Brokkolicremesuppe Leben ohne Umweltbelastung
Mrz 14

Nein, ist der dick!
So schoß es mir durch den Kopf, als ich Rolf Hagemann zum erstenmal sah

Er kam mit seiner Frau in meine Beratung. Ohne daß die beiden mir ihr Anliegen vortrugen, sah ich auf den ersten Blick das Dilemma.
Frau Hagemann mußte Pfunde verlieren, das war offensichtlich. Herr Hagemann aber war kugelrund und würde sich auf eine längere Wegstrecke gefaßt machen müssen, will er je wieder in Normalgrößen passen.
Bei der Unterhaltung dann stellte sich heraus, was ich mir längst gedacht hatte.


Das Ehepaar hatte eine lange Diät-Odyssee hinter sich
Dabei waren die Anfangserfolge jedesmal erfolgversprechend gewesen. Nach einer gewissen Zeit dann setzte nach einer Phase der Disziplin und der Entsagung der Heißhunger wieder ein. Oftmals dann blieb aber trotz wochenlangen Verzichtes der Zeiger der Badezimmerwaage hartnäckig auf einer bestimmten (hohen) Kilozahl stehen.
Die Gedankengänge, die dann folgen, kennt wohl jeder Mensch, der ebenfalls mit den Pfunden kämpft.

„Wenn ich mich so quäle und nehme kein Gramm ab, dann kann ich auch genauso gut essen!“

Und schon sitzt man wieder drin im Schlamassel. Ein kleines Stückchen Kuchen nur löst eine ganze Lawine aus. Man könnte essen, essen und immer nur essen. Genau das tut man dann auch.
Und leider – wieder im Übermaß
Es ist, als hätte sich eine Schleuse geöffnet, und endlich gibt es keine auferlegten Grenzen und Einschränkungen mehr.
Gegen jede Vernunft, erst recht aber entgegen jede Erfahrung, wird gefuttert wie zuvor.
Die mageren Hühnerbrüste, Salat mit einem Hauch von Dressing, Gemüse gedünstet und Mineralwasser satt
- das war gestern
Angerührtes Pülverchen, das nach Schokolade, Vanille, Bananen schmeckt und leider nie statt macht
- ist Vergangenheit
Tabletten, die im Magen quellen und ein kurzes Gefühl der Sättigung versprechen
- bieten keine Dauerlösung
Mittel, die in die Fettverbrennung eingreifen
- Durchfall – nein danke

Ob Null-Diät, Saft-Fasten, Rohkost, Kalorien-Diät, Pillen, Pulver, Spritzen – alles, alles wird probiert und nach einiger Zeit wieder verworfen.
Denn eine kleine „Sünde“ nur und die so mühsam verabschiedeten Pfunde waren jedesmal rasch wieder da.
Dabei hat man doch so gute Vorsätze gehabt. Und man hatte diesmal eigentlich an einen Abschied für immer geglaubt …..

Besonders schlimm fand unser Ehepaar, daß sich nach jeder Diät noch mehr Pfunde einstellten, als vorher da waren. Gleichsam, als wolle sich der Körper im voraus gegen weitere einschneidende Eingriffe rüsten.

Niemand läßt sich gerne etwas wegnehmen. Auch unser Körper nicht

Dafür sorgt ein Regelsystem, das für die Grundversorgung aller Organe und Gewebe zuständig ist. Tritt irgendwo ein Mangel auf, wird sofort der Appetit gesteuert und ruft nach „mehr“.

Ralf und Helga Hagemann hatten schon seit längerer Zeit von meinen Seminaren gehört und kamen nun auf Empfehlung einer Bekannten. Sie gaben bei unserem Gespräch zu, daß es mit ihrer Motivation derzeit nicht mehr weit her sei. Die Hoffnung auf große und dauerhafte Erfolge hatten sie eigentlich längst aufgegeben.
„Aber ich bin ein Optimist“, meinte Herr Hagemann. Diesen einen Versuch wollten er und seine Frau noch machen.

Ich erläuterte beiden nun mein Langzeit-Konzept
Eine Ratz-fatz-Diät hatte ich nicht zu bieten. Und Wunder könne ich auch nicht versprechen. Aber in all‘ den Jahren meiner Seminarführung hatte ich noch niemanden erlebt, der das von mir gelehrte Konzept anwendet und erfolglos geblieben war.
Ich setze dabei auf solide Ergebnisse. Von Erfolg „über Nacht“ halte ich nicht viel. Sicher, auch ich erlebe immer wieder überrascht, wie schnell Gewicht bei richtiger Ernährung schwinden kann.
Aber ein solcher Gewinn ist immer nur ein Etappensieg. Nach dem Erreichen des Traumgewichtes erst beginnt die „richtige Ernährung“ zu greifen. Dann erst zeigt sich, wie tragfähig die gemeinsam im Seminar erworbenen Erkenntnisse sind.

Denn die Pfunde gehen weder von alleine, noch bleiben sie freiwillig weg

Auch ich mute meinen Teilnehmern zu, daß in der Zeit der Gewichtsreduktion die Portionsgrößen deutlich begrenzt sind. Nur wenn dieses Prinzip konsequent eingehalten wird, ist das erwünschte Ergebnis zu erwarten.
Und worauf muß verzichtet werden? Auf nichts!

Alles, generell alles, wird grundsätzlich erlaubt. Nichts ist verboten!

Denn nur zu oft habe ich, übrigens auch am eigenen Leib, erfahren, wie Verbote wirken. Nach einiger Zeit richtet sich die Phantasie pfeilgerade genau auf diesen Sündenpunkt, den ich doch gerade meiden wollte. Und schon ist es passiert. Das Essen hat mich wie-der ……
Nein, auf Verbote setze ich nicht. Dafür ändern wir gemeinsam und behutsam angestammte (und dick machende) Gewohnheiten.

Ich beweise dabei, wie köstlich, lecker, himmlisch wohlschmeckend gesunde Gerichte sein können

Sind die neuen Ernährungserkenntnisse einmal fest verankert, können die Anwender gänzlich sorglos leben, ja auch essen. Wenn die Grundregeln eingehalten werden, braucht man auch einer (gelegentlichen) ordentlichen Schlemmerei nicht aus dem Wege gehen.


Die Hagemanns waren erst einmal skeptisch. Was Wunder bei ihren Erfahrungen.
Sie begannen am 24. Oktober 2000 mit ihrer Ernährungsumstellung. Seither können sie folgende Ergebnisse für sich verbuchen:
Ralf Hagemann hatte bis Ende März 2001 sage und schreibe ca. 45 kg, das sind ganze 90 Pfund, in etwas mehr als 7 Monaten verloren.
Helga Hagemann trennte sich (leichten Herzens) von etwa 16 kg, das sind immerhin auch 32 Pfund.
Beide strahlen heute aus allen Knopflöchern und versichern, daß es auf jeden Fall weitergeht, bis zum angestrebten Idealgewicht.

Interview

BIOLINE:
Worin unterscheidet sich Ihr heutiger Erfolg von früheren, wie Sie ja selbst sagten, kurzfristig ebenfalls guten Ergebnissen?
Herr Hagemann:
Ich war früher immer auf der Suche nach dem raschen Abnehmen. Ich konnte das Ende jeweils kaum abwarten, damit ich wieder so essen konnte wie vorher.
Frau Hagemann:
Es ist sehr hilfreich, daß ich mit meinem Mann gemeinsam den Weg in eine schlanke Zukunft gehe. Wir motivieren uns gegenseitig. Außerdem schmeckt alles vorzüglich, was wir uns zubereiten (durften). Heute verstehen wir uns als Trennkost-Ehepaar.
BIOLINE:
Aber wenn Sie mal nicht mehr abnehmen wollen, wie essen Sie dann?
Herr Hagemann:
Genauso wie jetzt, nur so viel, wie wir wollen. Frau Knüttel hat sehr offen mit uns gesprochen. Schon bei der Beratung hat sie uns genau gesagt, daß wir mit ihr im Kurs „Nägel mit Köpfen“ machen müßten. Für einen weiteren Diätversuch, den wir mal probieren wollten, stände sie nicht zur Verfügung. „Ich bin nur dann an Ihrer Seite, wenn Sie selbst die feste Absicht haben, Ihr Gewohnheitsprogramm zu ändern. Und zwar für immer.“ Solche klaren Worte haben uns schon sehr imponiert.
Frau Hagemann:
Im Seminar dann habe ich gestaunt, daß wenig von Abnehmen die Rede war. Dafür ist viel über Gesundheit und gutes Essen diskutiert worden. Die Gewichtsreduktion ist regelrecht in den Hintergrund getreten. Sie ist jetzt selbstverständlich geworden und muß nicht extra erwähnt werden.
Herr Hagemann:
Ja, stimmt, ich habe mich auch mächtig gewundert. Früher haben wir pausenlos von Diäten erzählt. Das ist heute eigentlich gar kein Thema mehr. Der Austausch mit den anderen Mitstreitern in der Gruppe ist auch lehrreich und sehr motivierend. Wir haben bisher noch niemanden kennengelernt, der die überzeugend vermittelte Methode nicht gut anwenden konnte.
BIOLINE:
Was hat sich denn auf ihrem jetzigen Speisezettel grundlegend verändert?
Frau Hagemann (lacht):
Eigentlich wenig. Wir essen die gleichen Lebensmittel wie früher auch. Allerdings weniger tierisches Fleisch und Fett. Dafür gibt es heute viel mehr Gemüse und Salat. Und viel, viel mehr Obst.
Herr Hagemann:
Das stimmt, unsere Gemüseküche heute ist sensationell. Ich kannte viele dieser Sorten vorher gar nicht.
BIOLINE:
Hat sich denn Ihre Gesundheit auch verbessert?
Herr Hagemann:
Das ist überhaupt das Beste. Ich bin ein absolut neuer Mensch. Ich schwimme und radele heute. Daran war früher längst nicht mehr zu denken. Statt nur vor der Glotze zu hocken, haben wir wieder was vor. Wir sind jetzt echt aktiv. Und das in schönster Regelmäßigkeit.
Frau Hagemann:
Wir waren regelrecht vereinsamt und haben uns vorher kaum mehr unter Leute gewagt. Jetzt gibt es für uns wieder Kino, Stadtbummel, Einladungen.
Herr Hagemann:
Es meldet sich sogar wieder die Eitelkeit. Noch vor kurzem bin ich extra nach Kassel in ein Geschäft für Übergrößen gefahren. Heute bin ich schon (fast) wieder modebewußt.
BIOLINE:
Wie konnte es denn passieren, daß sich überhaupt so viele Pfunde angesiedelt hatten?
Herr Hagemann:
Ich habe heute im Rückblick das Gefühl, daß ich mir regelrecht eine Schutzmauer gebaut hatte. Gute Ratschläge wollte ich nicht hören. Ich behauptete immer: „Mir geht es gut!“ Angeblich machte es mir nichts aus, wenn die Leute über mich redeten. Innerlich litt ich wie ein Hund. Heute habe ich wieder ein ganz anderes Selbstbewußtsein und freue mich auf und über mein Leben.

Silvia Knüttel:
Immer wieder fällt mir bei meinen Seminarteilnehmern auf, wie sehr sie anfänglich ihre Pfunde verteidigen. Erst wenn die ersten Erfolge sichtbar sind, kann schonungslos analysiert werden.
Ich bin schon sehr stolz auf mein Vorzeige-Ehepaar. Ich weiß, daß sie jetzt eine gute Chance haben, ihr Gewichtsziel zu erreichen und für immer zu halten.

Wie übrigens jeder Betroffene, wenn er den Entschluß faßt, sein Leben, seine Muster und Gewohnheiten ab sofort zu verändern

Autorin: Ingrid Schlieske


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