Tomatenkohlrabi mit Tofu Trennkost-Tagebuch
Jan 12

Nur Mut – der Saunabesuch erweist sich nach der Gewöhnungsphase als ur-gesundes Vergnügen
“Geht es Dir gut, Manfred?” frage ich mit einem aufmunternden Lächeln. Das zustimmende Nicken des 50-jährigen, stark überge-wichtigen Mannes kommt prompt, nur sein Gesichtsausdruck verrät, daß er sich wohl noch nicht ganz sicher ist, ob dies hier der richtige Ort für ihn sei. Mein Blick schweift weiter in die kleine Runde, in der alle mehr oder weniger konzentriert daliegen und an die naturfarbene Holzdecke blicken. Bei allen geht der Atem nach meiner Anweisung ruhig: ein – aus, ein – aus.
Bei Sarah, einer zierlichen und zerbrechlich wirkenden 18-Jährigen mit porzellanweißer Haut und niedrigem Blutdruck haben sich über der Oberlippe viele kleine Schweißperlen gebildet.

Ich bitte nun alle, sich langsam aufzusetzen. Sie scheinen wohlauf, aber obwohl erst 4 Minuten vergangen sind, seit wir „in der Höl-le schmoren“, wie es Manfred schmunzelnd ausdrückt, ist doch eine erste Unruhe spürbar. „Okay, wer hat genug von seinem ersten Saunagang?“ lautet meine Frage, und schnell gehen zwei Hände in die Höhe. Sarah und ein weiterer Teilnehmer wollen nur noch eins: Raus! Ich reiche ihnen meine unterstützende Hand, langsam stehen sie auf und wir gehen gemeinsam zur Tür. „Oh, ist das schön, endlich wieder frische Luft“, seufzt Sarah und geht auf mein Anraten langsam ein wenig umher. Ich gehe wieder hinein in die Holzblockhütte und begleite nach und nach die anderen Teilnehmer hinaus.
Gemeinsam spazieren wir dann in den Garten und kühlen uns hier an der Luft einige Minuten ab. Langsam kommt wieder Leben in unsere Gruppe und die ersten wollen sich nun in das Tauchbecken wagen. Doch ganz so schnell geht’s dann doch wieder nicht. Wir beginnen erst mit einer kühlen Dusche an Armen und Beinen. Dann kommen Bauch und Rücken, brrr, bibber, kalt, aber es tut gut. Nun reiben wir uns in der Eisgrotte mutig mit Schnee ab. Es kommt richtig Spaß und jugendlicher Übermut auf. Wer nun mag, geht noch ins Tauchbecken.
Wohlig kuscheln wir uns danach in die Bademäntel und beziehen die Liegen im Ruheraum.
Hier geht jeder seinen eigenen Gedanken nach und einige fallen wohlig entspannt in einen süßen Schlummer.
Nach 20 Minuten verlassen wir die Ruhezone und treffen uns zu einem ersten Feedback. Die ganze Truppe hat jetzt den Mut zu einem oder zwei weiteren Saunagängen. Danach ist noch eine vergnügte Zeit im nahegelegenen Café bei Apfelsaftschorle und ei-nem kleinen Imbiß angesagt.
Trauen Sie sich doch einfach, das nachzumachen!

Die gesunden Vorzüge der entspannenden Sauna, gepaart mit einigen angenehmen Stunden mit anderen Saunafreunden, mögen Sie bald nicht mehr missen.

Die Geschichte der Sauna
Eigentlich weiß niemand ganz genau, wer die eigentlichen Erfinder der Sauna waren. Bereits in der Steinzeit gab es nachweislich Feuerstellen, in denen große Steine im Feuer erhitzt wurden. In Europa läßt sich die finnische Saunatradition lange zurückverfolgen. Hier gelten die Finnen sicherlich mit Recht als Begründer der Sauna. Die spezielle echte finnische Blockbohlensauna gibt es schon seit ca. 2000 Jahren. Neben dem reinen Schwitzen wurden früher in Finnland in der Sauna sogar Zaubersprüche gesprochen gegen die verschiedenen Leiden, aber auch z.B. gegen Liebeskummer. Außerhalb von Europa entwickelten die Indianer Nordamerikas ihre eigene Saunatradition, die sich Inipi (Indianische Schwitzhütte) nennt. Große Steine wurden auch hier erhitzt und dann nach einem bestimmten Ritual in ein Tipi, ein Zelt aus zusammengebundenen Zweigen und mit Fellen bedeckt, gebracht.

Das indianische Schwitzbad gibt es noch heute zur inneren und äußeren Reinigung.

Es ist ein Ort, der den Kontakt zu den Himmelsrichtungen, den Elementen und den Bewohnern des Universums herstellt – für Ge-bet, Visionen und Meditation, zum Danken, Bitten, Nehmen und Geben.
Die schließlich weltweite Verbreitung der Sauna ist finnischen Sportlern zu verdanken, die bei den Olympischen Spielen in Paris im Jahre 1924 ihre eigene Sauna hatten. Sie wußten, daß die Wärme und Erhöhung des Muskelstoffwechsels zu einer schnelleren Re-generation nach dem Sport führt.
Trotz der vielen Neuerungen der heutigen Zeit hat sich die finnische Sauna bis heute weitgehend erhalten, nur werden die Steine heute meist mit Hilfe eines elektrischen Ofens erhitzt.

Ungewohntes Nackt-Sein
„Mit fremden Leuten soll ich nackt in einer Sauna sitzen?“ Zugegeben, das hört sich wirklich abenteuerlich an. Wer jedoch die erste Hemmschwelle überwunden hat stellt erstaunt fest, daß jeder Saunagänger mit sich selbst beschäftigt ist und niemand seine (nack-ten) Mitmenschen beobachtet. Sauna-Leute bewegen sich sehr natürlich und sind mit ihrem eigenen Gesundheitsweg befaßt. Jedes peinliche Gefühl verschwindet sofort. Das bestätigen mir auch skeptische Sauna-Anfänger immer wieder ganz erstaunt.

Die Sauna
Eine Sauna ist meist eine Holzbohlenkabine mit einem Elektroofen, auf dem Natursteine erwärmt werden. Die Temperatur beträgt je nach persönlichem Wohlfühlen zwischen 85 und 110 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von 2 – 5%.

Saunazubehör
Rutschsichere Badeschuhe (bleiben draußen), ein großes Badehandtuch zum Unterlegen in der Saunakabine, ein Duschhandtuch, Duschzeug, Bademantel.

Der optimale Saunagang besteht aus 4 gleich wichtigen Phasen

Vorbereitung

  • Entfernung möglichst allen Schmuckes, da locker herabhängende Metalle zu schweren Verbrennungen führen können
  • Gründliches Reinigen des Körpers unter der Dusche
  • Vollständiges Abtrocknen, da der Körper sonst erst das Duschwasser verdunsten muß
  • Damit der Körper gleichmäßig warm und später das Schwitzen leichter möglich ist, nimmt man ein ansteigendes, warmes bis hei-ßes, bis zum Knöchel reichendes Fußbad. Sollte danach noch irgendein Teil des Körpers kalt sein, wiederholt man diese Prozedur nach 5 Minuten noch einmal
  • Die Sauna darf nur mit einem warmen Körper betreten werden, ansonsten droht Erkältungsgefahr
  • 1 Saunatuch, ein Gästehandtuch für den Schweiß

Der Sauna-Gang

  • Ausbreiten des Tuches immer von einer Seite
  • Unbekleidetes Betreten der Saunakabine und Aussuchen eines Platzes zum Sitzen oder Liegen auf einer oben gelegenen Bank
  • Wer liegend sauniert, setzt sich nach maximal 12 Minuten in die aufrechte Position, um den Körper an das bevorstehende Verlas-sen des Schwitzraumes zu gewöhnen
  • Die Sauna wird verlassen und die Tür zügig wieder geschlossen, damit der Innenraum nicht auskühlt

Sauerstoff tanken

  • Es folgt der Spaziergang an der frischen Luft, um sich abzukühlen, erst danach die kalte Dusche, oder die Kneippschen Güsse
  • Wer mag, macht ein kaltes, kurzes Tauchbad
  • In manchen Saunen gibt es spezielle Behälter mit Schnee oder zerstoßenem Eis zum Abreiben
  • Sollte man nach diesen Abkühlmaßnahmen immer noch nachschwitzen, dann schließt sich ein sehr kurzes, warmes Fußbad an, um die Gefäße zu öffnen

Der Ruheraum

  • Jetzt folgt die Ruhephase, die mindestens doppelt solange dauern sollte wie der eigentliche Saunagang, also hinein in den Bade-mantel und ab auf die Liege
  • Es empfehlen sich insgesamt 2 – 3 Saunagänge


Wie lange bleibe ich in der Sauna
Die Regel lautet: Je intensiver (hohe Temperatur) und kürzer (etwa 8 – 12 Minuten) der Reiz, um so besser die gesundheitliche Wirkung und desto geringer die Herz-Kreislauf-Belastung. Die Kriterien Überwärmung, Entschlackung und Entspannung sind dann meist erfüllt. Aber allen Regeln voraus gilt: Immer nur so lange, wie man sich dabei noch wohl fühlt! Der positive Effekt auf die Gesundheit hält ca. eine Woche an, dann ist ein erneuter Saunabesuch angeraten, besonders während der Jahreszeitenübergänge.

Schwitzen in der Sauna
Die Temperatur in der Sauna unterhalb der Saunadecke beträgt zwischen 90 und 110 Grad bei nur 2 – 5 Prozent Luftfeuchtigkeit. (Je weiter unten man sitzt, desto kühler und feuchter wird es). Durch die große Hitze steigt die Hauttemperatur innerhalb von ca. 4 Minuten auf 38 bis 42 Grad an. Der Körper versucht nun, sich durch den Schweißausbruch zu kühlen. Die Hauttemperatur steigt danach kaum noch weiter. Der ausgeschiedene Schweiß besteht zu fast 99 % aus Wasser. Nur beim ersten Saunagang wird noch etwas Salz ausgeschieden, wie man auf der Haut schmecken kann. Giftstoffe, Schlacken und Mineralien werden so gut wie gar nicht über die Haut abgegeben.
Je nach Konstitution und der Anzahl der Saunagänge verliert man beim Saunieren zwischen 1/2 bis zu 1 1/2 Liter Wasser. Dieser Verlust muß durch Trinken wieder ausgeglichen werden.

Abnehmen in der Sauna
Der Energieumsatz steigt zwar während des Saunabesuches um bis zu 40 Prozent an, dies allein aber bewirkt keine Gewichtsab-nahme. Der Verlust von 1 – 2 kg nach dem Saunabesuch ist der Flüssigkeitsverdunstung zuzuschreiben, und nach dem Trinken sind die verloren geglaubten Kilos wieder da. Positiv auswirken kann sich jedoch die entspannende Wirkung des Saunabades. Daraus ergibt sich ein besseres Verhältnis zum eigenen Körper, dies wiederum erleichtert die Gewichtsreduktion.

Entschlackung – Entgiftung
Durch das starke Schwitzen, um so den Körper auszukühlen, wird dem Blut Wasser entzogen und es wird dicker. Natürliche Regel-prozesse ziehen nun Wasser und auch Schlackenstoffe aus den umliegenden Geweben in das Blut, um es dünnflüssig zu halten. Wie üblich filtern die Nieren die Gift- und Schlackenstoffe aus dem Blut und wir scheiden sie dann mit dem Urin aus. Nach einem Sau-nabesuch ist der Urin deshalb dunkler und konzentrierter. Der ganze Vorgang könnte so nicht stattfinden, wenn wir zwischendurch zu viel trinken und dadurch das Blut vorzeitig verdünnen würden. Es ist deshalb ratsam, besonders nach den Saunagängen den größ-ten Teil der Trinkmenge zu konsumieren. Nach der Sauna trinkt man ein stilles oder leichtes Mineralwasser. Gegen aufkommenden Hunger empfiehlt sich etwas Obst oder ein Salat, angemacht nur mit etwas Öl und Zitrone.

Gesundheitswirkungen der Sauna
Der regelmäßige Saunabesuch wirkt heilend und unterstützend bei rheumatischen Erkrankungen, chronischen Atemwegserkrankun-gen und chronischen Hautleiden. Bessere Regeneration nach Frakturen und Operationen an Gelenken und Bändern sind Ergebnisse von Erfahrungs-Studien. Die Bildung von Interferon wird angeregt. Die Abhärtung durch den Kalt-Heiß-Reiz bewirkt eine Stärkung des Immunsystems, öffnet die Atemwege durch Erweiterung und verbessert die Durchblutung der Bronchien, sorgt somit für allge-meine Besserung aller Regulationsmechanismen des Körpers. Unterstützt Streßabbau und bessere Streßregulation. Allgemeine Ent-spannung und Steigerung des Wohlbefindens. Sauna stärkt bei langfristiger Anwendung das Herz-Kreislauf-System.

Wer sollte auf die Sauna verzichten?
Jeder, der an folgenden Beschwerden leidet:
Akute Krankheiten, schwere Herzleiden, große Erschöpfung, Entzündungen, Fieber, schwere Herz-Kreislaufbeschwerden, Infekti-onskrankheiten, Bluthochdruckerkrankungen, Durchblutungsstörungen, Gehirnerkrankungen, Orientierungsstörungen, Krampf-adern, Neigung zu Thrombosen.
Wer nicht vollständig gesund, sich unsicher fühlt oder bei seinem ersten Saunagang über 40 Jahre alt ist, sollte zur eigenen Sicher-heit vorher seinen Hausarzt aufsuchen, der mit einigen kleinen Tests die Saunatauglichkeit feststellen kann. Vorsorge ist hier auf jeden Fall besser als Kreislaufkollaps oder Herzattacke!

Nur Mut
Es fordert dem Ungeübten zunächst einige Überwindung ab, in die Sauna zu gehen. Die ersten Gänge sind auch selten ein Vergnügen. Wer diese Eingewöhnungszeit tapfer hinter sich gebracht hat, erlebt ein Körpergefühl, wie er das vorher sicher-lich nicht kannte. Nach dem kalten Guß oder dem Tauchgang warm eingehüllt den Körperfunktionen nachgespürt, das ist körperlich empfundenes Glück pur.

Erleben Sie dieses einzigartige Gefühl!

Artikel: Bioline-Magazin (Gabriela Thy)


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