Karottencremesuppe Die Brunnenkresse
Jul 02

Viele Menschen klagen über ein schlechtes Gehör oder müssen sich Hör-Hilfen verschreiben lassen
Dabei könnte grundsätzlich Vorsorge getroffen werden. Die richtige und sorgsame Betreuung unseres Hörgangs zahlt sich auf jeden Fall aus. Bei Ohr- oder Gehörbeschwerden sollte grundsätzlich der Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde aufgesucht werden.
Eine Nichtbehandlung kann zu ernsthaften und langwierigen Folgen führen, bis hin zu chronischen Erkrankungen mit bleibenden Schäden.


Das Gehör ist vor allem im Kleinkind- und Kindesalter eine wichtige Voraussetzung für die Spracherlernung. Um die Facetten der Sprache zu erlernen, muß das (Klein)Kind ein extrem gutes Gehör, das heißt um ein vielfach besseres als ein Erwachsener, haben. Ein Kind muß gehörmäßig sofort reagieren, auch wenn man es hinter seinem Rücken aus 1-2 m Entfernung auch nur anflüstert. Reagiert es nicht sofort, so sollte man bei einem HNO- Arzt einmal einen Hörtest (bei Kindern ab 3-4 Jahren) bzw. ein Tympanogramm (Trommelfellschwingungstest, bereits bei Babys  und Kleinkindern ratsam, vor allem nach jeder durchlaufenen Erkältung oder Ohrentzündung), OAE(Otoakustische Emissionen) oder BERA (Hirnstammaudiometrie) durchführen lassen. Durch häufige Infekte kann es nämlich zur Flüssigkeitsansammlung hinter dem Trommelfell kommen, wodurch das Kind dann schlechter hört.  Ist diese Flüssigkeitsansammlung mit medikamentöser Behandlung nicht aufzulösen, dann muß das Problem schnellstens operativ gelöst werden, denn das Kind muß ein überdurchschnittlich gutes Gehör haben, um gut hören und auch gut sprechen zu können.

Zwei Ursachen sind die häufigsten – Vergrößerte Rachenmandeln und Tubenmittelohrkatarrh.
Sind die Rachenmandeln vergrößert, so muß man diese operativ entfernen lassen, da das Kind ansonsten mit einer noch höheren Infektanfälligkeit konfrontiert ist, die wiederum immer häufiger auch das Mittelohr betrifft. Je nach Erreger sind bleibende Hörschäden nicht auszuschließen.

Warum ist die Entfernung der Rachenmandeln notwendig ?

Die Rachenmandeln liegen oberhalb des Zäpfchens hinter der Nase. Eine Vergrößerung der Rachenmandeln (auch Polypen genannt), die physiologisch bedingt besonders bei Kindern häufig auftritt, beeinträchtigt die oberen Atemwege, behindert die Lüftung der neben ihr liegenden Ohrtrompete und stört den Abfluß aus der Nase. Dadurch können sich zahlreiche Folgen einstellen, die Sie vielleicht schon selbst festgestellt haben:

  • Behinderte Nasenatmung, Mundatmung, Schnarchen
  • Nasen- und Racheninfekte, Kieferhöhlenentzündungen
  • Mittelohrentzündungen oder Mittelohrkatarrrhe mit Schwerhörigkeit
  • Lymphknotenanschwellung im Nacken

Bei solchen Folgeerscheinungen sollten vergrößerte Rachenmandeln entfernt werden. Dies hat (anders als bei den Gaumenmandeln, die bis zum etwa 6. oder 7. Lebensjahr des Kindes eine wichtige Rolle spielen) keine nachteiligen Folgen für das körpereigene Abwehrsystem, zu dem die Rachenmandeln gehören, da das vielfach vorhandene artgleiche Gewebe in der Umgebung ihre Funktion übernimmt.

Kommt es zu erhöhter Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr, ist es ratsam Paukendrainagen zu legen oder je nach Konsistenz eine Absaugung vorzunehmen. Es ist erstaunlich, wieviel Flüssigkeit auf diese Weise aus dem kleinen Ohr läuft.
Nach einer solchen Maßnahme hören die Kinder sofort besser. Dies drückt sich auch zumeist in einer leiseren Sprechweise aus.

Im übrigen ist die Flüssigkeitsansammlung im Ohr oftmals ein Grund für Hyperaktivität, die sich nach entsprechender Behandlung dann wieder legt


Rechtzeitige Pflege und frühzeitige Behandlung der Hörfähigkeit ist Vorbedingung für das gesunde Ohr ein Leben lang. Ohrhygiene wird oftmals falsch verstanden

Die Pflege des Ohres gehört in die Hände eines Facharztes
Die meisten Gehörgangmanipulationen, bis hin zu ernsthaften Verletzungen, setzen sich die Patienten selbst. Mit Wattestäbchen, Stielkämmen, Stricknadeln und ähnlichen „Mordwerkzeugen“ wird heutzutage Ohrhygiene betrieben, vielfach in dem guten Glauben, das Richtige zu tun. Hinzu kommen allerlei frei verkäufliche Ohrentropfen, Ohrenkerzen, etc. Ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, daß diese Mittelchen nicht ihre Existenzberechtigung haben, so sind Ohrenstäbchen hervorragend geeignet, nach dem Duschen das Wasser aus dem Gehörgang zu entfernen. Bitte die Ohrenstäbchen aber nicht in den Gehörgang hineinschieben (damit drückt man nur das Ohrenfett direkt auf das Trommelfell, wo es erst so richtig erhärtet), sondern nur vor den Gehörgang halten, den Kopf nach unten und das Wasser auf das Ohrenstäbchen abfließen lassen. Die Gefahr, sich mit allerlei umgerüsteten Werkzeugen bleibende Verletzungen zu setzen oder Ohrentzündungen zu verursachen, ist bei den sensiblen Ohren einfach zu groß.

Hierzu zwei Beispiele:
Eine Patientin, die sich das Ohr mit einem Watte-umwickelten Zahnstocher reinigen wollte, hat dabei das Trommelfell so schwer verletzt, daß eine größere Operation (Tympanoplastik, bei der mit körpereigenem Gewebe das Trommelfell neu aufgebaut wird) notwendig war, um das Loch zu schließen. Zum Vergleich: Bei kleineren Verletzungen wächst das Loch entweder von selbst oder nach Folienunterlegung in 1-5 Tagen zu.
Eine andere Patientin war gerade dabei, sich im Badezimmer mit einem Feuchttuch-umwickelten Stielkamm das Ohr zu reinigen, als ein Familienmitglied ihr beim Öffnen der Tür gegen den Arm schlug. Der Stielkamm drang sofort durch das Trommelfell bis ins Innenohr, wobei das Innenohr schwer verletzt wurde. Das Ohr entzündete sich daraufhin sehr stark. Als die Patientin nach 2 Tagen (es war Wochenende und sie wohnte weit ab auf dem Lande) in meine Praxis kam, war sie bereits auf dem verletzten Ohr ertaubt. Alle weiteren sofortigen stationären Maßnahmen im Krankenhaus konnten ihr Gehör nicht zurückbringen.

Gut hören – ein Leben lang

Wer als Kind gut hört, sein Gehör vom Facharzt ohrhygienisch pflegen läßt, sich nicht allzu lange ohne Gehörschutz Lärm aussetzt und bei jeder Veränderung der Hörfähigkeit oder bei Ohrenschmerzen (auch wenn sie nur von kurzer Dauer sind) sofort den Facharzt aufsucht, der sollte auch im Alter keine Probleme haben.

Keine Angst vor Tinnitus

Bei den heutigen Lärm- und Streßbelastungen (Umwelt, Arbeitsplatz, Disco, Hobby etc.) ist es nicht auszuschließen, daß man mindestens einmal im Leben an plötzlich auftretenden Ohrgeräuschen, dem sogenannten Tinnitus leidet. Tinnitus ist bei sofortig eingeleiteten Maßnahmen zumeist heilbar. Besteht das Problem allerdings länger und hat die Schulmedizin nicht geholfen, dann sollte man auf jeden Fall mit der sogenannten Alternativ-Medizin (Akupunktur, Akupressur, Schröpfen, Blutegelbehandlung, Traditionelle Chinesische Medizin) versuchen, das Problem in den Griff zu bekommen, bevor man sich mit dem Satz zufriedengibt „ Dann müssen Sie eben damit leben.“

Artikel: Bioline-Magazin


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