Die wilde Malve Vital und voller Kraft dabei von bester Gesundheit
Apr 14

Aus der Einsamkeit gibt es immer einen Ausweg. Niemand muß alleine bleiben. Dies gilt für junge Menschen genauso wie für jede andere Altersgruppe, bis hin zu den Senioren

Allein Sein
Wer kennt es nicht, dieses trostlose Gefühl, völlig isoliert zu sein. Die meisten Menschen sehen sich einer solchen Empfindung nur gelegentlich ausgesetzt. Sie wird subjektiv von Zeit zu Zeit erlebt. Wir alle aber kennen Mitbürger, die tatsächlich gänzlich alleine dastehen, die keine Familie haben oder für die der Kontakt zu ihren Verwandten verloren gegangen ist. Freundschaften sind ebenfalls im Laufe der Zeit auf der Strecke geblieben.
Kollegen gegenüber sind sie oft mißtrauisch oder meiden den privaten Kontakt, um im Beruf keine zusätzliche Angriffsfläche zu bieten.
So kann es dann dazu kommen, daß Privatleben fast nur noch in Gesellschaft mit sich selbst stattfindet.
Na schön, manchmal gibt es ein kleines Gespräch im Treppenhaus, beim Einkaufen oder auf der Parkbank. Aber immer bleibt man gewissermaßen für sich, ängstlich darauf bedacht, nicht allzu viel von sich preiszugeben.


Eigentlich unverständlich. Es sind oft so nette Personen, die sich gänzlich allein gelassen fühlen

So wie Frau M., die geschieden und berufstätig, heute alleine in Düsseldorf lebt. Ihre Tochter ist längst erwachsen und hat in einer anderen Stadt eine eigene Familie gegründet. Man sieht sich ein- bis zweimal im Jahr. Frau M. sagt: „Man will ja nicht aufdringlich sein. Die Kinder leben halt ihr eigenes Leben.“
Ja, und Bekannte?
„Wo soll ich denn jemanden kennenlernen? Jeder hat doch mit sich selbst zu tun.“
Frau M. drohte völlig zu vereinsamen. Ihr Leben lief nur noch an ihr vorbei. Morgens aufstehen, zur Arbeit, einkaufen, heimgehen, fernsehen, schlafen. Tagein, tagaus. Nur am Wochenende ein kleiner Spaziergang, mal ein Eis essen oder Kaffee trinken. Höhepunkte, Erlebnisse gab es gar nicht.
Eines Tages jedoch, Frau M. war ziemlich erkältet, wurde sie von einer Mitbewohnerin in ihrem Hause angesprochen.
Diese schniefte und hustete ebenfalls kräftig und meinte, sie beide gäben ein recht lädiertes Gespann ab. So plauderte und scherzte man noch ein wenig unter „Bellen“ und Nase schneuzen. Frau M. wunderte sich über sich selbst. Sie war heiter aus sich herausgegangen. Ganz in Gegensatz zu ihrer sonstigen Zurückhaltung.
So verabredete sie sich denn mit der netten Nachbarin zu einem Kaffeeplausch.
Dabei stellte sich heraus, daß die beiden Damen sozusagen Schicksalsverwandte waren. Beide lange schon geschieden mit einer Tochter in einer anderen Stadt. Der Beruf nur mäßig interessant und das Einkommen nicht berauschend. Nur – die Nachbarin steht heute – im Gegensatz zu Frau M., mitten im Leben. Sie verriet, daß sie sich vor 3 Jahren noch gefühlt habe wie ein Tiger im Käfig. Ohne Aussicht auf ein interessantes Leben. Genau wie Frau. M.
Eines Tages jedoch hatte sie energisch beschlossen, alles zu verändern. Sie überlegte sich, welche Wege dafür in Betracht kamen. Zunächst gab sie eine Anzeige auf und gründete einen Rommé-Club, der sich seither einmal wöchentlich trifft. Dann trat sie in eine Tanzgruppe ein. Zwar waren die meisten der Mitglieder weiblich, aber alle tanzten mit Leib und Seele.
Im Sportverein schloß sie sich der Gymnastikriege an. Sie macht als gänzlich Ungeübte in der Seniorenfraktion mit und es gibt viel Spaß und Bewegung.
Ein Theater-Abo gehörte ebenfalls zu den neuen Errungenschaften. Aus jeder der neuen Aktivitäten findet sich seither eine Begleitung für die verschiedensten kulturellen Veranstaltungen.


Jetzt ist es fast zuviel mit den Kontakten
Fast jeden zweiten Tag ist die Nachbarin von Frau M. unterwegs. Anfänglich war ihr das sehr ungewohnt. So regelmäßig raus aus der gemütlichen Stube. Und fremde Leute zu einer kleinen Einladung in die Wohnung bitten, bedurfte ebenfalls einer kleinen Überwindung. Nun aber will sie ihr lebendiges, aktives Leben mit vielen fröhlichen Freunden, die sie heute hat, um nichts mehr auf der Welt  wieder missen. Das weiß sie besonders dann zu schätzen, wenn es ihr nicht so gut geht. Ihr großer neuer Kreis von netten Bekannten kümmert sich rührend um sie, ruft an, macht Besorgungen. Von allein fühlen keine Spur mehr.
Zögernd stimmte Frau M. zu, als sie eingeladen wurde, ebenfalls die eine oder andere Veranstaltung mitzumachen.
Und heute?
Frau M. weiß gar nicht mehr wie das war, alleine daheim vor dem Fernsehen zu hocken, Ja, sie erwog sogar schon, ihn abzuschaffen. Schließlich hält er die Menschen vom Leben ab. Er mit seiner vermeintlichen Gemütlichkeit. Dabei verdammt er zur Passivität verhilft langfristig erst zur Einsamkeit.
So wie Frau M. geht es vielen Menschen in jedem Alter. Sie finden sich mit dem fehlenden Kontakt einfach ab.

Wer aber ernsthaft heraus will aus seiner Einsamkeit, kann sofort etwas daran ändern

Wichtig ist zunächst die Entscheidung dazu – und die Überwindung der ersten Hemmung durch den ersten Schritt.
Für jeden Menschen gibt es passende Gesprächspartner. Für jedes Interesse finden sich Partner. Denn andere Mitbürger suchen auch das freundliche Miteinander. Und – keine Angst vor Enttäuschungen! Diese können einem auf dem Weg in ein erlebnisreiches Leben durchaus mal begegnen.
Die positiven Ergebnisse aber überwiegen allemal!

Autorin: Ingrid Schlieske


Verwandte Beiträge:
  • Frieden finden im Sturm
  • Starke Männer brauchen starke Frauen
  • Die wiedergewonnene Lebensfreude
  • Verzeihen ist die Voraussetzung für Heilung
  • Vital und voller Kraft dabei von bester Gesundheit

  • \\ tags: ,

    Kommentar abgeben

    Bitte Einloggen um einen Kommentar abzugeben.