Champignon Die wilde Malve
Apr 12

Gesundheit gefährdet das Wirtschaftswachstum…
Satire von Ingo Rittmeyer, Biobauer
In der vergangenen Nacht hatte ich einen Traum, der mir bewußt machte, daß ich mit meiner bisherigen Lebensweise das von allen Weisen der Wirtschaft geforderte Wirtschaftswachstum arg boykottiere und mich schuldbewußt selbst anklagen sollte, bevor größerer Schaden entsteht. Das will ich hiermit tun.

Bekenntnis zur Aufmüpfigkeit
Es begann 1976, als ich mit starken Schmerzen in Armen, Hüft- und Kniegelenken in die Frankfurter Uniklinik ging und mich von dem Artzprofessor H. untersuchen ließ, um mir von diesem hochgelehrten Professor der Medizin erklären zu lassen, was ich zur schnellstmöglichen Genesung tun könne. Prof. H. ließ mich röntgen und erklärte mir dann anhand der Röntgenbilder, daß meine Gelenke an Knien und Hüften starke Anzeichen von Verschleiß aufweisen würden. Das sei die Ursache der starken Schmerzen. Auf meine Frage, wie lange der Heilprozeß dauern würde, sagte er:

„Sie haben Arthrose, Gicht und Rheuma. Die Schmerzen lassen sich etwas lindern, aber damit müssen Sie leben“.

Der Arztprofessor verschrieb mir orangefarbene Tabletten, die ich aber nicht einnahm, sondern in den Müll warf, nachdem ich den „Waschzettel“ gelesen hatte. Ich befürchtete nach dieser Lektüre, meinen Organismus zu vergiften.
Mit meinem aufmüpfigen Charakter konnte ich die „Diagnose lebenslänglich krank“ allerdings nicht akzeptieren, sondern suchte nach Möglichkeiten zur Beseitigung meiner Leiden.
So befaßte ich mich mit der Heilkraft der Lebensmittel, setzte die gewonnenen Erkenntnisse in meine Lebenspraxis um, schaffte mir dazu beispielsweise 1976 eine Getreidemühle an und setzte auf den Verzehr von reichlich Obst und Gemüse, dafür kaum Fleisch, Eier, Butter und wenig Käse.

Seit 1983 bin ich frei von allen Beschwerden, die mir Arthrose, Gicht, Rheuma, Prostata, Infektanfälligkeit, Verstopfung, Hämorrhoiden usw. verursacht hatten.

Verweigerung des Krankseins untergräbt die Wirtschaft

Während des Traumes in der vergangenen Nacht wurde mir klar, daß ich mit meiner Genesung gegen ein wichtiges Wachstumsprinzip unserer sozialen Marktwirtschaft verstoßen hatte. Der Arztprofessor hat mit seiner Diagnose „Damit müssen Sie leben“ sich entsprechend den Regeln unserer Marktwirtschaft verhalten.
Wäre ich nämlich brav krank geblieben und hätte ich die verschriebenen Tabletten eingenommen, hätte ich unserer Wirtschaft, zumindest dem Bereich des Gesundheitswesens, einen großen Dienst erwiesen.

So habe ich seit 1976 den Ärzten den von mir viermal jährlich erwarteten Krankenschein verweigert und die Ärzte damit um ihr zusätzliches Einkommen gebracht.
Vor allem aber schädigte ich die Pharmaindustrie, indem ich die verschriebenen Tabletten nicht eingenommen habe und auch später nie wieder ein Medikament akzeptierte.
Im Gegensatz zu der Mehrzahl der an den gleichen Erkrankungen leidenden anderen Bürger, die bei den gleichen Beschwerden fleißig Tabletten geschluckt haben und bei fortgeschrittener Erkrankung inzwischen einen Rollstuhl benutzen, habe ich mich mit meinem Gesundheitsfimmel seit 1976 um die Tabletteneinnahme und durch meine regelwidrige völlige Genesung, mich um die spätere Anschaffung und Benutzung eines Rollstuhls herumgedrückt und damit das Krankheitswesen, die Pharmaindustrie und die Rollstuhlhersteller schwer geschädigt sowie Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze in diesen Bereichen gefährdet. Das sehe ich heute ein.

Als Trost bleibt, daß die vielen Millionen noch kranken Bürger für mich in die Bresche springen und folgsam krank bleiben

Dieses Recht haben sie sich ja mit hohen Krankenkassenbeiträgen teuer erkauft. Also will man es auch ausnutzen, sich möglichst oft operieren lassen und möglichst viele und teure Medikamente schlucken.
Sich einfach durch Änderung der krankmachenden Lebensweise in eine gesundheitsfördernde zu bringen, wie ich das getan habe, wäre aber auch zu egoistisch und würde das Wirtschaftswachstum deutlich bremsen.

Gesundheitsbewußtes Verhalten schädigt unser Krankheitswesen

Weil Ärzte die chronischen Zivilisationserkrankungen für unheilbar erklären, habe ich aufmüpfiger Mensch geglaubt, in meinem Buch „So besiegte ich Arthrose, Gicht, Rheuma, Infekte und Verstopfung“ den vielen Leidensgenossen eine Anleitung zur Genesung geben zu müssen.
Heute ist mir klar, daß die Ärzte mit ihrer Diagnose dem Wirtschaftswachstum einen wichtigen Dienst erweisen. Wer nämlich gesund wird, bringt die Ärzte, die Pharmaindustrie und die Rollstuhlhersteller um den ihnen zustehenden Umsatz. Er boykottiert den Wirtschaftsaufschwung. Würde unser Volk gesundheitsbewußt leben, würden auch die Krankenkassen stark verkleinert werden müssen und viele Mitarbeiter in den Krankenkassen würden entlassen und arbeitslos. Demzufolge müßten die Beiträge der Krankenversicherungen sinken. Das kann natürlich nicht im Sinn der Krankenkassen sein. Nur bei einem prosperierenden Krankheitswesen können auch die Krankenkassen entsprechend verdienen und weiter wachsen.

Nach Statistiken der Krankenkassen leiden 20 Millionen Deutsche an den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. Würden diese die in meinem Buch enthaltene Genesungsanleitung befolgen, würde das gesamte Krankheitswesen wegen ausbrechender Gesundheit zusammenbrechen. Unzählige im Krankheitswesen Beschäftigte würden arbeitslos.
Da sind doch ehemalige Patienten so frech und befolgen meine Genesungsanleitung, stornieren dann die von ihren Ärzten anberaumten Operationstermine zum Einbau von künstlichen Hüftgelenken und hüpfen nun gesund herum – ohne den Ärzten die Chance einer Operation gegeben zu haben. auch die Gelenke-Hersteller gucken in die Röhre. Das sind herbe Verluste für die Krankheitsindustrie.

Patriotische Kultusminister unterstützen das Krankheitswesen durch Lücken in den Lehrplänen

Nur richtig kranke Menschen bringen auch dem Krankheitswesen unseres Vaterlandes den erforderlichen Profit.

Wer selbst Verantwortung für die Wiedergewinnung seiner Gesundheit übernimmt, leistet diesbezüglich nichts

Jetzt sehe ich auch ein, weshalb seit mehreren Generationen in der Schule nichts über Gesundheitspflege und die Auswahl gesundheitsfördernder Lebensmittel gelernt wird. Damit unterstützen auch die Kultusminister und folgsame Lehrer als echte Patrioten die Bestrebungen unseres Krankheitswesens. Der Erfolg dieser Schulpolitik zeigt sich in immer mehr früher erkrankenden Kindern, die mit Übergewicht und faulen Zähnen herumlaufen, damit sie möglichst schon frühzeitig und umfassend lebenslänglich krank werden und somit unserem Krankheitswesen durch intensive Nutzung aller möglichen Krankheitseinrichtungen einen optimalen Dienst erweisen können.

Zum Nutzen der prosperierenden Wirtschaft sorgen konsumbewußte Eltern für kranke Kinder
Eltern, die in die gleichen Schulen gegangen sind, verhalten sich besonders konsumbewußt, wenn sie ihren Kindern ganz umsichtig möglichst viele Süßigkeiten, gezuckerte Getränke und Weißmehlprodukte verabreichen, damit der Krankheitserfolg möglichst früh und durchschlagend eintritt. Wenn sich mehr Familien so konsumbewußt verhalten würden, wären die Arbeitsplätze in unserem Krankheitswesen langfristig gesichert. Glücklicherweise prognostizieren Fachleute einen Boom der Zivilisationserkrankungen, wodurch das Wachstum des Sozialproduktes unseres demokratischen Staates einen –kräftigen Schub erhalten wird. Unser Staat kann auf seine Konsumtruppe zählen.

Raucher sind Helden des Krankheitswesens

Als Nichtraucher ist mir bewußt, daß ich der Zigarettenindustrie einen Bärendienst erweise, indem ich den Zigarettenkonsum verweigere und damit die Umsätze der Zigarettenindustrie mindere. Ein Raucher stützt nicht nur diese und damit wertvolle Arbeitsplätze, sondern durch die später erforderliche Therapie des Lungenkrebses leistet er einen wichtigen Beitrag zum Pharma-Umsatz und zur Beschäftigung des Personals im Krankheitswesen. Läßt er sich nach und nach die Raucherbeine und später die Lungenflügel amputieren, so kann man einen Raucher wirklich als Aktivist zur Förderung des Krankheitswesens bezeichnen. Raucher sollten als Helden der Krankheits-Wirtschaft gefeiert werden.

Ökologisch erzeugte Lebensmittel dienen nicht der Weiterentwicklung des Krankheitswesens
Daneben sehe ich mich als Bio-Landwirt mit der Lieferung von gesunden Lebensmitteln aus kontrolliert ökologischer Erzeugung und meinen Bestrebungen der Gesundheitsberatung als Oppositioneller, der die Bevölkerung mit Hinweisen zur Wiedergewinnung und Erhaltung der Gesundheit versorgt, mit der Vorbereitung der Ausbildung von Gesundheitsberatern am Aufbau eines Gesundheits-Netzwerkes arbeitet und damit die Entwicklung des Krankheitswesens stört. Heute schon kann man in den Ferienwohnungen des biologischen Gesundheitshauses des Bio-Rittergutes Rittmeyer nach Anleitung und mit begleitender Gesundheitsberatung seinen Genesungsweg einleiten und danach zu Hause fortsetzen.

Für alle Mutwilligen, die sich einer „gesunden Wirtschaftsentwicklung“ des Krankheitswesens widersetzen und sich gegen alle ökonomischen Überlegungen für ihre Gesundheit entscheiden, gibt es verschiedene Wege in eine aktive und gesunde Zukunft. Die Basis dafür ist der Weg zurück in eine natürliche Lebensführung und zu einer sinnvollen, vollwertigen und unbelasteten Ernährung.

Buchtip:
So besiegte ich Arthrose, Gicht, Rheuma, Infekte und Verstopfung

Solidargemeinschaft Artabana:
Gesund werden und bleiben, unabhängig sein von Krankenkassen,
Internet unter www.artabana.org


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