Angst vor den Wechseljahren Ein homöopathischer Mutter-Kind-Konflikt
Sep 30

Östrogen - Wunder-Hormone gegen Herzinfarktrisiko, Wechseljahrsbeschwerden und für stabilere Knochen?

Bei diversen Gesundheitsrisiken sollen Hormone angeblich die Lösung sein.
Darunter fallen der drohende Herzinfarkt, Hitzewallungen, Depressionen, ewiges Müdesein, Unternehmensunlust, Gelenkbeschwerden, brüchige Knochen, Knitterfältchen in der Haut, veränderter Körpergeruch und viele andere Beschwerden, die in den Wechseljahren das Leben so schwer machen. Ja Östrogene sollen sogar der Alzheimerschen Krankheit vorbeugen.
Dafür bringen sie angeblich: Lust am Leben, an der Liebe, einen knackiger Körper, straffe Haut, bessere Denkleistung, einen elastischen Gang und Knochengesundheit.
Und das ganze Geheimnis der Jugend soll nur mit den Hormonen zusammenhängen? Der tägliche Griff zur kleinen Pille, eine winzige, regelmäßige Dosis Östrogene sollen genügen, um die schwindende Jugend aufzuhalten und sie womöglich gewissermaßen zu bewahren?
Wo aber sind sie, die alterslos Schönen, die nahezu Gesunden, die dank der Hormongaben ihrer Ärzte der Natur ein Schnippchen geschlagen haben und dem drohenden Verfall, dem wir normalerweise ausgeliefert sind, entgehen? Niemand hat sie offenbar je gesehen.


In meiner Praxis bin ich vielen Patienten begegnet, die seit vielen Jahren ihre Hormon-Pillen schluckten. Ich konnte nicht finden, daß ihre Gesundheit oder ihre Beschwerden sich wesentlich von den Patienten unterschied, die keine Hormone einnahmen.
Nach wissenschaftlichen Erhebungen nämlich scheint der Nutzen der Hormontherapie keinesfalls erwiesen. Jedenfalls gibt es nach meinem Dafürhalten andere, völlig nebenwirkungsfreie Methoden, um Hitzewallungen und andere Wechseljahrsbeschwerden dauerhaft “in den Griff” zu bekommen. Nachstehend gehe ich noch genauer darauf ein.
Auch Knochengesundheit ist auf wesentlich effektivere Weise zu bewahren oder sogar wieder zu erreichen.
Sprechen wir an dieser Stelle jedoch unbedingt von den Gefahren, die mit der Anwendung der Hormon-Ersatz- Therapie verbunden sind.

Erschreckend ist es geradezu, daß die Frauenärzte, denn sie sind ja in den allermeisten Fällen die Befürworter dieser Medikation, ihre Patientinnen zum Teil gar nicht, zum Teil nur unzureichend über die möglichen Nebenwirkungen und Folgen einer langfristigen Einnahme von Hormonen aufklären.

  • Wo schon ist zu hören. daß nahezu ein Achtel aller Brustkrebserkrankungen, die zwischen dem 40. und dem 79. Lebensjahr bei Patientinnen auftreten, wahrscheinlich auf das Konto von Hormongaben zurückzuführen ist?
  • Noch schockierender ist die Lage bei Gebärmutterkarzinomen. Hier sollen sogar ein Drittel der aufgetretenen Tumoren der Hormontherapie angelastet werden können.
  • Beide Angaben sind Ergebnisse einer Studie, die Professor Gneiser, der Leiter des Bremer Institutes für Präventivforschung und Sozialmedizin, die er zusammen mit dem Wissenschaftlichen Institut der AOK in Bonn kürzlich erstellt hatte.

Diesen Aussagen liegen folgende Datenquellen zugrunde

  • Verschreibungszahlen aus dem AOK-Bundesverband
  • Saarländisches Krebsregister
  • Die 1995 publizierte Studie der Nurses Health Study (NEJM 2000;332: 1589) über erhöhtes Brustkrebs-Risiko

Angeblich würde das Krebsrisiko sich jedoch nur bei den Frauen verzehnfachen (!), die reines Östrogen einnähmen. Dieses Risiko wäre jedoch eliminiert, wenn das Hormon Gestagen beigefügt wäre. Die Bestätigung dieser Behauptung allerdings fand Gneiser in seinen eigenen Erhebungen nicht.
Nach seiner Berechnung sind es in Deutschland etwa 4,6 Millionen Frauen, die Hormonpräparate nehmen würden. In der Altersgruppe von 40 bis 60 Jahren sogar jede zweite Frau. Die meisten dieser Patientinnen jedoch setzen nach einigen Monaten oder Jahren die regelmäßige Einnahme von Hormonen wieder ab. Bedenklich nur ist die noch immer verbleibende große Zahl der Frauen, die über viele Jahre hinweg, oftmals sogar ihr ganzes Leben lang, an dieser Therapie festhielten.

Eigentlich gibt es für Östrogene nur eine einzige recht sicher belegte Indikation - sie lindern Wechseljahrsbeschwerden.
Und dafür mit Kanonen auf Spatzen schießen? Dafür das deutlich erhöhte Krebsrisiko in Kauf nehmen?


Zwar sprechen Vertreter von 14.000 Gynäkologen in bezug auf die Ergebnisse der Studie von Professor Gneiser von Polemik und sogar von Unsinn, als sie sich in einer Ausgabe der Süddeutschen Zeitung in einer zweiseitigen Stellungnahme auf eine Gegenstudie des Dr. Matthias Beckmann von der Universität Düsseldorf beriefen, der “eher 500″ zusätzliche Brustkrebsfälle durch Östrogengaben einräumte. Tatsächlich existieren etwa 20 Studien zu diesem Thema. Diese widersprechen in ihren Auswertungsergebnissen einander wesentlich. Genaues kann letztendlich niemand sagen.
Erwiesen scheint lediglich zu sein, daß das Gebärmutterkrebs-Risiko und das Brustkrebs-Risiko unter Östrogeneinahme deutlich erhöht ist.
So bestätigen sogar die Fachgesellschaften in ihrer Stellungnahme auf Gneisers Ausführungen, daß die Behandlung mit Östrogenen ohne Gestagene eine Kontraindikation bei Frauen sei, die eine Gebärmutter haben. Sie könne sogar als ärztlicher Kunstfehler eingestuft werden.
Auch die Wirkung der Östrogene auf Herz und Gefäße scheint eher negativ auszufallen.
So hatten in der 1998 publizierten Hers-Studie (JAMA 1998; 605) die Hälfte von 2763 bereits herzkranken Frauen eine Östrogen-Gestagen-Kombinationsthera-pie erhalten. Die andere Hälfte nahm ein Placebo. Das Ergebnis war ernüchternd. Über 4 Jahre hatte die Therapie keinen positiven Effekt in bezug auf die Herzinfarktrate, diese waren sogar leicht erhöht. Ebenfalls lag die Zahl der Thromboembolien höher.
Dem Einwand, diese Ergebnisse ließen sich nicht auf gesunde Frauen übertragen, widerspricht eine andere Studie. Diese staatlich finanzierte Studie Women’s Health Initiative umfaßt 27 000 Frauen, die 10 Jahre lang beobachtet werden. Auch hier erhält die Hälfte der Teilnehmerinnen eine Hormonersatz-Therapie, die andere ein Placebo. Beunruhigend ist, daß Anfang April 2000 Warnbriefe an die Frauen versandt wurde, weil das Infarktrisiko leicht erhöht war.
Es muß abgewartet werden, ob sich die Ergebnisse der Studie noch ins Positive kehrt.
Ja, ich persönlich halte Hormongaben, deren letztendliche Langzeitwirkung noch längst nicht bekannt ist, für eine gefährliche Waffe, bei der das Risiko den Nutzen bei weitem überwiegt.
Hier findet ein unkontrollierter Eingriff in den ernpfindsamen Regelmechanismus des Körpers statt. Ob es nun 50 000 Krebserkrankungen oder “nur” 500 sind (wie Beckmann es herunterspielt). Ich bin der Auffassung, daß auch nur eine einzige, zu vermeidende Erkrankung ein Risiko zuviel wäre.
Es ist auch immer die Rede davon, daß die gesunde Frau deutlich weniger Risiko zu tragen hätte. Wer aber weiß schon, in welchem Körper das Risiko „schlummert“,  nie zur Gefahr geworden wäre, nun aber mit Hilfe von Östrogenen regelrecht zum “Aufwachen” und somit zum Wachsturn gebracht wird.
Es sollten derart massive Medikationen vermieden werden, wenn es andere, sanfte Methoden gibt, die genauso viel bewirken oder den “chemischen Keulen” sogar deutlich überlegen sind.
Wenn ich hier nun von “Spatzen” spreche, gegen die schwere Geschütze aufgefahren werden, dann will ich nicht den Eindruck erwecken, daß ich die Wechseljahrsbeschwerden meiner Patientinnen nicht ernst nehme.
Vielmehr befasse ich mich besonders intensiv mit diesem Thema.
Bei der Suche nach Möglichkeiten, den betroffenen Frauen zu helfen, bin ich schon lange zu dem Schluß gekommen, daß hier , wie auch bei anderen Beschwerden, die bloße Einnahme einer Pille nicht ausreicht.
Jede Erkrankung, jedes Herausfallen aus dem Wohl fühlen, ist eine ernsthafte Warnung des Körpers, hier eine grundlegende Änderung der gesamten Lebensumstände herbeizuführen.
Ich scheue mich deshalb nicht, meine Patienten aufzufordern, den etwas unbequemeren Weg zu gehen, die Verantwortung für ihre Gesundheit wieder zu übernehmen und selbst aktiv zu werden.
Gerne will ich assistierend zur Seite stehen und dabei helfen, daß die Wechseljahre für die Frauen keine Belastung mehr sind, sondern eine wunderbare Erfahrung und der Eintritt in einen neuen, freieren und sehr schönen Lebensabschnitt.

Bewährt hat sich für diesen Weg, den ich gemeinsam mit meiner Patientin gehe, folgendes Konzept:

Die Homöopathie

Mit dem Finden des “richtigen ” Mittels kann es passieren, daß die Patientin durch nur ein kleines Kügelchen oder durch wenige Tröpfchen zu einer völlig neuen Lebensqualität kommt. Beschwerden können sich über Nacht in Nichts aufgelöst haben.

Gesunde Ernährung
Viel frisches Obst, Gemüse, Salat, weniger Brot, Nudeln, Kartoffeln, Fleisch, Wurst entlasten und entgiften den Körper.

Soja und Tofu
enthalten pflanzliche Östrogene. Die Asiatin, zu deren täglichem Ernährungsplan Soja gehört, kennt so gut wie keine Brust- und Gebärmutterkrebserkrankung. Calcium im Soja stärkt die Knochen.

Ballaststoffe

in vollwertigem Getreide und in Soja gewährleisten eine gute Verdauung und Abtransport von Schlackenstoffen aus dem Darm.

Bewegung

an frischer Luft und heiler Natur steigert das Körpergefühl und sorgt für seelische Stabilität und Glücklichsein.

Sport

Leichte Übungen z.B. mit Hanteln (Belastung) stärken die Knochen und erhalten die Beweglichkeit von Gelenken.

Kräuterheilkunde

Tees haben sich in der Frauenheilkunde bewährt und helfen auch bei Hitzewallungen.

Japanisches Heilströmen

ist eine wunderbare Möglichkeit, die Selbstheilkräfte des Körpers durch Eigenanwendung zu unterstützen. Östrogenbildung wird angeregt. Depressionen verschwinden und seelische Stabilität wächst.

Sie sehen schon, es gibt allerhand zu tun. Aber es hat sich bisher in jedem einzelnen Fall bewährt, wenn die Mittel aus der Natur zum Heilen eingesetzt werden. Zugegeben, es braucht . ein wenig Eigeninitiative und auch den persönlichen Einsatz. Dennoch, die Mühe ist nur klein, gemessen an den möglichen Erfolgen. Erforderlich ist lediglich etwas Überlegung, der Entschluß und tatsächlich nicht mehr als 20 zusätzliche Minuten am Tag für den Einsatz.
Dafür wird die Frau in den Wechseljahren und vor allen Dingen in der Zeit nach den Wechseljahren belohnt mit einer strahlenden Gesundheit. Sie kann sich wohl fühlen, wie schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr
Mein Aufruf lautet deshalb: Gehen Sie keine unnötigen Risiken ein. Hören Sie auf Ihren Körper und finden Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder anderen Gesundheits-Assistenten heraus, was er braucht. Das Ziel lohnt den vergleichsweise geringen Einsatz auf jeden Fall.

Anm. Meinen Ausführungen liegt ein Artikel zugrunde, der im Deutschen Ärzteblatt 18. August 2000 erschienen ist.

Artikel: Bioline Magazin (Sabine Rufeger-Hoster)
Buchtipps zu diesem Artikel:
Kochbuch zur Trennkost
Soja, Tofu und Co
Japanisches Helströmen


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