Schokoladenpudding Über zwei Zentner abgenommen
Jul 28

Besonders auch, weil ich in meiner Familie die einzige bin, die diesbezüglich keine Pokale, Medaillen oder Auszeichnungen vorweisen kann.
Außerdem war ich grundsätzlich immer die Erste, die im Auto saß, wenn irgendein Zielort auch durch „automatisierte Bewegung“ erreichbar war.
Bis…, ja bis sich alles änderte. Und wieder einmal war mein Trennkost-Seminar im Spiel.
Dort motiviere ich nämlich meine Seminarteilnehmer immer dazu, ihre Gewichtsabnahme durch Bewegung zu unterstützen: 1-Minuten-Körper-Check, Fünf Tibeter, Treppe statt Aufzug und so weiter.
Eines Tages meldete sich Frau Leber, eine Krankengymnastin, zu Wort und hielt ein wunderschönes Plädoyer für Walking, und das waren ihre unwiderlegbaren Argumente:

So wirkt Walking

  • einfach erlernbare Technik
  • in jedem Alter praktikabel
  • keine große Ausrüstung erforderlich
  • kostengünstig: keine Übungsstunden, Liftkarten, Platzmieten
  • zeitungebunden: keine Hallen- oder Platzbelegungspläne
  • alleine oder gemeinsam möglich
  • ab der Haustür durchführbar, auch im Urlaub
  • bei jedem Wetter Training in der freien Natur möglich
  • geringe Verletzungsanfälligkeit
  • umweltfreundlich: kein Lärm, keine Abgase, geringer Materialbedarf
  • Ruhe- und Leistungspulssenkung
  • erhöhte Sauerstoffzufuhr, geringeres Thrombose- und Arterioskleroserisiko, Blutdruckregulierung
  • Senkung des LDL-Cholesterins, bessere Fließeigenschaften des Blutes
  • erhöhte Infektabwehr
  • weniger Asthmaanfälle
  • Erhöhung der Ausdauer, strafferes Gewebe, bessere Durchblutung
  • höhere Dichte und Festigkeit der Knochen, weniger Rückenbeschwerden
  • höhere Beweglichkeit
  • Aktivierung des Fettstoffwechsels, dauerhafte Gewichtsreduzierung
  • Verzögerung des Alterungsprozesses
  • positive Auswirkungen auf die Psyche

Meine ersten Gedanken waren: „Hört sich gut an!“ Aber für mich kamen selbst solche schlagenden Fakten absolut nicht in Betracht. Schließlich bin ich ja unsportlich!
Jedoch hatte ich nicht mit der Hartnäckigkeit meiner Seminarteilnehmer gerechnet.
Flugs war unter der Schirmherrschaft der Rheuma-Liga alles geregelt und die „Walking-Gruppe Trennkost-Seminare-Steinheim“ entstanden.

In der Einführungsstunde in einem Balettstudio erfuhren wir alles über die richtige Technik des Walkens, Pulsmessens, Schuhwerk und medizinisch erforderliche Voraussetzungen.

Und so wird ge-walkt
Kompliziert ist Walking nicht! Gehen Sie zu Beginn ganz normal. Beschleunigen Sie dann aber etwas. Auf die Haltung achten: Wirbelsäule langziehen, Brust raus, Po bei jedem Schritt fest anziehen. Winkeln Sie die Arme an und schwingen Sie diese, die Hände sind geöffnet. Setzen Sie leicht hinten am Schuh auf, rollen Sie den ganzen Fuß ab und drücken Sie sich danach über den großen Zeh ab. 3 Schritte für das Einatmen, 3 Schritte für das Ausatmen. Der Blick ist etwa 5 Meter nach vorn gerichtet. Und dann: lächeln…


Bei einer Aussage von Frau Leber, die das ganze ja angezettelt hatte, sahen wir, meine Freundin Karin, die mit mir die Trennkost-Gruppen leitet, und ich, uns mitleidig lächelnd an als wir da hörten: “Und wenn Sie morgens um 8.00 Uhr oder früher auf die Piste gehen, dann werden Sie sehen, wie die Endorphine sprühen und Sie richtig süchtig nach dem Laufen werden!“
Wir zwei jedenfalls waren uns ganz sicher, daß das bei uns wohl nie der Fall sein würde.

Mitgefangen, mitgehangen
Aber wir gingen mit auf die Piste, dreimal in der Woche, wohl oder übel. Die Dauer und die Pulsfrequenz hatte unsere Trainerin für jeden einzeln errechnet.
Und dann passierte etwas für mich ganz Erstaunliches. Ich freute mich schon abends vorher auf das Walken!
Auf zaghaftes Nachfragen bei meiner Freundin gestand diese mir, daß es ihr ganz ähnlich ginge.

Heute genieße ich die bewundernden Blicke meiner Familie, wenn ich Sonntagmorgen vor dem Frühstück schon meine Laufschuhe anziehe.
Ich habe sogar schon Fünkchen erwischt, von denen ich stark annehme, daß es die versprochenen Endorphine sind.

Für wen eignet sich Walking
Walking ist nichts anderes als sportliches Gehen. Es eignet sich besonders gut für Menschen, die lange Zeit keinen Sport getrieben haben. Man spürt sehr schnell den Erfolg. Das Gewebe strafft sich, die Polster schwinden und das Herz wird stärker.
Es zeigt sich auch ein Nebeneffekt, der für viele Menschen wichtig ist: die Fettverbrennung. Diese kann deutlich höher sein als bei weitaus anstrengenderen Sportarten, wie z.B. das Joggen oder die Arbeit im Fitneßcenter. Entscheidend für diesen Erfolg ist die Pulsfrequenz. Diese darf nicht zu hoch liegen, damit der Körper nicht nur die Zuckerreserven aufbraucht, sondern sich an den Fettreserven „bedient“.
Dafür kann von folgender Faustregel ausgegangen werden: Der Maximalpuls bei Frauen ist mit 226 angegeben. Davon ist das Lebensalter abzuziehen. 65 bis 70 % dieses Wertes ist der ideale Trainingspuls. Bei trainierten Menschen darf der Puls auf 80 bis 85 % gesteigert sein. Es empfiehlt sich also unbedingt ein Pulsmeßgerät, das überall, z.B. in der Apotheke oder im Versandhandel, zu erwerben ist.
Anfänglich reichen 30 bis 40 Minuten Walking pro Woche. Ist der Körper leistungsfähiger, kann diese Zeit gesteigert werden. Es kann abwechselnd gegangen und gelaufen werden. Das Schöne ist, daß es überall ausgeübt werden kann. Aus der Haustür oder in einer nahen Grünanlage – und los geht es!

Und wissen Sie, was mein Ziel war?
Am 30. Juni walkte ich mit beim 9. Stuttgart-Lauf mit Finish im Gottlieb-Daimler-Stadion. Stellen Sie sich einmal vor, ich lief ins Stadion ein. Ich, der allerunsportlichste Mensch der ganzen Region. Mein Name war vielleicht sogar eine Sekunde auf der Video-Tafel zu sehen, auf der 1993 die Leichtathletik-WM stattfand(!)

Ich und unsportlich? Das war gestern. Denn eines steht für mich jetzt fest: Der Sport gehört zu meinem Leben. Und er macht mich glücklich.
Wer hätte das gedacht?

Meine Aufforderung an alle geouteten Unsportlichen lautet deshalb:
Machen Sie sich schlau, wo in Ihrer Nähe ein Walking-Treff ist!
Gehen Sie hin! Machen Sie mit! Fangen Sie einfach an, Sie werden staunen, was mit Ihnen passiert. Mit Ihrem Körper, Ihrer Seele, Ihren Nerven – und besonders mit Ihrer Laune.

Artikel: Bioline-Magazin (Conny Fies)


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