Cranio-Sacral-Therapie Birnen-Sahne-Torte
Jun 03

Kennen Sie den schon?
Ein Reisender sitzt im Flugzeug neben einer sehr schönen Dame. Während des Fluges kommen die beiden ins Gespräch und das dreht sich nach einiger Zeit auch um die Liebe und was so dazu gehört. Die Dame sagt: „Ich kenne mich aus, ich weiß Bescheid, die besten Männer im Bett, das sind die Indianer und die Polen.“ Der Mann antwortet: „Oh ja, da haben Sie Recht, Verehrteste. Übrigens, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt: Mein Name ist Winnetou Kowalsky“.

Warum erzählen wir Menschen uns eigentlich Witze?
Witze sind lustig. Sie bringen uns zum Lachen. Sie lenken uns ab von unserem Alltag, unseren Sorgen und unserem Stress. Ein herzliches Lachen bewirkt eine sofortige Stimmungsaufhellung. Daher mögen die meisten Menschen Witze.
Ich selbst erzähle und höre Witze sehr gern. Ich baue sie systematisch in meine Arbeit ein. Schon früher, als ich noch als Lehrerin arbeitete, habe ich dieses Medium eingesetzt. Während des Referendariates war das ganz einfach, denn die meisten Schüler stecken voll von Witzen und humorvollen Bemerkungen. Zu meinen Unterrichtsfächern zählte auch Philosophie, ein an und für sich großartiges Fach, das aber auf dem Stundenplan ganz oft als siebte oder gar achte Stunde des Tages angeboten wird. Wie sollen sich die Schüler an einem heißen Nachmittag noch konzentrieren, wenn sie bereits Mathematik, Physik, Englisch und Politik hinter sich haben?


Da ist Humor eine wertvolle Hilfe
Ich habe immer für ein lockeres Klima gesorgt, in dem es den Schülern erlaubt war, ihre lustigen Randbemerkungen einzuflechten. Das bringt die ganze Klasse zum Lachen und für einige Zeit sitzen auf einmal alle wieder gerade und schauen aufmerksam.
Es ist aber auch wirklich witzig, was Schüler so zum Besten geben. Ich bat einmal einen von ihnen im Deutschunterricht, drei Frauengestalten in einem Text miteinander zu vergleichen. Er sagte mir dazu: „Och, ich finde sie eigentlich alle drei ganz nett.“
Eine andere Schülerin von mir hatte ihre Hausaufgaben nicht gemacht und den Film, den sie sich ansehen sollte, nicht gesehen. Das aber wollte sie nicht zugeben, sondern versuchte sich statt dessen eine Inhaltsangabe aus den Fingern zu saugen. „Es geht da um eine Frau,“ sagte sie, „und die trifft einen Mann“. Ich kam ihr natürlich auf die Schliche und fragte verschmitzt, was denn das Besondere an diesem Mann sei. „Er ist schwierig“, versuchte sie ihr Glück in der Hoffnung, dass es stimmte. Ich widersprach jedoch und sagte, das sei er keineswegs. Aber die Schülerin gab sich nicht geschlagen, sondern konterte prompt: „Nun ja, er ist schwierig in seiner Leichtigkeit.“ Darüber musste ich selbst so lachen, dass ich fast vom Stuhl gefallen wäre.
Solche spontanen Einlagen sind kostbar. Sie können dazu dienen, die vor sich hin dösenden Schüler wieder zum Leben zu erwecken.

Lachen gibt uns unsere Kraft zurück
Einmal hat es mir sogar das Leben gerettet. Ich war damals noch Schülerin und in der letzten Klasse. Wir machten eine Klassenreise. Einige Mitschüler, die schon einen Führerschein hatten, fuhren mit ihren eigenen Autos. Auf dem Heimweg saß ich als Beifahrerin in so einem Schülerauto. Leider hatte mein junger Fahrer die ganze Klassenreise dazu genutzt, mit den Mädchen herumzuschäkern und hatte darüber das Schlafen vollkommen vernachlässigt.
Als ich nun so bei ihm im Auto saß, bemerkte ich mit Schrecken, dass er auf einmal die Augen geschlossen hatte. Der Junge saß am Steuer eines fahrenden Autos und schlief!
Ich fing daraufhin an ihn wach zu halten. Dazu alberte ich herum, erzählte Witze, dachte mir Unsinn aus und brachte ihn und die anderen im Auto die ganze Zeit über zum Lachen. An der nächsten Raststätte hielten wir an, und die anderen machten mit, begannen, mich in meinem Muntermacherkonzept zu unterstützen. Sie halfen mir nun, unseren Fahrer zum Lachen zu bringen. Nach einiger Zeit hatte er seinen toten Punkt überwunden und war wieder fahrtüchtig geworden.

Mehr als einmal habe ich meinen Klienten verordnet, die Gemeinschaft fröhlicher Menschen zu suchen und jeden Tag mindestens dreimal herzlich zu lachen.

Schon in der Antike wusste man um die heilende Kraft des Lachens
Im antiken Griechenland war es üblich, Tragödienfestspiele abzuhalten, die als erzieherisch wertvoll gesehen wurden. Bei solchen Tragödien handelte es sich um Theaterstücke, die grundsätzlich negativ ausgingen. Schlachten wurden verloren, Menschen starben. Damals ging es auf der Bühne äußerst dramatisch zu. Die Zuschauer weinten lauthals auf den Tribünen. Das wurde die Katharsis genannt und als heilsamer Moment betrachtet.
Aber immer nach drei solcher Tragödien wurde ein Satyrspiel aufgeführt. Satyrspiele waren ganz alberne, lustige Slapstickstücke, in denen der Darsteller öfters unerwartet von hinten eins drauf bekam, über etwas stolperte oder ihm sonst etwas Lustiges zustieß.
Nachdem die Menschen während der vorangegangenen drei Dramen so heftig geweint hatten, entlud sich die restliche Emotion nun in einem gewaltigen, erleichterten Lachen.


Die Athener glaubten so sehr an die heilsame und reinigende Wirkung der Emotionen von Trauer und Lachen, dass sie jedem Bürger der Stadt das Recht auf eine Münze aus der Staatskasse zusprachen, damit er ins Amphitheater gehen konnte

Diese Art von Humor hat sich bis heute erhalten. Vor ein paar Jahrzehnten waren es Stan und Olli, auch bekannt als Dick und Doof, die die Kinozuschauer mit fast den gleichen lustigen Streichen zum Lachen brachten, wie die Satyren im Amphitheater. Sie spritzten sich Sahne ins Gesicht, hauten sich gegenseitig auf die Nase, stolperten auf Treppen und vieles mehr von dieser Art.
Immer noch lachen die Menschen über solche Späße.
Wem jedoch dieser Humor zu albern ist, für den gibt es aber noch genug zu lachen. Ich erinnere an die alten Filme mit Doris Day und Rock Hudson. Filme wie „Bettgeflüster“ und „Ein Pyjama für zwei“. Hier bekommt niemand eins auf den Allerwertesten und keiner wird von der Leiter eines sich umdrehenden Handwerkers am Kopf erwischt. Der Humor dieser Filme ist intelligenter. Die Hauptdarsteller verwickeln sich in skurrile Situationen, erliegen den sonderbarsten Missverständnissen und finden am Ende zueinander. Dabei gibt es fast immer ein oder zwei „Unbeteiligte“, die vielleicht zufällig das gleiche Haus bewohnen und dem Protagonisten stets im falschen Moment begegnen, etwa wenn Rock Hudson in Frauenkleidern das Haus betritt, was sie dann zu völlig falschen Schlussfolgerungen veranlasst.
Aber auch Abenteuerfilme oder Science Fiction verzichten selten auf eine komische Figur. So gibt es in „Krieg der Sterne“ die Figur des C3PO, des menschenähnlichen Roboters, der oft allzu menschliche Züge an den Tag legt.
In „Das fünfte Element“ mit Bruce Willis ist es der schrille Entertainer, der eine Radiosendung mit dem Gewinner eines Preisausschreibens machen will, und stattdessen darin verwickelt wird, die Welt zu retten.
In dem spannenden Film „Independence Day“, in dem es darum geht, dass die Menschheit von Außerirdischen angegriffen wird, ist es die Gestalt des immer betrunkenen Flugzeugpiloten, der später zum Helden wird.
Die großen Regisseure wie George Lucas, Luc Besson (Das fünfte Element) oder Roland Emmerich wissen sehr gut, dass eine Prise Humor in das Erfolgsrezept eines guten Films hineingehört.

Obwohl es eine mehr als altbekannte Tatsache ist, dass Humor eine heilsame Wirkung auf uns Menschen ausübt, gibt es gerade bei uns in Deutschland viele Bürger, die es ablehnen, lustige Bücher zu lesen oder lustige Filme zu sehen. Sie empfinden das als oberflächlich

So dachten auch meine Lehrer, als ich noch zur Schule ging, und quälten uns Schüler mit „tiefsinnigen“ Büchern, wie zum Beispiel „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, ein Buch über eine Frau, die sich selbst umbringt, weil sie die Verleumdungen der Presse nicht mehr erträgt.
Oder, was auch immer sehr gern von Lehrern genommen wird: „ Der Fänger im Roggen“, ein besonders „erbauliches“ Buch, welches in aller Ausführlichkeit die Depressionen eines Jungen schildert, der von der Schule geflogen ist. Das gesamte Buch handelt nur von seiner Depression.
Vehement, aber vergeblich versuchte ich damals meinen Lehrern klar zu machen, dass mich solche Texte selbst depressiv machten und meinem Gemüt schadeten. Wie gerne hätte ich Goethe und Schiller gelesen, Heinrich Heyne, Thomas Mann oder vielleicht etwas von seinem Bruder Heinrich Mann. Es ging mir gewiss nicht darum, Oberflächliches zu behandeln, Klassisches hätte mir auch gut gefallen. Aber von der ewig tragischen Lektüre wurde ich damals ganz schwermütig.

Da waren die alten Griechen doch sensibler. Nach drei Tragödien muss ein Satyrspiel folgen

Heute, da ich es selbst in der Hand habe, was ich mir zu Gemüte führe, sehe ich mir gern lustige Filme an und empfehle sie auch anderen Menschen.
Wenn ich an einem Tag viele Klienten hatte und mir sehr viel Leid angehört habe, ist es eine wundervolle Therapie, sich über einen lustigen Film, wie etwa Cats und Dogs, kaputt zu lachen und für eine Weile alles andere zu vergessen.

Die Menschen sollten viel mehr lachen
Ich habe eine Schülerin, eine junge Frau, die oft albern ist. Ich mag sie gerade deswegen sehr gern. Wo immer sie sich im Hause aufhält, da erklingt Gekicher und Gelächter. Viele der anderen Seminarteilnehmerinnen oder Gruppenmitglieder rümpfen die Nase darüber und rügen sie sogar deswegen. Wie falsch sie da liegen! Diese fröhliche junge Frau hat weit mehr Chancen, eines Tages selbst eine weise Frau zu sein, als die naserümpfenden Seminarteilnehmer mit ihrer ganzen Lebenserfahrung.

Wer seinen Humor verloren habt, der hat das Wichtigste verloren

Das Leben ist oftmals hart zu uns, als ob es alles daran setzt, uns unsere Fröhlichkeit zu nehmen. Und viele Menschen, denen das Leben übel mitgespielt hat, verlieren ihr Lachen irgendwann und werden ernst.

Diese Ernsthaftigkeit jedoch ist ein Symptom, ist ein Zeichen von Kraftmangel

In solchen Fällen erzähle ich meinen Klienten Witze, aus therapeutischen Gründen sozusagen. Ich bringe sie zum Lachen. Ich fordere sie auf, tief in ihrer Seele nachzuschauen, wo das Lachen geblieben ist, und es wieder hervor zu holen.
Wir müssen wieder lachen können, um unsere Kräfte zu finden.
Bei den Tibetern gilt Lachen als eine besonders spirituelle Qualität. Es gibt dort viele Geschichten über Erleuchtete, die allerlei Späße mit den Menschen machen, ihnen Streiche spielen oder die Menschen mit ihrem sonderbaren Verhalten zum Lachen bringen, um sie dadurch aufzuwecken.
Was für eine schöne Vorstellung. Ein Erleuchteter, der nicht bierernst herummeditiert, sondern lustig und fröhlich Witze erzählt!
Meiner Ansicht nach ist eine Erleuchtung ohne Humor sowieso nur Schwindel. Als ich seinerzeit bei den Ojibway-Indianern in Minnesota war, da konnte ich sehen, dass diese Menschen in jeder Situation und unter jedweden Umständen immer noch einen Witz parat haben. Humor gehört dort zum guten Ton. Ein alter Indianer sagte zu mir: „Die Weißen sind seltsam. Sie können nicht lachen, nicht richtig jedenfalls. Ich habe noch nie einen Weißen gesehen, der über sich selbst lachen konnte, zumindest nicht 24 Stunden lang.“ Und als es mir passierte, dass ich einen unfreiwilligen Witz machte, da lachten die Indianer tagelang darüber. Das war wirklich unglaublich lustig.
Mir machte es nichts aus. Ich konnte fühlen, dass es nicht böse gemeint war. Es war einfach die Natur dieser Indianer. Sie lachen gern.
Die Familie, in der ich lebte, holte sich zum Beispiel auch gern Videos aus der Videothek und zwar Indianerfilme. Und wenn dann in so einem Film alles falsch war, die Crow-Indianer mit den Frisuren der Navajo herumliefen, die Lakota in der Sprache der Blackfeet sprachen oder die Tänze der Huronen tanzten, dann amüsierten sie sich königlich, ohne beleidigt zu sein über die falsche Darstellung ihrer Kulturen.
Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen. Lachen ist gesund. Und man kann auch ruhig mal über sich selber lachen.
Machen wir das doch öfter, spielen wir den Clown, bringen wir auch die anderen zum Lachen, lassen wir unseren Humor und unsere gute Laune ansteckend sein und reißen wir die anderen mit.
Hier noch ein Witz, den ich besonders gern mag. Ich habe ihn damals meiner indianischen Freundin erzählt, die ihn noch nicht kannte. Sie lachte so sehr darüber, dass sie beinahe mit ihrem Auto in den Straßengraben gefahren wäre.

Ein Indianerkind sitzt im Wigwam und nervt seine Mutti mit Fragen: „Mama, warum heißt stehende Wolke eigentlich stehende Wolke?“
„Weil im Augenblick seiner Zeugung eine Wolke still am Himmel stand.“
„Und warum heißt schnelles Reh schnelles Reh?“
„Weil im Moment ihrer Zeugung ein Reh sehr schnell durch den Wald rannte.“
„Und warum heißt schlafender Büffel schlafender Büffel?“
„Weil im Moment seiner Zeugung ein Büffel auf der Prärie schlief, aber nun hast du genug gefragt. Sei jetzt still, geplatztes Gummi.“

Was war das Lustigste, was mir je passiert ist?

Ich glaube das war damals, als ich mir ein Buch über eine japanische Erste-Hilfe-Methode bei Sportunfällen gekauft hatte. Damals war ich noch Schülerin und machte in meiner Freizeit Judo. Beim Judo gibt es natürlich auch manchmal Verletzungen, und als mir dieses Buch in die Hände fiel, mit ganz ausgefallenen Methoden, Verletzten schnell zu helfen, da fand ich das interessant. Das Buch war aber so aufgebaut, dass die Kapitelüberschriften immer die jeweiligen Verletzungen benannten. Und in dem folgenden Kapitel wurde dann beschrieben, wie man darauf reagiert. Meine Mitschüler wollten das Buch auch einmal ansehen. Ein Junge nahm es mir aus der Hand und dann las er: „Der Faustschlag gegen den Unterleib. Der herausgedrückte Kehlkopf, der Stich ins Auge…“
Schockiert sah er mich an und sagte: „Das soll ein Buch über erste Hilfe sein? Das ist eine Anleitung, wie du jemanden umbringen kannst“.

Was war Ihr lustigstes Erlebnis? Beschwören Sie doch einmal Ihre Erinnerung. Sie werden sehen, wenn Sie sich daran erinnern, dann müssen Sie gleich wieder darüber lachen. Und fragen Sie auch Ihre Freunde nach deren lustigstem Erlebnis. Das wird großartig und es gibt so vieles, über das man sich amüsieren kann.

Autorin: Kim Barkmann
Lebensberaterin, Altensalzwedel
Bücher von Kim Barkmann


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