Gute Vorsätze Der Spinat
Mrz 03

Ich habe überhaupt keine Zeit für Sport, … es ist keine Zeit nötig, wetten daß…?
Ach ja, die Einsicht, mehr Bewegung in den „sitzenden Alltag“ zu bringen, hat wohl jeder.
Die guten Vorsätze sind Legion.
Der Sportarzt der Nation, Dr. Müller-Wohlfahrt hat mit seinem Buch „Mensch, beweg Dich“ so richtig den Nerv der Leute getroffen, der ohnehin total mit schlechtem Gewissen besetzt ist.
Einsicht ist das eine, der echte und ehrlich gemeinte Vorsatz das andere, und die letztendliche Durchführung aller guten Absichten noch einmal eine davon völlig verschiedene Angelegenheit.

Dabei besteht nicht der geringste Zweifel daran, daß „Bewegung“ in die zivilisierte Menschheit gebracht werden muß


Den Teilnehmern meiner Ernährungsseminare mache ich eindringlich klar, daß es zwar immens wichtig ist, sich richtig zu ernähren. Es käme entscheidend auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr an, sonst könne der „Motor Mensch“ einfach nicht ordnungsgemäß funktionieren.
Aber gleich danach schildere ich die Notwendigkeit eines regelmäßigen Körpertrainings.
Meine Ratschläge werden von vielen Teilnehmern auch gut umgesetzt. Es ist für mich eine Freude, wenn mir berichtet wird, daß der Besuch des Fitneßcenters jetzt regelmäßig stattfindet. Sogar Ehepartner können dazu motiviert werden, dreimal wöchentlich eine kleine oder größere Joggingstrecke zu absolvieren. Oder Gymnastikgruppen werden besucht, wieder Fahrrad gefahren, zu Fuß gegangen, statt die Strecke mit dem Auto zurückzulegen, u.v.a.m.. Kurzum, Bewegung ist in die oftmals schon steife Gesellschaft geraten.
Damit das auch so bleibt, referiere ich unermüdlich über dieses Thema.

Die Natur läßt alles verkümmern, was nicht benutzt wird. In diesem Fall geht es um Muskeln, Knochen, Gelenke, Bänder und Sehnen

Wo Muskeln schwach werden, wo Knochensubstanz mürbe wird, wo die Auskleidung von Gelenken sich zurückbildet, wo Bänder und Sehnen ihre Elastizität verlieren, kommt es unweigerlich zum Abbau und demzufolge früher oder später zu Schmerzen. Die Hälfte unserer Mitbürger über 40 Jahre leidet schon jetzt an Arthrose. Das ist eine unaufhaltsam fortschreitende Abnutzung der Gelenke.

Für unser gesamtes Skelettsystem aber bilden die Muskeln ein wichtiges Stützkorsett, das für Entlastung, aber gleichzeitig auch für Stabilität sorgt.

Wir müssen, wollen wir bis ins hohe Alter einen funktionstüchtigen Körper haben, diesen regelmäßig trainieren.

Es gibt eigentlich niemanden, der das nicht einsieht. Dennoch rechnen mir einige meiner Damen und Herren vor, daß ihnen absolut keine Zeit für irgendeine Art von Körperertüchtigung bleibt

Weil ich diese Aussage (oder Ausrede…?) oftmals zu hören bekomme, habe ich mir vorgenommen, sie zu entkräften.
Mein Konzept für eine wirkungsvolle Körperertüchtigung ganz ohne Zeitaufwand möchte ich hiermit vorstellen.

Erforderlich dafür ist keine Minute zusätzliche Zeit. Es genügt die Absicht, sofort damit zu beginnen

Dieses System kann überall, wirklich überall durchgeführt werden. Im Hausfrauenalltag genauso wie im Bürobetrieb oder auch, wenn man/frau viel unterwegs ist. Das Programm umfaßt alle Muskelgruppen und wird zumeist, von Mitmenschen unbemerkt, während des gesamten Tages ausgeübt. Jede der vorgesehenen Übungen wird ohnehin notwendigerweise ausgeführt. Nach meinen Vorgaben jedoch sind sie bewußt in einen Trainingsteil umgewandelt.

1. Sie stehen aus einem Sessel/Stuhl auf. Sie stellen sich hoch auf die Zehenspitzen und verharren dort einen Moment

2. Sie setzen sich langsam, mit angespannten Bein- und Pomuskeln, dann langsam entspannen. Die Zehen werden weit nach oben gebogen. Verharren, entspannen

3. Während des Schreibens / Telefonierens / Sprechens mit Kollegen oder Mitarbeitern:Folgende Muskelgruppen werden für 5 Sekunden angespannt, dann wieder völlig entspannt:a) Fußmuskeln
b) Waden
c) Kniemuskeln
d) Oberschenkel
e) Gesäßmuskeln
f) Bauch
g) Rücken
h) Hände zur Faust ballen (5 Sekunden) und wieder öffnen
i) Unterarme
j) Oberarme

4. Beim Arbeiten wird der aufgerichtete Oberkörper mal ganz nach links, mal ganz nach rechts gedreht

5. Beim Telefonieren wird
a) der Kopf, ohne den Oberkörper zu bewegen, erst weit zu einer Seite, dann zur anderen Seite gedreht
b) jeweils ein Arm weit nach hinten, dann von oben nach hinten gestreckt

6. Beim Bücken werden
a) die Knie durchgedrückt
b) oder man geht in die Hocke

7. Beim Gehen wird
a) der Fuß gänzlich abgerollt
b) das hintere Bein gestreckt
c) die Pomuskeln angespannt (und entspannt)

8. Beim Treppensteigen werden
a) die Pomuskeln angespannt (und entspannt)
b) bei der nächsten Stufe die Beckenbodenmuskeln angespannt, dann entspannt
c) die Kniemuskeln angespannt und entspannt

9. Beim Gehen durch die Tür
a) den oberen Türrahmen berühren mit einer Hand
b) den oberen Türrahmen beim Zurückkommen mit der anderen Hand berühren

10. Beim Lesen wird/werden
a) stehend eine Hand gegen die Wand gedrückt (5 Sekunden und entspannen)
b) die Pomuskeln angespannt (5 Sekunden und entspannen)
c) jeweils ein Bein nach vorne, dann weit nach hinten geschlenkert

11. Beim Tanken oder Warten auf etwas auf die Fußspitzen erheben, auf und nieder wippen

12. Beim Telefonieren am Schreibtisch oder anderen Tisch mehrfach am Tag einen weiten Ausfallschritt machen (Seite wechseln)

13. Beim Autofahren spannen Sie den Po- und Oberschenkelmuskel öfter an

14. Beim Kochen beugen Sie den Oberkörper nicht nach vorn, sondern gehen leicht in die Knie

Merken Sie was? Keine Extra-Zeit ist nötig!


Gehen Sie nicht gleich in die Vollen bei den beschriebenen Alltagsübungen.
Fünf Wiederholungen am Tag genügen für den Anfang. Sonst schreiben Sie mir böse Briefe, weil Sie sich einen Muskelkater eingehandelt haben.
Nach einer Woche jeweils steigern Sie jede Übung um zwei Wiederholungen. Bauen Sie im Laufe der Zeit 20 von jeder Übung in Ihren Tagesablauf ein.
Nach nur 2 Monaten werden Sie sich nicht wiedererkennen. Sie sind beweglich und aktiv wie lange nicht. Manches Alltags-Wehwehchen wird sich sang- und klanglos verabschiedet haben.
Fangen Sie also an – und lassen Sie kein (Zeit-) Argument mehr gelten.

Der Sportliche hat mehr vom Leben!
Diese Erfahrung werden auch Sie bald machen.

Anmerkung:
Damit Sie nicht „vergessen“ zu trainieren, empfiehlt es sich, kleine Merk-Zettel an den strategischen Plätzen (Schreibtisch, Küchenschrank, Auto, Bügelbrett) zu heften. Diese können mit kleinen verschlüsselten Botschaften versehen sein.

Artikel: Bioline-Magazin (Astrid Dörner)


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