Glück ist trainierbar Schlafen wie gewiegt
Mrz 03

Heute möchte ich Ihnen etwas über die Fröhlichkeit erzählen
Welch überraschendes Anliegen, so mögen Sie jetzt denken, wo doch in der heutigen Zeit die Sorge und oft auch leider tiefer Kummer in so viele Familien Einzug gehalten hat.
Denn das Lachen, Ausdruck dieser heiteren Fröhlichkeit, vergeht vielen Menschen unter der Anstrengung des Alltags.
Und bei manch schwerem Schicksalsschlag wandelt sich das Leben von einer Sekunde auf die andere in tragischer Weise. Selbst wenn man die erste Prüfung, die das Leben uns auferlegt, noch bereitwillig auf die Schultern genommen hat, der dritte oder gar vierte Nackenschlag lässt manchmal die ganze Lebenswelt in Trümmer fallen.
Wie oft erlebe ich in meinen Therapiesitzungen, dass unter der Macht der alltäglichen Belastungen sich im Leben dieser Menschen tiefe Hoffnungslosigkeit breit gemacht hat. Heiterkeit und Lachen haben keinen Raum mehr. Die innere Fröhlichkeit ist verstummt.


Und wie oft höre ich von ihnen:
„ Das alles zu bewältigen ist nicht so einfach. Solche Belastungen legt man nicht mit den Kleidern ab. Das bleibt in einem stecken. Glauben Sie mir, seitdem bin ich nicht mehr derselbe.“
oder auch:
„ Ich bin ein ganz schwerer Fall. Das fing schon in meiner Kindheit an. Was damals passiert ist, beherrscht heute noch mein Leben. Meine Vergangenheit lässt mich einfach nicht los.“

Eine schwere Kindheit, belastende, schwere Erfahrungen, ja, das kann ich mitfühlen.
Das kenne ich aus eigenem Erleben und auch aus dem Leben der vielen Menschen, die sich mir anvertrauen.

Wir alle haben eine Kindheit.
Wir alle haben Erfahrungen hinter uns, die schwer und belastend waren.
Wir alle haben Vergangenheit.

Doch wozu brauchen wir diese Vergangenheit, wo sie uns doch bis heute manchmal das Leben so schwer machen kann?

Kennen Sie die Disney Studios? Ich liebe deren Filme. Im Grunde bin ich wohl in meinem Herzen ein Kind geblieben. Diese Filme sind so ansprechend gezeichnet. Sie haben immer etwas Märchenhaftes. Und eine Seelenbotschaft haben sie auch.
Lion King; kennen Sie diesen Film?
Nun, der junge König der Löwen, Simba, flieht vor seiner Vergangenheit. Und eines Tages findet ihn der weise Affe Rafiki wieder. Und da lehrt er ihn auf ganz einfache Weise etwas sehr Wesentliches.
Was also geschieht?
Rafiki schlägt Simba mit seinem Magierstab auf den Kopf.
Simba protestiert. Natürlich, das tut doch weh.
Rafiki lächelt leise und holt zu einem zweiten Schlag aus. Doch diesmal weicht Simba aus.
„ Siehst Du“, sagt Rafiki nun zu ihm, „ Du hast aus Deiner Vergangenheit gelernt. Wozu ist sie denn sonst da?“
Wie wahr! Und wie hilfreich ist es, den Blickwinkel des weisen Rafiki anzunehmen.


Wozu ist Vergangenheit denn sonst da?
Nicht, um Dir Schmerz zuzufügen.
Nicht, damit Du leidest.
Nicht, damit Du traurig bist.
Nein, nur dazu, dass Du aus ihr lernst. Das ist alles.

Vergangenheit ist nur dazu da, dass Du aus ihr lernst. Das ist alles

Was aber kann ich, können meine Patienten, können Sie lernen?
Auch dies ist leicht beantwortet.
Wir können daraus lernen, wer wir wirklich sind.

Und diese Antwort höre ich sofort ganz spontan in meinen Therapiegesprächen.

„ Früher… ich war ein so fröhliches Kind. Meine Schwester, mein Bruder sagen mir heute noch, ich wäre immer so fröhlich gewesen.“
oder
„ Mein Mann sagt mir immer: ‚Bevor Du krank wurdest, warst Du ganz anders. Egal, was passierte, Du hattest immer noch ein Lächeln übrig.’ Und diese Fröhlichkeit habe ich verloren.“

Ja, das höre ich dann.
Nun denn, Sie wissen doch genau wie ich, verloren gehen kann ja nichts in diesem Universum.
Sie ist nur verschüttet, unsere Fröhlichkeit, begraben unter all dem anderen, das folgte.
Ach, wäre daran doch so ein kleiner Piepser befestigt wie an dem neuen Schlüsselbund. Dann bräuchte man nur zu pfeifen, und man fände sie wieder; vielleicht unter dem linken Schulterblatt oder auch in der rechten kleinen Zehe.
Aber leider ist unser Körper nicht so technisch konstruiert. Wir müssen dazu selbst Techniken anwenden, andere Wege beschreiten.
Eine ganz einfache Möglichkeit ist es, sich selbst einmal ganz genau zuzuhören.
Das, was mir diese Menschen erzählen, bedeutet ja nichts anderes als die Aussage:

Im Grunde bin ich ein fröhlicher Mensch.

So ganz auf dem Grund, unter all dem Schutt und den Trümmern der schweren Dinge begraben, da schlummert ein fröhlicher Mensch.
Und bis so tief hinunter in unsere Seele müssen wir wandern, um uns selber wirklich  kennen zu lernen.

So wirkt das Leben

Unser persönliches Schicksal gibt unserem Leben, unserem Bewusstsein eine neue Dimension. Als Erstes gibt es uns den Schmerz. Dann bilden wir als nächsten Schritt die Angst vor weiteren Schmerzen. Und diese Angst führt uns hinunter, bis in die Tiefe unserer Seele. Und dort müssen wir uns nun auf die Suche machen. Denn hier finden wir doch auch alles Andere. Auch das, was wir brauchen, um dem Schmerz und der Trauer zu begegnen.
Und ebenfalls das, was mit jedem sorgenschweren und traurigen Gedanken auf den Grund unserer Seele gesunken ist.

Und da finden wir auch sie, unsere heitere Fröhlichkeit.
Die Fröhlichkeit, die Teil unseres Wesens ist, wenn wir uns nicht unterkriegen lassen.
Die Fröhlichkeit, die immer dann zu Tage tritt, wenn wir uns voll Freude und Tatendrang den Anforderungen des Tages stellen.
Die Fröhlichkeit, die wir in uns spüren, wenn es uns gelingt, dem Abenteuer Leben genug Mut entgegen zu bringen und wir uns offen wie ein Kind auf jeden Tag erneut einlassen.
Jedem Menschen, auch Ihnen, kann es gelingen, diese heitere Fröhlichkeit wieder als guten und festen Begleiter im Leben zu haben.
Wir müssen uns nur dahin begeben, wo sie tief verborgen in uns schlummert und sie wieder wecken. Unsere Erfahrungen, und gerade diejenigen, die uns erst einmal am meisten belasten, weisen uns den Weg zu ihr.

Artikel: Bioline-Magazin


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