Mit der richtigen Diät Mensch ärgere dich “nicht”
Mrz 14

Es ist kaum zu glauben, aber unsere Großmutter kam tatsächlich (fast) ohne Müllabfuhr aus
Wohin bloß mit dem Müll? Die Kosten für die Müllbeseitigung sind von Ländern und Kommunen kaum aufzubringen. Und der Bürger stöhnt über hohe Abgaben und Gebühren. Auch die Urlaubsländer werden längst zugemüllt und wissen sich der steigenden Abfallberge kaum zu erwehren.

Es müssen immer größere und raffiniertere Anlagen gebaut werden, um zu entsorgen und zu verbrennen.
Dadurch wiederum entstehen Emissionen, die unsere Umwelt dauerhaft belasten und das Ozonloch vergrößern.
Besondere Probleme ergeben sich aus Materialien, die nicht rückstandsfrei entsorgt werden können. Die Luft wird verschmutzt, die Gewässer belastet. Und es wird immer schlimmer. Eine Grenze ist weit und breit nicht auszumachen.


Eine Situation ohne Ausweg?
Es lohnt sich hier durchaus ein Blick zurück in Großmutters Zeiten. Ja, es sind noch keine Lichtjahre her, sondern lediglich etwa drei Generationen, da die Müllabfuhr in den ländlichen Gebieten und den Vorstädten absolut überflüssig war und dementsprechend nicht vorhanden. Lediglich in den Innenstädten existierten Pferdefuhrwerke, die die kleinen Mülltonnen von vergleichsweise winzi-gem Ausmaß entsorgten.

Aber die Leute aßen doch auch und hatten entsprechend Abfälle?!
Ja gewiß, aber alles Eßbare wurde voll genutzt und Reste gab es nur in geringem Ausmaß. Mit den kleinen Überbleibseln einer Essenszubereitung wurde überaus sorgsam umgegangen. Alles wurde einer Weiterverwendung zugeführt.

Hier einige Beispiele:

  • Milch wurde in Kannen abgefüllt. Diese war zum alsbaldigen Verbrauch bestimmt. Reste wurden zu Dickmilch oder Quark verar-beitet. Plastikbecher oder Joghurtgläser gab es nicht
  • Kohlblätter, Kartoffelschalen, Gemüsestrünke oder andere Überbleibsel wurden an eigene Kaninchen und Schweine verfüttert, oder man trug sie zu Bekannten, die für ihre Tiere dafür Verwendung hatten
  • Karotten und andere Rüben wurden nicht geschält, sondern lediglich saubergebürstet
  • Kaffeesatz wurde als Blumendünger untergegraben
  • Wenn ein Tier geschlachtet wurde, fanden alle Innereien, der Darm, Hirn, Knochen, Füße und Blut Verwendung. Mit Federn konnte man Kissen füllen. Alles war kostbar, nichts durfte verkommen
  • Butterbrotpapier wurde mehrfach benutzt. Ein Karton hatte einen Wert und diente zur Aufbewahrung irgendwelcher Dinge
  • Zum Einkaufen gab es Taschen, Körbe und Netze, die oftmals ein ganzes Leben lang hielten
  • Möbel, Geschirr und Hausrat schaffte man sich in der Regel nur einmal im Leben an. Entsprechend sorgsam ging man damit um. Es gab nicht wenige Ehepaare, die noch als alte Leute aus ihrer Hochzeitstasse den Morgenkaffee tranken
  • Wenn etwas entzwei ging, wurde es selbstverständlich repariert. Wenn Farbe abblätterte, mußte neu gestrichen werden. Niemand kam auf die Idee, sich gleich neue Gegenstände anzuschaffen
  • Brennbares wurde im Ofen verheizt


Verpackungsmüll wird produziert und produziert – wohin damit?

Heute wird jedes Lebensmittel von weit her angeliefert. Haltbarkeit muß über einen langen Zeitraum gewährleistet sein. Das bedeu-tet Folie, Plastikbehälter, Gläser, Verschlüsse, Flaschen, Plastiktüten und Kartons satt.
Schließlich haben sich die Eßgewohnheiten ebenfalls geändert. Ein Kleinkind alleine verursacht durch Gläschen und Windeln täglich einen ordentlichen Berg von Müll.
In unserem Haushalt: Plastikgeschirr zum Aufbewahren, Plastikfolie, Alufolie, Einkaufstüten – es wird uns täglich suggeriert, daß es „ohne“ gar nicht mehr geht.
Wer ein Tier hält, weiß auch ein Lied davon zu singen: Büchsen, Plastiksäcke, Katzenstreu und mehr. Locker läßt sich damit pro Monat eine Mülltonne extra produzieren.
Hinzu kommen beim täglichen Einkauf ganze Batterien von Flaschen, Gläsern, Büchsen. Ja, selbst die Behälter für Eier und die Körbchen für Obst sind aus Schaumplastik.
Wir schlafen auf Schaumstoff, wir isolieren unsere Häuser mit Styropor, verkleiden Fassaden mit Kunststoff, erstellen Computer, Fernseher, CD-Player, Radios, alles, alles aus Materialien, die sich nicht, oder nur teilweise entsorgen lassen. So als ob wir versin-ken wollten in unserem selbst produzierten Müll.

Wie kann es zu einer Gedankenumkehr kommen?
Immer wieder hört man: „Weshalb soll ich mir Gedanken um dieses Thema machen, wenn die Bosse der Industrie, die Politiker, die Macher also, aus dem Vollen schöpfen? Mein eigener Beitrag ist doch unbedeutend und verändert nichts.“ Das jedoch ist ganz sicher der falsche Ansatz. Denn es sind ja Millionen, die genauso denken wie ich.


Jede große Veränderung in der Geschichte der Menschheit begann mit der Initiative Einzelner
Wir sind es unseren Kindern, den nachfolgenden Generationen schuldig, daß wir ihnen eine schöne Umwelt hinterlassen, die nicht zerstört oder zugemüllt ist.
Es ist wirklich ganz leicht, hier eine Änderung, eine Verbesserung der Situation, herbeizuführen.
Das braucht nicht einmal mit großen Unbequemlichkeiten zusammenhängen. Lediglich etwas Umdenken ist erforderlich - und ein winzig kleines Management - verbunden mit der festen Absicht, ernsthaft dazu beizutragen, dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten.
Die Mühe ist nur klein, sich gleich hinzusetzen und eine Positiv-Liste aufzustellen. Für eine Familie ergäbe sich hier eine wunderba-re Gelegenheit, in einer Konferenzrunde gemeinsam darüber zu diskutieren, was jeder zu einem solchen Familien-Umwelt-Projekt beitragen könnte.

Hier einige Tips:

  • Gleich in dieser Woche werden Einkaufstaschen und Netze angeschafft und an der Garderobe, im Auto, am Fahrrad o.ä. deponiert, damit man nie, nie vergißt, sie zum Einkauf mitzunehmen
  • Eine Einkaufsliste wird an der Küchenwand angebracht. Auf jedem Blatt steht groß und unübersehbar gleich zu Anfang: „Transportbehältnisse für Lebensmittel mitnehmen“
  • Beim Einkauf Milch, Joghurt, Quark möglichst lose kaufen, ohne Umverpackung
  • Obst und Gemüse nicht in Plastikschalen kaufen, lieber aus der Region. Jeder Supermarkt hat zwischenzeitlich eine Bio-Ecke mit frischen Produkten ohne Umverpackung
  • Kleidung aus Wolle, Seide oder Baumwolle auswählen
  • Wäschekörbe können aus Weide oder Rattan sein
  • Kinderspielzeug bevorzugen, das aus Holz oder Naturmaterialien gefertigt ist
  • Zum Renovieren Naturfarben und -lacke verwenden
  • Büromaterial, Zeitungen, Zeitschriften aus chlorfrei gebleichtem Papier verlangen
  • Trennen des Mülls streng nach Bio, Papier, Glas. Erkundigen Sie sich bei der Gemeinde nach den dort praktizierten Recycling-maßnahmen
  • Getränke und andere Lebensmittel möglichst in Pfandverpackungen kaufen
  • Anschaffen von hochwertigen Holzmöbeln für Garten und Balkon, für die sich auch später Reparatur und Neuanstrich lohnen

Im übrigen dienen die beschriebenen Maßnahmen beileibe nicht nur kommenden Generationen. Jedermann selbst und seine Kinder bleiben auf diese Weise viel gesünder, neigen weniger zu Allergien und Unverträglichkeiten.
Und man kann sich von Anbeginn an über den eigenen Beitrag zu einer sauberen Umwelt freuen und hat bei eigenem Kon-sum ein gutes Gewissen.
Das ist ganz einfach mit gutem Willen und ein wenig Nachdenken zu erreichen. Dann nämlich kann es durchaus auch heute noch heißen:

“Wir brauchen (fast) keine Müllabfuhr!!!”

Autorin: Ingrid Schlieske


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