Fröhlichkeit ein hilfreicher Begleiter Chicorée – das feine Gemüse
Mrz 03

Die Nation ist schlaflos!
Diesen Eindruck gewinne ich mehr und mehr nach unzähligen Gesprächen mit meinen Patientinnen und Patienten.
Die Klagen darüber sind ganz unterschiedlicher Art. Oftmals verstecken sie sich hinter ganz anderen Beschwerdebildern und werden nur am Rande erwähnt. Erst durch mein nachdrückliches Hinterfragen komme ich oftmals diesem wichtigen Symptom auf die Spur.


Frau Karin S. z.B. leidet seit Jahren an chronischen Magenschmerzen. Eine Spiegelung, zu der ich sie schickte, zeigte kleine Geschwüre. Der Zwölffingerdarm wies ebenfalls Geschwüre auf, die jedoch bereits vernarbt waren. Weiterhin machten Frau S. Durchfall im Wechsel mit gelegentlichen Verstopfungen zu schaffen. Sie wirkte auf mich sehr nervös und etwas depressiven Eindruck. Auf mein eindringliches Befragen berichtete sie mir, daß sie keine Nacht richtig schlafen könne. Nach kurzer Einschlafzeit wache sie regelmäßig auf und liege dann stundenlang wach. Erst in den frühen Morgenstunden sinke sie in einen tiefen Schlaf und habe Schwierigkeiten, morgens pflichtgemäß aufzustehen.

Herr Sigfried N. suchte mich wegen seiner ewigen Schmerzen im Halswirbelbereich auf. Er klagte über daraus resultierende Kopfschmerzen, gegen die keine Tabletten halfen. Besonders lästig sind ihm diese Beschwerden, weil in seinem Beruf lange Arbeitszeiten und starker Streß üblich sind. Dafür benötige er besonders viel Energie. Ich erkundigte mich bei meinem Patienten danach, ob sein nächtlicher Schlaf ausreichend sei und wie es mit der Schlafqualität aussehe. Erst daraufhin berichtete er mir, daß er es seit Jahren gewohnt sei, mit nur wenig Schlaf auszukommen. Eigentlich wüßte er gar nicht mehr, wie das sei, erholsam und tief zu schlafen. Er habe vielmehr das Gefühl, daß er bei seiner anstrengenden Tätigkeit seinen „Motor“ extrem hochjage und ihn dann, zur Bettzeit, nicht ausschalten könne. Er schlafe ein, schrecke hoch, das Herz rase. Dann läge er im Bett und versuche, sich zu entspannen. Jedoch kehre, wie bei einer defekten Schallplatte, immer der gleiche Gedankengang zurück. Auch hier käme es zum Einschlafen erst in den Morgenstunden. Wie gerädert und völlig unausgeschlafen wache Herr N. nach dem flüchtigen Morgenschlaf auf. Erst mehrere Tassen starken Kaffees ermöglichten dann die nötige Wachheit, um den Tagespflichten überhaupt nachkommen zu können.

Bei Frau Ella G. sieht es nicht viel anders aus. Sie kommt zu mir wegen ihrer Herzrhythmusstörungen. Dabei stellt sich heraus, daß diese Beschwerden sie insbesondere nachts quälen. Sie liegt dann im Bett und zittert regelrecht vor Angst vor den nächsten „Aussetzern“. Überhaupt plagt sich Frau G. extrem mit Lebensängsten. Sie erwägt jede Handlung ganz genau und betrachtet ihr Für und Wider. Seit sie sich erinnern kann, war sie eigentlich so unentschlossen. Bei allen Plänen, die in ihrer Umgebung geschmiedet wurden, erwog Frau G. jede negative Möglichkeit, die passieren könnte. Nachts dann fühlt sie sich regelrecht verfolgt von rabenschwarzen Gedanken und Befürchtungen. Ihr Herz rast dann immer schneller, setzt gelegentlich in unregelmäßigen Abständen aus und an Schlaf ist nicht mehr zu denken. Entsprechend unausgeschlafen und angespannt fühlt Frau G. sich dann am Tage.

Bei allen meinen Patienten nehme ich sorgfältig ihre Beschwerdebilder in ausführlichen Gesprächen zur Kenntnis und notiere mir alle Einzelheiten. Diese Symptome nämlich sind die Grundlage für meine Suche nach dem passenden homöopathischen Mittel. Dabei ist oftmals regelrecht detektivischer Spürsinn erforderlich. Erst wenn bestimmte Symptome zueinander passen, „greift“ das Mittel. Oftmals habe ich dann erlebt, wie fast über Nacht Besserung, manchmal sogar Heilung erreicht werden konnte. Die Schlaflosigkeit kann dabei durchaus ebenfalls günstig beeinflußt werden.

Häufig jedoch ist die Schlaflosigkeit als chronische Erkrankung zu sehen und benötigt einen langen Weg zur vollständigen Heilung

Der Mensch verfügt über einen inneren Rhythmus. Dieser funktioniert sehr zuverlässig, praktisch wie eine Uhr. Es braucht schon einiger regelrecht brutaler und ausdauernder Einwirkungen, um dieses Gleichgewicht zu stören. Genau deshalb benötigt es aber relativ viel Zeit, hier wieder auszugleichen und zurückzufinden zu der ursprünglich vorhandenen Körperharmonie.

Was aber hat dazu geführt, daß immer mehr Menschen über quälende Schlaflosigkeit klagen und keinen Ausweg aus dieser krank machenden Situation sehen?

Hier sind die Ursachen, die uns den heilenden und regenerierenden Nachtschlaf rauben:

• Reizüberflutung heißt der Feind Nr. 1
Da gibt es zum einen den Lärm. Wir hören ihn praktisch pausenlos. Straßenlärm, Klingel der Telefone, laute Stimmen, Musik, der Fernseher läuft, Geräusche von Baumaschinen, elektrische Werkzeuge. Im Urlaub geht es weiter. Fluglärm läutet ihn ein. Überfüllte Strände, Diskomusik im Hotel, lärmende Touristen. Es ist laut, laut, laut. Unser Leben ist von einem ständigen Geräuschpegel überlagert. Hören wir (vorübergehend) einmal nichts, vermissen wir etwas. Wir sind die Stille nicht gewöhnt. Sie erscheint nach einer erholsamen Weile fast langweilig. Rasch begeben wir uns wieder in die gewohnte Geräuschkulisse.
Dabei benötigen wir zu unserem inneren Gleichgewicht den Wechsel von lautloser Stille und lärmender Geschäftigkeit unbedingt. Der Genuß an der Geräuschlosigkeit aber ist uns irgendwie abhanden gekommen.

• Streß heißt der Feind Nr. 2
Es ist das pausenlose Tun. Non-stop wird gearbeitet, erledigt, organisiert und gerackert. Davon ist der Manager genauso betroffen wie die rastlose Hausfrau. „Habe ich auch nichts vergessen? Bin ich allem und allen gerecht geworden? Wie kann ich mehr verdienen? Wie lege ich mein Geld an? Was alles muß ich morgen tun?“

„… am Sonntag sollst Du ruhen!“ So steht es schon in der Bibel. Wie aber die Gedanken abschalten? Wie steht es mit der Gelassenheit? Wo dient der Feier-Abend noch dazu, den Tagesabschluß zu feiern? Die Muße ist es, die heutzutage fehlt als Gegengewicht zu einem hektischen Alltag.

• Ärger heißt der Feind Nr. 3
Wie schnell sind wir dazu bereit: uns zu ärgern. Es gibt aber auch zu viele „ärgerliche“ Situationen. Ärger geht einher mit Bitterkeit und Enttäuschung. Kollegen mobben, der Chef ist ungerecht. Kinder gehen andere Wege als von uns gewünscht, Freunde lassen uns im Stich. Wir leben in einer Stimmung ständiger Erregung.

Gleichmut (nicht Gleichgültigkeit), Nachsicht, friedliche Gedanken können die Wogen glätten. Dazu gehört auch das absolute Vertrauen in die guten Absichten der Menschen in unserem Umfeld, genauso wie die eigene beste Absicht bei allem Tun.

• Angst heißt der Feind Nr. 4
Es gibt genug Gründe für Ängste und Befürchtungen. Angst um die Existenz, um den Arbeitsplatz machen uns zu schaffen. „Überflügelt mich gar ein Kollege? Muß ich die Konkurrenz fürchten, wenn ich selbständig bin? Gibt es Kriege? Werde ich krank? Passiert den Kindern etwas? Reicht mein Geld für das Alter? Mögen die Menschen mich? Geht mein Partner fremd? Wie sicher bin ich überhaupt?“

Selbstbewußtsein ist hier das beste Gegenmittel. Und – es gilt Verantwortung für sich selbst freudig zu übernehmen. Dann schwindet die Angst vor dem Leben.

• Kaffee, Alkohol, Cola, Zigaretten sind die Feinde Nr. 5
In manchen Büros wird literweise Kaffee konsumiert, Alkohol gibt es bei jeder Gelegenheit. Cola ist bereits für Kinder zum Volksgetränk geworden. Bei vielen Begegnungen werden Alkohol und andere Stimulanzien als Selbstverständnis serviert.
Die Genußmittel sind hochwirksame Drogen, die nervös machen, und im Übermaß konsumiert, der Gesundheit schaden. Ein Übermaß ist aber schon dann erreicht, wenn Konsum den Genuß abgelöst hat.

Viel, viel Wasser soll täglich getrunken werden, damit die Fließtätigkeit des Blutes (Viskosität) gewährleistet ist. Giftstoffe, Schlacken und Stoffwechselrückstände werden auf diese Weise besser entsorgt. Damit vermindert sich übrigens oft starkes Herzklopfen, das vielfach auf schwer fließendes Blut zurückzuführen ist. Genußmittel sollen, in kleinen Mengen verzehrt, eben dem „Genuß“ dienen und nicht der eigenen Unersättlichkeit.

• Falsche Ernährung ist der Feind Nr. 6
Wir essen zu viel, zu schwer, zu fett und abends zu spät und zu große Portionen. Der Organismus ist extrem gefordert, die Stoffwechselprozesse zu erledigen. Spätfolgen einer solchen Unvernunft sind dann Magen-, Bauchspeicheldrüsen- und Gefäßprobleme.

Die Nacht dient eigentlich der Regeneration des ganzen Körpers, auch der Regeneration der Verdauungsorgane. Dafür darf er am Abend nicht mehr über Gebühr belastet werden. Insgesamt ist ein Überstrapazieren aller Organe grundsätzlich schädlich.

Im Patientengespräch stellt sich zumeist heraus, daß fast gegen alle Schlaf-Feind-Punkte verstoßen wird. So mache ich erst einmal eindringlich klar, daß ich es nicht sein kann, der einem Patienten, einer Patientin zu besserem Schlaf verhilft. Aber ich kann guten Schlaf durchaus verheißen.
Dafür listen wir gemeinsam auf, was genau zu dieser quälenden Schlaflosigkeit geführt hat. Punkt für Punkt diskutieren wir individuell, wie in diesem besonderen Fall Abhilfe geschaffen werden kann.


Was kann verändert werden?

Reizüberflutung
Wann und wie genießt man regelmäßig die Stille? Dafür rate ich zu Ausflügen in die Natur und zu einem Meditationskurs in der VHS oder anderen Schulen.
Streß
Wo ist er selbst verursacht, wo kann er halbiert werden? Welchem Streß kann aus dem Weg gegangen werden?
Ärger
Affirmation hilft: Ich empfehle Bücher und Wochenend-Kurse für positives Denken (Kurse).
Angst
Ich empfehle Bücher, Kassetten, gegebenenfalls Heilhypnose, positives Denken.
Drogen
Zunächst ganz verzichten, später reduzieren auf seltenen Genuß. Das bezieht sich auf Kaffee, Tee, Cola, Süßes, Alkohol, Zigaretten u.a..
Ernährung
Für die ersten Wochen empfehle ich, die Hauptmahlzeit mittags einzunehmen; nachmittags noch ein Stück Obst und einen Joghurt, abends nichts mehr.

Nach meinen Erfahrungen ist die Schlaflosigkeit sehr, sehr häufig mit dem belastenden Abendessen verbunden. Viele meiner Patienten und Patientinnen haben, nachdem sie dieses ganz weggelassen hatten, zu ihrer Überraschung endlich wieder tief geschlafen.

Danach folgt gleich das Festhalten des Tages. Es ist wichtig, das Tagesgeschehen wirklich loszulassen. Sehr hilfreich dafür können Meditationsübungen sein und ein strenges „Abendritual“. Dieses kann bestehen aus: Spaziergang, Sauna, Schlaftrunk, Affirmationsübungen. Wichtig ist dabei das genaue Einhalten eines Stundenplanes.

Folgende Ratschläge sind ebenfalls beste Naturmedizin und fördern den Schlaf:

Kneippscher Unterschenkelguß vor dem Schlafengehen
Die kalte Dusche wird langsam an der Beininnenseite, am Fuß beginnend, über das Knie an der Beinaußenseite wieder bis zum Fuß geführt. Die Wassertropfen werden mit den Händen nur abgestreift. Darüber wird eine dicke Wollsocke gezogen. Dann geht es gleich ins Bett.

Kalte Bauchkompresse
Ein Küchenhandtuch wird zweimal zusammengefaltet, in kaltes Wasser getaucht, ausgewrungen und auf den Unterbauch gelegt (oberhalb der Blase). Darüber kommt ein zusammengelegtes Frotteetuch. Gleich ins Bett gehen. Die Kompresse nach zwei Stunden entfernen oder über Nacht auf dem Bauch lassen.

Kräuter-Tee
Baldrian-/Hopfentee
Baldrian wirkt entkrampfend und beruhigend; Hopfen macht schläfrig und wirkt ebenfalls beruhigend.

Ätherisches Öl
Lavendel ist der Duft, der beruhigend, besänftigend, glättend wirkt. In der Duftlampe oder einfach nur als Tropfen auf ein Papiertuch gegeben, hilft es bei der Suche nach dem Schlaf.

Heilsteine
Deutliche Beruhigung und Schlafförderung dieser Halbedelsteine nach der Heiligen Hildegard von Bingen. Dabei eignet sich für Frau der Rosenquarz, für Männer der Amethyst. (Bei Herzrasen den Rosenquarz direkt auf die Herzregion legen).

Kava Kava
Kräutertabletten aus der Kava-Kava-Wurzel wirken langfristig beruhigend und Streß mindernd, ohne geistige Dämpfung oder Ermüdung. Konzentrationsvermögen und Leistungsfähigkeit sollen sogar gesteigert werden.

Johanniskraut
als Dragees oder Tee ist gemütsaufhellend. Wirkung tritt jedoch erst nach mehreren Wochen auf und verbleibt nur bei regelmäßiger Anwendung.

Japanisches Heilströmen
Gute Ergebnisse erzielen meine Patienten mit dem Japanischen Heilströmen.
Dafür empfohlen:
1. Fingerspitze einer Hand auf die Mitte des Handballens der anderen Hand legen (20 Minuten)
2. Energiepunkte 20 und 21 gemeinsam strömen, hilft gegen kreisende Gedanken (20 Minuten)

Entcoffeinierter Kaffee
regt nicht auf, sondern an. Gelegentlicher Genuß ist erlaubt.

Homöopathische Mittel
Mit Kalium phosphoricum und Magnesium phosphoricum habe ich oft gute Erfahrungen gemacht.
Homöopathische Behandlung kann nicht genauer bezeichnet werden, da sie für jeden Patienten individuell ermittelt werden muß, um nicht Reaktionen zu erwirken, die unerwünscht sind.

Man kann es durchaus erreichen, wieder einen tiefen und erholsamen Schlaf zu finden.

Und das sagen Patienten, die den flüchtigen Gesellen, den Schlaf, wieder eingefangen haben:

„Ich wußte lange Jahre nicht mehr, wie wundervoll man sich nach einer Nacht fühlen kann, in der man gut und fest geschlafen hat.“

„Als ich nicht schlafen konnte, fühlte ich mich wie gefoltert. Heute bin ich wieder ausgeschlafen und glücklich.“

„Jetzt verspüre ich wieder volle Energie durch meinen Körper strömen – ein herrliches Gefühl.“

Schlafen wie gewiegt – so gehört es natürlicherweise zu unserem Leben.
Mit etwas Geduld ist er wieder zu erobern- der tiefe, feste Schlaf

Artikel: Bioline-Magazin


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