Der Darm ist die Wurzel der Gesundheit Andere Farben ein anderer Mensch
Dez 05

Wer kennt es nicht, das Gefühl der Ohnmacht und das Gefühl der aufsteigenden Wut.
Man streitet!
Wie konnte es dazu kommen? Der eine sagt seine Meinung, der andere kommentiert sie. Die Auffassungen weichen ein wenig oder heftig voneinander ab. Mit Vehemenz vertritt jeder seine Variante. Die Unterschiede werden zu Differenzen und schon ist er da – der Streit.
Wie oft ist es uns schon so gegangen. Es ist uns nur zu vertraut, dieses aufwallende Gefühl, gegen das man sich nur schwer wehren kann. Dabei ist man doch im Recht.
Wirklich?
Neutrale Außenstehende können oftmals gar nicht verstehen, worum es geht. Sie können kaum nachvollziehen, was die Streitenden gerade so aufbringt und – auseinanderbringt.
Und genau hier findet sich der Ansatzpunkt.


Streiten hat eine wichtige Funktion in unserem sozialen Gefüge. Streiten dient der Verständigung

Das Ziel eines richtig geführten Streites ist die Einigung bei auseinanderdriftenden Meinungen.
Wie aber stellt man das an?
Es gibt ein altes Sprichwort, das da heißt: „Der Klügere gibt nach!“
Die sinnvolle Auslegung dieser weisen Worte allerdings erst bringt das gewünschte Ergebnis.
Zunächst einmal müssen dafür die Gemüter beruhigt werden, damit eine Auseinander-Setzung zu einer Zusammen-Setzung werden kann. Dazu ist es segensreich, wenn wenigstens einer der Streithähne die Ruhe bewahrt und bereit ist, die Aggressionen nicht zu schüren.
Es soll wieder eine Ebene geschaffen werden, auf der man sich ohne Aufregung begegnen kann. Ein „Wunder-Satz“ dafür kann zum Beispiel sein: „Ich glaube, wir beide haben im Moment sehr unterschiedliche Positionen eingenommen. Was hältst du denn davon, wenn ich einmal versuche zusammenzufassen, was du mir sagen möchtest und du mir sagst, was ich meine?“
Merken Sie etwas?
Beide Seiten wollen ja eigentlich die Angelegenheit im Moment unterschiedlich sehen. Es gilt nun, die Seite des anderen anzuschauen und den Grund für seine Sichtweise herauszufinden.
„Aber ich bin doch im Recht!“
So sehen es beide Kontrahenten. Wer aber entscheidet das eigentlich, das Recht haben.
Und wofür aber ist recht haben gut?
Schon unsere Oma sagte:

Es liegt alles im Auge des Beschauers!

Objektiv betrachtet haben beide Parteien meistens tatsächlich recht. Aber eben von ihrer subjektiven Betrachtungsweise aus.
Wie also kommt man bei einem Streit zu einem guten Ergebnis, das beiden Teilen ge – recht  wird?

Dafür gibt es eigentlich nur einen einzigen Weg. Und der besteht darin, sich zu öffnen für die Motive des anderen. Sich ehrlichen Herzens einzulassen auf seine Sicht der Dinge.

Soll ich denn um des lieben Friedens willen dem anderen recht geben?

Aber ja! Ich gebe ihm recht für seine Auffassung und mir selbst gebe ich recht für meine eigene Stellung.
Dazu verrate ich Ihnen jetzt noch eine absolute Zauberformel:
Sehen Sie Ihrem Diskussionspartner direkt ins Gesicht. Signalisieren Sie ihm Interesse für seine Person und seine Meinung und sagen Sie während seiner Ausführungen mehrfach: „Ich verstehe genau, was du meinst“.
Jetzt ist die Basis dafür geschaffen, daß jeder dem anderen entgegenkommen kann, ohne sein Gesicht zu verlieren. Das könnte zum Beispiel folgendermaßen aussehen: „Ich verstehe dich nun viel besser. Was hältst du davon, wenn wir jetzt beide ein wenig nachgeben und uns auf die Mitte einigen?“


Die Erfahrung hat gezeigt, daß der (vermeintliche) Gegner oftmals heil-froh ist, wenn ihm die (versöhnende) Hand gereicht wird.
Also doch: „Der Klügere gibt nach“?
Man könnte viel besser sagen: „Der Klügere macht den ersten Schritt“, oder „der Klügere beharrt nicht auf recht haben, sondern zeigt Verständnis für die Auffassung des anderen“.

Streit ist wichtig. Wir Menschen sind keine Opfertiere. Wir dürfen die Dinge, die uns belasten, nicht einfach hinnehmen. Wir sind darauf angewiesen, das Verständnis füreinander immer wieder neu zu erobern.
Streit muß also sein. Streit, der nicht ausgetragen wird, führt zu Enttäuschungen, zu Bitterkeit. Diese läßt sich im Körper nieder und führt oftmals zu Krankheiten. Hier sind die Ursachen für viele psychosomatische Leiden zu finden.

Streit – sollte man ihn nicht lieber gänzlich meiden?

Nein, das Klären der Angelegenheiten ist ein wichtiges Ziel. Unausgesprochenes gärt in unserem Kopf, in unserer Seele und wächst sich aus zu riesengroßer Last.
Wie oft haben wir erlebt, wie leicht uns ums Herz war, wenn es endlich ausgesprochen war, was vorher so bedrückend den Alltag überschattet hatte. Streit ist wie ein Gewitter. Es reinigt die Luft. Und das Gemüt.
Nie, nie darf Streit als Mittel der Macht mißbraucht werden, etwa um dem anderen die eigene Macht zu demonstrieren. Ein solcher Streit bringt keine Sieger hervor. Eher sind dann beide Parteien Unterlegene.

Streit ist nur dann fruchtbar – und macht nur dann Spaß (ja, Streit darf durchaus auch Spaß machen), wenn er in guter Absicht, mit gleichen Waffen für beide Teile, ausgetragen wird.

Trainieren Sie die Lust am Streiten

Achten Sie sorgfältig darauf, daß Ihr Streitpartner dabei nicht verletzt wird. Wenn er über das Ziel hinausschießt, bitten Sie ihn, den Streit mit Ihnen ebenfalls ohne Verletzungen weiterzuführen. Und vergessen Sie nicht, oben stehende „Zauberformel“ anzuwenden. Sie werden sehen, was passiert …

Schlucken Sie Ärger jedoch auf keinen Fall herunter. Sagen Sie Ihre Meinung auch auf die Gefahr hin, daß ein Streit daraus wird. Sie wissen ja jetzt, wie er so zu handhaben ist, daß er Ihnen und den anderen nützlich ist.
Befreien Sie Ihre Seele und damit auch Ihren Körper von unnötigem Ballast.
So werden Sie schnell herausfinden:

Streiten ist absolut gesund

Artikel: Bioline-Magazin


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