Die Handform Depressionen
Okt 26

Ein einfacher Weg zu mehr Entspannung und Wohlbefinden
Obwohl wir sie täglich überall bei unseren Mitmenschen sehen und sie ohne Unterbrechung automatisch zum Hören benutzen, widmen wir unseren Ohren ansonsten doch relativ wenig Aufmerksamkeit. Zu Unrecht, möchte ich sagen, denn außer zum Hören und Schmücken mit allerlei Gehängen oder Steckern eignen sie sich hervorragend dazu, positiv auf die Gesundheit einzuwirken. Ich konnte das selbst einmal am eigenen Körper erleben, als ich eine Zeit lang dauernde leichte Kopfschmerzen verspürte. Ich stand zu diesem Zeitpunkt beruflich ziemlich unter Anspannung und keine meiner Atem- und Qigong-Übungen brachte sie zum Verschwinden. Als ich wieder einmal meinen Kopf leicht stöhnend mit den Händen zusammendrückte, fanden meine Finger wie automatisch den Weg zu den Ohren. Ich zog ein wenig daran, drückte und massierte und merkte, daß fast alles, was ich machte, ziemlich weh tat. Ich entfernte meine Ohrringe und massierte an diesem Tag immer wieder mal selbstvergessen meine Ohren, bis sie sich röteten und fast schon heiß anfühlten. Dann vergaß ich die ganze Angelegenheit und nach einigen Tagen merkte ich, daß meine Kopfschmerzen ja wie durch Zauberhand seit diesem Tag verschwunden waren. Auch heute noch nehme ich jedes Mal, wenn ich mich unwohl fühle, meine Ohrringe für einige Tage heraus und massiere mir die Ohren. Erstaunlich oft führt das allein schon in vielen Fällen zur Besserung.

Überlieferungen aus alten Zeiten
Dem Ohr wurde schon in alten Zeiten große Bedeutung beigemessen: In der Antike vermutete man hier den Sitz des Gedächtnisses und im alten ägyptischen „Buch der Weisen“ wird beschrieben, daß man über das Ohr heilende Wirkungen ausüben kann. Im Mittelalter glaubte man, daß Dämonen im Ohr wohnten, und die Seefahrer der Weltmeere stärkten ihre Sehkraft mit dem berühmten Ohrring.
Jeder Mensch hat seine ganz einzigartigen, unverwechselbaren Ohren, die so einmalig sind wie sein Fingerabdruck. Große wohlgeformte Ohren, wie wir sie bei vielen Buddhastatuen sehen können, deuten auf viel Lebensenergie und Lebenskraft hin. Abweichungen in der Form oder Farbe, Unebenheiten, Pickel oder Rötungen können dem erfahrenen Therapeuten bei seiner Diagnose und Behandlung helfen.

Für eine einfache Ohrmassage sind keine großen Vorkenntnisse nötig

Einfühlsamkeit und ein wenig Intuition reichen aus, um in den Genuß der vielfältigen Wirkungen zur Gesundheitspflege zu kommen. 1 bis 2 x pro Woche können beide Ohren gründlich durchmassiert werden. Bei Müdigkeit oder Erschöpfung erfrischt eine kurze Schnell-massage zwischendurch. Besonders Kinder können durch eine spielerische Massage in muffeligen Krisenzeiten wieder auf die Beine gebracht werden. Im Krankheitsfall suchen Sie sich einen erfahrenen Ohr-Therapeuten, der je nach Ausbildung mit einer speziellen Technik arbeiten wird.

Therapeuten arbeiten mit:

  • Ohrakupunktur mit Samenkörnchen, Magneten, Nadeln, Laser-, Farblicht- oder Elektrogerät
  • Ohrakupressur mit den Fingern, dem „Stift“ oder Klemmen
  • Ohrmassage mit oder ohne energetische Cremes oder Aromaölen

Gesundheitliche Wirkungen der Ohrmassage auf den ganzen Körper

  • Förderung der Durchblutung
  • Entspannung von Muskulatur und Gelenken
  • Anregung des Stoffwechsels
  • Harmonisierung der Organfunktionen
  • Vertiefung der Atmung
  • Steigerung der Abwehrkräfte
  • körperliche und seelische Entspannung
  • mehr Beweglichkeit
  • Schmerzlinderung
  • Aktivierung des Lymphabflusses

Weshalb die Massage hilft
Auf der kleinen Fläche des Ohres spiegelt sich der ganze Mensch/Embryo wieder.
Knochen, Gelenke, Muskulatur und innere Organe können so auf kleinstem Raum und mit wenig Aufwand bei der Ohrmassage angeregt und belebt werden. Es kann jedes Ohr einzeln massiert werden oder aber auch beide Ohren gleichzeitig.

Die Eigenbehandlung

  • Voraussetzung sind frisch gewaschene Hände und kurze Fingernägel
  • Suchen Sie sich einen ruhigen, gemütlichen Platz, vielleicht in Ihrem Lieblingssessel, oder wenn Sie die Arme lieber aufstützen möchten, vor einem Tisch
  • Stellen Sie alle Geräusche wie Telefon, Radio oder Fernseher ab
  • Reiben Sie die Hände einige Zeit bis sie schön warm sind und legen sie dann auf die Ohren
  • Atmen Sie mehrmals ruhig ein und aus und lassen Sie mit der Ausatmung alle Gedanken und Anspannungen los
  • Drücken Sie das ganze Ohr mit den Fingern bei der Einatmung fest gegen den Kopf
  • Beim Ausatmen wieder locker lassen, und 3 x wiederholen. Dann ebenso das Ohr 3 x nach vorne hin zuklappen
  • Das Ohr jetzt in alle möglichen Richtungen im Atemrhythmus vorsichtig lang ziehen
  • Zum Abschluß das Ohr zwischen Zeige- und Mittelfinger nehmen und nun durch sanfte Auf- und Abwärtsbewegungen die Regionen direkt vor und hinter dem Ohransatz reiben

Nach der ersten Runde auf die gleiche Art und Weise einen weiteren Durchgang anschließen. An Stellen, wo ein leichtes Unbehagen auftritt oder die schmerzhaft sind, verbleiben Sie einige Zeit mit sanft kreisenden Bewegungen. Jede dieser Stellen zum Schluß einfach nur einige Atemzüge zwischen Daumen und Zeigefinger halten und gedanklich Gesundheit, liebevolle Gedanken und Heilung hinschicken.

  • Mit dem Handballen das gesamte Ohr abdecken (die Finger zeigen dabei zum Hinterkopf) und leicht gegen den Kopf drücken. Tief einatmen, tief ausatmen und nach Beendigung der Ausatmung nun ruckartig die Hände vom Kopf wegnehmen
  • 5 x Ausstreichen vom Ohr bis zu den Schultern
  • 5 x Ausstreichen von den Schultern bis hinunter zu den Fingern
  • Noch einen kleinen Moment ruhig sitzen bleiben und ein wenig träumen. Dann Füße, Beine, Oberkörper und Arme bewegen, den Körper strecken und recken und langsam aufstehen.

Die unbeachteten Deutungen
Auch in der deutschen Sprache hat das Ohr wohl eine höhere Bedeutung als allgemein angenommen wird. Woher sonst kommt die Vielzahl der folgenden Ausdrücke:
„nur mit halbem Ohr hinhören“, „jemanden übers Ohr hauen“, „auf den Ohren sitzen“, „es faustdick hinter den Ohren haben“, „noch feucht hinter den Ohren sein“, „noch grün hinter den Ohren sein“, „jemandem die Ohren lang ziehen“, „sich etwas hinter die Ohren schreiben“, „die Ohren spitzen“, „bis über beide Ohren verliebt sein“, „große Ohren – großes Glück“.

Artikel: Bioline-Magazin (Gabriela Thy)


Kommentar abgeben

Bitte Einloggen um einen Kommentar abzugeben.