Petersilie (petroselinum crispum) Esssucht
Mrz 31

Sie machen Spaß, wecken Lebensfreude und aktivieren Körper und Geist
„Oh Susanna why don´t you cry for me …”, dröhnt es aus unseren Kehlen. Nur gut, daß kein Musikkritiker in der Nähe ist, denn für diese Gesangsdarbietung würde es ganz klar heißen: Deutschland - Null Punkte. Für den Spaßfaktor allerdings könnte uns glatt der OSKAR verliehen werden, keine Frage! Ja, Spaß haben wir jedes Mal, wenn wir uns einmal pro Woche zum gemeinsamen Sitztanz treffen. Dann sitzen junge Menschen neben alten und gesunde neben kranken, und wir alle fühlen uns wohl und sprühen nur so vor Lebenslust.

Sitztanz weckt Lebensfreude, aktiviert sowohl den Körper, als auch den Geist und ist für Menschen jeden Alters geeignet, die nicht in der Lage sind, „normal“ zu tanzen.
Aber auch für alle anderen, die mitmachen wollen aus Spaß an der Freude.
Rheumakranke Kinder machen mit der gleichen Begeisterung ihren Sitztanz, wie auch gehbehinderte Erwachsene, Senioren oder Rollstuhlfahrer, oder Leute, die nicht mehr so ganz gut auf den Beinen sind. Das Schöne daran ist das Erlebnis, gemeinsam in der Gruppe zu sein und die unterschiedlichsten Bewegungen auszuführen.

Und so geht es
Wir sitzen im Kreis, haben Blickkontakt zu allen anderen die mitmachen und jeder ist wichtig für das Gelingen des Ganzen.
Wir bewegen Arme oder Beine, singen leise oder laut mit, gucken grimmig oder verschmitzt, je nach dem was die Musik uns vorgibt. Wichtig dabei ist, auch die Po- und Oberschenkelmuskulatur immer wieder anzuspannen, damit auch die „untere Körperhälfte“ trainiert wird. Jeder macht das, was ihm möglich ist und wir sind immer im Austausch mit den anderen Mittänzern. Dabei werden die Arme im Rhythmus zur Seite geschwenkt, nach oben gestemmt, nach hinten gebogen, um die Taille geschlungen. Der Körper beugt sich weit vor, neigt sich zur Seite und nach hinten oder beschreibt Kreise. Varianten gibt es also unzählige. Auf diese Weise ist Sitztanz Sport, Geselligkeit, Therapie und Prävention in einem.
Was will man eigentlich mehr?

Wirkungen auf die Gesundheit

  • Die Bewegungen aktivieren das Herz- Kreislaufsystem und steigern die Blutzirkulation.
  • Muskeln werden gedehnt und gekräftigt, gelockert und entspannt.
  • Das Mitsingen fördert die Sprechmöglichkeiten und die Atemtätigkeit. Durch die Kombination von Bewegung und Atmung wird der Sauerstoff auch in die entferntesten Zellen transportiert.
  • Koordinationsübungen fördern die Geschicklichkeit von Körper und Geist.
  • Schnelle Bewegungswechsel üben das Reaktionsvermögen.
  • Das Erinnern von Text und Bewegung, sowie die Koordination von beidem, übt ganz besonders das Zusammenspiel der beiden Gehirnhälften.
  • Die Wahrnehmung von sich selbst und von den anderen wird verbessert.
  • Die Motivation durch die Gruppe kann die eigene Motivation erheblich anspornen.
  • Beim gemeinsamen Erfinden neuer Sitztänze wird die Kreativität und Kommunikation der Mittanzenden gefördert.

Für wen sind Sitztänze geeignet?
Grundsätzlich für jeden, der auf einem Stuhl sitzen kann, besonders jedoch für gehbehinderte Menschen. Bei Rheuma, Multipler Sklerose, Arthrose, Gicht, Schwindel, Diabetes und anderen Erkrankungen, können Sitztänze den Bewegungsmangel ausgleichen, das Herz-Kreislauf- system anregen und die Infektanfälligkeit mindern. Für Menschen, die lange keinen Sport betrieben haben oder nach einer langen Erkrankung noch nicht so stark sind, kann dies der Einstieg in ein neues Bewegungstraining sein.

Welche Musik ist geeignet?
Zu fast jeder Musik kann man Sitztänze gestalten, egal ob Walzer, Tango, Chachacha, Volkslied, Unterhaltungsmusik, Schlager, Hipp-Hopp, Funk, Salsa oder Kinderlied. Man beginnt am besten mit einer langsamen Musik und einem festen Rhythmus zum Mitzählen, z. B.:
1, 2, 3, 4 – 1, 2, 3, 4 –  1, 2, 3, 4 –
1, 2, 3, 4. Später, wenn man die Bewegungen einstudiert hat und sich sicher ist, kann dann auf eine schnellere Musik umgewechselt werden.

Einige Grundbewegungen:
Diese sollen nur einen kleinen Anstoß geben und Bewegungsmöglichkeiten aufzeigen. Sie werden bald merken, daß Ihnen noch viele andere Bewegungen einfallen werden. Vielleicht machen Sie in Zukunft bei jeder Filmmusik im Fernsehen automatisch einen kleinen Sitztanz.

Beine:

  • Einfaches Gehen auf der Stelle (Abwandlungen: nur mit der Fußspitze oder der Ferse auftreten)
  • Füße nebeneinander, Fußspitzen zusammen und Fersen auseinander und zurück
  • Kickbewegung, so als ob man einen Ball wegschießt, mal nach rechts, mal nach links


Arme:

  • Boxen
  • Fahrradfahrbewegung mit den Armen
  • Arme nach oben in die Luft und mit den Handgelenken kreisen


Klatschen:

  • auf die Oberschenkel
  • eigene Hände zusammen
  • klatschen beider Hände mit dem rechts sitzenden Nachbarn
  • rechte Hand klatscht mit dem rechten Nachbarn, linke mit dem linken


Kopf:

  • Nicken nach rechts oder links
  • Kopfschütteln nein, nein, nein
  • Blick zum Himmel oder zur Erde
  • Kopf kreisen
  • mit dem Kopf eine liegende 8 beschreiben

Ein Beispiel zum Üben und Sitztanzen
Singen: Hänschen klein ging allein…
Bewegungen: die Füße gehen auf der Stelle (4 Schritte)
…in die weite Welt hinein:
in – auf die Oberschenkel hauen
die – Hände zusammenklatschen
weite – Arme nach oben strecken
Welt hinein – über die Seiten nach unten bewegen
Singen: Stock und Hut stehn im gut…
Bewegungen: wieder auf der Stelle gehen (4 Schritte)
…ihm ist wohlgemut:
ihm – auf die Oberschenkel hauen
ist – Hände zusammenklatschen
wohl – Arme nach oben strecken
gemut – über die Seiten nach unten bewegen, usw..

Beim Einüben langsamer und später einfach schneller singen. Wenn man das Lied dann z.B. 10 mal hintereinander schnell singt und sich dazu richtig bewegt, dann kommt man echt aus der Puste.

Ist spezielle Kleidung oder Material erforderlich?
Nein, das ist das Gute am Sitztanz, man braucht gar nichts außer Musik (die eigene Stimme reicht), bequemer Kleidung und schon kann es losgehen.
Mehr Spaß macht es in der Gruppe mit bunten Fächern, Tüchern oder Servietten, kleinen oder großen Bällen oder für Kinder auch mit Kokosnüssen (Lied: „Wer hat die Kokosnuß geklaut?“).

Kann ich auch alleine sitztanzen?
Aber natürlich, sobald eine schöne und flotte Musik im Radio zu hören ist, einfach mittanzen:
Schritte auf der Stelle, mal einen Kick nach vorn, die Hände in die Luft oder ein paar Boxschläge nach rechts und links…, der Phantasie für den persönlichen Sitztanz sind keine Grenzen gesetzt.

Kann man Sitztanz auch offiziell lernen?
Wenn Sie selbst Sitztanz-Gruppen leiten möchten, dann gibt es Kurse in manchen Volkshochschulen oder beim Deutschen Roten Kreuz. Versuchen Sie es aber vielleicht auch einfach mit ein paar Freunden oder einer schon bestehenden Gruppe. Sie werden sehen, es geht wirklich leicht und macht allen viel Spaß.

Wissenswertes: Sitztanz in der Südsee
OTUHAKA heißt ein traditioneller Sitztanz, der nur zu Ehren des Königs von Tonga dargeboten wird

Text:
Zum Lied „Ein kleiner Matrose umsegelte die Welt“, werden die Handbewegungen gemacht, alleine, gegengleich oder auch die 4 Hände zusammengelegt.
Um den Sitztanz auszuführen, muß man nicht behindert sein. Wer viel sitzt, wer bewegungsarm lebt, kann so jede kleine Pause nutzen, um den Kreislauf und die Muskel wieder in Schwung zu bringen.

Der Körper wird es ihm danken!

Artikel: Bioline-Magazin (MariaGabriela Thy)


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