Die Sojabohne Pflanzenheilkunde? Wie langweilig! Oder?
Mrz 15

Für unsere Vorfahren war Brot neben Kartoffeln und viel Gemüse das Hauptnahrungsmittel. Das Getreidekorn kann man durchaus als kleines Kraftpaket bezeichnen.
Seine Inhaltsstoffe sind ausgewogen und bestehen aus wertvollen Kohlenhydraten. Daneben hat das Getreidekorn 8 % bis 12 % kostbarsten Eiweißes. Auch reichlich Enzyme, Vitamine und Mineralien zeichnen das volle Korn aus. Nicht zu vergessen sind die Ballaststoffe, Quell- und Faserstoffe, die für eine adäquate Entsorgung der Stoffwechselrückstände im Verdauungstrakt zuständig sind, nicht zuletzt auch durch die Stimulans der  Peristaltik des Darmes.

Wohlgemerkt sprechen wir hier von dem vollen Korn

In der industriellen Verarbeitung vermeidet man das schnelle Verderben des Mehls  dadurch, daß die Keim- und Randschichten des Getreidekornes entfernt werden. Aber auch ein Hitzeprozeß macht einen Teil dieser, für eine lukrative Verarbeitung unerwünschten Vorgänge, unwirksam.
Es versteht sich deshalb von selbst, daß man danach trachten sollte, wirklich vollwertiges Getreide zu sich zu nehmen. Dies ist allerdings gar nicht so einfach.

Industriebrot
Der Gesetzgeber erlaubt die Bezeichnung “Vollkornbrot und -brötchen” bereits unter der Bedingung, daß z.B. Vollkornbrot 90 % des vollen Kornes enthält. Dabei können jedoch die wichtigsten Teile wie Keim und Kleie bereits entfernt sein.
Beim Vollkornbrötchen kann es noch schlimmer aussehen. Bereits ein Anteil von nur 30 % Vollkornmehl reicht aus, um ein Vollkornbrötchen als solches zu deklarieren.
Damit die Industrie noch dazu kostengünstig produzieren kann, ist von natürlicher Backweise oft keine Rede mehr. Da alles in aufwendigen Backstraßen produziert wird, ist die Industrie davon abhängig, daß die verarbeiteten Mehle und Teige gleichbleibende Konsistenz und Verarbeitungsqualität aufweisen. Dies jedoch ist bei natürlichen Produkten wie Vollkornmehl und Schrot eben nicht zu garantieren.
So hilft sich die Industrie zunehmend oft mit der Zugabe von sogenannten Backmitteln. Damit sichert man die Lockerheit und Verarbeitbarkeit des Gebäcks. Es lassen sich eine schöne Krume, eine gute Farbe und eine gleichbleibende Kruste erzielen.

Ein wirklich gutes Brot aber ist von einer etwa 20stündigen Sauerteigführung abhängig. Es entwickelt sich dabei ein intensives, natürliches Aroma, und eine gute Verdaubarkeit ist gegeben. Außerdem wird durch den Sauerteig die schädliche Phytinsäure unwirksam gemacht, die die Mineralaufnahme im Körper behindert.

In der Industrie jedoch ist Zeit Geld. So gibt man entsprechende „Kunstmittel“ hinzu, die den gesamten Vorgang auf ca. 60 Minuten kürzen. Logisch also, daß vom ursprünglichen Aroma nicht mehr viel übrig bleiben kann.
Mit Hilfe solcher Backmittel gelingt es der Industrie, auf der Basis von nur 10 Grundteigen tat¬sächlich mehr als 300 Brotsorten anzubieten…!

Bäckermeister in Zugzwang
Aber reden wir hier nicht nur von der Industrie. Auch viele Bäckermeister von nebenan sind gezwungen, rentabel zu arbeiten; drücken sie doch die Brotpreise der nahegelegenen Einkaufszentren. So lassen sich z.T. viele Bäcker die Fertigmehlmischungen anliefern für die verschiedenen Brot¬sorten und Gebäcke. Dies zum großen Teil, ohne die tatsächlichen Inhaltsstoffe zu kennen.
Es gilt als erwiesen, daß über 100 verschiedene Stoffe und Chemikalien verwandt werden können, um ein „geschöntes“ Brot zu produzieren

Man hört sogar von Stoffen, die aus chinesischem Menschenhaar oder Schweineborsten gewonnen werden. Viele dieser Stoffe sind für den natürlichen Kreislauf nicht vorgesehen. Sie sind deshalb eine Belastung für Umwelt und Stoffwechsel des Menschen. Das sich auf diese Weise Allergien entwickeln, verwundert nicht.

Wir müssen uns in vieler Hinsicht auf alte Werte besinnen. Dies ist eine Notwendigkeit, wenn wir gesund leben und unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft sichern wollen.

Unser Gesundheitszustand sieht derzeit so aus, daß wir mit Riesenschritten einer Vielzahl von chronischen Krankheiten entgegengehen. Dies können wir durchaus durch eine Umkehr der Eß- und Lebensgewohnheiten vermeiden oder zumindest mildern. Das (wirklich) vollwertige Brot ist ein wichtiger Beitrag dazu! Deshalb ist es empfehlenswert, ausschließlich bei einem¬ Bäcker seines Vertrauens einzukaufen.

Ein gutes Brot kann kein Billigbrot sein. Da wir jedoch gehalten sind, konzentrierte Kohlenhydrate zu limitieren, darf das Brot auch getrost etwas teurer sein.

Artikel: Bioline-Magazin (Ingrid Schlieske)


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