Bakterien, Viren und Parasiten Um 70 Pfund ER–leichter–T
Nov 11

Ergotherapie ist eine ärztlich verordnete, medizinisch ausgerichtete Behandlungsform.
Sie soll Menschen jeglichen Alters und mit verschiedenen Gesundheitsproblemen, zu einer größtmöglichen Selbstständigkeit in deren täglichen Handlungen im Alltag verhelfen.
Alltag wird dabei in 3 Bereiche unterteilt :

  • Selbstversorgung (z.B. Nahrung zubereiten und aufnehmen, sich waschen, einkaufen gehen, usw.)
  • Produktivität (z.B. etwas tun oder (er)schaffen, eine bezahlte Tätigkeit ausüben, ein Ehrenamt ausführen, in der Schule lernen)
  • Freizeit (z.B. aktiv sein bspw. beim Sport oder Spiel, ein Buch lesen, einem Hobby nachgehen oder relaxen).

Ist ein Mensch durch ein Gesundheitsproblem bei der Ausübung einer Tätigkeit in einem dieser Lebensbereiche eingeschränkt, kann er mit Hilfe der ergotherapeutischen Behandlung dazu befähigt werden, in diesem Bereich wieder zu agieren. Dabei wird der kranke Mensch aktiv in die Therapie einbezogen. Er soll durch ausgewählte Aktivitäten oder Handlungen zu seinem Ziel geführt werden.


Ergotherapeutische Ziele
werden individuell an den Patienten, seine Lebenssituation und seine Vorstellungen angepasst.
Solche Ziele können bspw. sein :

  • Herr P. möchte nach einer Mittelhandfraktur zurück an seinen alten Arbeitsplatz,
  • Frau K. möchte nach einer depressiven Episode wieder ihren Alltag selbstständig und eigenverantwortlich meistern,
  • Herr L. möchte nach einem Hirnschlag wieder selbstständig laufen können,
  • Herr Z. will trotz rheumatischer Erkrankung häusliche Aufgaben weitestgehend schmerzfrei erledigen,
  • Der 10 jährige F. hat ADHS und möchte sich in der Schule besser konzentrieren können,
  • Frau M. hat Multiple Sklerose und wünscht sich Hilfsmittel zur Alltagsbewältigung
  • Herr F. will sein Leben selbstverantwortlich ohne Alkohol bewältigen können.

Für die Umsetzung solcher Ziele bedient sich der Ergotherapeut/die Ergotherapeutin verschiedener fachspezifischer Maßnahmen. Diese wären bspw.:

  • eine Anpassung des Wohn- oder Arbeitsumfeldes auf die besonderen Gegebenheiten des Patienten,
  • eine Versorgung des Patienten mit diversen Hilfsmitteln (z.B. Griffverdickungen für Besteck, Knöpfhilfen, Anziehhilfen etc.),
  • die Anpassung von Schienen und Prothesen,
  • Hirnleistungstraining zur Verbesserung oder zum Erhalt von Merkfähigkeit oder Konzentration,
  • Sensibilitätstraining zur Verbesserung geschädigter Sinnesfunktionen,
  • Psychisch funktionelle Maßnahmen zur Verbesserung von psychischen Grundfunktionen, wie Ausdauer, Belastbarkeit, Antrieb oder zur Verbesserung der Selbstständigkeit in der Tagesstrukturierung und eigenständigen Lebensführung.

Die einzelnen Maßnahmen können je nach Indikation und Zielsetzung des Klienten als Einzel- oder Gruppentherapie verordnet werden.


Der kranke Mensch steht immer im Mittelpunkt der Behandlung. Er wird als eigenständiges Individuum gesehen, das in ständigem Austausch mit seiner Umwelt, das heißt Personen, Institutionen, Wohnumfeld, etc. agiert. Durch diese Betrachtungsweise wird die Therapie immer individuell und ganzheitlich auf den kranken Menschen abgestimmt. Er bestimmt die Therapie aktiv mit und weiß um die Ziele, Wege und Fortschritte seiner Behandlung.

Autorin: Sylvia Kadur


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