Aromastoffe Sind Hormonersatz-Therapien als Jungbrunnen in den Wechseljahren ungefährlich?
Aug 09

Wahrscheinlich stammt diese Pflanze, die auf nährstoffreichen Böden gut gedeiht, aus Persien. Sie wird bis zu 2 Meter groß. Wegen des intensiven Geruchs wird sie auch Maggikraut genannt.
Die Herkunft des deutschen Namens Liebstöckl gibt zu verschiedenen Vermutungen Anlass. So wird der Pflanze auch eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben.
Die populärste Verwendung finden die Blätter als Suppengewürz.
Weniger bekannt ist die Heilwirkung von Wurzeln und Samen, die im Übrigen ebenfalls diesen prägnanten Duft ausströmen.




Verwendung in der Küche

Hier empfiehlt sich ein sparsamer Einsatz, denn Liebstöckl überlagert sonst den Geschmack der Speise.
Die ganze Pflanze kann verwendet werden:

Blattstiele
Sie werden gedünstet und als Gemüse gegessen.

Blätter
Sie geben Fleisch- und Fischgerichten die spezielle Note. Sie können in Fleischfüllungen, Rouladen, Braten, Hackfleisch verarbeitet werden, und sie würzen Suppen, Soßen und Eintöpfe. Sie passen auch zu Salaten, speziell für Tomaten und Paprikasalat, besonders aber zu Eintöpfen.

Samen
Zerdrückt würzen sie auf das Köstlichste ein Käsebrot, können in Brot und Kuchen gebacken werden, schmecken in Kartoffelbrei und Reisgerichten. Die Samen können auch statt Pfeffer verwendet werden.
Wurzelstock
Kann im Frühjahr als Gemüse gegessen werden.

Heilwirkungen

  • bei Blasenleiden
  • bei Ödemen
  • bei Entzündungen der Haut
  • bei Erkrankungen der Atemorgane
  • bei starkem Schwitzen
  • bei Blähungen
  • bei Mangel an Magensäure
  • bei anderen Magenbeschwerden
  • bei Rheuma und Gicht
  • zur Unterstützung der Periode
  • zur Stärkung des Herzens

Es empfiehlt sich, Liebstöckl nicht in der Schwangerschaft und bei Nierenleiden einzusetzen.

Ernte
Gesammelt werden der Wurzelstock, das Kraut, die Blätter und der Samen.
Es ist ratsam, die Pflanzenteile an einem luftigen Ort unter 35 Grad zu trocknen, oder einen Dörr-Apparat zur Hilfe zu nehmen Bei höheren Temperaturen verflüchtigen sich die ätherischen Öle. Sodann die Droge in dicht schließendem, dunklen Gefäß aufbewahren.

Inhaltsstoffe
Invert-Zucker: belebend
Bitterstoffe: verdauungsfördernd
Ätherische Öle: atemwegsstärkend
Gerbstoffe: verdauungsfördernd, schweißregulierend
Fruchtsäuren: stärkend
Cumarin: leicht beschwingend, in niedriger Dosierung


Anwendung
Tee: wirkt entwässernd, harntreibend, entschlackend
Bäder: In einem Strumpf oder Leinensack 2 Handvoll der Blätter füllen und mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Den Sud mitsamt dem Strumpf in die Wanne geben
Fußbad: die gleiche Prozedur, jedoch mit nur 1 Handvoll Blättern, in eine Schüssel mit warmem Wasser geben, wirkt gegen Schweißfüße
Stärkungstrunk: Eine dunkle Flasche mit weitem Hals mit trockenen Blättern, Samen und geschnittenen Wurzeln füllen, mit hellem Schnaps begießen, Gefäß schließen. Drei Wochen an einen warmen Ort stellen und danach durchsieben. Davon täglich 1 kleines Glas (2 cl) trinken. Stärkt das Herz und hilft der Verdauung

Insgesamt ist Liebstöckl ein interessantes Heilkraut und unverzichtbare Würze. Eine einzige Pflanze, die allerdings Platz braucht, reicht einer Familie für Küche und Hausapotheke für ein ganzes Jahr.

Beispiele aus meiner Kräuterpraxis:

Nach schwerer Grippe
In meiner Bekanntschaft konnte eine Schülerin sich nach einer heftigen Grippe nur schwer erholen. Ich riet ihrer Mutter, ihr regelmäßig Gemüsebrühe und Gemüsesuppen aus verschiedenen Gemüsesorten zu kochen. Diese Gerichte würzte sie kräftig mit Liebstöckl. Die kräftigende Wirkung war so gut, dass die Familie diese „Medizin“ jetzt vielfach in der Küche verwendet.

Darmprobleme
Ein älterer Herzpatient, den ich an einem meiner Kräuterwochenenden kennen lernte, berichtete von einer Darmerschlaffung, die sich bei ihm durch die langfristige Einnahme starker Medikamente eingestellt hatte. Ich empfahl ihm Liebstöckl-Tee, von dem er kurmäßig vier Wochen lang täglich 1/4 l trinken sollte. Ein Liebstöckl-Bad, einmal wöchentlich, würde die Maßnahme unterstützen. Nach Ablauf der angegebenen Zeit erreichte mich der Bericht, dass die Verdauungsbeschwerden sich deutlich gebessert hatten, dass der Stoffwechsel gestärkt war und auch das Wasserlassen, das vorher problematisch war, nun wieder einwandfrei funktionierte. Ich motivierte den überglücklichen Mann, auch weiterhin das Heilkraut als Tee und Gewürz regelmäßig zu sich zu nehmen.

In Schwung gebracht
Einem älteren Steuerberater, der durch Bewegungsarmut in seinem sitzenden Beruf unter Dickleibigkeit, starkem Schwitzen und Verdauungsstörungen litt, konnte mit Liebstöckl als Gewürz und Tee bestens geholfen werden. Sein Schwitzen hat sich deutlich reduziert und die Verdauung klappt jetzt besser. Außerdem hat er sich einen Hund angeschafft, mit dem er nun morgens und abends je eine Stunde unterwegs ist. Er sagt aus, dass er sich jetzt sehr wohl fühlt.

Autorin: Hidelgard Kita
Kräuterfrau

Weiterführende Links hierzu:
Selbstanwenderseminar Kräuterkunde

Buchtipps zu diesem Artikel:
Dr. Küche und Dr. Gaten


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