Schwarzwurzel-Eintopf Heilmittel WASSER
Mrz 31

„Weniger ist mehr!“
Ich kann mich noch genau daran erinnern. Meine Großmutter, die für jede Lebenslage einen passenden Spruch bereit hatte, zitierte diese Weisheit oft. Sie kommentierte damit meine ersten Schminkversuche, meine Bemühungen um den ersten Kleiderchic und auch das Thema „Appetit“.
Für sie hatte Genuß nichts, aber auch gar nichts mit einer großen Portion auf dem Teller zu tun.
Sie hat unsere Wohlstandsgesellschaft noch erlebt. Kopfschüttelnd hat sie zur Kenntnis genommen, wie die jüngeren Generationen zum Beispiel eine ganze Tafel Schokolade auf einmal verputzten, oder die riesigen Schnitzel, oftmals größer als der Teller.


Süßigkeiten
Bei unseren Altvorderen gab es nur gelegentlich mal Süßes, ein kleines Stückchen Schokolade oder einen (!) Bonbon. Heutzutage werden große Mengen von (krankmachendem) Süßkram weggefuttert.

Für meine Großmutter war übermäßiges Essen absolut unverständlich. Von Kindheit an war sie daran gewöhnt, genau vier Mahlzeiten am Tag zu essen. Zum Frühstück gab es zwei dünne Scheiben Brot. Dazu eine große Tasse Buttermilch. Mittags wurde meistens Eintopf gekocht mit etwas Speck oder Zwiebeln darin. Den Nachmittag verschönte ein hauchfeines Stückchen trockener Kuchen oder zwei einfache Kekse. Am Abend dann stand eine Pfanne mit Bratkartoffeln auf dem Tisch. Dazu gab es Dickmilch.

Kein frisches Brot
Nie wäre es unseren Großeltern eingefallen, frisches Brot oder frischen Kuchen zu essen. Dabei wußten Sie nur eins: es war ungesund.
Danach richtete sich auch der Geschmack. So sang man das Loblied auf ein gut abgelagertes Brot. Meine Oma sagte immer: „das wird mit jedem Kauen süßer.“ Sie beschrieb damit die Speichelamylase, ein Enzym, das bei der Kohlenhydratvorverdauung im Mund gebildet wird.
Heute ist bekannt, daß frisches Brot und frischer Kuchen Eßsucht fördern und Lust auf unmäßiges Weiteressen macht.

Sonntag war Ausnahmetag
Nur an diesem Tag gab es ein ganzes Menü. Eine Suppe, dann Braten, Salat und immer ein Dessert. Nach dem Essen wurde geruht oder ein Spaziergang gemacht. Nie aber wuchs sich eine Mahlzeit zur Völlerei aus. Jeder Bissen war Genuß und mußte gleichzeitig sättigend sein.
Es war für die Gesundheit hilfreich, daß Sparsamkeit oberstes Gebot sein mußte.

Ein kleines Dessert
Ein winziger Pudding oder ein Tellerchen mit Obstkompott war nur nach dem festlichen Sonntagsessen erlaubt. Es krönte sozusagen ein besonderes Mahl. Niemandem wäre eingefallen, sich davon eine größere Portion zu nehmen oder nachzuverlangen.


Die Portionen waren immer gleich groß – oder gleich klein

Ich kann mich nicht daran erinnern, daß viel nachgenommen wurde. Genauso hat es meine Großmutter, die in meinem Haushalt lebte, bis zu ihrem Tod im 91. Lebensjahr gehalten.
Gut, in den letzten Jahren war sie nicht mehr so mobil, so beweglich, wie in früheren Zeiten. Auch konnte sie wegen einer mißglückten Star-Operation nicht mehr sehr gut sehen.
Aber bis zu wenigen Wochen vor ihrem Tod war sie bei recht guter Gesundheit und las noch eifrig mit Hilfe einer Lupe.
Vor allem aber war sie bis zuletzt hellwach und geistig fit. Dabei überaus charmant und warmherzig.
Ich bin sicher, daß sie ihre gute Verfassung ihrem disziplinierten Essen zu verdanken hatte.

Nach dem Krieg war die Nation praktisch gesund

Nach den relativ knappen Zeiten, die ich als Kind im Krieg erlebte, folgte danach ab 1945 eine ausgesprochene Hungerphase. Es gab nur wenige Menschen, die sich damals satt essen konnten. Die Brotmarken waren äußerst knapp bemessen. Die Bürger pilgerten auf abgeerntete Felder, um in einer akribischen Nachlese noch einige wenige Kartoffeln aus der Erde zu buddeln. Oder sie schätzten sich glücklich, ein paar Weizen-, Roggen- oder Haferähren aufklauben zu können. Deren Körner wurden in der Kaffeemühle zu Schrot gemahlen und zu einer wäßrigen Suppe gekocht. Die Würze war eine Prise Salz oder – ganz selten ein Löffelchen Zucker.
Brennessel und Melde, vorher als unliebsames Unkraut verachtet, mußte als eine Art von Spinatgemüse den Mineral- und Vitaminbedarf decken und damit war dieses „Wildkraut“ reichlich gesegnet.
Fett? ein fast unbezahlbarer Wertstoff. Nur gelegentlich war etwas Margarine, ein Quäntchen Schmalz oder gar ein Scheibchen Speck zu ergattern. Ein Ei auf dem Tisch war ein überaus seltener Festtagsschmaus.
Dazu organisierte man auf dem Schwarzmarkt manchmal ein Stückelchen Butter oder ein Becherchen Milch. Dafür wurden die allerletzten Präziosen aus Omas Schatulle verhökert.

Die Menschen damals waren gertenschlank und frei von genau den Krankheiten, die unsere Wohlstandsgesellschaft heute so plagen

Kaum jemand hatte Gicht, Artheriosklerose, Altersdiabetes. Niemand litt an Übergewicht. Und Schlaganfall oder Herzinfarkt waren unbekannte Größen.
Krankheiten rührten damals eher her von Mangel oder Unterversorung oder waren der Kälte zu verdanken. Davon waren die Menschen betroffen, die keine Möglichkeit hatten, sich neben den geringen staatlichen Zuteilungen mit Nährstoffen, warmer Kleidung und Brennstoff zu versorgen.
Dennoch – die meisten Menschen waren, gemessen an der heutigen körperlichen Situation, von strahlender Gesundheit.

Zwangsläufig aß man ausschließlich gesunde Nahrung.

Es gab keine Pestizide, keine Lebensmittelzusatzstoffe und so gut wie keine Luftverschmutzung. Auch das Wasser war noch relativ gut, mit nur geringer Belastung.

Und dann kam der Reichtum
Nach den vielen Jahren des Darbens gab es endlich alles zu kaufen. Absolut alles.

Mit dem Wohlstand begann das maßlose Essen

Und damit fing die Sache mit den Zivilisationskrankheiten an. Wenn doch alle Leckereien auch so verführerisch ausgestellt werden und im Übermaß vorhanden sind, ist es kein Wunder, daß die Menschen davon mehr konsumieren, als ihnen gut tut.

Das sind die großen Verführer:
Schokolade
Statt 1 bis 2 Stückchen genußvoll auf der Zunge zergehen zu lassen, wird gleich eine ganze Tafel verputzt. Folge: Überproduktion von Insulin und Übersäuerung des Körpers, drohende Altersdiabetes.
Fleisch
Statt eine kleine Beilage darzustellen, wird Fleisch zumeist als Hauptbestandteil einer Mahlzeit betrachtet. Folge: Überhöhte Cholesterinwerte, Gefahr von Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfälle, Infarkte.
Butter, Schmalz, Speck
haben Fettsäuren, die dem Körper schaden, werden sie im Übermaß gegessen. Folge: brüchige Gefäße, hoher Blutfettspiegel.
Frisches Brot
Das veranlaßt zum übermäßigen Mehressen. Folge: Übersäuerung des Körpers, chronische Müdigkeit.
Kuchen
ist ein Suchtauslöser und ein „leeres“ Lebensmittel, das den Organismus belastet und noch dazu ein Nährstoffräuber ist. Folge: Unterversorgung von Vitaminen und Mineralien. Schwächung des Immunsystems.
Zucker
ist ein Energieräuber, übersäuert den Organismus. Folge: Macht müde und unternehmungssunlustig.
Nudeln
Übersäuern das Gewebeblut, ißt man zuviel davon. Nur Sportler verwandeln diese Kohlenhydrate in Energie. Folge: Nimmt Energie, hemmt Vitalität, macht dumpf
Kartoffeln
In der Kartoffel ist Solanin enthalten. Dieser Stoff wirkt dämpfend und macht müde. Im Übermaß gegessen ist die Folge: Lähmung die Aktivität.


Wohlgemerkt: Alles ist im Prinzip erlaubt. Das Geheimnis für das „richtige Essen“ ist alleine die Dosis

Längst ist wissenschaftlich erwiesen, daß es nicht ratsam ist, sich vollkommen satt zu essen. Der Verdauungstrakt ist sonst völlig überladen und läuft auf Hochtouren. Für die Verdauungsarbeit wird viel Blut im Bauchraum versammelt, um die Verstoffwechselung zu ermöglichen. Die dafür benötigte Energie fehlt jedoch für die Aktivität, die der Körper den Tag über braucht. Das merkt man daran, daß die Glieder schwer werden, der Mensch würde am liebsten ein Schläfchen halten.

Besonders am Abend ist ein reichhaltiges Essen eine große Belastung für den Verdauungstrakt

Der gesamte Körper, jedes Organ bis hin zu den Zellen ist darauf ausgerichtet, in der Nacht Regenerierungsarbeiten zu erledigen. Ist er jedoch hauptsächlich mit Verdauungsarbeit befaßt, bleibt das Erneuerungsprogramm auf der Strecke.
Der Alterungsprozeß wird somit unnötig beschleunigt.

Anti-Aging
Jung bleiben ist heutzutage der Trend.
Wir haben derzeit die Aussicht, so alt zu werden wie keine Generation vor uns. Das jedoch ist logischer Weise nur dann erstrebenswert, wenn der Mensch seine volle Lebenskraft erhalten kann. Spektakuläre Programme werden dafür angeboten und verheißen die ewige Jugend. Es kostet jedoch offenbar viel Geld, seine Jugendkraft zu behalten. Eine Investition, die sich nur Reiche leisten können.
Vor allem sollen Wachstumshormone dabei eine große Rolle spielen.
Genau dieses Hormon jedoch kann der Körper selbst bilden. Wenn, ja wenn er dazu angehalten wird. Wie das geht?

Dinner-Canceling – dieses Schlagwort gilt derzeit als Geheimwaffe der Anti-Aging-Bewegung

Die Anti-Aging-Medizin vertritt die Auffassung, daß ein leerer Magen die Produktion des Wachstumshormons Somatropin anregt. Dieses wird am Abend ausgeschüttet und kann nachts wirken. Dabei ist es für den Muskelaufbau zuständig und regt die Fettverbrennung an.
Ein weiterer, wünschenswerter Nebeneffekt soll dabei sein, daß Krebszellen, die jeder Mensch in sich trägt, nachts nicht mit Energie versorgt werden können, da der Körper immer zuerst die Versorgung der bösartigen Zellen abbricht. Er könnte so selbst seine Krebszellen bekämpfen und ausscheiden.
„Dinner-Canceling“ – was genau bedeutet das?
Es ist sinnvoll, grundsätzlich das Abendessen ausfallen zu lassen, um in den Genuß dieser Verjüngungsmethode zu kommen.

Altes arabisches Sprichwort
Frühstücke alleine,
teile das Mittagsessen mit einem Freund.
Schenke das Abendessen Deinem Feind.

Aber soziale Kontakte werden dadurch zugegebenermaßen erschwert. Schließlich ißt man mit der Familie, nimmt Einladungen an, verabredet sich in einem Restaurant. Solche Treffen sind insbesondere abends stimmungsvoll. Nicht jeder will auf solche Geselligkeit verzichten.

Es kann aber durchaus auch schon deutlich wirksam sein, wenn der entschlossene Interessent, will er diese Methode anwenden, auf 2 bis 3 Abendmahlzeiten in der Woche verzichten würde. Man könnte die darauffolgenden Nächte als Reparaturphasen bewußt ins Lebensprogramm aufnehmen.

Gelegentlicher Verzicht ist schwieriger
Läßt frau/man allerdings grundsätzlich jedes Abendessen ausfallen, fällt es wesentlich leichter, den zunächst einmal aufkommenden Hunger zu überwinden. Im Laufe der Zeit gewöhnt sich der Körper nämlich an diesen neuen Rhythmus. Anwender bestätigen, daß nach wenigen Wochen der Umgewöhnungsphase kein Abendhunger mehr spürbar ist.

Bessere Schlafqualität
Ohne Abendessen, ohne Alkohol und Nikotin kann das Schlafhormon „Melatonin“ besser wirken. Es kann für tiefen und erholsamen Schlaf sorgen und die Alterungsprozesse blockieren.


Es lohnt sich, ein wenig hungrig zu bleiben

Ob das Abendessen ganz gestrichen wird, oder ob nur eine leichte Mahlzeit eingenommen wird, es ist auf jeden Fall sinnvoll, die Größe der Portionen auf dem Teller auch morgens und mittags zu beschränken.

Wer es also über sich bringt, grundsätzlich ein ganz klein wenig Hunger übrig zu lassen und (vielleicht) auf das Abendessen ganz zu verzichten, kann absolut sicher mit einer deutlichen Verjüngung seines Körpers und mit enormem Energiezuwachs rechnen.

Anti-Aging also, das keinen einzigen Pfennig kostet und mindestens so wirkungsvoll ist wie moderne Designer-Kuren.

Ein Dorf bei Rom
Es ist berühmt dafür, daß dort die meisten Menschen leben, die auch in sehr hohem Alter, wie mit 90 Jahren beispielsweise, absolut fit und gesund sind.
Oftmals üben sie noch ihren Beruf aus. Dabei sind sie geistig rege und körperlich stark und beweglich.
Von Alzheimer und Demenz keine Spur.
Ihr Geheimnis?
Sie essen mittags ihre letzte Mahlzeit. Ansonsten stehen Tomaten, Olivenöl und viel Gemüse auf dem Speiseplan. Aber auch dem Rotwein wird durchaus zugesprochen. Unbewußt nutzen sie Dinner-Canceling für ihr Jung-Erhaltungs-Programm.
Nur – ein Abendessen gehört nicht zur Tradition.

Autorin: Ingrid Schlieske

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