Sodbrennen muss nicht sein
Es ist schon bemerkenswert, wie viele Präparate man in der Apotheke kaufen kann, um dem „Volkslei-den Sodbrennen“ täglich neu zu begegnen
Jawohl, ich spreche hier von einem Volksleiden. Viele meiner Patienten sind davon zeitweise oder chronisch betroffen. Und weil das saure und brennende Aufsteigen der Magensäure in die Speiseröhre zwar unangenehm ist, aber nicht direkt als Krankheit gewertet wird, erfährt es weder durch den Betroffenen, noch durch den Arzt zumeist die Beachtung, die nötig wäre.
Auch die Arzneimittelwerbung tut ein übriges, um diese Warnsignale des Körpers zu verharmlosen. „Nimm doch einfach eine klei-ne Pille oder ein Pülverchen, schon bist du die Plage los“. Gewiß kann mit solchen Gaben eine vorübergehende Erleichterung erreicht werden. In den meisten Fällen werden dafür Salze zum Einsatz gebracht, die die Magensäure neutralisieren.
Hört sich doch gut an, n e u t r a l i s i e r e n, nicht wahr? Nur die Ursache des Leidens wird damit nicht behoben. Nach der nächsten Mahlzeit ist es wieder da, das eklige, scharfe und ätzende Gefühl, das oft sogar im Mund zu schmecken ist.
Aber nehmen wir doch einfach…
Sodbrennen ist ein Anzeichen für eine überschießende Säureproduktion im Magen
Diese Säure ist in solcher Überfülle vorhanden, daß sie in der Speiseröhre hochsteigt.
Dort kann sie Verätzungen hinterlassen. Die Folge ist eine Verletzung der Auskleidung der Speiseröhre, die nicht reparabel ist. Verschiedene Beschwerden können daraus resultieren, bis hin zur Bildung von bösartigen Tumoren.
Dabei ist Sodbrennen in den allermeisten Fällen vermeidbar und durch Veränderung des Speiseplanes oft in wenigen Tagen zu beheben
Das Geheimnis liegt im drastischen Reduzieren von säurebildender Nahrung und im Bevorzugen von basenbildenden Lebensmitteln.
Stark säurebildende Nahrung ist z.B.
- Fleisch, Wurst, tierisches Fett
- Getreide (auch Brot)
- Zucker
- Eier
Starke basenbildende Nahrung ist z.B.
- Gemüse
- Salat
- Obst
Wie rasch solche Veränderungen wirken können, zeigt ein Erlebnis, das ich in meiner Praxis hatte.
„Trittbrettfahrer“ profitieren wider Willen
Im Rahmen meiner Patientenbetreuung leite ich auch die Trennkostgruppen, die zur Gewichtsreduktion Kuren auf der BIOFIT-NESS-Farm im Vogelsberg in Hessen.antreten.
Dabei kann ich mich noch gut an eine nette Dame erinnern, die von ihrem Gatten begleitet wurde. Nein, um seine Pfunde ging es nicht, verteidigte er seine kräftige Statur mit beachtlichem Bauch. Seine Liebste war es, die nach einer schlanken Taille strebte. Er wollte lediglich, solidarisch wie er war, das karge Mahl (vorübergehend) mit ihr teilen.
So setzte er sich dann auch demonstrativ in die äußerste Ecke des Seminarraumes, derweil ich mit meinen Teilnehmern über Ernährung diskutierte.
Wir redeten, er schrieb. In den ersten Tagen schenkte unser stummer Gast dem Geschehen bei uns wenig Beachtung. Allerdings probierte er meine Sojakost und nickte anerkennend, als ich ihn nach dem Geschmack fragte.
Das ging so eine Woche, bis er sich plötzlich zu Wort meldete.
Er wollte uns mitteilen, wie begeistert er von unserem Ernährungskonzept sei. Ja, zugegeben, er war mit seiner Frau nur mitgefah-ren, weil sie ihren unzähligen Diätbemühungen der Vergangenheit eine weitere anfügen wollte. Er konnte nicht recht glauben, daß es diesmal besser funktionieren sollte als jedesmal bisher. Die Anfangserfolge waren schließlich immer bemerkenswert gewesen. Aber schnell war dann alles wieder wie vorher. Auch diesmal wußte er nicht, ob die super Ergebnisse von Dauer sein würden.
Nur eines wußte er ganz genau: er für seine Person würde in Zukunft garantiert anders essen als zuvor. Erstens hätten ihn meine Ausführungen überzeugt. Zweitens hatte er ohne zu hungern auch schon 8 kg abgenommen, obwohl er das gar nicht erwartet hatte. Aber drittens hätte sich sein Sodbrennen, das ihn schon jahrelang begleitet hatte, regelrecht in Wohlgefallen aufgelöst.
Neben sich hatte unser begeisterter „Mitläufer“ eine doppelfaustgroße Tüte zu stehen, die er nun schwenkte. „Hier, das ist meine Ration für diese 3 Wochen. Von den Dragees darin, die mir gegen Sodbrennen sonst unentbehrlich sind, habe ich seit meiner Anreise noch keine einzige nehmen müssen. Ich frage mich nur, weshalb ich das Zeug in der Vergangenheit massenweise in mich hinein-gefuttert habe, wenn es tatsächlich nur an der Ernährung liegt, ob ich sauer aufstoße oder nicht.“
Ich freute mich sehr über die Erfolge des Gastes, der das ausdrückte, was ich schon vielfach erlebt hatte. Sodbrennen verschwindet bei basenreicher Kost oftmals regelrecht über Nacht.
Übrigens rief dieser Herr, der ja eigentlich mein Gast gar nicht war, mich einige Wochen später aus Hamburg, seiner Heimatstadt, an: „Ich stehe hier mit meinem Auto vor einem Fischladen. Welche Fischsorte kann ich denn nun zu einem Brötchen essen?“ Ich riet ihm zu einem rohen Lachs mit Zwiebeln.
Bei dem Handy-Gespräch wurde mir noch einmal versichert, daß das Ehepaar noch immer strikt nach der Trennkost-Diät leben würde und das solle auch so bleiben.
Weshalb einfach, wenn es umständlich auch geht. Diese Meinung wird vielfach von der Schulmedizin, erst recht aber von Pharmazie-Unternehmen, vertreten und dann wird Medizin en gros konsumiert.
Wenn es aber möglich ist, natürliche Lösungen zu finden, so sind diese anzuraten. Und eine sinnvolle Ernährungsumstellung ist eine solche Lösung.
Im Fall von Sodbrennen läßt die Wirkung nicht auf sich warten.
Autorin: Ilona Martin
Heilpraktikerin, Ernährungsberaterin
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