Denken bestimmt unser Leben Gut zu(m) Fuß
Aug 05

Viele Menschen klagen über einen sogenannten Reizmagen. Automatisch legt man in einer Schreckenssituation die flache Hand oder bei Angst sogar beide Fäuste auf die Magengegend.
Tatsächlich reagiert bei vielen Menschen der Magen wie ein Seismograph. Er zeigt Mißstimmungen an, Unverträglichkeiten von Lebensmitteln oder Ernährungssünden überhaupt.
Gleichsam als hätte der Körper ein Filterorgan zugeschaltet, bevor psychische oder physische Unverträglichkeiten die Seele oder die weiterverarbeitenden Organe erreichen.
Heutzutage ist oftmals der Magen auch der Gradmesser für Streß, Überforderung, Sorgen, Ängste.


Der Magen „steckt viel weg“
Dadurch dauert es oftmals lange und wird von dem Betroffenen über viele Jahre hinweg nicht wahrgenommen, bis sich eine chronische Überempfindlichkeit entwickelt hat.
Diese kann in schweren Fällen in die Bildung von Magengeschwüren münden, oder in Dauerbeschwerden durch einen Reizmagen.
Reizmagen: was sich so harmlos anhört, kann die Lebensqualität erheblich mindern.

Es muß unbedingt abgeklärt werden, ob Magengeschwüre, Helicopacter pylori (Bakterien im Darm) oder eine Magenschleimhautentzündung hinter dem Beschwerdebild stecken

Bei solchen „Abschlußdiagnosen“ helfen Magenspiegelung (Gastroskopie), feingewebliche Untersuchungen, Gasanalysen und Stuhluntersuchungen.
Magenspiegelungen sind übrigens heute in keiner Weise mehr unangenehm. Mit einer Spritze wird der Patient in eine Art von Dämmerschlaf versetzt. Er spürt von der gesamten Prozedur überhaupt nichts. Das gefürchtete Würgegefühl beim Einführen des Schlauches in den Magen bleibt gänzlich aus.
Bei dieser Untersuchung kann das Innere des Magens und des Zwölffingerdarms genau untersucht werden. Ja sogar abgeheilte bzw. vernarbte Geschwüre sind deutlich auszumachen.

Patienten mit Magenbeschwerden sind oftmals ratlos
Ärztlicherseits werden keine organischen Ursachen festgestellt. Dennoch macht der Magen weiter Probleme. Nun gilt es herauszufinden, auf welche Reize der Magen „allergisch“ reagiert.
Die Beschwerden können folgendermaßen aussehen:

  • Magenbrennen gleich nach dem Essen
  • Magenbeschwerden einige Stunden nach dem Essen
  • Dumpfer Magenschmerz
  • Magendrücken
  • Extremes Völlegefühl, obwohl wenig gegessen wurde
  • Verstärktes Aufstoßen, mit Brennen im Magen

Der Reizmagen ist kein lebensgefährliches Leiden

Das Risiko für entzündliche oder gar bösartige Magenerkrankungen ist tatsächlich nicht höher als bei Menschen ohne Beschwerden.
Es gilt nur herauszufinden, welche ganz persönlichen Ursachen hinter dem jeweiligen Leiden stecken. Diese können ganz genauso vielfältig sein wie das Leiden selbst.
Die wichtigste Voraussetzung für das Lindern respektive Beseitigen der Beschwerden ist, diese Überempfindlichkeit des eigenen Magens selbst einmal anzunehmen. Darauf folgt die uneingeschränkte Bereitschaft, das sensible Organ nach allen Kräften zu unterstützen. Man kann sich regelrecht verbünden mit seinem Magen und gemeinsam herausfinden, was ihn malträtiert und was ihm gut tut.
Und genau für die ermittelten Erfordernisse kann eine persönliche Magenstrategie entwickelt werden, mit deren Hilfe in den allermeisten Fällen in wenigen Wochen oder Monaten das Magenproblem nicht mehr den Alltag, nicht mehr das Leben überschattet.

Psychische Gründe für Magenbeschwerden
Sorgen sind oft der Grund für dumpfe Magenschmerzen
Ärger verursacht Magendrücken
Streß schlägt auf den Magen
Angst verursacht ein flaues Gefühl im Magen

Physische Gründe für Magenbeschwerden

Zuviel komplexe Kohlenhydrate in der Ernährung - Bei der Kohlenhydratverdauung (Zucker, Getreide) fällt bei der Bildung der dafür erforderlichen basischen Verdauungssäfte Säure an. Diese verursacht oft Magenbrennen bis hin zu Sodbrennen
Backtreibmittel - werden von vielen Menschen nicht gut vertragen und verursachen Magenbeschwerden, Völlegefühl und Blähungen
Ätherische Öle - Ja oftmals sogar die aus der normalerweise gut verträglichen Banane verursachen möglicherweise Magenbrennen
Alkohol - wird häufig schlecht vertragen und kann wie Feuer im Magen brennen
Rohes Gemüse - Darauf  reagiert der Magen, erst recht der Darm, zum Teil sehr empfindlich
Grobes Vollkornbrot - können Magen und Darm häufig nicht gut verkraften
Eiskalte und kochend heiße Getränke - schädigen Speiseröhre und Magenschleimhaut
Verschiedene Teesorten und Kaffee - lösen Reize aus
Käse - liegt oft schwer im Magen
Milch - ist vielfach schwer verdaulich
Gluten - im Weizen haben zum Teil regelrecht allergene Wirkung
Hefe - in Nahrungsmitteln und Würzen kann für viele Menschen äußerst bedenklich wirken, Allergien auslösen.
Aspirin - und andere Medikamente schädigen oft nachhaltig die Magenschleimhaut

Diese Aufzählung kann weiter und weiter fortgesetzt werden. Es gibt unzählige Unverträglichkeiten.
Es lohnt sich (selbst) herauszufinden, wo die eigene Magenintoleranz zu finden ist. Dies klappt hervorragend durch das sogenannte „Ausschluß-System“. Das „verdächtigste“ Nahrungsmittel wird weggelassen. Dabei wird die Reaktion des Magens beobachtet. Diese Maßnahme wird nun nacheinander bei jedem anderen Lebensmittel angewandt. So kann Ungefährliches abgehakt und eine Verbotsliste aufgestellt werden. Auf dieser sind alle Stoffe aufgeführt, die einen Reiz verursachen. Selbstverständlich müssen sie künftig möglichst gemieden werden, weil man beschwerdefrei leben.


Maßnahmen die jeder selbst ergreifen kann, damit der eigene Magen nicht mehr schmerzhaft reagiert

Magenbeschwerden entstehen, weil etwas „nicht verdaut“ werden kann. Das kann sich auf Nahrungsmittel beziehen, wie auf Streß, Ärger, Probleme.

Der Magen ist gemeinsam mit dem Mund die Vor-Verdauungsstation für den gesamten Verdauungstrakt. Hier werden die entsprechenden Säfte gebildet, um die Speisen so aufzubereiten, daß sie im Zwölffingerdarm, im Dünndarm und Dickdarm problemlos weiterverarbeitet werden können.

1. Die Mahlzeiten sollen ohne Störungen aufgenommen werden, die Gedanken ganz auf das Essen gerichtet sein. Auch die Wahrnehmungen der Geschmacksvarianten sind wichtig. Nur so ist es gewährleistet, daß vom Körper genau die Enzyme gebildet werden, die für die Verdauung genau dieser Nahrungsmittel nötig ist. Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Essen!
2. Die beste Voraussetzung für eine gute Verdauung ist der Kauprozeß. Nahrung, besonders Kohlenhydratnahrung muß ausreichend eingespeichelt sein, damit die sogenannte Speichelamylase, deren Wirkung noch Stunden im Magen anhält, ungestört arbeiten kann.
3. Verschiedene Tees wirken heilend bei Magenbeschwerden:
Süßholzwurzel beruhigt den Magen
Kamille wirkt beruhigend und heilend (nicht zu große Mengen trinken wegen seines hohen Gehaltes an ätherischen Ölen)
Anis mit Fenchel und Kümmel hilft bei der Verdauung und gegen Völlegefühl und Blähungen (1 Teelöffel pro Tasse mit kochendem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen. 3 x täglich eine Tasse (0,2 ml) so heiß wie möglich in kleinen Schlucken trinken)

Spaziergang in Feld und Wald wirkt beruhigend und stärkend
Autogenes Training hilft, sich zu entspannen, loszulassen
Meditation, Gedankenleere hilft, Abstand zu gewinnen

Im übrigen ist es immer sinnvoll, bei Magenbeschwerden den gesamten Verdauungstrakt mitzubehandeln. Aber auch die Seelenlage muß berücksichtigt werden.
Mundhöhle, Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm, Dünndarm, Dickdarm, Leber/Galle und Bauchspeicheldrüse wirken als eine Verdauungseinheit.

In der Naturheilkunde gibt es dafür ebenfalls verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. So erzielte ich oftmals gute Ergebnisse durch die Homöopathie. Aber auch Akupunktur kann die Empfindlichkeit des Magens herabsetzen.

In der Apotheke lasse ich für meine Patienten öfter ein sogenanntes „Magensalz“ mischen, das 3 x täglich vor dem Essen eingenommen wird (je 1 TL). Es besteht aus 1 Teil Blutsalz Nr. 3 und 2,5 Teilen Katulein N. Blutsalz ist ein Mineralstoffgemisch, Katulein enthält Wismut.
Dieses Magensalz hat vielfach eine erstaunlich gute Heilwirkung bei Gastritis und Reizmagenbeschwerden.

Auf jeden Fall ist der Reizmagen kein unüberwindliches Schicksal. Man kann durchaus beschwerdefrei mit ihm leben, wenn das Problem konsequent angegangen wird. Ein wenig Geduld ist allerdings nötig.
Dafür kann der Rat nur lauten:
„Nimm Deine Gesundheit in die eigene Verantwortung. Die guten Ergebnisse werden nicht auf sich warten lassen!“

Artikel : Bioline-Magazin


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