Die Routen-Methode der Gedächtniskünstler Interview zur Leichtlern-Methode
Apr 02

Der phänomenal ärgerliche Vokabel.-Weltrekord
Im Gedächtnissport gibt es für die Jugendlichen die Disziplin „Fünf Minuten Vokabeln lernen“, bei der die jungen Gedächtnissportler genau fünf Minuten Zeit haben, sich so viele Vokabeln (übrigens für alle unbekannte, ausgedachte Vokabeln) wie möglich mit ihrer Übersetzung einzuprägen. Viele ungeübte Kinder schaffen nur vier bis fünf Vokabeln, die Guten acht bis fünfzehn, doch der Weltrekord steht mittlerweile bei phänomenalen fünfzig Vokabeln in fünf Minuten. Und als Besonderheit sei noch anzumerken: normaler Weise freut man sich über einen Weltrekord, doch der frisch gekürte Gedächtnisweltrekordler aus Österreich war auch ein wenig ärgerlich, denn es gab nur fünfzig Vokabeln zum Lernen – zu gerne hätte er sich doch noch einige mehr eingeprägt.


Schlüsselwort-Methode für Vokabeln und Fremdwörter
Nun befassen wir uns mit einem für die meisten Schüler und Erwachsenen sehr leidigen Thema, nämlich mit dem Lernen von Vokabeln und Fremdwörtern. Die meisten Menschen hassen diese Lernaufgabe, weil es hier eigentlich nichts zu verstehen gibt, sondern einem nur das Pauken und Büffeln übrig bleibt – was immer anstrengt und immens langweilig ist.
Doch es gibt noch einen anderen Weg. Einen Weg, mit dem man sich nicht nur viel leichter und effizienter die Vokabeln zu Gemüte führen kann, sondern einen Weg, der auch viel mehr Spaß bringt:

Die zwei Schritte der Schlüsselwort-Methode
Schon in den vorausgehenden Kapiteln haben wir erfahren, dass wir uns abstrakte Lernstoffe am besten merken, indem wir uns mit viel Fantasie ein entsprechendes mentales Bild – quasi ein Ersatzbild – schaffen. Beim Lernen von neuen Vokabeln (und auch Fremdwörtern) gehen wir genauso vor, da es sich hier ebenfalls um abstrakte Informationen handelt. Denn im Grunde sind neue Wörter nichts anderes, als eine sich schwer zu merkende Reihenfolge von Buchstaben. Bei dieser Methode – die als Schlüsselwort-Methode bezeichnet wird, geht man immer in zwei Schritten vor.
Erster Schritt:
Wir suchen uns ein Wort aus unserer Muttersprache, welches so ähnlich wie die neue Vokabel klingt. Dies ist das Schlüsselwort, da es uns quasi den Schlüssel zur neuen Vokabel bereitstellt.
Zweiter Schritt:
Wir verknüpfen das Schlüsselwort als mentales Bild mit der Übersetzung der zu lernenden Vokabel unter Einsatz unserer Fantasie und Kreativität (und möglichst weiterer Gedächtnis-Mentalfaktoren) zu einem Merkbild.


Chancen und Grenzen der Schlüsselwort-Methode
Die Schlüsselwort-Methode, auch wissenschaftlich sehr gut untersucht, hat zu Leistungssteigerungen beim Vokabellernen von bis zu 300 Prozent geführt.
Übrigens sollte man keine Angst davor haben, dass man irgendwann den Kopf voller Bilder hat, denn das Merkbild ist sozusagen eine hilfreiche und unterstützende, vorübergehende „Krücke“, um die unbekannte Vokabel über das Merkbild ins normale Langzeitgedächtnis zu übertragen
Für eine weitere effektive Methode des Lernens hat der Gedächtnis-Weltmeister den Begriff Logomonik erfunden. Dieses Wort setzt sich aus Logik und Nnemonik (das Fachwort für Gedächtniskunst) zusammen.
Hierbei ist das Besondere, dass keine vernünftige Logik entwickelt werden muss, sondern mehr eine fantasievolle Logik, bei der zwei oder mehr Dinge logisch kombiniert werden, die normaler Weise nichts miteinander zu tun haben.

Beispiel:
Sokrates, Platon, Aristoteles: nur wenige bekommen die richtige Reihenfolge dieser drei berühmten griechischen Philosophen hin, die gegenseitig in einem Lehrer-Schüler-Verhältnis standen. Aber es ist doch „logisch“: man muss sich nur vorstellen, dass sie gemeinsam immer in einem schönen Kurort philosophierten und Kurort heißt auf Englisch „Spa“ (Sokrates, Platon, Aristoteles).

Auf den ersten Blick mutet diese Logomonik-Methode vielleicht etwas kurios oder gar kauzig an, weil sie voller verrückter Fantasie ist. Doch haftet einem ein logominisches Bild sehr fest und lange im Gedächtnis, ohne dass man es häufig wiederholen müsste. Auf diese Art und Weise eine Information abzuspeichern funktioniert natürlich nicht immer und ist am besten einzusetzen, wenn man ein und dieselbe Sache ständig vergisst oder durcheinander bringt. Insbesondere dann sollte man ein logomonisches Bild erstellen.
Das macht Spaß und auf Dauer zum Sieger über das Vergessen!

Autorin: Ingrid Schlieske
Meridian-Energie-Therapien, Erfolgstraining

Buchtipps:
Lernen wie ein Weltmeister
Erfolgsgedächtnis


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    Ein Kommentar zu “Die Schlüsselwort-Methode der Gedächtniskünstler”

    1. Helmut Lange schreibt:

      Sehr geehrte Damen und Herren,

      beim googeln nach dem Begriff “Schlüsselwortmethode” bin ich auf ihre Hompage gelangt und habe den Beitrag von Ingrid Schlieske gelesen.
      Seit kurzem biete ich das erste Wörterbuch, dass nach der Schlüsselwortmethode (Englisch-Deutsch) aufgebaut ist an. Es heißt: “Sellerie in Gries” und kann als eBook erworben werden.
      Ich habe eine Bitte: Könnten Sie einen Link (bei Ihren Buchtipps) zum meiner Webseite anlegen.
      Die angegebenen Bücher von Gunther Karsten habe ich gelesen. Sie enthalten aber nur rudimentäre Tipps und wenige Beispiele.

      Vielen Dank
      Helmut Lange
      Bamberger Str. 17 a
      96049 Bamberg
      0171/4588027

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