„Alleinsein ist doof!“ Feine Erbsensuppe
Mrz 29

Aber Vorsicht – allzuviel ist ungesund
Schon als Kinder haben wir gelernt: Milch ist gesund.
Milch galt bei unseren Großeltern als wertvolles Nahrungsmittel mit wichtigen Inhaltsstoffen für die Gesundheit. Kinder konnten gar nicht genug von diesem wertvollen Saft trinken.
Diese Meinung hat sich bis zum heutigen Tage fortgesetzt. Dies, obwohl wir alle durch völlig neue Lebens- und Ernährungsweisen ganz tüchtig umdenken müssen in bezug auf die Zusammenstellung unserer Nahrung.


Einige Beispiele verdeutlichen unser heutiges Milch-Dilemma

„Quark macht doch aber schlank…“
Meine Friseurmeisterin war eine bildhübsche Frau. Allerdings verfügte sie bei einer Größe von etwa 1,80 m über eine ausgesprochen üppige Figur. Wenn ich zu ihr in den Salon kam, um meine Haare pflegen zu lassen, drehten sich unsere Gespräche demnach nur um das Thema „Diät“. Meine Frau Wandke, so hieß die Gute, wollte so schrecklich gern schlank sein. Aber irgendwie konnte es ihr einfach nicht gelingen, sich auch nur von einem Pfündchen zu verabschieden. Ich fragte sie natürlich nach ihrem Ernährungsplan. „Ach, seufzte sie dann, ich lebe ja schon fast nur noch von Quark und Joghurt.“ Und im Brustton der Überzeugung fügte sie dann hinzu: „Ich esse sogar ziemlich viel davon – denn Quark macht ja schlank!“
Meine Frau Wandke wollte sich nicht von mir überzeugen lassen, daß Milch und Milchprodukte „nahrhafte“ Lebensmittel sind, deren Kalorien durchaus zu Buche schlagen, wenn sie in größeren Mengen vertilgt werden.
Nur dann, wenn statt einer normalen Mahlzeit ein Becherchen Magerquark verzehrt wird und weiter nichts, können Diäterfolge verzeichnet werden.
Meine Friseurin aber rührte ihre Milchprodukte mit Obst, Zucker und ein wenig Sahne an. Da das Ergebnis so richtig gut schmeckte, blieb es nicht bei einer Portion, sondern es wurde gleich ein richtiger Berg davon verspeist.
Immer nach dem Motto: „Aber Quark macht doch schlank…!“
Befragt man übergewichtige Menschen übrigens nach ihren Ernährungsgewohnheiten, zeigt sich fast immer auch eine Vorliebe für Milchprodukte.

Leben Rheumatiker ohne Milch besser?

In meinen Ernährungs-Seminaren sitzen häufig auch rheumageplagte  Menschen. In erster Linie kommen sie, um Gewicht zu verlieren und die Gelenke zu entlasten. Erstaunt sind sie dann, wenn ich dazu rate, auf Milchprodukte zunächst einmal weitgehend zu verzichten. Schließlich haben sie gelernt, als Rheumatiker besonders auf genügend Milchverzehr zu achten, um die Kalziumversorgung für die Knochenstärkung sicherzustellen.
Die gleiche, sehr nachdrückliche Botschaft höre ich auch, wenn Unterweisungen für Kinder, die an Rheuma erkrankt sind, gegeben werden. Da scheint das A und O des Ernährungsplanes aus Milch, Quark und Joghurt zu bestehen.
Um so verblüffender finden meine Rheumatiker, die meinen Rat befolgen, daß sie oftmals nach zwei Wochen ohne Schmerzschübe  sind oder aber ihre Beschwerden deutlich milder ausfallen.
Der Grund für solchen Erfolg mag sein, daß der Rheumakranke oftmals allergisch reagiert auf ein Übermaß an Milchprodukten. Hat sich das wieder reguliert, ist es durchaus möglich, später wieder etwas Käse, mal einen Joghurt oder etwas Crème fraîche oder Sahne auf den Speisezettel zu setzen.

Die Neurodermitis-Familie
Eine junge Frau, die unter heftiger Neurodermitis litt, war recht verzweifelt, weil keine ärztliche Behandlung ihr nennenswerte Hilfe gebracht hatte. Sie wagte sich mit ihren dick verschorften Armen und Beinen kaum unter Menschen.
Das Schlimmste allerdings war, daß ihre drei wirklich außergewöhnlich süßen Kinder unter genau den gleichen Beschwerden litten. Die Ekzeme juckten quälend und platzten immer wieder auf. Das wiederum schmerzte sehr und brachte die junge Mutter fast zur Verzweiflung, weil sie ihren drei Kleinen nicht beistehen konnte.
Besonders besorgt war sie, weil nur Cortison-Salbe vorübergehende Linderung brachte. Als sie in ihrer Not eine Heilpraktikerin aufsuchte, machte diese ihr wieder etwas Mut. Zunächst einmal wurden die Ernährungspläne drastisch umgestellt. Viel Gemüse stand nun auf dem Programm, dazu Obstsorten mit wenig Allergenwirkung, dafür viel Salate mit besonderen Ölen angemacht.
Es gab wenig Fleisch, keine Wurst, aber etwas Fisch, kein Weizenmehl, aber Bratlinge aus Hirse und Reis. Das Wichtigste aber: die Milchprodukte wurden bis auf weiteres ganz gestrichen. Dazu verschrieb die Heilpraktikerin noch sorgfältig ausgesuchte homöopathische Mittel.
Die junge Familie hielt sich genau an alle Vorgaben. So staunte man nicht schlecht, daß sich erste Erfolge schon nach wenigen Wochen einstellten. Heute ist bei allen vier Betroffenen nicht die kleinste Haut-Irritation mehr zu entdecken.


Was für Großmutter galt, ist heutzutage längst nicht mehr richtig

Man muß in Betracht ziehen, daß unsere Großeltern tatsächlich gar keine andere Wahl hatten, als durch Milch, Fett, Kartoffeln und Brot ihre Nahrung so kalorienreich zu gestalten, daß sie für ihre Schwerstarbeit genügend Kraft zur Verfügung hatten.
Die Preise, gerade für Milch, Fleisch, Eier, Speck und Butter, verboten damals von alleine einen Überkonsum dieser Nahrungsmittel.
„Gefahrlos“ konnten unsere Vorfahren also z u s ä t z l i c h zu ihrer Basisernährung, sozusagen als „Genußmittel“, Milch, Milchprodukte und Fette verwenden.
Dadurch wurde quasi Kraft ins Essen gebracht.
Natürlich hatten damals Milch und Quark auch eine wichtige Bedeutung als Eiweiß- und Kalziumlieferant.

Heute aber leben wir im Überkonsum. Das hat zur Folge, daß wir von den erwähnten „Genußmitteln“ auf jeden Fall zu viel vertilgen.

Milch, früher eine notwendige und wertvolle Bereicherung, ist in jüngster Zeit kräftig in Verruf geraten
So sieht man in der Kuhmilch und ihren Produkten heute z.B. die mögliche Ursache für die allermeisten Allergien. Es ist offensichtlich das Übermaß an Fremdeiweiß, das die allergischen Reaktionen hervorruft.

Neurodermitiskranke, aber auch Rheumatiker, reagieren offenbar oftmals allergisch auf diese Nahrungsmittel.
So hat man vielfach spontane Erfolge bei gerade diesen Krankheiten, wenn man Milch und Milchprodukte rigoros vom Speisezettel verbannt.
Die sogenannte tiereiweißarme oder gar -freie Kost hat sich zur Wiederherstellung der Gesundheit häufig als ausge¬zeichnete therapeutische, darüber hinaus auch als gesunderhaltende Maßnahme bewährt.


Schlimmer Verdacht
Nach den Forschungsergebnissen kanadischer Wissenschaftler (Universität Toronto) steht die Milch sogar im Verdacht, bei der Entstehung des Jugendlichen Diabetes (Typ I) eine maßgebliche Rolle zu spielen.

Längst ist auch bekannt, daß nur Kinder bis zum 3. Lebensjahr Milch in ihrem Körper bestimmungsgemäß verdauen können. Sie besitzen dazu die erforderlichen Enzyme.
Diese Fähigkeit zur Resorption durch die Dünndarmwand verliert sich nach dieser Zeit.

Tatsächlich käst Milch im Erwachsenenmagen und kann dadurch die Verdauung insgesamt erschweren.

Soll nun auf Milch ganz verzichtet werden?

Da sollten wir es mit Paracelsus halten, der da sagt: „Die Dosis machts!“
Wir überfütterten Menschen haben in der Vergan¬genheit einfach übertrieben. Schuld daran waren zum großen Teil die sogenannten “Ernährungs-Päpste”, die predigten, Kalzium sei nur durch Konsum von großen Portionen der Milchprodukte zu errei¬chen.
So kam es oftmals zu übersteigertem Verzehr von diesem Nahrungsmittel.
Die Industrie hat schnell darauf reagiert und bietet ein zwischenzeitlich riesiges Sortiment von „lecker“ zubereitetem Quark, Joghurt, Dickmilch und Milch an.
Angeregt durch den verwendeten Zucker, Süßstoffe, die Dickungsmittel, Geschmacksverstärker, die eine stark suchtauslösende Wirkung haben, wird überreichlich gefuttert und geschlemmt.

Das Land des unbegrenzten Milchverzehrs
Ame¬rika ist das Land mit dem größten Milchprodukteverzehr auf der Welt. Es gibt dort eine unglaubliche Vielzahl von sehr unterschiedlichen Zubereitungen. Diese verlocken die Kun¬den zu immer größe¬rem Konsum. Schließlich macht Quark doch schlank …!
Die Amerikaner sind das dickste Volk der Welt!
Fast food und Milchprodukte sind eindeutig die Hauptschuldigen dafür.

Auch hierzulande werden Mütter durch das von der Industrie entdeckte Zauberwort „Wertvolle Milch“ verführt.
Es wird ihnen suggeriert, daß man seinem Kind damit „etwas Gutes“ tut. Auch dann, wenn durch industrielle Maßnahmen quasi nichts mehr an Wertstoffen aus der Milch vorhanden ist und der allerletzte Rest davon noch mit Mengen von Zucker versetzt ist.

Es gilt nun also, zu einem vernünftigen Maß zurückzufinden.
Niemand muß auf einen fein gewürzten Quark verzichten, oder dem Joghurt mit frischen Früchten entsagen. Aber – „gelegentlich“ heißt die Devise.

Kalziumlieferanten
Es sei darauf  hingewiesen, daß es durchaus  andere, weniger bedenkliche  Nahrungsmittel gibt, die wertvolles  Kalzium enthalten, z.B. Nüsse, Soja und diverse Gemüsesorten.

Soja-Milchmix
Aus Soja-Milch und pürierten Früchten läßt sich ein wertvoller Powerdrink herstellen, der noch dazu hervorragend schmeckt. Gesüßt werden kann gegebenenfalls mit Obst-Dicksaft. Weitere köstliche Zutaten sind: Vanilleschote, Zimt, Kardamom, löslicher Kaffee, Ingwer (gerieben oder als Pulver).

Autorin: Ingrid Schlieske

Buchtipps zu diesem Artikel:
Dr. Küche und Dr. Garten.
Soja, Tofu und Co


Verwandte Beiträge:
  • Mangold
  • Unser Frühstück - eine nationale Katastrophe
  • Sodbrennen in den Griff bekommen
  • Joghurt gegen Allergien
  • Spitzwegerich (Plantago Lanceolata)

  • \\ tags: , ,

    Kommentar abgeben

    Bitte Einloggen um einen Kommentar abzugeben.