strahlend. „Laß die Tür zu, hier ist die Sintflut, sonst läuft das Wasser raus!“
„Wie sieht es denn hier aus ,“schrie ich,
„Wir räumen gleich auf, Mama! “
Ich hörte nicht.
„Dieses Chaos, könnt ihr denn nicht wie normale Kinder spielen, warum räumt ihr nicht erst die Legos ein und außerdem warum ist das Schiff kaputt? Wir haben so lange daran gesessen! Müßt ihr denn immer alles kaputtmachen? Außerdem weißt du ganz genau, daß du das Bettzeug nicht zum Spielen nehmen sollst, du hast doch extra die Spieldecken und Kissen!

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