Avocado-Hackepeter Der Vogelknöterich
Mrz 28

Vitale und fatale Fette
Die meisten Menschen heutzutage sind der festen Überzeugung, daß Fett in Essen möglichst vermieden werden sollte. Wer eine Diät macht, verzichtet vor allem auf Fett. Fett macht schließlich dick und schadet der Gesundheit. Diese Beurteilung allerdings trifft nur zu, wenn wir von gesättigten Fettsäuren sprechen.
Die Art des Fettes wird durch die Zusammenstellung der Fettsäuren bestimmt, aus denen das Fett besteht.
Gesättigte Fettsäuren sind z.B. in größerer Menge enthalten in Kokosöl und Palmkernöl, aber auch in Tierfetten.
Einfach ungesättigte Fettsäuren finden wir in Olivenöl, Avocados und Haselnüssen oder –Ölen.
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind in Leinsamenöl, Fisch, Nüssen und Samen enthalten.


Einfach (EUF) und mehrfach ungesättigte Fettsäuren (MUF) sind essentiell
Das heißt, daß der Mensch diese mit der Nahrung aufnehmen muß, da der Körper sie nicht herstellen (synthetisieren) kann. Diese aber sind unverzichtbar für die Gesundheit.
Dahingegen kann ein Zuviel an gesättigten Fettsäuren sehr schädlich für die Gesundheit sein.

Fett ist nicht gleich Fett
Ein Zuviel an gesättigten Fetten ist ungesund. Es erhöht das Risiko auf verschiedene degenerative Krankheiten.
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (unter anderem aus pflanzlichen Ölen, Fisch, Nüssen und Samen) werden für ein optimales Funktionieren aller Zellen, Drüsen, Gewebe und Organe benötigt.
Wir müssen die essentiellen Fette mit unserer Nahrung aufnehmen, da der Körper diese Fettsäuren nicht selbst produzieren kann.
Dabei ist ein optimales Gleichgewicht zwischen OMEGA-3 und OMEGA-6 Fettsäuren äußerst wichtig.
Viele Gesundheitsprobleme sind auf einen Mangel an essentiellen Fettsäuren zurückzuführen. Vor allem OMEGA-3 kommt in zu geringen Mengen in unserer Nahrung vor. Wenn wir diese Gruppe Fettsäuren mit in unsere Nahrung aufnehmen, können diese Probleme vermieden bzw. behandelt werden.

„Gute Fette“ sind unverzichtbar
Jedermann weiß, wie wichtig Nährstoffe für die Gesunderhaltung sind. Die Rede ist dabei bevorzugt von Mineralstoffen, Vitaminen und Aminosäuren.
Genauso unverzichtbar allerdings ist die Versorgung mit MUF, die für eine gute Fettbilanz sorgt. Diese ist zuständig für das reibungslose Funktionieren aller Zellen, des Gewebes, der Organe und kann erheblich zur Heilung gesundheitlicher Probleme beitragen.


Es gibt zwei Sorten essentieller Fettsäuren
OMEGA-3 = Alpha-Linolensäure
OMEGA-6 = Linolsäure
Diese sollen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander im Körper vorhanden sein (2:1).

Die Mischung macht’s
Es ist empfehlenswert, essentielle Öle in der richtigen Zusammensetzung zu verwenden. Die Eskimos geben für eine solche Balance das beste Beispiel.
Ihre Nahrung enthält besonders viel OMEGA-3.
Demzufolge kommt es bei den Eskimos nur selten zu Herzinfarkten, Schlaganfällen, Krebs und Zuckerkrankheiten.

OMEGA-3
Ein Mangel an OMEGA-3 kann folgende Beschwerden verursachen:

  • Wachstumsrückstand
  • Verhaltensveränderungen
  • Abgespanntheit
  • beeinträchtigtes Sehvermögen
  • Lernprobleme
  • schlechte Motorik
  • ein kribbelndes Gefühl in Armen und Beinen
  • erhöhte Blutfettwerte
  • hoher Blutdruck
  • Gewebeentzündung
  • trockene Haut
  • langsamer Stoffwechsel
  • bestimmte Arten der Immunschwäche

Solche Beschwerden können durch die Einnahme von OMEGA-3 verbessert oder verhindert werden.


OMEGA-6
Ein Mangel an OMEGA-6 kann folgende Beschwerden verursachen:

  • ekzemartiger Hautausschlag
  • Haarausfall
  • Verfettung der Leber
  • Verhaltensveränderungen
  • mangelhafte Nierenfunktion
  • Wasserverlust über die Haut, in Verbindung mit Durst
  • Austrocknen der Drüsen
  • Anfälligkeit für Entzündungen
  • schlechte Wundheilung
  • Unfruchtbarkeit beim Mann
  • Fehlgeburten
  • Gelenkerkrankungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Wachstumsverzögerung
  • trockene Haut und Haare
  • trockene Augen
  • in einigen Fällen ein hoher Cholesterinspiegel

Solche Beschwerden können durch die Einnahme von OMEGA-6 verbessert oder verhindert werden.

Light is not right

Es ist richtig: Fettreiche Nahrung kann Gesundheitsprobleme verursachen.
Aber genauso stimmt: Light-Produkte können ebenfalls der Gesundheit schaden.
Fakt ist ebenfalls, daß über sie die gewünschte Gewichtsreduktion nicht zu erreichen ist. Ganz im Gegenteil, sie lösen Lust und Sucht auf unkontrolliertes Weiteressen aus. Noch dazu sind sie oft mit extrem viel Zucker gesüßt oder Geschmacksverstärkern versehen. Beides verursacht Eßsucht.

Die Lösung ist auch nicht im Süßstoff zu suchen.
Diese List wirkt eher appetitanregend

Vielmehr benötigt der Körper die richtigen Fette für die Muskelbildung, um den Cholesterinspiegel auf dem nötigen Niveau zu halten. Ja, auch zur Gewichtsregulierung sind die passenden Fette unerläßlich. Sie helfen den Nieren, beispielsweise überschüssige Flüssigkeit abzuführen.

Eß-Sucht und Fett
Eß-Wut entsteht oft infolge eines Mangels an bestimmten Nahrungsstoffen. Eine ausgewogene Fettbilanz kann dabei helfen, das zu verhindern. Außerdem verbessern die essentiellen Fettsäuren die Laune.
Frustessen erübrigt sich dadurch. Man fühlt sich besser, hat auch mehr Energie. Die Lust, aktiv zu werden, wird größer.

Jedem seine Ölquelle
Hier sind sie, die vitalen Fette und ihre durchschnittliche Fettsäurezusammensetzung:

Öl OMEGA-3 OMEGA-6
Leinsamenöl 54 % 16 %
Sonnenblumenöl 0,3 % 71 %
Sesamöl 0,5 % 45 %
Kokosöl 0,1 % 2 %
Kürbiskernöl 0,2 % 55 %
Nachtkerzenöl 0,4 % 75 %
Reiskeimöl 2 % 34 %
Borretschöl - 39 %
Haferkeimöl 2 % 40 %

Gesunde Fette sind empfindlich
Fette, die viel essentielle Fettsäuren enthalten, sind wesentlich empfindlicher als gesättigte Fette. Sie müssen besonders gegen Licht, Luft und Wärme geschützt werden. Deshalb wird ein qualitativ gutes Öl in dunkle Flaschen oder Kanister abgefüllt, zum Schutz der wertvollen Bestandteile.
Wenn die mehrfach ungesättigten Fettsäuren Licht, Luft oder zu hohen Temperaturen ausgesetzt werden, verlieren sie ihre gesunden Eigenschaften. Die Molekülstruktur der Fettsäuren wird dann dermaßen angegriffen, daß aus gesunden Fetten ungesunde Fette entstehen.
Ein gesundes Öl wird durch Erhitzen ein ungesundes Öl. Das Herstellungsverfahren ist daher auch äußerst wichtig.

Zucker ist ein Killerfett

Wie Sie wissen, ist Zucker kein Fett. Aber der Körper wandelt Zucker in gesättigte Fette um.
Wenn Sie also die Fetteinnahme beschränken, aber statt dessen mehr Zucker zu sich nehmen, wird der Gesamtfettgehalt des Körpers bestimmt nicht geringer. Außerdem ist Zucker schlecht für die Zähne, ist Nahrungsquelle für Bakterien, Hefen, Schimmel und Krebszellen, und er hemmt den Vitamin C-Transport im Körper.
Diese ungesunden Eigenschaften des Zuckers gelten eigentlich für alle Süßstoffe, ob es sich nun um weißen Zucker, Rohrzucker, Honig, braunen Zucker, Ahornsirup, Reis- oder Maissirup handelt.
All diese Zucker liefern Kalorien, die schnell aufgenommen und sofort in Fett umgewandelt werden, um der giftigen Wirkung eines Zuviels an Zucker entgegenzuwirken.

Backen und Braten
Wenn wir Nahrungsmittel backen oder braten, verbrennen wir sie eigentlich. Dabei ändert sich die chemische Zusammensetzung der Ölmoleküle, die dann nicht mehr zur biochemischen Architektur unseres Körpers passen. Sie hindern unsere Zellen daran, gut zu funktionieren. Krebs und Arterienverkalkung können eine Folge des Unvermögens sein, diese veränderten Moleküle zu verarbeiten.

Beim Erhitzen verliert ein Öl seinen ungesättigten Charakter

Außerdem entstehen beim Braten, wobei das Öl eigentlich verbrennt, schädliche Transfettsäuren.
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, daß Köche, die regelmäßig Mahlzeiten in der Bratpfanne oder im Wok braten, einem höheren Lungenkrebsrisiko ausgesetzt sind.
Die hohen Temperaturen sind vor allem für mehrfach ungesättigte Fette schädlich, aber auch für stabile, gesättigte Fette.

Die gesunde Schlußfolgerung lautet:

  1. Verwenden Sie regelmäßig pflanzliche, kaltgepreßte Öle, die viel MUF enthalten
  2. Erhitzen Sie diese Öle nicht
  3. Backen und braten Sie in Kokosöl, z.B. Omega & More, oder in Butterschmalz, z.B. Brabu
  4. Verwenden Sie keine Margarine
  5. Fritieren Sie so wenig wie möglich, und wenn Sie es dennoch tun, verwenden Sie dann z.B. Omega & More Kokosöl
  6. Sorgen Sie dafür, daß Sie nicht mehr als 30 % Ihrer Kalorien in Form von Fetten zu sich nehmen.

Extra-Tip
Da die essentiellen Fettsäuren mehr Energie liefern, wird vom Verzehr nach 20 Uhr abgeraten. Wenn Sie in dieser Hinsicht empfindlich sind, kann das Öl Sie am Einschlafen hindern.


Wie Sie sehen, ist Fett nicht gleich Fett. Das falsche Fett schädigt die Gesundheit und verhilft zu Übergewicht. Fette mit vielen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren dienen der Gesunderhaltung und sorgen für mehr Energie. Es lohnt sich also, die „richtigen“ Fette sorgsam zu wählen.

Autorin: Ingrid Schlieske

Buchtipps zu diesem Artikel:
Kochbuch zur Trennkost
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