Die Königskerze rau)Lavendel
Jun 07

majoranMaiorana hortensis Moench
Eindeutig ist erst einmal diese Pflanze ein Gewürz und aus unserer einheimischen Küche nicht wegzudenken. Schon unsere Großmutter hat Schmalz, Eintöpfen und ihrem Hausgeschlachteten mit dieser Würzpflanze zu ihrem speziellen Geschmack verholfen. Vor lauter Aroma übersieht man oft, dass Majoran eine wirksame Heilpflanze ist, die magenstärkend und blähungswidrig wirkt. Auch sagt man ihm nach, dass er glücklich mache, also eine gemütsaufhellende Wirkung habe. Auf jeden Fall kann er als Abkochung auch zur Entspannung beitragen, wird bei Stockschnupfen sogar zur Nasenspülung verwandt.

Vorkommen
Ursprünglich stammt Majoran aus Kleinasien. Von dort nahm er seinen Weg über die Mittelmeerländer und wird heute vor allem in Mittel- und Osteuropa angebaut.
Er wächst aber auch in unseren einheimischen Gärten und wird oft gemeinsam mit Thymian, Estragon und Bohnenkraut in Kräuterbeeten gezogen.
Allerdings ist sein Gedeihen weitgehend von sonnigem Wetter abhängig. Er kann frisch oder getrocknet verwendet werden.


Verwendung in der Küche
Das frisch geerntete Kraut ist überaus würzig. Die getrocknete Qualität verliert sehr an Aroma. Dennoch hat es sich bei uns als populäres Gewürz stark etabliert und gibt vielen Rezepten die eigene Note.
Majoran wird auch Wurstkraut genannt und als Würze oft mit Thymian, Lorbeer, Wacholder und schwarzem Pfeffer vermischt. Hiermit lassen sich viele Fleisch- aber auch Sojagerichte deftig würzen. Eine andere bekannte Kombination ist die mit Bohnenkraut, Dill, Basilikum und Safran. Diese Mischung eignet sich besonders für zarte Soßen und feinere Gerichte.

Majoran-Würze
Ohne Majoran wird kaum ein Eintopf aus Hülsenfrüchten bereitet. Er schmeckt aber auch ausgezeichnet zu gebratenen Kartoffeln und zu Kohl. Gemeinsam mit Knoblauch eignet er sich auch zu deftigen italienischen Gerichten. Aber auch zarte Fischgerichte erhalten eine delikate Note.

Heilwirkung
Der Gehalt an ätherischen Ölen macht sein Aroma aus. Es hängt jedoch stark von Boden und Klima ab, wie stark diese in der Pflanze vertreten sind und können von 0,7 bis zu 3,5 % schwanken. Diese Öle sind es auch, die antiseptische Wirkung haben und deshalb lindernd bei Erkältungen wirken. Terpinen und Terpinenöl sowie Cineol sind verdauungsfördernd und beruhigen die gereizten Schleimhäute, sowohl die der Atemwege, als auch die des Darms.

Zubereitung von Heilmitteln
Aufkochung: 1 gehäufter EL getrockneter Majoran wird in 1/4 l Wasser 10 Minuten leise geköchelt und durchgesiebt.
Bei Stockschnupfen können damit Gesichtsdampfbäder und Nasenspülungen gemacht werden
Als Tee: wird die Abkochung den Tag über 3 x jeweils 1 Tasse, leicht erwärmt, getrunken. Das wirkt stimmungsaufhellend und entspannend in Stresssituationen.


Erfahrungsberichte
Majoran als Gewürz und auch als Abkochung empfehle ich gerne Personen, die sich in Stresssituationen befinden. Es ist immer wieder sehr befriedigend, wenn man die beruhigende Wirkung dieses einfachen Krautes erlebt.

Gestresste Manager
Während eines Computer-Seminars, das ich besuchte, klagte einer der Teilnehmer darüber, dass er sich so sehr gehetzt fühle, kaum zur Ruhe käme. Immer hätte er das Empfinden, dass gleich etwas Schlimmes geschehen müsse. Außerdem hätte er oft das Gefühl, seinen Aufgaben nicht gewachsen zu sein. In einer Pause empfahl ich ihm, es doch mal mit einer Majoran-Abkochung zu versuchen. Allerdings müsse er diese ganz regelmäßig trinken. Eher ungläubig versprach er mir das dann. Nach ein paar Wochen rief der Mann mich an und erzählte, dass mein „Wundertee“ ihm wirklich Ruhe gebracht hätte. Seine Sekretärin bereitete ihm diesen nun jeden Morgen zu und füllte ihn für den Tag in eine Thermoskasse. Geschäftsbesuch schnupperte nun immer neugierig, denn der auffällige Majoranduft hinge lange in der Luft. Aber das sei ganz egal. Schließlich zählt, dass es ihm jetzt immer deutlich besser ginge.

Immer Blähungen
Regelmäßig führe ich Kräuterwochenenden durch, an denen interessierte Teilnehmer lernen, einheimische Heilkräuter zu erkennen und zu Salben, Tinkturen und Tees zu verarbeiten. Dabei sprechen wir natürlich auch von Beschwerden, die sich mit Hilfe einer guten Kräuterapotheke lindern und heilen lassen.
Viele meiner Teilnehmer klagen über Verdauungsbeschwerden, Durchfall und Blähungen. Eines der von mir in solchem Fall empfohlenen Mittel ist die Majoranabkochung. Ich erhalte daraufhin viel positive Rückmeldungen. In guter Erinnerung ist mir eine Dame, die schon sämtliche rezeptfreien Medikamente aus der Apotheke rauf und runter ausprobiert hatte. Wirkliche Hilfe hat sie nicht erfahren. Dafür ist sie heute, dank Majoran, gänzlich ohne Beschwerden.

Autorin: Hidelgard Kita (Kräuterfrau)

Buchtipps zu diesem Artikel:
Dr. Küche und Dr. Gaten


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