Andere Farben ein anderer Mensch Augentrost (Euphrasia officinalis)
Jan 04

Blaukraut, Roter Kappes oder Rotkabis, das ist unser guter alter Rotkohl
Diese überaus interessante Kohlsorte fristet ganz zu Unrecht neben seinem viel populärerem Bruder, dem Weißkohl, ein Schattendasein. Wird er genannt, verbindet sich mit seinem Namen automatisch die Vision von weihnachtlichem Gänsebraten oder allenfalls von deftigem Schweinebraten. Sonst findet diese knackige Kohlvariante höchstens noch Verwendung im Rohzustand, fein gehobelt, um frische Salate vor allen Dingen optisch aufzupeppen.

Dabei ist der gesundheitliche Wert dieser alten Gemüsesorte, die schon im 8. Jahrhundert bekannt war, bemerkenswert.

Rotkohl ist sehr nährstoffreich und enthält neben wertvollen Kohlenhydraten und Ballaststoffen die Vitamine C, E, B2, B1, A. An Mineralstoffen sind erwähnenswert: Natrium, Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium, Eisen und Fluor.


Mit seinen etwa 23 kcal. pro 100g eignet er sich hervorragend für die Diätküche. Sein hoher Ballaststoffanteil sorgt für lange Sättigung. Allerdings ist er etwas schwer verdaubar und verursacht unter Umständen Blähungen. Dies um so mehr, je länger er gekocht oder geschmort wird. Es ist deshalb besonders ratsam, Rotkohl „modern“ zuzubereiten. Das heißt, er wird nur kurz gegart oder als Rohkost serviert. Für die bessere Verdaulichkeit sorgen auch die entsprechenden Gewürze.

Empfehlenswerte Gewürze für Rotkohlrezepte (zur Verdauungshilfe)
Kümmel, Lorbeer, Gewürznelken, Borretsch, Pfefferkraut, Majoran, Bohnenkraut

Es gibt Sommer- und Winterrotkohl. Die frühe Sorte, die Juni bis September geerntet wird, ist schnell verderblich und muß innerhalb einer Woche verzehrt werden. Den Winterkohl jedoch kann man, kühl gelagert mehrere Monate aufheben.

Der typische Geschmack des Rotkohls, der an Meerrettich, Senf und Kohl erinnert, stammt von Glucosinolat. Dieser Pflanzenstoff soll Krankheiten vorbeugen.

Rotkohl in der Krankenernährung
Alle Kohlsorten galten bereits in früheren Zeiten als Volksmedizin von innen und außen. Rotkohl eignet sich wegen seiner stark färbenden Eigenschaften wohl eher für die innere Anwendung. Der Verzehr oder als Saft getrunken, soll dem gesamten Verdauungstrakt helfen. Magenbeschwerden, auch Magengeschwüre, Leber- und Gallenleiden, Probleme mit der Bauchspeicheldrüse und Darmerkrankungen sollen gelindert werden. Ja, sogar die Psyche soll, den alten Schriften nach, günstig beeinflußt werden. Kohl stärkt das Immunsystem, tötet Bakterien und Viren und fördert das Wachstum.
Seit Neuestem macht Kohl, besonders der Rotkohl, auch als Krebsprophylaxe (neben anderen Gemüsesorten) von sich reden. Insbesondere soll er Dickdarmkrebs vorbeugen.


Ein besonderer Feinschmeckertip ist die Verwendung von Sesamöl oder Walnußöl. Diese Öle erschließen den Geschmack dieser Kohlsorte auf sanfte Weise.

Wichtig ist, daß Sie vor der Zubereitung des Kohls großzügig die äußeren Blätter entfernen, da diese Schadstoffe und Pestizidreste enthalten.

Noch ein Zubereitungstip:
Wollen Sie eine schöne rote Farbe Ihres Rotkohlgerichtes erzielen, empfiehlt sich die Zugabe von einem kleinen Schuß Essig. Himbeeressig eignet sich geschmacklich hervorragend dafür.

Für die Zubereitung von Rotkraut sollte man ruhig mal etwas Mut aufbringen. So können köstliche Rezepte gezaubert werden, wenn ein wenig experimentiert wird. Als Verbündete dafür eignen sich: Äpfel, Birnen, Ananas, Mango, Pilze, Roquefortkäse, Schafs- und Ziegenkäse, Gruyére, Appenzeller u.a.m.. Fleisch, Soja, Tofu u.v.a.m..

Nur Mut – das Ergebnis wird oft überraschend, doch (fast) immer köstlich sein

Artikel: Magazin-Bioline


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