Pellkartoffeln mit Zwiebelsoße Ohne Husten durch den Winter
Mrz 24

Ja, daran gibt es keinen Zweifel
Und das Interesse an vegetarischer Ernährung ist riesengroß und nimmt ständig zu.
Leben sie aber wirklich gesünder?
Das belegen eine Reihe von Studien.
Dafür seien nur drei eindrucksvolle Beispiele genannt:

  1. Eine Langzeitstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg
    ermittelte, daß Vegetarier deutlich länger leben als der Durchschnitt der Bevölkerung. Wenn aus einer Vergleichsgruppe von Menschen, die Fleisch essen, 100 sterben, so sind es bei der gleichen Anzahl von Vegetariern nur 59. Am günstigsten schnitten dabei die Bürger ab, die weder Fleisch, noch Eier oder Milch zu sich nahmen.
  2. Eine Londoner Studie
    mit 10.000 Vegetariern ergab, daß diese im Vergleich zu Fleischessern zu 50 % weniger von Herzkreislauferkrankungen, also auch deutlich weniger von Herzinfarkten und Schlaganfälle betroffen waren. Ihre Cholesterinwerte lagen ebenfalls um 50 % günstiger, wie auch ihre Blutfettwerte. Die Zuckerwerte zeigten ebenfalls ein um 50 % besseres Ergebnis. Das Krebsrisiko bei Männern war um 50 %, das von Frauen um 25 % verringert.
  3. Eine Studie der Reformhausakademie
    in Oberursel wurde mit 900 Teilnehmern durchgeführt. Diese Studie kam zu ähnlichen Folgerungen wie die Londoner Studie. Solche Ergebnisse sind eindeutig, jedoch nicht neu.

Das eindrucksvollste Beispiel für das Wirken einer ausschließlich vegetarischen Ernährung aber bot unsere eigene Nation nach 1945.


Das ganze Volk war nach dem Krieg praktisch gesund

Es gab kaum Bandscheibenbeschwerden oder Herzinfarkte, weder Magengeschwüre noch Verstopfungen oder Allergien. Diabetes und hohe Cholesterinwerte waren zu jener Zeit absolute Fremdwörter.

Die Bevölkerung war schlank und stark
Von chronischer Müdigkeit und Gemütsverstimmungen keine Spur. Wenn jemand krank war, dann lag das an Mangel und an Hunger. Notgedrungen ernährten sich die Menschen von Gemüse aus „Wildkraut“, wie man heute liebevoll Brennessel, Melde und Co. bezeichnet.
Es gab damals so gut wie kein Fleisch, Fett in homöopathischen Mengen, wenig Brot, keine Nudeln, Reis oder gar Zucker.
Gelegentlich kamen ein paar Kartoffeln auf den Tisch, mit einer einzigen Zwiebel als High-Light vielleicht. Ganz selten bekam man ein Ei zu Gesicht. Aus Getreideähren, die von abgeernteten Feldern geklaubt waren, drosch man das allerletzte Körnchen, um eine dünne Suppe zu bereiten.

Genau betrachtet war diese magere Zeit für die Gesundheit der Menschen ein absoluter Glücksfall

Und eine fabelhafte Anschauung.
Wenn man denn bereit ist zurückzuschauen…!

Die Schlußfolgerung also kann nur sein, daß es die Überernährung ist, die Menschen heutzutage krank werden, unnötig früh altern läßt und ihnen Kraft und Lebensfreude nimmt

Soll das nun heißen, daß den Fleischtöpfen gänzlich zu entsagen ist?
Ach woher denn!
Der eindringliche Rat soll vielmehr lauten, dem Fleisch, den Eiern, der Milch wieder den Stellenwert einzuräumen, der richtig ist.
Sie sollen wieder kleine Beilagen sein, nicht den Hauptanteil einer Mahlzeit ausmachen.

Gelegentlicher Genuß statt täglicher Konsum, so muß die Devise lauten

Sind Fleisch und Eier also sorgsam limitiert, kann man zu ganz ähnlich günstigen Ergebnissen kommen, wie hundertprozentige Vegetarier diese für ihre Gesundheit verbuchen können.

Es ist also ratsam, ein bißchen Vegetarier zu sein!

Immer mehr Menschen sind daran interessiert

Wie alles begann
Ich bin nun schon über 20 Jahre Vegetarierin. Als ich mich dazu entschloß, kein Fleisch und keinen Fisch mehr zu essen, war das zwar der Einstieg in die Ära „Ich esse kein Tier mehr“, aber mir war damals längst nicht klar, wie der Körper ausreichend zu versorgen sei. Wie viele Neu-Vegetarier ersetzte ich erst einmal die Fleisch-Mahlzeiten komplett durch Kohlenhydrate. Schließlich mußten Sattmacher auf dem Teller sein. Da Gemüse, Salat und Obst nicht unbedingt dazu zählen, griff ich also zu Getreide und Kartoffeln. Ich konnte mir gar nicht erklären, weshalb mich nach wenigen Wochen lähmende Müdigkeit ergriff.  Erst mein intensives Ernährungsstudium ließ mich den Grund für meine matte Befindlichkeit selbst herausfinden. Dabei hatte ich mich doch genauso ernährt, wie Vollwert-Päpste und Frischkorn-Fans das empfohlen hatten. Aber genau hier war der Schwachpunkt zu ermitteln. Getreide ist ein starker Säurebildner. Das macht schlapp und lähmt die Unternehmungslust. Kartoffeln werden zwar als sogenannte Basen-Bildner angepriesen, verbrauchen in Wahrheit jedoch zu ihrer Verarbeitung im Körper ganz genauso viele Basen wie sie mitbringen.
Just zu dieser Zeit lernte ich die Trennkost kennen. Der Grund für mein Dilemma war, daß ich zuviel konzentrierte Kohlenhydrate verzehrte. Aber auch meine Eiweiß-Versorgung ließ zu wünschen übrig. Den Ausweg aus diesem Mangel fand ich in Soja, Tofu und einigen pflanzlichen Eiweiß-Lieferanten.


Eiweißversorgung sicherstellen
Auch Vegetarier können an Mangelerscheinungen leiden. Viele von ihnen sind z.B. unterversorgt mit Eiweiß. Diese lassen sich in folgender pflanzlicher Nahrung finden:

  • Sojafleisch (diverse Sorten)
  • Tofu natur und Räuchertofu
  • Sojamilch
  • Mungbohnen
  • Azukibohnen
  • Kichererbsen
  • Kichererbsenmehl
  • Nüsse
  • Samen
  • verschiedene Pilzsorten

Vegetarier brauchen eine kluge Planung   
Es reicht nicht aus, sich für eine andere Ernährungsweise zu entscheiden. Vielmehr muß diese eine optimale Nährstoffversorgung gewährleisten. Dafür ist es sinnvoll, nicht einfach „wild“ drauf los zu kaufen, sondern sorgfältig schon die Einkaufsliste zu erstellen. Ratsam wäre dabei auch,  Einkaufsquellen zu nutzen, die Produkte aus möglichst unbelastetem, ökologischen Anbau führt.

Kohlenhydrate – der große Irrtum
Die Menschen, besonders in Single-Haushalten, essen zu viele Kohlenhydrate, bevorzugt Brot. Aber auch Nudeln, Reis, alle Zuckerprodukte und Kartoffelprodukte sollten im Speiseplan limitiert werden. Zuviel Kohlenhydrate forcieren die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse. Dieses Hormon löst Sucht aus und kann, wenn es im Übermaß vorhanden ist, langfristig zu Altersdiabetes führen. Immer wieder ist in bezug auf Kohlenhydrate von Kraftnahrung für Sportler die Rede. Nur sie können große Portionen davon vertragen, wandeln diese durch Körperanstrengung direkt in Energie um.

Die Brötchen waren schuld
In den von mir geleiteten Ernährungsseminaren hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sie den Kursus längst abgeschlossen hatten, immer mal wieder vorbeizuschauen und von ihren Erfahrungen zu berichten oder sich einen Rat zu holen. Als wir also mit unserer großen Gruppe tagten, machte ich unter den Anwesenden zwei „Ehemalige“ aus. Auf mein Befragen gestanden sie, daß sie dringend Hilfe bräuchten. Sie hatten vor mehreren Monaten für längere Zeit an der Gruppe teilgenommen und konnten wunderbare Abnahme-Erfolge, aber auch Gesundheitsverbesserungen erreichen. „Ja“, sagte die eine, „das war damals. Während der Teilnahme am Seminar haben wir uns einfach bombig gefühlt. Jetzt aber hat uns die alte Müdigkeit und Antriebslosigkeit wieder voll erwischt. Dabei leben wir ganz genau so, wie es den Regeln der Trennkost entspricht.“
Diese Klage war für mich ein schöner Anlaß, gemeinsam mit den anderen Teilnehmern nun eine Analyse zu starten. Sehr schnell kamen wir dahinter, daß die beiden Probanten ihr Müsli-Frühstück aus geraspelten Äpfeln, Öl, gehackten Nüssen und Leinsamen ersetzt hatten durch selbstgebackene Vollkornbrötchen. Nachdem man soviel Gewicht verloren hatte und das Wunschziel  ja erreicht war, sah man auch keinen Anlaß, nicht wieder kräftig in bezug auf Fleisch und Wurst „zuzuschlagen“. Streng getrennt nach den Trennkostregeln versteht sich.
Ich war sehr stolz auf meine Teilnehmer, die selbst herausfanden, daß beim Ernährungsplan die Säurebildner wieder die Oberhand gewonnen hatten. Gemeinsam stellten wir also für die beiden Ex-Seminarteilnehmer neue Pläne zusammen.
An die erste Stelle wurden Obst, Gemüse und Salat gesetzt und als Beilagen gab es dann ein wenig Fleisch, wenig Brot, wenig Käse, dafür mehr Soja, Tofu und andere pflanzliche Eiweißquellen.
Ich habe mich sehr gefreut, daß nach wenigen Wochen ein Anruf mir unsere richtige Diagnose bestätigte. Die beiden Damen waren wieder putzmunter und hatten sich gegenseitig versprochen, nie mehr in die alten Eßgewohnheiten zurückzufallen.

Auch wenn man den fleischlichen Genüssen nicht ganz entsagt, so ist es doch angebracht, von den vegetarischen Erkenntnissen zu profitieren

Autorin: Ingrid Schlieske


Verwandte Beiträge:
  • Die Mungbohne
  • Ein bißchen Hunger muß bleiben
  • Diese Fette sind gesund
  • Gesund alt werden
  • Jünger werden jünger fühlen

  • \\ tags: , , ,

    Kommentar abgeben

    Bitte Einloggen um einen Kommentar abzugeben.