Dinkelspelz Aktives Erwachen
Aug 07

Kapern waren für mich immer ein fremdartiges - ja was? Gemüse? Gewürz? und sind es eigentlich immer noch, dabei habe ich sie als Kind in einem heimischen Gericht kennengelernt: den Königsberger Klopsen, von der Großmutter selbst gemacht. Darin waren sie die grünen Farbtupfer in einer weißen Sauce.


Was sind Kapern?
Kapern sind die noch von Kelchblättern umgebenen Blütenknospen des Kapernstrauches (capparis spinosa), der rund um das Mittelmeer wächst. Die noch geschlossenen Knospen müssen gepflückt werden und einen Tag lang an der Luft und im Schatten welken. Dann legt man sie in Essig, Salz und Öl ein. Kapern guter Qualität läßt man mindestens 3 Monate ziehen, erst dann entwickeln sie ihr besonderes Aroma - vielleicht kommt mir das Gewürz wegen dieses Aromas so fremdartig vor, vielleicht auch, weil  es im Glas so undefinierbar aussieht? Der Kapernstrauch ist seit vielen Jahrtausenden weit verbreitet; in alten ägyptischen Schriften wird er erwähnt und in der Bibel. Die wichtigsten Anbaugebiete heute sind Zypern, Spanien, Frankreich und Algerien.

Was bewirken Kapern nach der Naturheilkunde für die Gesundheit?
Nach alten Überlieferungen wirken Kapern nicht heilend im eigentlichen Sinn, aber sie sind appetitanregend und fördern die Verdauung. Sie gelten als typischer „Stabilisator“, d.h. sie regen an und geben Energie. Sie können Hoffnungslosigkeit und Resignation mindern, aus Trägheit und Antriebslosigkeit heraushelfen.

Gerichte mit Kapern
Zuerst hatte ich Kapern in den Königsberger Klopsen kennengelernt, dann im Hühnerfrikassee. Inzwischen weiß ich, daß man sie auch für Kalbfleischgerichte verwenden kann und bei Fisch, Ragouts, Kräuterbutter, Remoulade und überhaupt in Salaten.
Überrascht allerdings hat mich, wie köstlich auch Soja-Gerichte mit Kapern gelingen. So kann ein herrliches Frikassee bereitet werden.

Worauf sollte man achten?
Die besten Kapern kommen aus Südfrankreich, dort nennt man sie die Nonpareilles, die Unvergleichlichen. Die besten Kapern sind klein und hart, oliv bis blaugrün. Man sollte kleine Gläser kaufen, da das Senföl, das in ihnen enthalten ist, sich leicht verflüchtigt.
Kapern können in eine Essigmarinade eingelegt sein. Besonders delikat verwenden sie sich, wenn sie in grobkörnigem Meersalz aufbewahrt werden. Dieses gibt es ausschließlich in sehr guten Delikatessgeschäften. Aber Vorsicht beim Würzen. Mit letzterer Variante muß das Gericht extrem wenig gesalzen werden.
Kapern werden nicht mitgekocht, sondern am Schluß nur kurz erhitzt.

Auch die Kapernfrüchte kann man essen. Sie werden, besonders in mediterranen Ländern, mitsamt den Stielen und Blättern zum Salat serviert. Eingelegt werden sie genauso wie die uns als „Kapern“ bekannten Kapernblütenknospen.


Rezept: Königsberger Klopse
Man nehme: 500 g Hackfleisch,
1 Brötchen, 1 Zwiebel, Pfeffer, Salz, 1 Hering (Sardellen), Kapern,  Butter, Mehl, Zitronensaft.
Aus dem Gehackten, dem eingeweichten Brötchen, dem feingeschnittenen Hering, Zwiebel, Pfeffer und Salz bereitet man einen Fleischteig und formt runde Klöße. In einer hellen Sauce aus Butter, Mehl und Brühe läßt man die Klöße 15 Minuten garen. Mit Kapern und Zitronensaft wird das Ganze abgeschmeckt.

Ein altes Rezept aus Großmutters Hausapotheke
Bei körperlichen Schwächezuständen gibt man 1 EL Kapern in ein Sieb, spült sie unter fließendem Wasser ab, zerstampft sie, überbrüht sie mit 1/4 l kochendem Wasser und läßt das Ganze eine Stunde lang ziehen. Dreimal täglich sollte man ein Likörglas von diesem Sud trinken. Bei psychischen Schwächezuständen kann man drei- bis viermal täglich 6 Tropfen dieses Kapern-Gewürzheilmittels einnehmen.

Artikel: Bioline-Magazin (C.Goldhahn)

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