Depressionen Rohe Tomatensoße
Nov 17

Kohlrabi - Brassica oleracea var. gongylodes
Die Kohlrabis, die ich meiner Großmutter aus dem Gartenbeet stibitzte, schmeckten anders als die Knollen, die ich heute auf dem Markt erstehe. Mir ist noch gut erinnerlich, wie intensiv der Kohlrabi-Genuß war. Und auch die leichte Schärfe habe ich direkt noch auf der Zunge.
Schade, dieses typische Geschmackserlebnis kann man heute kaum mehr haben. Es ist einfach weggezüchtet worden. Wohl wegen des hocheffizienten Massenanbaus…
Dennoch ist auch in diesen Zeiten die feine Knolle noch sehr empfehlenswert für den Speisezettel.

Auch wenn er nicht so aussieht wie Weißkohl oder Grünkohl, so gehört der Kohlrabi doch botanisch zu den Kohlgemüsen. Das Besondere an ihm ist, daß die rundliche Knolle aus einer oberirdischen Verdickung des Pflanzenstieles entsteht. Je nach Sorte kann diese von 200 g bis zu mehr als 1 kg wiegen. Geschichtlich läßt sich leider nicht sehr viel erzählen. Während einige behaupten, daß schon Karl der Große den Kohlrabi in seinen Gärten anbauen ließ, sagen andere, daß der Kohlrabi gegen Ende des 16. Jahrhunderts erstmals in Pflanzenbüchern erwähnt wird. Aber egal, wann und woher er kam, auf jeden Fall ist er heute in Deutschland eines der beliebtesten Gemüse überhaupt bei jung und alt. Kein Wunder bei dem zarten Geschmack und den vielseitigen leichten Zubereitungsmöglichkeiten.
Roh eignet er sich z.B. geraspelt aufs Butterbrot, in Stifte geschnitten zum Kräuterdip oder einfach so vor dem Fernseher als gesunder Knabberspaß weggenascht.
Gekocht schmeckt er als Kohlrabigemüse oder Kohlrabisahnesüppchen genauso gut, wie gefüllt mit Getreide und Käse, als Bratkartoffel-Kohlrabipfanne oder als knuspriger Auflauf. Die grünen Blätter können mitgekocht werden oder kleingehackt roh über das fertige Gericht gestreut werden.

Wissenswertes:
Obwohl die Sorten außen eine unterschiedliche Farbe haben können, die von fast weiß über helles grün bis zu blauviolett reicht, so sind doch alle Kohlrabis innen weiß. Sie unterscheiden sich kaum in ihrem nußartigen, leicht süßlichen Geschmack, wobei allerdings Freilandgemüse meist etwas würziger ist. Wichtig beim Kauf ist, auf eine saftige Außenschale ohne Risse zu achten, die nicht holzig ist, und auf die frischen grünen Blätter. Obwohl Kohlrabi im Kühlschrank bis zu 8 Tagen haltbar ist, sollte er doch recht bald nach der Ernte gegessen werden, damit der Vitaminverlust möglichst gering bleibt.

Gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe des Kohlrabi:
Neben einem hohen Anteil an verdauungsfördernden Ballaststoffen, den Mineralstoffen Calcium, Eisen, Magnesium, Phosphor und Selen, enthält Kohlrabi die Vitamine A, K, Biotin, Folsäure und Niacin. Beachtenswert ist der sehr hohe Gehalt an Vitamin C. Mit ca. 63 mg Vitamin C pro 100 g deckt schon eine halbe Knolle den gesamten Tagesbedarf. Alle Wirkstoffe zusammen machen Kohlrabi mit nur 24 kcal pro 100 g zu einem kalorienarmen Kraftpaket, das die Abwehrkräfte steigert, den Gallensaftfluß und die Nierentätigkeit anregt und den Knochenaufbau stärkt.

Das Beste am Kohlrabi
Kaum zu glauben aber wahr: Die oft so achtlos weggeworfenen Blätter sind die eigentliche Schatztruhe des Kohlrabi. Sie enthalten bis zu dreimal so viele Nährstoffe wie die Knolle.

Artikel: Bioline-Magazin


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