Majoran Das Apex-Problem
Jun 09

lavendelLavandula officinalis Chaix.
Der Duft von Lavendel ist wohl nahezu jedermann bekannt.
Schon unsere Urgroßmütter legten Lavendelkissen zwischen ihre Wäschestücke. Das sollte der Kleidung nicht nur einen feinen Duft verleihen, sondern den Insekten, vor allem den Motten, den Appetit vertreiben, sich an dem teuren Leinen gütlich zu tun.
Dieser Brauch ist in jüngster Zeit wieder aufgelebt. Sogar ins Putzwasser werden einige Tropfen Lavendelöl geträufelt – und das ganze Haus duftet wie ein Blütenfeld. Diese Maßnahme soll vor Kleingetier wie Ameisen, Mücken, Silberfischchen und Fliegen schützen und ihnen „die Luft zum Atmen“ nehmen. Für uns Menschen hingegen hat der Lavendel beachtliche Heilkräfte.


Die Heimat des Lavendel
Eigentlich kommt diese Strauchpflanze, die bis zu 60 cm hoch wird, aus dem Mittelmeerraum. Zwischenzeitlich jedoch ist sie auch bei uns ein beliebtes Kraut, das überall wächst und gerne in Ziergärten angepflanzt wird. Zwischen Rosen gesetzt, vertreibt sie z.B. Schädlinge aus den Beeten.
Ein schönes Erlebnis hat man an jedem Morgen, wenn ganze Pflanzenbüschel direkt am Haus wachsen. Ihre blaulila Farbe erfreut beim Öffnen der Fenster die Augen und der würzige Duft steigt verführerisch in die Nase.

Verwendung
Aus Lavendelblüten wird ätherisches Öl hergestellt, das für Aroma-Therapien verwendet wird. Aber auch Tee und Vollbäder werden aus Blüten aufgegossen. Kleine Kissen füllt man mit getrockneten Blüten und frischt deren Duftintensität immer wieder neu auf. In der Parfüm-, Seifen- und Kosmetik-Industrie ist Lavendel unverzichtbar.

Heilwirkung
Lavendel wirkt besänftigend bei Unruhe-Zuständen und Einschlafstörungen. Aber auch desinfizierende Eigenschaften hat Lavendel. Er kann das Wachstum einiger Bakterien und Pilze hemmen.
Die Droge hat sich ebenfalls bei der Behandlung von Blähungen und Oberbauchbeschwerden bewährt. Auch für Kreislaufschwankungen wirkt Lavendel ausgleichend.
Sogar Atemwegserkrankungen vermag die Blüte zu lindern und wird deshalb beispielsweise bei Bronchienproblemen angewandt.

Lavendel in der Küche
Blüten und Blätter geben bevorzugt in der mediterranen Küche süßen und salzigen Speisen eine besondere Note. Sie sind beispielsweise wichtiger Bestandteil von Kräutern der Provence.


Zubereitung
Tee: 1 bis 2 geh. TL Blüten werden mit 150 ml kochendem Wasser übergossen, 5 Minuten ziehen lassen und durchsieben. Am Abend wird eine Tasse gegen Schlaflosigkeit, mehrere Tassen am Tag gegen Unruhe und gegen Blähungen getrunken.
Bad: 100 g Blüten mit 2 l kochendem Wasser übergießen, durchsieben und den Sud ins Badewasser geben. Wirkt gegen Unruhe und Schlaflosigkeit sowie gegen Rheumaschmerzen.
Kissen: Getrocknete Lavendelblüten in ein kleines Leinenkissen füllen und ins Bett legen. Hilft gegen Schlaflosigkeit und Motten.

Ätherisches Öl: 5 Tropfen in eine Duftlampe geben, gibt harmonisches Raumklima. 2 bis 3 Tropfen in ein Glas Wasser gerührt, wirkt gegen Blähungen und Übelkeit. Den Duft des Lavendelkissens öfter intensivieren.

Aus meiner Kräuterpraxis

Ruhe für meine Nachbarin
Eine Frau aus meinem Dorf klagte mir einmal ihr Leid. Sie konnte einfach keine Ruhe finden. Am Tage gelang es ihr nie, auch nur für wenige Minuten abzuschalten und nachts fand sie keinen Schlaf. Ich riet ihr zu einer konsequenten Lavendelkur. Dafür musste sie täglich 3 Tassen Tee trinken, öfter ein Blütenbad nehmen und sich morgens schon einen Tropfen ätherisches Öl auf den Puls tropfen. Außerdem empfahl ich ihr, sich ein großes Rosenquarzherz zum Geburtstag zu wünschen, das sie, so oft wie es möglich war, in die Hand nehmen und es auch unter das Kopfkissen legen sollte. Es hat eine Weile gedauert. Aber meine Dorfnachbarin versichert mir heute, wieder ruhiger zu sein und auch längst wieder gut zu schlafen.

Lavendelsalbe für meine Oma
Meiner Oma wollte ich vor Jahren ein besonderes Geschenk machen. Dazu bereitete ich ihr exklusiv eine Salbe für ihre schmerzenden Rheuma-Knochen. Ein Schraubglas füllte ich  dazu randvoll mit Blüten und bedeckte diese mit bestem Olivenöl. Das Glas wurde 1 Woche aufbewahrt, der Inhalt erwärmt (nicht gekocht) und durchgesiebt. 11 Prozent Bienenwachs sollen darin schmelzen und unter Rühren erkalten. Daraus entsteht eine herrlich duftende und dabei zarte Salbe, die wohltuend bei Rheuma eingesetzt werden kann. Meine Oma jedenfalls schwor auf diese Naturmedizin und war sicher, dass nur diese Salbe ihr immer wieder helfen würde.

Lavendel-Geschenke
Um hübsche Geschenke ist man nie verlegen, wenn das Hobby die Kräuterkunde ist. So habe ich aus Leinen und Baumwollresten kleine Kissen genäht, die ich mit Lavendelblüten fülle. Ein Fläschchen ätherisches Lavendelöl dazu gelegt, macht die Idee komplett und schenkt Freude für eine lange Zeit.

Erkältungs-Tee
Gerne komponiere ich in der kalten Jahreszeit einen Tee, der bei Husten und Heiserkeit hilfreich ist. Neben Spitzwegerich, Thymian und Rosmarin gehört auch Lavendel in dieses Gemisch. Der Tee wird mit etwas Honig gesüßt. Er wirkt schleimlösend und antibakteriell. Er stabilisiert auch gegen Virusinfektionen, regt den Stoffwechsel an und besänftigt die aufgeregten Därme. Dabei schmeckt er durchaus gut mit einer würzigen, sehr kräftigen Note.

Autorin: Hidelgard Kita (Kräuterfrau)
Kräuterfrau

Buchtipps zu diesem Artikel:
Dr. Küche und Dr. Gaten


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