Die Heilkraft der Kirsche Heilpraktiker
Aug 19

Im August 2001 begab ich mich wegen eines hartnäckigen Nagelpilzes in Behandlung bei einer Heilpraktikerin. Im Laufe der Anamnese wurden weitere Beschwerden diagnostiziert. So war ich meistenteils innerlich unruhig, was zu Schlafstörungen, insbesondere zu Durchschlafstörungen führte. Nachts lag ich wach und morgens hätte ich weiterschlafen können. Außerdem hatte ich Gleichgewichtsprobleme, was bei einem Hobby wie Bergwandern nicht gerade eine ideale Voraussetzung für diesen Sport ist. Hin und wieder, insbesondere dann, wenn ich auf eine Leiter steigen musste, wurde mir schwindelig.


Eines Tages meinte „meine“ Heilpraktikerin, Qi Gong Yangsheng wäre das Richtige für mich. Ich konnte zunächst damit nichts anfangen. Ich hatte zwar vor einigen Jahrzehnten Hatha-Yoga kennen gelernt, und ab und zu baute ich die Übungen auch in mein Programm ein, aber von Qi Gong hatte ich noch nichts gehört. Ich schob den Beginn der Übungen erst einmal auf die lange Bank und fuhr zum Wandern in den Urlaub.
Im Dezember 2001 wurde es dann ernst. Ich wurde mit den ersten beiden der insgesamt fünfzehn Ausdrucksformen konfrontiert. Es kommt dabei nicht nur auf die körperlichen Übungen allein an, sondern auch darauf, dass diese mit einem bestimmten Bild verbunden sind. Ich brauchte also Vorstellungskraft. Die erste Übung „Reguliere den Atem, beruhige den Geist“ fiel mir nicht schwer. Bei „Zerteile die Wolken, halte den Mond“, fehlte es mir zunächst an genügend Fantasie, später übte ich meist zu Hause vor einem Foto, das ich Jahre zuvor von einem Sonnenuntergang am Adriatischen Meer aufgenommen hatte. Ich hielt sozusagen zwar nicht den Mond, aber die untergehende Sonne zwischen meinen Händen.
Mit der Zeit brauchte ich das Foto nicht mehr. Meine Vorstellungskraft nahm zu und nach und nach lernte ich alle Ausdrucksformen kennen.
Ich übte fast jeden Tag und bin auch heute unzufrieden, wenn ich es einmal nicht schaffe zu üben. Am schönsten ist es, diese Übungen im Freien zu absolvieren, was in unseren Breiten zumindest im Winter schlecht möglich ist.
Nach den Ausdrucksformen kamen die acht Brokatübungen hinzu.

Bald stellten sich die ersten Erfolge ein. Ich war innerlich wesentlich ruhiger geworden, ausgeglichener, wie mir meine Freunde bestätigten

Natürlich kommt es auch heute noch vor, dass ich auf Unvorhergesehenes heftig reagiere, aber es beschränkt sich auf wenige Momente.
Ich kann jetzt viel besser schlafen. Meist wache ich nur einmal in der Nacht auf und bin dann meistens froh, dass ich noch „eine Runde“ schlafen kann.
Auch das Gleichgewichtsproblem stellt sich nicht mehr. Ich wohne im vierten Stock eines Hochhauses. Am Balkon hängt eine Blumenampel. Um die Blumen gießen zu können, muss ich auf einen Stuhl steigen. Früher hätte ich dies nicht tun können. Heute macht es mir nichts aus. Im Gegenteil, während des Gießens riskiere ich sogar einen Blick nach unten.
Während ich früher beim Bergwandern regelmäßig ausglitt, gingen die Bergsommer 2002 und 2003 ohne Blessuren vorüber.
An mein früheres Leiden erinnert mich nur noch mein Liegedreirad, von dem ich mich nicht trennen will, weil es Spaß macht, Touren liegend zu unternehmen.
Bleibt noch anzumerken, dass anscheinend der Nagelpilz sich verabschiedet hat – hoffentlich für immer. Dies mag zwar auch auf die Behandlung mit Medikamenten zurückzuführen sein, aber ich glaube, dass auch ein günstigerer Energiefluss und eine Ernährungsumstellung (Trennkost und Ayurveda) ihre Beiträge hierzu geleistet haben.

Erwähnen muss ich noch, dass ich in den letzten zwei Jahren wesentlich selbstbewusster geworden bin, sowohl beruflich als auch privat. Ich traue mir mehr zu

Ich bin lebensfroher und unternehmensfreudiger als früher. So beschäftige ich mich mit meinen „Sehnsüchten“, arbeite die sozusagen nach und nach ab. Eine alte Idee, eine Fernwanderstrecke von Anfang bis zum Ende zu laufen, griff ich im Sommer 2003 auf. Mit einem Kollegen erwanderte ich die ersten Etappen des Europäischen Fernwanderweges Nr. 1, der an der deutsch-dänischen Grenze beginnt und bis Genua geht. Im Mai 2004 setzen wir die Tour fort. Ich träume schon seit langem von einer Alpendurchquerung. Kürzlich schlug ein Freund vor, diese nicht zu Fuß, sondern mit unseren Liegerädern durchzuführen. Nun wird bereits eifrig geplant. Im Juli 2005 wird es dann soweit sein.


Lebensträume
Mindestens schon zwanzig Jahre „schleppe“ ich die Idee zu einem Roman mit mir herum. Vor einiger Zeit habe ich begonnen, die Idee umzusetzen. Ich werde einen Teil meines Urlaubs dafür opfern müssen. Nein, nein, ein Opfer ist es nicht. Ich werde vielmehr diese Zeit so gestalten, dass auch die Erholung nicht zu kurz kommt. Ich sehe mich schon vor dem Frühstück auf der Wiese meine Qi Gong-Übungen machen, um nach dem Frühstück vor dem Laptop zu sitzen und bis zum Mittagessen zu schreiben.
Eine bisher nicht erfüllte Sehnsucht ist das Theaterspielen. Ich gehe sehr gern ins Theater, aber selbst spielen, dazu fehlte mir bisher der Mut. Nun erwäge ich ernsthaft, bei einer Laienspielgruppe mitzuarbeiten.
Meine Heilpraktikerin will mir demnächst die Übungen aus dem „Spiel der fünf Tiere“ zeigen. Ich kann es kaum erwarten.

Artikel: Bioline-Magazin (N. Brech, Siegen)


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