Die Mungbohne Frieden finden im Sturm
Mai 13

Beta vulgaris
Mal Hand auf´s Herz: Hat Mangold einen festen Platz in Ihrer Gemüseküche?
Hierzulande ist dieses leckere Gemüse relativ unbekannt. Kurz nach dem Krieg war das ganz anders. Da Mangold anspruchslos wächst, beinahe wie Unkraut, hat es manchen Bürger vor dem schlimmsten Hunger bewahrt.
Erst in neuester Zeit jedoch erobert dieses würzige Gemüse auch unsere deutsche Tafel.

Geschichtliches
Schon im 2. Jahrhundert vor Christus war Mangold im alten Griechenland, in Babylonien und in Ägypten bekannt. Diese dunkelgrüne Pflanze wurde aber nicht nur als Gemüse gegessen, sondern auch als Heilpflanze angewandt, bevorzugt bei Vergiftungen und Verdauungsbeschwerden. Karl der Große schätzte den würzigen Geschmack von Mangold (betas) und befahl den Anbau sogar in seiner Landgüterverordnung.

Unsere südlichen Nachbarn schätzen Mangold

Mangold hat besonders im Mittelmeerraum eigentlich nie an Bedeutung verloren. In Italien wird er z.B. kurz in Olivenöl angedünstet, mit Knoblauch und Zitrone verfeinert und als Beilage zu Nudeln serviert. Die Spanier lieben ihn mit Zwiebeln auf dünnem Teig im Ofen gebacken. Er wächst wild in Gärten und an Wegesrändern.
Mangold gehört zusammen mit Roter Bete und der Zuckerrübe zur Familie der Gänsefußgewächse und kann auch im eigenen Garten angebaut werden. Der widerstandsfähigere Blatt- oder Schnittmangold kann bis in den Frühling hinein geerntet werden, wenn er im Winter bei Frost und Schnee etwas abgedeckt wird. Die andere Sorte Rippen- oder Stielmangold wird meist im Herbst geerntet.



Wirkung für die Gesundheit

Aufgrund seiner Inhaltsstoffe kann Mangold als Zell- und Schleimhautschutzgemüse angesehen werden. Immer mehr Wissenschaftler sagen besonders den in grünem Gemüse enthaltenen Karotenen krebsvorbeugende Wirkungen nach. Der hohe Gehalt an Vitamin C wirkt streßreduzierend, beugt Erkältungen vor und sorgt für geistige Frische. Mangold wirkt anregend und reinigend auf das gesamte Verdauungssystem, senkt den Blutfettspiegel und kräftigt das Immunsystem. Mit all diesen Eigenschaften ist Mangold das ideale Frühjahrsgemüse und sollte jetzt öfter auf dem Speiseteller zu sehen sein. Er läßt sich ähnlich wie Spinat verarbeiten und besitzt eine große Variations- und Kombinationsvielfalt. Man lasse sich von unseren Rezepten inspirieren und dann heißt es eigentlich nur noch: „Guten Appetit!“

Frische und Lagerung
Schlaffes Gemüse mit braunen Flecken an Blättern oder Stiel läßt man besser im Laden liegen, frischer Mangold hat eindeutig knackige feste Blätter. Wenn Blattmangold im eigenen Garten geerntet wird, dann sollte man immer nur die äußeren Blätter abernten. Bleibt das Herz unberührt und Blätter können immer wieder nachwachsen; die nächste Ernte-Mahlzeit ist gesichert. Mangold läßt sich äußerst schlecht lagern und sollte sofort nach dem Kauf verbraucht werden, damit man in den vollen Genuß der Inhaltsstoffe kommen kann.

Zubereitung
Vor der Weiterverarbeitung müssen die Blätter einzeln sehr gründlich abgewaschen werden, da sich oft Erde in den Blattrillen festgesetzt hat. Die Strunke und Stiele können entfernt werden. Mangold wird in 1/2 Tasse Gemüsebrühe kurz gegart oder in ein wenig Butter gedünstet. Aber die Stiele können auch mitgegessen werden, sie brauchen nur 1 bis 2 Minuten längere Garzeit.
Feine frische Mangoldblätter lassen sich roh aufs Käsebrot oder als Salat essen.
Mangold ist sehr vielseitig, er kann z.B. mit etwas Sherry abgeschmeckt werden und harmoniert so zu Soja, Geflügel, Fisch oder Rührei.
Als Gemüse harmoniert er mit Petersilienkartoffeln oder wird mit Roquefortkäse überbacken, kann gefüllt werden als Mangoldröllchen mit Tofu oder im Gemüseauflauf. Durch seinen würzigen Eigengeschmack braucht Mangold nur ein wenig Gemüseconsommé und Pfeffer oder einen Hauch Muskatnuß.
Aber auch exotisch zubereitet, schmeckt er lecker mit Curry oder Ingwer, z.B. zu Reisbratlingen.
Da Mangold schon von Natur aus Nitrat enthält, sollte er beim Biobauern gekauft und immer zusammen mit Vitamin C gegessen werden.
Ein Schuß Zitronensaft, etwas Petersilie oder ein Paprikasalat bringen dieses zusätzliche Vitamin C auf den Teller und verhindern die Umwandlung von Nitrat in gesundheitsschädigendes Nitrit.
Der manchmal leicht erdige Geschmack läßt sich mit etwas Sahne oder Cremè Fraîche mildern.


Inhaltsstoffe des Mangold
Pflanzliches Eiweiß, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Folsäure, Vitamine A, B1, B2 und C, Pflanzenfarbstoffe, Oxalsäure.

Hier noch ein Hausmittel aus alten Zeiten
2 – 3 Tropfen warmer Mangoldsaft ins Ohr geträufelt, sollten bei Ohrenschmerzen Linderung bringen.
Ob das auch heute noch hilft? Einfach einmal ausprobieren.

Autorin: Ingrid Schlieske

Buchtipps zu diesem Artikel:
Dr. Küche und Dr. Garten.


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