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Apr 03

Mädesüß (Filipendula ulmaria)
Dieses Heilkraut gehört zu den Rosengewächsen.
Es wächst in einer bis zu zwei Meter hohen Staude mit einem aufrechten, derben, kantigen Stengel und feingezähnten Federblättchen. Letztere sind an der Oberseite dunkelgrün, an der Unterseite hellgrün, meist weißfilzig behaart.
Die Blüten zeigen sich in dichtem, reich blühendem, stark duftendem Blütenstand, sind gelblich-weiß und haben ihre Hauptblütezeit von Juni bis August.


Ernte
Mädesüß wächst auf nährstoffreichen, feuchten Wiesen, an Bachufern, Gräben und an Moorwiesen. Man findet sie fast überall in Europa.
Es ist ratsam, die oberen Teile der Pflanze zur Blütezeit, am besten in der Sommerhitze zu sammeln. Dafür werden sie gebündelt an einen luftigen, schattigen Ort gehängt und mit einem Leinentuch unterlegt, damit die abfallenden Blüten aufgefangen werden.

Vielseitige Verwendung

  • Aus den Blüten wird ein Mandelaroma gewonnen, mit dem Kräutermarmelade und Kompott aromatisiert werden
  • Die getrockneten Blüten werden in Duftsäckchen zwischen die Wäsche gelegt
  • Die Trugdolde aus den kleinen cremefarbigen Blüten ist Bestandteil vieler Duftmischungen
  • Blüten und Knospen werden oft in Brautsträuße eingebunden
  • Das Öl der Knospen wurde früher zu Parfüm verarbeitet
  • Aus Blättern und Stengeln kann ein blauer Farbstoff gewonnen werden


Im übrigen war Mädesüß eine heilige Pflanze der Kelten, wurde in der Sonnenwendnacht gesammelt und als Schutzmittel in das Gebälk von Häusern und Ställen gehängt

Die Inhaltsstoffe der Mädesüß
Aus den Blüten kann ein Schmerzmittel  isoliert werden. Weiter machen ätherisches Öl, Flavonglykoside sowie Salizylsäure-Verbindungen dieses Kraut als Heilpflanze sehr wertvoll.


Heilwirkungen
Traditionell wurde Mädesüß äußerlich angewandt, um Geschwüre aufzubrechen. Blüten wurden in der Volksmedizin als krampfstillendes, harntreibendes und schweißtreibendes Mittel betrachtet, das bei Fieber und Erkältungskrankheiten gute Dienste leistete.
Aber auch Gicht, Rheuma, Steinleiden und Wassersucht waren bekannte Einsatzgebiete. Der Erfolg war in diesen Fällen auf die blutreinigende Wirkung von Mädesüß zurückzuführen. Heutzutage wird Mädesüß bevorzugt bei Magenbeschwerden und Kopfschmerzen eingesetzt. Seine Salizylsäureverbindungen wirken ähnlich wie Aspirin, jedoch ohne dessen schädigende Wirkung auf die Magenschleimhäute.

Zubereitung
Blütenaufguß:
1 EL Blüten mit einer Tasse kochendem Wasser überbrühen, 3 Minuten ziehen lassen. Das wirkt schweißtreibend. Dieser Aufguß wird wegen seiner harntreibenden Wirkung auch bei Gicht und Rheuma entsprechenden Teemischungen zugesetzt.

Beispiele aus meiner Kräuterpraxis

Gutschmeckender Tee
Ich selbst trinke Mädesüß-Tee sehr gern. Er schmeckt mir gut und duftet angenehm. So brühe ich mir dieses  Kraut immer mal wieder zwischendurch oder als Beimischung zu anderen Tees.

Kopfschmerzen
Viele meiner Bekannten und Freunde bekommen von mir Mädesüß-Tee vorgesetzt. Insbesondere dann, wenn sie über Kopfschmerzen klagen. Das Erstaunen ist immer groß, daß eine so einfache Maßnahme tatsächlich Wirkung zeigen kann. Mädesüß kann anstelle von Aspirin als Schmerzmittel eingesetzt werden, ohne die schädigenden Nebenwirkungen von Medikamenten aus dem Labor.

Periodenschmerzen
Viele junge Frauen klagen über Schmerzen während der Zeit der Menstruation. Wenn mir ein solcher Fall bekannt wird, rate ich zu Mädesüß. Es ist erstaunlich, wie deutlich lindernd dieses Medikament aus der Natur der Frau hilft, die Zeit der Periode ohne Beschwerden zu überstehen.

Übelkeit und  Schwindel
Eine Tante von mir litt regelmäßig an Übelkeit, die von Schwindel begleitet wurde. Ihr Arzt und diverse Spezialisten, zu denen sie überwiesen wurde, konnten keine organische Ursache erkennen. so experimentierte man mit meiner Tante, ohne daß es zu einem nennbaren Erfolg kommen konnte. Auf meinen Rat versuchte sie es einmal mit Mädesüß-Tee. Seit dieser Zeit trinkt meine Tante regelmäßig diesen wohlschmeckenden Tee und hat nicht ein einziges Mal mehr ihre Übelkeitsanfälle gehabt.

Vorbeugend gegen Grippe
Mädesüß-Tee gehört schon seit vielen Jahren zu den Alltags-Tees in unserer Familie. Ihm schreibe ich zu, daß meine Kinder und die anderen Familienangehörigen, die auf meinen Rat gehört hatten, kaum durch Grippe und Erkältungen heimgesucht wurden. Dies ist auf die antibakterielle Wirkung der Inhaltsstoffe von Mädesüß zurückzuführen.

Autorin: Hildegard Kita (Kräuterfrau)

Buchtipps zu diesem Artikel:
Dr. Küche und Dr. Garten


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