Sahneragout mit drei Gemüsesorten Die Einstellung zum Geld
Mrz 17

Mit der richtigen Ernährung gesund bleiben
Vor einiger Zeit durfte ich eine kleine Begebenheit beobachten, die mich reichlich nachdenklich gemacht hat. Mit meinem kleinen Autochen fuhr ich bei meiner Stammtankstelle vor, um es mit Kraftstoff zu füttern. Statt mir, wie gewohnt behilflich zu sein, würdigte mich mein Tankwart diesmal keines Blickes. Er stand mitsamt einer ganzen Menschentraube laut debattierend, ja, wie mir schien, auch klagend, bei einem einzigen Auto. Neugierig entstieg ich meinem Gefährt, um nachzusehen, was so Aufregendes passiert war.
Und da sah ich es: ein Luxus-Sportwagen und daneben ganz offensichtlich sein Besitzer, der einer Verzweiflung nahe schien. Mein Tankwart redete beruhigend auf ihn ein.

Auf meine Frage, was denn hier los sei, antwortete mir einer der Zuschauer: „Ja, stellen Sie sich vor, in dieses hochwertige Auto hat der Fahrzeughalter Normalbenzin eingefüllt, statt das vorgeschriebene Super-Extra zu nehmen.“
Ich muß wohl ziemlich verständnislos dreingeschaut haben. Als ich dann noch fragte, was denn so Fatales an der Verwechslung sein könnte, überhäuften mich die beiden Herren mit einem Schwall von technischen Erläuterungen.
Ich hörte nur heraus, daß es sich hier um ein absolutes Unglück handelte. Denn der hoch sensible Motor der sportlichen Kostbarkeit könne absolut keinen Kraftstoff der billigen Art vertragen. Auf der Stelle würden die empfindlichen Innereien der edlen Karosse irreparablen Schaden nehmen, würde man sie nicht mit genau dem teuren Naß versorgen, das für solche Gefährte entwickelt worden war.
„Ja, was passiert denn nun“, fragte ich also naiv, „muß der Besitzer sein Gefährt nun abschreiben?“ „Ganz so schlimm ist es nicht“,  bekam ich zur Auskunft, „der Tank des Unglücksautos wird nun leergepumpt, und zwar bis auf den letzten Tropfen. Der Spezialist dafür ist schon bestellt.“
Endlich konnte nun auch ich für mein Tüt-Tüt Treibstoff fassen. Leicht amüsiert, aber doch auch recht nachdenklich, trat ich meine Weiterfahrt an.
Auto hin, Hätschelkind her.
So ein Ding ist schließlich nur aus Blech. Bringen wir uns selbst vielleicht die gleiche Sorgfalt entgegen? Ich glaube, es ist für viele Menschen an der Zeit, da einmal neue Prioritäten zu setzen.

Mir als Ernährungswissenschaftlerin begegnen täglich Menschen, die sich durch einseitige oder schlicht falsche Ernährung Über-gewicht oder gesundheitliche Schäden eingehandelt haben. Noch nie aber habe ich erlebt, daß einer von ihnen in so helle Aufregung darüber geraten war, wie der Autobesitzer, dessen Liebling das falsche Benzin erwischt hatte.
Was sind wir selbst uns wert, wenn wir bereits in Verzweiflung geraten, weil Material geschädigt werden könnte. Was ist mit uns selbst?

Unser Körper ist unsere Behausung. Er ist es, mit dem wir uns wohl fühlen oder krank fühlen

Unser Körper hat Anspruch auf die allerbeste Betreuung. Würden wir ihn so sorgsam versorgen, wie die meisten Leute ihr Auto, müßte man sich um die Gesundheit der Bevölkerung keine Sorgen machen.

Unsere Nahrung ist unser Kraftstoff. Mit der richtigen Ernährung steht und fällt unsere Gesundheit

Die meisten der sogenannten Zivilisationskrankheiten sind weitgehend auf Ernährungsfehler zurückzuführen. Beispiele dafür sind:

  • Arterienverkalkung
  • Erkrankungen der Herzkranzgefäße
  • Altersdiabetes
  • Allergien
  • Rheuma
  • Arthrose
  • Schwinden der Knochendichte
  • Chronische Müdigkeit
  • Infektanfälligkeit
  • Krankheiten des Verdauungstraktes
  • und viele andere mehr.

Zugegeben, auch Bewegungsmangel, Reizüberflutung, Alkohol und Nikotin tragen zur Krankheitsentstehung bei. Aber die Hauptursache für chronische Krankheiten ist in der mangelhaften Ernährung zu finden.
Nur – wo endet die Gesundheit und wo beginnt Krankheit?
Das Problem ist, daß der Mensch unglaublich belastbar ist. Es dauert viele, viele Jahre, oftmals mehrere Jahrzehnte, bis Raubbau an der Gesundheit auch spürbar wird.
Hinzu kommt, daß man sich an vieles gewöhnt. Auch daran, daß die Energie nachläßt, Tagesmüdigkeit zum Selbstverständnis wird und das Leben nicht so aktiv wie früher geführt werden kann.
Hinzu kommt ein Wehwehchen hier, ein kleines Zwicken da. „Macht nichts, keine Schwäche zeigen“.
Erst wenn das Schicksal deutliche Warnungen ausspricht, nicht zu übersehende Elfmeter verpaßt, ist die Bereitschaft zum Umdenken in Ansätzen da.
Zu meinen Beratungen kommen meistens Menschen, die ihr Übergewicht reduzieren wollen. Nach wenigen Wochen der Ernährungsumstellung dann sprechen sie grundsätzlich immer ihre Verwunderung darüber aus, wie großartig sie sich fühlen. Und das hängt ganz und gar nicht mit den paar Pfündchen zusammen, die dann schon verschwunden sind. Vielmehr begrüßt jeder nach kurzer Zeit, daß er es selbst in der Hand hat, wie gut er sich fühlt.

Viele Menschen hatten tatsächlich vergessen, wie fabelhaft man sich in seinem Körper fühlen kann. Das aber hängt eben in erster Linie davon ab, mit welchem „Benzin“ er versorgt wird

Und die Lehre ist ganz einfach zu befolgen: Täglich viel Obst, immer Gemüse, oft Salat. Nicht übermäßig viel Eiweiß, davon wenig vom Tier. Wertvolle Öle, wenig tierisches Fett. Nicht übermäßig viel Kartoffeln, Brot, Nudeln. Wenig Süßes. Alles sollte so vollwertig und naturbelassen wie möglich sein. Und: viel Wasser trinken.
Alkohol, Kaffee, Zigaretten sind Drogen und sollten eingeschränkt lediglich genossen, nicht konsumiert werden.

Wer nach diesem einfachen System lebt, kann ganz sicher sein, die besten Voraussetzungen für ein gesundes, schlankes und ener-gievolles Leben zu schaffen.
Wer dann (gelegentlich) ein wenig „über die Stränge schlägt“ und die Regeln, die er sich selbst aufgestellt hat, mal vergißt, wird ganz gewiß nicht stehenden Fußes mit gesundheitlichen Konsequenzen bestraft.

Es lohnt sich also, ab sofort die richtigen Nährstoffe für den Körper zu „tanken“. Gesundheit und seelisches Wohlbefinden sind der Lohn für ein wenig Umdenken und Aufmerksamkeit uns selbst gegenüber.

Autorin: Ingrid Schlieske
Ernährungsberater Ernährungswissen


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