Das Leid in meinem Leben Die Poolnudel
Apr 30

Seit Jahren arbeite ich als Lebensberaterin und Besprecherin. So habe ich im Laufe der Zeit sehr viele Krankheitsgeschichten zu hören bekommen und dabei ist mir eines aufgefallen:

Es besteht ein Zusammenhang zwischen Krankheit und Verantwortung
Wenn wir Menschen krank werden, liegt es oft daran, daß wir unbewußt versuchen, eine neue Verantwortung abzuwehren, die das Leben uns aufladen will. Das bedarf einer näheren Erklärung.
Doch zunächst müssen wir uns von der Vorstellung befreien, daß es schlimm oder gar dumm sei, wenn ein Mensch versucht, einer neuen Verantwortung aus dem Wege zu gehen.
Lassen Sie uns diese Angelegenheit ganz wertfrei betrachten. Leben heißt von Jahr zu Jahr immer neue Verantwortungen aufgeladen zu bekommen.


Solange wir Kinder sind, geht es da erst einmal nur um kleine Dinge, wie etwa die Verantwortung dafür, daß unser Kinderzimmer immer aufgeräumt ist oder daß der Müll regelmäßig hinausgebracht wird. Vielleicht bekommen wir irgendwann ein Meerschweinchen. Dann haben wir auch die Verantwortung dafür, daß das Tier gut versorgt und sein Käfig regelmäßig gesäubert wird.
Werden wir älter und müssen wir die Verantwortung für unsere Abschlußnoten auf dem Schulzeugnis tragen, da von ihnen abhängt, was später aus uns wird.
Wenn wir erst einmal in eine Lehre gehen, dann wächst die Verantwortung ohnehin, denn mit jedem Lehrjahr erwartet unser Meister mehr von uns. Als Geselle tragen wir dann oft schon die Verantwortung für den Laden, wenn der Meister nicht da ist, oder andere Bereiche der Arbeit werden uns anvertraut.
Irgendwann finden wir unseren wahren Lebenspartner, das heißt den Mann, mit dem wir eine Familie gründen. Spätestens dann müssen wir lernen, die Verantwortung für unsere Beziehung anzunehmen. Wir können dann nicht mehr von Partner zu Partner flattern, um zu suchen, sondern müssen an der bestehenden Beziehung festhalten und daran arbeiten. Na und dann kommen die Kinder, was uns natürlich wieder neue Pflichten auflädt.

Und so geht es ein Leben lang weiter. Leben bedeutet, immer mehr Verantwortung tragen

Dazu noch ein Beispiel:
Stellen Sie sich eine Mutter vor, die unzufrieden mit ihrem Sohn ist. Der Junge ist vielleicht faul und träge und gibt sich in der Schule keine Mühe. Die Mutter wirft ihm das häufig vor und drückt wiederholt ihre Unzufriedenheit aus. Dann liest sie in einer Zeitschrift, vielleicht in der Bioline einen Artikel. Und da steht, daß Aufmerksamkeit Nahrung ist, und daß alles in dieser Welt sich von Aufmerksamkeit nährt.

Das, worauf wir Menschen unsere Aufmerksamkeit richten, wächst und wird größer

Nun erkennt die Mutter, daß sie ja ihre Aufmerksamkeit immer auf das Problem ihres Sohnes gerichtet hat. Wenn es wahr ist, daß Aufmerksamkeit die Dinge wachsen läßt, dann hat sie dadurch das Trägheitsproblem ihres Sohnes genährt und es wachsen lassen. Ihr wird klar, daß es ihre Aufgabe ist, ihre Aufmerksamkeit auf seine Stärken zu richten, um diese zu nähren und deren Wachstum zu fördern. Sie nimmt sich nun vor, das in Zukunft zu tun.

Damit aber trägt sie plötzlich eine ganz neue Verantwortung, nämlich die Verantwortung dafür, was sie mit ihrer Aufmerksamkeit macht

Vorher richtete sich ihre Aufmerksamkeit unbewußt immer von alleine aus, jetzt muß sie sich bewußt darum kümmern und oft auch ihre Aufmerksamkeit bewußt und energisch von den Dingen abziehen, die sie nicht nähren will.
Ein ganz neues Bewußtsein entwickelt sich und prompt ist auch wieder mehr Verantwortung da.
Und so geht es uns Menschen halt ein Leben lang. Mitunter erkennen wir gar nicht, welche neue Verantwortung uns aufgeladen wurde und wir versuchen beharrlich, so weiter zu leben wie bisher.

Unbewußt wehren wir uns gegen die neue scheinbare Last
Und das kann Krankheit hervor bringen

Es ist dabei nicht von Bedeutung, wie groß die Last ist, die wir nicht tragen wollen.
Aber es macht einen Unterschied, wie groß unsere Abwehr ist.
Wir Menschen wehren ja mitunter auch eine geringe neue Last auf das Heftigste ab.
In dem Fall kann es passieren, daß wir auch eine heftige Abwehrkrankheit bekommen wie zum Beispiel eine sehr schwere Migräne. Damit dieser Gedanke deutlicher wird, möchte ich hier noch einige Beispiele aus meiner Praxis nennen. Eine Klientin kam einmal zu mir mit einer sehr schweren Schuppenflechte. Im Gespräch berichtete sie mir, daß sie sich immer gern als starke, lebensfrohe Frau gezeigt hatte. Niemand kannte ihre wahren Gefühle, aber zuhause weinte sie oft ganz allein. Diese Frau wehrt die Verantwortung für ihre wahren Gefühle ab und dafür, wie diese Gefühle ausgedrückt werden wollen.
Eine andere Klientin litt unter einer schlimmen Migräne. Im Gespräch zeigte es sich, daß diese gute Frau fünf pflegebedürftige Familienmitglieder in drei verschiedenen Wohnungen betreute, nämlich ihre Eltern, ihre Schwiegereltern und ihren kranken Sohn in ihrer eigenen Familie. Zugleich ging sie auch noch arbeiten. Die Migräne war so heftig, daß sie oft an drei Tagen in der Woche das Bett nicht verlassen konnte.
Gelegentlich versuchte sie, sich freie Tage zu verschaffen, aber es kam dann fast immer ein Anruf von einer der Pflegefälle in der Familie, daß irgend etwas passiert sei. Dann mußte sie in ihr Auto steigen und sofort losfahren, um sich zu kümmern.
Diese Klientin trägt viele Verantwortungen und doch gibt es eine, die sie verweigert. Können Sie erraten, welche es ist?

Es ist die Verantwortung für sich selbst und vor allem dafür, auch einmal klar und deutlich „nein, ich will nicht“ zu sagen. Ihr Körper erledigt das für sie, indem er sie krank macht, wodurch er ihr den Grund dafür liefert, sich nicht um die anderen kümmern zu müssen


Als es meiner Klientin endlich gelang, zu sich selbst zu stehen und auch die Verantwortung für das eigene Wohl anzunehmen, lernte sie, nein zu sagen. Die Migräne wurde schlagartig besser.
Manchmal ist es gar nicht so leicht herauszubekommen, um welchen Aspekt der Verantwortung es bei einem Menschen geht, obwohl die betreffende Ursache meistens direkt vor unserer Nase liegt. Aber mit ein bißchen Spürsinn kommt man doch dahinter.
Eine andere Klientin von mir hatte Haarausfall. Im Gespräch mit ihr fiel mir auf, daß sie ungewöhnlich intelligent und fähig ist. Aber in ihrer Firma verrichtet sie nur untergeordnete Tätigkeiten und alle hacken auf ihr herum.

Sie übernimmt nicht die Verantwortung für ihre Qualität, für ihr Talent und dafür, welche Position ein so begabter Mensch eigentlich einnehmen sollte. Immer versuchte sie sich klein zu halten

So entstand ihr Krankheitssymptom als Abwehr der Verantwortung für ihre Fähigkeiten. Selbstverständlich ersetzen solcherlei Überlegungen keinen Arztbesuch, denn Krankheit ist Krankheit egal, wodurch sie ausgelöst wurde. Aber es kann sehr hilfreich sein, wenn wir selbst herausfinden, was der Grund dafür wohl sein mag, daß wir sie aufgebürdet bekommen haben. Gelingt es uns die Ursache unserer Krankheit zu entdecken, können wir etwas dagegen unternehmen.
Aber was ist es, das wir tun können?

Zunächst einmal können wir erkennen, daß Verantwortung in Wirklichkeit gar keine Last ist. In Wahrheit ist Verantwortung eine Kraft

Als Last erscheint sie uns nur solange, wie wir sie nicht angenommen haben.
Stellen Sie sich eine Witwe vor, die nach dem Tod ihres Mannes plötzlich den Bauernhof ganz alleine bewirtschaften soll. Sie hat sich nie um Finanzen gekümmert, das war immer sein Aufgabengebiet, und auf einmal steht sie davor, wie vor einem riesigen Berg.
Da ist es nur zu verständlich, daß sie zunächst verzweifelt und denkt: „Das schaffe ich nie“.
Aber schließlich krempelt sie sich die Ärmel hoch, geht an den Schreibtisch und arbeitet sich durch seine Unterlagen. Zug um Zug gelingt es ihr nachzuvollziehen, wie er vorgegangen ist.
In ihrem Kopf bilden sich einige Ideen und Pläne, wen sie anrufen wird, und um was sie sich als nächstes kümmern muß.

Dann wird sie aktiv und beginnt, das Geschäft zu übernehmen

Nachbarn helfen ihr mit Rat und Tat, sie lernt mit Viehhändlern zu verhandeln, erzielt ihre ersten eigenen Erfolge, ihr Selbstbewußtsein beginnt zu wachsen.
Aus ihr wird eine selbständige Frau und Landwirtin.
Nach einem Jahr ist sie stärker, selbstbewußter und unabhängiger als sie es je zuvor in ihrem Leben gewesen ist.
Und hier noch ein Beispiel:
Zu mir kam einmal eine Studentin, die zwar ihr Elternhaus verlassen hatte, aber trotzdem nicht in die Selbstverantwortung gegangen war. Durch ihr niedliches Äußeres war es ihr immer gelungen, einen Mann zu finden, der sich um sie kümmerte wie eine Ersatzmutter.
Der Preis dafür waren Depressionen und Angstzustände, die sie oft durchlebte.
Eines Tages war es ihr dann zuviel. Sie verließ ihren Freund und stellte sich auf eigene Füße.
Endlich nahm sie die Verantwortung für ihr Leben an.
Sie suchte sich eine Wohnung und einen Job und kümmerte sich zum ersten mal um sich selbst.
Tatsächlich mußte sie alles lernen, etwa wie man eine Waschmaschine bedient, wie man einen Küchenherd benutzt. Sie hatte sich immer bedienen lassen. Nun aber wollte sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Nach einigen Monaten war sie nicht nur völlig gesund, sondern auch so lebenslustig, stark und fröhlich wie nie zuvor.
Jeder, der das einmal erlebt hat, kennt diesen Effekt.

Solange wir die Verantwortung vor uns herschieben, erscheint sie uns wie ein unzumutbarer Felsbrocken, nehmen wir sie jedoch an, wird sie zu einer Kraft, die uns stärkt und uns wahre Flügel verleiht

Das gilt aber nur, wenn wir das wirklich wollen.
Ab und zu kommen einige Klienten zu mir, die ihre Selbstverantwortung zwar offiziell angenommen haben, aber innerlich noch immer damit hadern. An diesen Menschen ist der stärkende Effekt der Verantwortung noch nicht zu sehen. Es wirkt erst dann, wenn wir es auch ernst meinen. Wenn Sie selbst auch vor so einem Problem stehen, dann rate ich Ihnen, meine Leser und Leserinnen, geben Sie sich einen Ruck, raffen Sie sich auf, krempeln Sie sich die Ärmel hoch, sagen Sie sich:  „Jetzt oder nie!“ Und packen Sie es ein für alle mal an.

Nach kurzer Zeit werden Sie in einer Weise erstarken, die Sie noch nie zuvor kannten

Werden Sie frei, lassen Sie sich Flügel wachsen.
Es wird Ihnen gefallen!

Autorin: Kim Barkmann (Lebensberaterin, Altensalzwedel)
Bücher von Kim Barkmann


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