Unsere Körperhaltung Mein Weg zur Trennkost
Feb 03

Wohl kaum eine Formulierung ist so mißverstanden worden wie diese!
Unser aller Fußballkaiser, Franz Beckenbauer, hat diesen Ausspruch populär gemacht. Und eine ganze Nation folgte dieser „Philosophie“.

Schaun mer mal…!“ Das ist eine Antwort, die paßt auf vieles. Sie ist zu einem „geflügelten Wort“ avanciert und wird von Jung und Alt angewendet.
Sie ist ein wenig nebulös, sagt alles und nichts.
Der, der sie benutzt, weicht einer wirklichen Antwort aus.

Dies versuche ich in meinen Wochenend-Workshops „Erfolgstraining“ meinen Teilnehmern vor Augen zu führen.

Auf diese Weise grenzt man sich von Problemlösungen ab und umgeht die konkrete Erledigung einer Aufgabe.


Auf meine drängende Frage nach einer genauen Zielsetzung in Bezug auf berufliche oder private Pläne erhalte ich dann oft folgende Antworten:

  • Es kommt darauf an…
  • Das laß ich mal auf mich zukommen
  • Mal sehen, was sich so ergibt…
  • Ich bin für alles offen…
  • Aber zuviel an Erfolg soll es auf keinen Fall werden…
  • Gut verdienen will ich schon, aber…
  • Glücklich sein, das strebe ich an…
  • Ich will die Menschen bereichern…
  • Mein Beruf soll Spaß machen…
  • Ich will schnell ans Ziel kommen…
  • Ich hoffe, daß mir noch vieles gelingt…
  • Ich lasse mich überraschen…

und so weiter und sofort…

Alle diese Aussagen sind zu vergleichen mit einem Start zu einer Fahrt auf dem Schiff mit unbekanntem Ziel.
Schon im Reisebüro kann ich nicht sagen, wohin mich die Reise führen soll. „Ich will halt verreisen, und es soll schön sein am Ziel.“
„Aber soll es dort kalt sein oder warm, soll die Fahrt lang sein oder kurz, wollen Sie viel ausgeben oder wenig, wollen Sie diese Woche noch ankommen oder erst in der nächsten?“

Wichtig ist es doch, vor Antritt der Reise genau festzulegen, wo genau mein Ausgangspunkt ist und wo genau ich hin will.
Nur wenn ich mir selbst darüber exakt im Klaren bin, kann der allerkürzeste Weg zu meinem Ziel gewählt und eingeschlagen werden. Mache ich keine genauen Angaben, können mich Irrwege sonstwohin führen.
In der Regel aber wird eine Reise genau geplant. Dabei fällt es den meisten Menschen leicht, ihr Ziel genau zu bestimmen.

Geht es aber um entscheidende Vorhaben im Leben, mag man sich plötzlich nicht genau festlegen.

Frau Renate R. war als Selbstständige erfolglos
Sie ist ein typisches Beispiel dafür, wie ein Mensch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit immer wieder erfolglos in eine ungeplante Zukunft rennt.
Frau R., die auf Empfehlung eines Bekannten an meinem Wochenendseminar teilnahm, erhoffte für sich, endlich den Grund für ihren ewig ergebnislosen Einsatz erkennen zu können.
So bat sie mich und die Teilnehmer der Gruppe darum, ihren eigenen Weg als Geschäftsfrau zu analysieren und die Schwachpunkte darin aufzudecken.

Mit ihr gemeinsam sollten wir eine Erfolgsstrategie erarbeiten, damit sie endlich zu besseren Ergebnissen kommen könne.

Renate R. war 39 Jahre alt. Nach der mittleren Reife mit gutem Abschluß trat sie eine Lehre als Bankkauffrau an. Auch diese absolvierte sie mit Bravour. Jedoch stand für sie schon während der Lehre fest, daß sie keinesfalls am Schreibtisch sitzen wollte. Sie sehnte sich nach Freiheit und selbst bestimmtem Tun. Der kaufmännische Background müßte dafür die beste Voraussetzung sein. Sie wollte sich auf jeden Fall mit einem Geschäft selbständig machen. Die Eltern hatten ihr dafür finanzielle Hilfe angeboten. So betrieb sie erst einen Shop für Geschenkartikel, dann einen Bio-Laden, später ein Schuhgeschäft, danach eine Boutique und derzeit einen Partyservice.
Jede dieser Unternehmungen ist eigentlich gut gelaufen. Kunden gab es genug. Aber die Arbeit ist Frau R. jedesmal rasch über den Kopf gewachsen. Sie hat dann geschuftet bis zur totalen Erschöpfung.
Sie erbrachte dabei jedesmal die Leistungen von zwei Angestellten. Unter dem Strich jedoch blieb kaum der Verdienst, der für ein bescheidenes Leben gereicht hätte. Von einer Rentabilität der Selbständigkeit konnte also keine Rede sein. Dazu drückten Schulden, denn Frau R. hatte für die Ausstattung der Geschäfte zusätzlich Bankdarlehen aufgenommen. Das Geld der Eltern war längst verbraucht.
Bevor die Unternehmen endgültig in die roten Zahlen abgerutscht sind, konnten diese einigermaßen kostendeckend veräußert werden, so daß der Schaden einigermaßen begrenzt blieb.
Frau R. erzählte uns, daß sie jedesmal wieder voller Enthusiasmus ein neues Geschäft eröffnet hätte.
„Diesmal muß mir der Erfolg gelingen!“ hatte sie dann gedacht. Und wieder liefen die Dinge auf ähnliche Erfahrungen hinaus, wie die, die sie schon vorher gemacht hatte.
Auch jetzt droht wieder der geschäftliche und auch der körperliche Zusammenbruch dieser engagierten Geschäftsfrau.

Durch unser Befragen war rasch auszumachen, wo hier die Gründe für das Nichtgelingen lagen.
Frau R. hatte keines ihrer Geschäfte wirklich durchgeplant, bevor sie sich damit selbstständig gemacht hatte.

Das sind die Hauptgründe für das Scheitern:

  • Alle Läden waren „Allerweltsläden“. Ähnliche Sortimente gab es auch bei der Konkurrenz
  • Es fand keine Spezialisierung des Warenangebotes statt
  • Eine spezielle Zielgruppe, die als Käufer in Betracht kam, ist nicht ermittelt worden
  • Nach der Anfangswerbung sind Werbeaktionen nur noch selten erfolgt. Ein Werbebudget war nicht vorhanden
  • Es fand während des Geschäftsganges keine Aufmerksamkeitssteigerung für das Warenangebot statt
  • Die Preise mußten jedesmal, um der Konkurrenz begegnen zu können, bis zur Unrentabilität abgesenkt werden
  • Frau R. war viel zu abgehetzt, um Zeit für Werbeideen zu entwickeln und umzusetzen
  • Die Geschäfte sind einfach nur eröffnet worden, ohne daß eine genaue Zielsetzung definiert werden konnte


Nun galt es also einen Weg zu finden, um dem aktuellen Geschäft von Frau R. zu dem ersehnten Erfolg zu verhelfen.

Welches aber war das angestrebte Ziel?

Darüber hatte sich Renate R. noch keine konkreten Gedanken gemacht. Sie war froh gewesen, mit ihren Geschäftseinnahmen einigermaßen „über die Runden“ zu kommen.
Wir aber ließen nicht locker. Und so mußte sich unsere Aspirantin erstmals exakt darüber äußern, wohin sich ihr Geschäft entwickeln sollte. Fast verschämt gestand sie uns nach erstem Widerstreben, daß sie sich vorstellen könne, daß sie später einmal zusammen mit 5 Mitarbeitern in einer professionellen Küche die Gerichte zubereiten würde und mit drei Kleinbussen dann die Auslieferung und den Service übernehmen könnte.

Diese ihre Vorstellung entwertete sie jedoch sofort wieder mit dem Nachsatz: „Aber das sind nur Träume, das schaffe ich ja sowieso nicht!“

Wir aber ermutigten sie zu diesem Plan. Er schien uns allen durchaus realistisch.
Und so erarbeiteten wir eine Erfolgsstrategie, die Stufe für Stufe genau eingehalten werden sollte.

Der Grundstock

  • Die Basis, d.h. Geschirr und Töpfe für 50 Personen, war schon vorhanden
  • Ein Pkw-Kombi reichte auch erst mal aus
  • Die private Küche von Frau R. konnte vorläufig genutzt werden
  • Eine Helferin auf Aushilfsbasis mit flexiblem Stundeneinsatz war schon vorhanden
  • Einen überschaubaren Kundenstamm gab es bereits


Die Zukunftspläne

  • Bisher waren Inserate geschaltet worden. Diese waren gestaltet und entsprechend teuer. Es sollte reichen, daraus einfache Fließsatzanzeigen zu machen, die wesentlich kostengünstiger sind
  • Handzettel kosten lange nicht so viel. Darauf aber kann ein attraktives Angebot ausführlicher dargestellt werden. Mehrfach pro Woche können mehrere hundert davon verteilt werden
  • Überall, beim Bäcker, Fleischer, Blumenladen, in der Bank, beim Friseur und allen anderen Geschäften sollen die Handzettel ausgelegt sein. Aber auch in Briefkästen können sie gesteckt werden
  • Visitenkarten müssen gedruckt und bei jeder Gelegenheit überreicht werden. Kunden erhalten mit der Bitte um Empfehlung an andere gleich mehrere Karten (solche Verteilung muß nach festgelegtem System erfolgen und darf nicht vernachlässigt werden)
  • Mit jeder Umsatzsteigerung von 2000 Euro wird Geschirr für weitere 6 Personen gekauft
  • Bei Erreichen einer bestimmten Umsatzstufe wird eine Handzettelverteilerin eingestellt
  • Das gleiche gilt für weitere Hilfskräfte für die Küche
  • Bei Erreichen eines bestimmten Umsatzes wird eine professionelle Küche eingerichtet und danach der erste Kleinbus angeschafft


Das Ziel muß immer fest im Blickfeld bleiben. Alle Strategiepunkte müssen eingehalten werden. Wird einer davon zeitweise vernachlässigt, ist das System nicht vollständig und „greift“ nicht mehr in der erwarteten Weise.

Mit der Arbeit allein ist es nicht getan. Viel wichtiger ist eine kluge Strategie. Und über diese verfügt meine Frau R. nun

Es überrascht sicher nicht, daß meine Seminarbesucherin heute eine überaus erfolgreiche Geschäftsfrau ist. Nach nur einem knappen Jahr hat sie ihr Berufsziel schon erreicht.
Auf dem Weg dorthin befolgte sie präzise unsere gemeinsamen Ausarbeitungen.
Kaum glauben konnte sie, wie sich daraufhin schnell Ergebnisse einstellten.
Aber immer noch muß Frau R. aufpassen, sich nicht wieder ins alte Fahrwasser zu begeben und alles einfach laufen zu lassen.
Um alles gut „im Griff“ zu behalten und nicht wieder in Zeit- und Kräftenot zu geraten, nahm sie noch zweimal Beratungen bei mir in Anspruch.
Heute plant sie ihr Geschäft allein. Und es bleibt sogar noch Zeit für ein Privatleben.

Die wichtigste Voraussetzung dafür, daß sich die Träume von Frau R. erfüllten aber war, daß sie nun planvoll vorgegangen ist.
Erfolg er-folgt nämlich in den allermeisten Fällen auf eine genaue Vorstellung davon.


„Schaun mer mal…!“
Wer da glaubt, ein so berühmter Stratege, wie der Beckenbauer es ist, würde wirklich etwas dem Zufall überlassen, den hat er ganz einfach an der Nase herumgeführt.
Vielmehr will sich dieser schlaue Fuchs auf keinen Fall in die Karten gucken lassen, und das genau erreicht er mit seinem berühmten Satz.
So wie er aber grundsätzlich bekanntermaßen plant, müßte es nämlich statt dessen heißen:
„Konkretisieren wir mal unser Vorhaben!“ Aber dafür müßte der Kaiser ja seine genauen Vorstellungen preisgeben.
Klar, wir können uns amüsieren über einen so schlauen Ausspruch wie:

„Schaun mer mal!“

Wichtig allein ist, daß wir uns davon nicht das Handeln einschränken lassen, nicht hoffen, vom Erfolg überrascht zu werden, sondern zielgerichtet das eigene Handeln bestimmen.

Artikel: Bioline Magazin (Ingrid Schlieske)


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